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Bertha Dudde Botschaften

Autor: Bertha Dudde 1.4.1891 - 18.9.1965
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Buch 66

B.D. NR. 6078 - B.D. NR. 6188
14.10.1954-13.2.1955

Inhaltsverzeichnis von Buch 66

 

Inhaltsübersicht

6078 6079 6080 6081 6082  6083 6084 6085 6086 6087
6088 6089 6090 6091 6092  6093 6094 6095 6096 6097
6098 6099 6100 6101 6102  6103 6104 6105 6106 6107
6108 6109 6110 6111 6112  6113 6114 6115 6116 6117
6118 6119 6120 6121 6122  6123 6124 6125 6126 6127

6128 6129 6130 6131 6132  6133 6134 6135 6136 6137
6138 6139 6140 6141 6142  6143 6144 6145 6146 6147
6148 6149 6150 6151 6152  6153 6154 6155 6156 6157
6158 6159 6160 6161 6162  6163 6164 6165 6166 6167
6168 6169 6170 6171 6172  6173 6174 6175 6176 6177

6178 6179 6180 6181 6182  6183 6184 6185 6186 6187
6188

 

Buch 66 6078

Gesegnete Weinbergsarbeit. Hausvater. Sorge.

14. Oktober 1954. B.D. NR. 6078.

Eine gesegnete Weinbergsarbeit werdet ihr ausführen mit Meiner Unterstützung, so ihr willig seid, Mir zu dienen und an der Erlösung der Seelen mitzuarbeiten vor dem Ende. Der ernste Wille zu dieser Mitarbeit ist selbst schon Kraft, denn da Ich Knechte brauche, die freiwillig in Meinen Dienst treten, und diese sehr rar sind, so wende Ich auch den wenigen die Kraft zu, ihren Willen zur Tat werden zu lassen, auf daß sie nicht mutlos werden und sich wieder von dieser Mitarbeit zurückziehen. Und darum werden sie Mir immer eifriger dienen wollen, je mehr Erfolge sie sehen in ihrer Tätigkeit. Gegen Ende aber werden sie nicht von großen Erfolgen reden können - dann aber sind sie schon Meine Mitarbeiter geworden, die ihren Dienst nimmermehr aufgeben, denn dann erkennen sie auch die Ursache der Abwehr der Menschen, sie wissen um die große geistige Finsternis und um die Zeit des Endes, die nun immer deutlicher hervortritt. Jeder einzelne von euch aber bekommt seine Arbeitsstätte zugewiesen, jedem einzelnen wird ein Pflichtenkreis zugeteilt, in dem er wirken soll und auch kann. Und es wird seine Tätigkeit nicht vergeblich sein, weil sie am Ende ganz besonders dringend ist zur eigenen und der Mitmenschen Kräftigung im Glauben. Nur ein bewußter Gottesdienst wird Kraft geben in dieser Zeit, und es muß ganz besonders die Bindung bestehenbleiben zwischen den Menschen und der geistigen Welt. Sie dürfen Mich nicht ausschalten, sondern sie müssen Mir eng verbunden bleiben, und diese Einstellung wird auch immer ein Mir-dienen-Wollen zur Folge haben. Die Welt mit ihren Anforderungen wird zwar an euch herantreten und eure ganze Kraft, euren ganzen Widerstand erfordern, doch auch diesen werdet ihr nicht zu leisten vermögen ohne Meine Unterstützung; nur mit Meiner Hilfe werdet ihr allen Anforderungen gerecht, nur Ich kann euer Erdenleben in erträgliche Bahnen lenken - nur Ich kann euch geben, was ihr bedürfet, um standzuhalten in der schwersten Zeit eures Lebens. Doch ihr werdet standhalten, die ihr Mir dienen wollet, denn Ich vergelte euch wahrlich eure Dienstwilligkeit mit großer Kraftzufuhr, so daß ihr auch dieser Zeit mit Ruhe entgegensehen könnet und nicht zu fürchten brauchet, daß ihr versaget. Euer Hausherr sorget wahrlich recht für euch, solange ihr als treue Knechte bereit seid, mitzuhelfen in großer geistiger Not.
Amen. B.D. NR. 6078.

 

Buch 66 6079

Gottes mahnende Stimme. Neue Epoche.

15. Oktober 1954. B.D. NR. 6079.

Lasset die Stimme Gottes nicht ungehört an euren Ohren verhallen, denn es bricht eine neue Zeit an - eine neue Epoche, die ihr wohl erleben könnet, wenn ihr dessen achtet, was Gott Selbst euch sagt - wenn ihr Seiner Stimme Folge leistet und euch recht gestaltet, so wie es die neue Epoche erfordert. Denn in dieser werden nur die Menschen auf Erden weilen, die in engster Bindung stehen mit Gott, Der dann auch mitten unter den Seinen weilen wird auf Erden. Und dieser Umgang mit Gott erfordert auch eine Verfassung des Menschen, die eine solche enge Bindung zuläßt. Diese aber könnet ihr Menschen erreichen noch in dieser letzten Zeit, denn darum redet Gott Selbst euch an, daß ihr aus Seinen Worten die Notwendigkeit ersehet und auch die Kraft schöpfet, euch selbst umzugestalten zu Wesen der Liebe, ohne die ein Leben auf der neuen Erde undenkbar ist. Was ihr von selbst nicht tut, das sollet ihr tun, wenn Gott es euch ans Herz legt, so eindringlich und faßlich, daß ihr davon beeindruckt sein könnet, wenn ihr nur Seiner Stimme achtet, wenn ihr euch Seine Worte zu Herzen gehen lasset und sie befolget. Im Lärm der Welt die Stimme Gottes zu hören bedingt euren Willen, dann wird sie in euch klingen direkt, oder ihr werdet befriedigt zuhören, wenn Gott durch Seine Boten zu euch spricht - ihr werdet die Stimme des Vaters erkennen, Der um euch besorgt ist und euch helfen will, herauszufinden aus einem Zustand des Todes - Der euch das Leben zugänglich machen möchte. Ihr selbst aber müsset den Weg gehen, der zum Leben führt. Und diesen Weg zeigt Gott euch auf durch Sein Wort. Er Selbst belehret euch, und Seine Belehrungen sind wahrlich klar und unmißverständlich, und sie können in euch ein helles Licht anzünden, wenn ihr nur ihrer achtet und sie nicht an euren Ohren verhallen lasset. Ob ihr es glauben wollet oder nicht - es tritt die Erde in eine neue Entwicklungsepoche ein, und auch in dieser wird sie von Menschen bewohnt sein, die aber in einem anderen Zustand sein müssen, als ihr es zur Zeit auf Erden seid. Doch es ist für euch noch eine Wandlung möglich, ihr selbst könnet den Grad erreichen, der ein Verweilen auf der neuen Erde zuläßt, doch immer nur mit Gottes Hilfe. Darum ertönet euch Seine Stimme immer wieder und ermahnet euch, diese Wesenswandlung anzustreben und in so innige Verbindung zu treten mit Ihm, daß ihr tauglich werdet, auf diese neue Erde versetzt zu werden, wenn die Stunde gekommen ist. Denn sie steht euch nahe bevor - bald ist die Frist abgelaufen, die Gott euch Menschen gesetzt hat auf dieser Erde, und bald wird sich die Umgestaltung der Erde vollziehen, die eine neue Entwicklungsepoche einleitet. Und alles, was untauglich ist für die neue Erde, wird sein Ende finden und entsprechend seiner geistigen Reife wieder gebannt werden in neuen Formen. Höret auf die Stimme Gottes, die euch mahnet und warnet, auf daß ihr zu jenen gehöret, die Sein Wille errettet, die Er am Ende versetzet in das Paradies der neuen Erde.
Amen. B.D. NR. 6079.

 

Buch 66 6080

Einfluß des Gegners auf den Willen. Zerstörungen.

16. Oktober 1954. B.D. NR 6080.

Es genüge euch, zu wissen, daß sich in Meiner Schöpfung alles so vollzieht, wie es Mein Wille ist. Es wird also nicht Mein Gegner irgendwie auf die Schöpfung einwirken können, weil sein Einfluß nur möglich ist auf das im freien Willen stehende Geistige - den Menschen - jedoch diesen dann so beeinflussen möchte, daß der Mensch selbst sich wieder an Schöpfungswerken versucht in Meinem-Gegner-günstigem Sinn. Was also dem Menschen auszuführen möglich ist, das kann immer Meinem Willen gemäß sein, aber auch dem Willen Meines Gegners entsprechen, weil von beiden Seiten auf ihn eingewirkt wird. Was aber außerhalb des Machtbereiches des Menschen geschieht, kann niemals von Meinem Gegner bewerkstelligt werden, sondern es muß allein Meinem Wirken zugeschrieben werden, weil Meinem Gegner jegliche Macht genommen ist über die Schöpfung, über das noch gebundene Geistige. Aber gerade darum wird Mein Gegner seinen ganzen Einfluß aufbieten, die Menschen sich gefügig zu machen, daß sie sich zerstörend betätigen, weil dadurch das gebundene Geistige frei wird, wobei er glaubt, nun dieses Geistige wieder in Besitz nehmen zu dürfen. Auch das ist ihm nicht möglich - nur wirket nun das frei gewordene Geistige ungünstig auf alles es Umgebende ein, weil es in sich das aus der Ordnung Getretene ist und darum auch seine Umgebung aus der Ordnung bringt - also auch eine bestehende Gesetzmäßigkeit aus der Ordnung bringen kann. Indirekt also ist das wohl das Werk Meines Gegners, doch immer nur über den menschlichen Willen - während Mein Wille allein genügt, die Ordnung wiederherzustellen und schöpferisch aufbauend im gesamten Universum tätig zu sein. Diese seine Machtlosigkeit läßt in Meinem Gegner Pläne erstehen von wahrhaft teuflischer Gesinnung - die Menschen dazu anzuregen, den Erdball zu zerstören - doch ihnen selbst andere Ziele vor Augen stellend, die sie zu höchster Betätigung antreiben. Die Zerstörungen, die er selbst nicht ausführen kann, tarnt er geschickt als erstrebenswerte Nutzbarmachung von unbekannten Kräften. Und er findet auch Menschen genug auf dieser Erde, die ihm zu Willen sind und die darum auch von ihm die Kraft beziehen zu Entdeckungen und Ergebnissen aller Art. Als Folge eintretende Naturkatastrophen betreffen nun zwar die durch Meinen Willen erstandenen Schöpfungen, sie können aber dennoch nicht als direkte Kraftäußerung des Satans bezeichnet werden, sondern es sind immer durch menschlichen Willen zustande gekommene Ordnungsstörungen, die zwar von größter Bedeutung sind in der Entwicklungsphase des Geistigen - sowohl des im freien Willen stehenden als auch des noch gebundenen Geistigen, denn der Entwicklungsgang dessen wird unterbrochen und erfordert nun ein Gegenwirken Meinerseits, damit die gestörte Ordnung wiederhergestellt wird - damit die unterbrochene Entwicklung wieder ihren Fortgang nimmt. Der Plan Meines Gegners mißlingt zwar, denn er gewinnt nicht das frei gewordenen Geistige, doch die ihm hörig gewordenen Menschen - das schon weiterentwickelte Geistige - hat er gewonnen, über das ihm aber jegliches Verfügungsrecht genommen wird durch die nun bevorstehende Neubannung. Der Einfluß auf den freien Willen des Menschen von seiten Meines Gegners ist sehr groß, doch allem Geschöpflichen außer dem Menschen gegenüber ist er machtlos. Er kann nichts durchführen, sowie sich der Wille des Menschen ihm versagt. Und was dem Willen des Menschen unzugänglich ist, worauf der Wille des Menschen keinen Einfluß hat, ist immer Mein Walten und Wirken im Universum, niemals aber eine Machtäußerung Meines Gegners, der jeglicher Macht entblößt ist, darum aber alles daransetzt, sich den Willen der Menschen gefügig zu machen, um durch diesen nun zur Ausführung zu bringen, was er plant - euch zum Verderben.
Amen. B.D. NR. 6080.

 

Buch 66 6081

Erfolg am Ende einer Erdperiode. Wissenschaftler.

17. Oktober 1954. B.D. NR. 6081.

Es ist stets dann das Ende einer Entwicklungsperiode gekommen, wenn die Menschen insofern aus der göttlichen Ordnung getreten sind, daß sie in den Schöpfungsplan Gottes einzugreifen sich befähigt fühlen, weil sie nicht an Gott als erschaffende Macht glauben und alles Bestehende selbst beherrschen zu können glauben. Die Menschen haben zwar als Erbteil Gottes den erschaffenden Geist, und sie können dieses Erbteil in großem Maß erhöhen, sie können auch mit göttlicher Unterstützung Unmöglich-Scheinendes leisten und werden dennoch in göttlicher Ordnung verbleiben - solange sie die Kraft zu ihrem Schaffen aus Gott beziehen. Sie werden aber sofort aus dieser Ordnung heraustreten, wenn alle ihre Pläne nur irdisch gerichtet sind - wenn sie sich von Gott als der erschaffenden Macht absondern und nun also rein verstandesmäßig experimentieren - wenn sie die göttliche Schöpfung selbst als Versuchsobjekte nützen und sich so zu Handlangern des Gegners von Gott machen, der es sich zum Ziel setzt, göttliche Schöpfungen zu zerstören. Am Ende einer Erdperiode ist stets die Welt voller irdischer Weisheit. Es glaubt die Wissenschaft, für alle Gebiete die Schlüssel gefunden zu haben, und selten nur ist der geistige Weg betreten worden, den Gott aufgezeigt hat, um zum rechten Wissen zu gelangen. Ohne Ihn aber sind die Wege gefährlich, ohne Ihn sind die Ergebnisse zweifelhaft, und mehr oder weniger betreten die Menschen Gefahrenzonen, weil sie von dem gelenkt werden, der keinen Aufbau, sondern Untergang will. - der die Menschen im Glauben lässet, daß sie sich aufbauend betätigen, während sie jedoch sich ihr eigenes Grab graben - und zum Untergang der alten Erde beitragen. Denn der angebliche Fortschritt der Wissenschaft ist sein Werk, das Werk des Gegners von Gott, der die Menschen antreibt zu höchster Verstandestätigkeit unter Ausschluß göttlicher Unterstützung. Sie werden sich Naturkräfte nutzbar machen, doch in anderem als Gott-gewolltem Sinn. Sie werden heraustreten aus der göttlichen Ordnung, und die Folgen dessen werden sich zeigen. Gott aber sah das Wollen und Handeln der Menschen seit Ewigkeit voraus, und darum weiset Er immer wieder hin auf das Kommende, denn Er weiß es, wann und wo die Auswirkungen menschlichen Denkens und Handelns sich äußern. Er unterweiset die Menschen über das Verkehrte ihres Denkens und will sie bewegen, sich der Macht anzuvertrauen, Die über allem steht. Er will sie warnen vor dem Einfluß Seines Gegners. Er will ihnen anraten, in göttlicher Ordnung zu bleiben. Er gedenket derer, die Ihn anerkennen als Gott und Schöpfer von Ewigkeit, und Er kläret sie auf über Sich Selbst und Seine Gegenmacht.
Amen. B.D. NR. 6081.

 

Buch 66 6082

Wert des geistigen und des irdischen Wissens.

18. Oktober 1954. B.D. NR. 6082.

Es ist ein umfangreiches Wissen, das euch auf geistigem Wege zugeleitet werden kann - es ist das Wissen, das ihr Menschen allein, verstandesmäßig, niemals werdet gewinnen können, denn es gibt euch Aufschluß über Fragen, die euch kein Mensch beantworten könnte, der nicht wieder geistig belehrt worden ist. Ihr Menschen dürfet aber auch Fragen stellen über alles - es wird euch Antwort werden, so ihr den geistigen Weg wählet - so ihr Gott Selbst darum angeht, daß Er euch belehre. Doch immer muß euch das Wissen zum Segen gereichen; es muß dazu beitragen, daß eure Seele ausreife. Alles, was der Seele dazu verhilft, leitet Gott Selbst euch zu, sowie ihr es anfordert, und alles verhilft der Seele zur Reife, was über den Zusammenhang des Schöpfers mit Seinen Geschöpfen, über Sinn und Zweck der Schöpfung und über Gott und Schöpfer von Ewigkeit Aufschluß gibt. Also es sind immer geistige Gebiete, die euch Menschen zugänglich gemacht werden, wenn euch das Wissen um die "Wahrheit" zugeführt wird. Diese Tatsache soll euch gleichzeitig ein Hinweis sein darauf, daß irdisches Wissen nur einen Scheinwert hat, daß es nicht überschätzt oder auf Kosten geistigen Wissens begehrlicher angestrebt werden darf, denn es bringt die Seele nicht einen Schritt vorwärts in ihrer Entwicklung. Es kann wohl sich auch segensreich auswirken für die Erdenzeit des Menschen, und zwar dann, wenn ein geistig strebender Mensch sein irdisches Wissen in den Dienst der Mitmenschen stellt, wenn er seine Erdenaufgabe darin sieht, den Mitmenschen zu helfen, und darum sich irdisches Wissen aneignet, ohne jedoch Gott zu vergessen - sondern Ihn allen seinen Studien voranzusetzen. Dieser wird wahrlich geistig und irdisch gesegnet werden - ihm wird hinzugegeben werden irdisch, weil er Geistiges zuerst anstrebt. Dennoch wird ihn weit mehr beglücken das Gedankengut, das ihm aus der Welt des Geistes vermittelt wird, denn es richtet seine Blicke in die Ewigkeit. Es läßt ihn erkennen seinen Erdenlebenszweck, und er schaffet darum weit mehr für die geistige als für die irdische Welt - und er wirket doch zum Segen auch in dieser. Denen vertrauet euch an, denn sie können euch viel geben. Menschen aber, die nur der Welt leben und dem geistigen Erleben fernstehen, sind wie tote, fruchtlose Bäume, die nichts zu geben vermögen, was dem Mitmenschen zum Heil gereichen kann - wenngleich sie weltliches Wissen im Übermaß besitzen. Es sind vergängliche Güter, ohne Wert, weil sie vergehen mit dem Tode des Menschen, während geistige Güter, geistiges Wissen, bleiben wird in Ewigkeit und für die Seele Licht und Erkennen bedeutet, die sie beglücken werden ewiglich.
Amen. B.D. NR. 6082.

 

Buch 66 6083

Glaubenskampf. Verleugnen Gottes. Ende.

19. Oktober 1954. B.D. NR 6083.

Die Zeit steht euch bevor, wo ihr vor die Entscheidung gestellt werdet, Mich und Meinen Namen zu bekennen vor der Welt. Und es wird dies so vor sich gehen, daß ihr alle entsetzt sein werdet über die Brutalität der Menschen, die Meinem Gegner hörig sind - was darin zum Ausdruck kommt, daß sie gegen Mich offensichtlich vorgehen. Die Form des Glaubenskampfes, den ihr zu erwarten habt, ist euch jetzt kaum vorstellbar, weil die Erde seit ihrem Bestehen etwas derartiges nicht erlebt hat. Denn zu jeder Zeit war unter den Menschen ein Glaube vorhanden an ein höheres Wesen, Dem die Menschen unterstehen. Und dieses Wesen wurde angebetet, wenngleich sich die Menschen zumeist eine falsche Vorstellung machten von jenem Wesen und dadurch eine Art Vielgötterei entstand - immer aber einem Gott die Ehre gegeben wurde von seiten der Menschen. Und die Streitfrage war nur immer, welcher der vielen Götter der rechte Gott war, wenn man nur einen Gott gelten lassen wollte. Der Kampf, der aber nun entbrennen wird, geht um das völlige Ausrotten von Glaubenslehren - an ein Wesen, das eben nur durch den Glauben anerkannt wird. Dieser Glaube an ein höheres Wesen soll ausgerottet werden. Es wird der Glaube an sich als der Menschheit unzuträglich hingestellt, dem darum der Kampf gilt mit aller Schärfe. Man sucht wissenschaftlich alles in der Schöpfung zu erklären und begründen, eine erschaffende Macht aber auszuschalten - also sie gänzlich zu leugnen. Man will ein anderes gedankliches Niveau schaffen für die Menschen, und so wird von ihnen rigoros verlangt, alles bisherige Denken und Wissen aufzugeben und dieses offen vor den Mitmenschen zu bekräftigen. Es wird also klar und unmißverständlich Mir Selbst der Kampf angesagt von Meinem Gegner, der sich nur der Menschen bedient, um sein Ziel zu erreichen, Mich aus den Herzen der Menschen zu verdrängen. Es geht nicht um den Sieg einer Geistesrichtung über die andere, es geht nicht um das Reformieren einer Lehre - es geht nur um den Glauben an Mich, Der Ich als Erlöser Jesus Christus anerkannt werden muß, wollet ihr Menschen selig werden. Und ihr sollet nun Mich verleugnen, ihr sollet euch entscheiden für Mich oder für Meinen Gegner. Diese Forderung wird an euch Menschen gestellt werden, und dieser sollet ihr nun Widerstand leisten. Ihr sollet offen euch bekennen für Mich - ihr sollet furchtlos euch auf Meine Seite stellen und dadurch den Beweis liefern, daß ihr zu den Meinen gehört, die Mir treu bleiben bis zum Ende und die Ich holen werde in höchster Not. Es ist dies das Ende, wenn Mein Gegner offensichtlich gegen Mich Selbst vorgehen wird. Dann ist die Stunde des Gerichtes gekommen, denn dann übersteigt er die Grenzen seiner Befugnis, und dann greife Ich ein und setze ihn gefangen. Dann tritt Meine Macht und Kraft und Herrlichkeit hervor und übt Vergeltung nach Recht und Gerechtigkeit.
Amen. B.D. NR. 6083.

 

Buch 66 6084

Ernste Worte des himmlischen Vaters. Arzt. Medizin.

20. Oktober 1954. B.D. NR. 6084.

Was Ich euch verabreiche, ist eine wahrhaft heilsame Medizin für eure Seele, durch die sie gesunden kann und fähig wird für ein ewiges Leben in Seligkeit. Doch was nützet sie euch, wenn ihr sie nicht anwendet, wenn ihr wohl wisset um ihre Heilkraft und euch doch nicht ihrer bedienet - was nützet es euch, wenn ihr Mein Wort wohl anhöret, doch nicht danach lebet - also die Kraft Meines Wortes nicht an euch wirksam werden kann? Ihr besitzet ein gar wirksames Heilmittel und erprobet nicht seine Wirksamkeit, ihr lasset euch von Mir als eurem Seelenarzt beraten, befolget aber Meine Verordnungen nicht und könnet somit auch nicht gesunden, wenngleich ihr euch in den Händen eines guten Arztes befindet. Euer Wille führet das nicht aus, was Ich euch anrate, und darum verharret ihr in einem elenden Zustand, und die Not eurer Seele verringert sich nicht - sie muß leiden, weil ihr die Hilfe ihr versagt. Und das Leid der Seele wirkt sich aus in irdischer Not, weil Ich durch solche euch zum Nachdenken bringen will, daß eure Lebensweise nicht die rechte ist - daß sie eure Seele gefährdet und daß sie darum auf der Hut sein muß, nicht ihr Leben zu verlieren. Doch Ich kann ihr nur immer das anbieten, was ihr hilft. Will sie Meine Mittel nicht entgegennehmen, dann wird sie in Krankheit und Elend verbleiben und sich nicht des geistigen Lebens erfreuen können. Darum wird es euch nicht viel nützen, wenn ihr auch Mein Wort höret, solange ihr euch nicht bemühet, es auszuleben - denn erst dann empfanget ihr Kraft, so ihr tätig werdet, indem ihr Meine Gebote der Liebe erfüllet. Erst wenn ihr in Liebe wirket auf Erden, werdet ihr selbst von Meiner Liebekraft erfüllt, und das also bedeutet Gesundung eurer Seele, es bedeutet einen Zustand des Lebens in Kraft und Licht. Dazu möchte Ich euch allen verhelfen, und darum ermahne Ich euch eindringlich, daß ihr Mein Wort im Herzen beweget und danach handelt. Ich ermahne euch, nicht leichtfertig mit dem Leben eurer Seele umzugehen, sondern ihr unverzüglich die Kraft zuzuleiten, die ihr zur Gesundung verhilft. Ich ermahne euch, Mich Selbst um Hilfe anzugehen, wenn es euch nicht gelingen will, wenn ihr zu schwach seid, euren Willen auszuführen. Ich vermittle euch die Kraft, so ihr euch nur vertrauensvoll an Mich wendet, so ihr zu Mir rufet im Herzen und Mir eure Schwäche gesteht. Denn Ich bin immer euer Arzt und Helfer, Der niemals euch eurem Schicksal überlässet, sondern retten will, die krank sind an Leib und Seele.
Amen. B.D. NR. 6084.

 

Buch 66 6085

Gottes Hilfe zur Seligkeit. Freier Wille.

21. Oktober 1954. B.D. NR. 6085.

Ich will euch doch nur zur Seligkeit verhelfen - und weil Ich sehe, daß ihr Menschen irrige Wege geht, trete Ich an euch heran, um euch recht zu weisen. Ich kann jedoch nur euch den rechten Weg zeigen, und Ich kann euch nur ermahnen, ihn zu gehen, doch nun muß sich euer Wille selbst bereit erklären, Meinen Ratschlägen zu folgen. Dieser euer Wille aber ist schwach und wankelmütig, denn sowie einer kommt und euch locket, mit ihm gemeinsam zu gehen, gedenket ihr nicht mehr Meiner Worte, und ihr schließet euch dem Verführer an, ihr folgt ihm, der euch abseits führt, hinweg vom rechten Ziel. Von beiden Seiten wird der Mensch auf Erden beeinflußt für seinen Lebenswandel, er selbst aber gibt den Ausschlag durch seinen Willen. Darum muß ich außer Meinen Worten, die zum rechten Entscheid drängen sollen, auch Not und Elend über den Menschen kommen lassen, die ihn hindern, dem Verführer zu folgen - die ihn unfähig machen, den Weg mit ihm zu gehen - weshalb jedoch noch nicht die Gewißheit ist, daß er Mir folget; er kann auch untätig am Wege verbleiben, und es kann kostbare Zeit verrinnen, die er nützen konnte zum Fortschritt. Doch auch das ist sein freier Wille, der nicht angetastet werden darf. Wo er auch weilet - Meine Liebe geht nicht von ihm und wirket ständig auf ihn ein, und es wird kein Mensch sagen können, daß Ich ihm nicht in den Weg getreten sei und ihm immer wieder Mein Wort gebracht habe, das ihm helfen soll zur rechten Willensrichtung. Immer wieder werden die Menschen angesprochen von Mir, und besonders in irdischer Not gebe Ich Mich als liebevoller Vater zu erkennen, Der die Bitten Seiner Kinder erfüllt. Und darum ist es wohl möglich, daß sie Meinem Wort Folge leisten und nun den rechten Weg einschlagen zur Höhe - daß sie den Unwert dessen erkennen, was ihnen der Verführer als Lockung vor Augen stellt - und daß sie Mich nun zu ihrem Führer erwählen, Dem sie willig folgen und mit Dessen Hilfe sie auch zum Ziel gelangen. Ich habe nur die Absicht, euch selig zu machen, doch es muß euer Wille auch bereit sein, weil Ich euch nicht zwingen kann zur Seligkeit - ansonsten ihr alle schon selige Geschöpfe wäret, jedoch ohne Willensfreiheit - ihr also handeln würdet im Mußgesetz, das aber die Vollkommenheit ausschließt. Ihr aber sollet euch zu Meinen Kindern gestalten im freien Willen - erst dann könnet ihr selig sein und bleiben in alle Ewigkeit.
Amen. B.D. NR. 6085.

 

Buch 66 6086

Erdenaufgabe: Erfüllung der Liebegebote.

22. Oktober 1954. B.D. NR. 6086.

Euch allen ist eine Aufgabe gesetzt, und jeder einzelne erfüllt sie nach seinem Willen, denn eines jeden Menschen Wille ist frei. Daß ihr aber um eure Aufgabe wisset, ist Voraussetzung, und dieses Wissen geht euch zu durch Mein Wort - das nun wohl angehört und befolgt, aber auch verworfen werden kann - entsprechend aber auch ihr selbst die Folgen zu tragen habt. Wer das tut, was Mein Wort verlangt, der erfüllt Meinen Willen, also auch seine Erdenaufgabe, und dieser also kann auch von geistigem Fortschritt reden. Doch auch der irdisch gesinnte Mensch soll wissen, daß er sich verantworten muß dereinst für sein Versagen - daß ihm nicht umsonst das Wort als Künder Meines Willens dargeboten wird - daß auch er es beherzigen muß, will er seine Erdenaufgabe erfüllen. Er muß wissen, daß sein Leben nicht ewig währet und daß er das kurze Erdenleben ausnützen soll für die Ewigkeit. Und es ausnützen heißt: als erstes Meine Gebote der Liebe erfüllen - wodurch er sich nun auch Meiner Liebe würdig macht und Kraft empfängt, an sich selbst zu arbeiten - die Seelenarbeit auszuführen, die Zweck seines Erdendaseins ist. Jeder, der sich bemüht, in der Liebe zu leben, der wird auch wissen, daß er nicht willkürlich oder zwecklos zur Erde versetzt wurde, sondern daß damit das Erreichen eines Zieles verbunden ist, und er wird ernsthaft nach diesem Ziel streben - nach der Vereinigung mit Mir. Wer aber die Liebe außer acht lässet, wer nur den eigenen Vorteil zu erreichen sucht, der verschließt sich selbst den Zugang zum ewigen Leben - denn ihm fehlt die Liebe, die allein der Schlüssel ist zur Seligkeit. Ihm fehlt auch das Erkennen, er weiß nichts vom Sinn und Zweck seines Erdendaseins, und er nimmt auch nicht eine Erklärung darüber an. Die Erfüllung Meiner Gebote der Gottes- und Nächstenliebe sichert jedem Menschen die Erkenntnis, und es muß zum Licht gelangen, der Meine Gebote sich zur Richtschnur seines Erdenwandels macht. Dieser kann nicht fehlgehen, sein Weg führt unwiderruflich in die Gefilde ewiger Seligkeit, denn er ordnet sich gänzlich Meinem Willen unter, er führt ein Leben in Meiner ewigen Ordnung, er steht in ständiger Verbindung mit Mir und nimmt daher Kraft entgegen im Übermaß. Und er nützet diese Kraft wieder nur zum Wirken in Liebe, denn er wird dazu angetrieben durch Meinen Geist, der in unmittelbarer Verbindung steht mit Mir und nicht anders als gut auf ihn einwirken kann. Er wird also seine Erdenaufgabe erfüllen, indem er sich selbst und auch seine Mitmenschen in die ewige Ordnung einzufügen sucht, indem er selbst in sich die göttliche Ordnung herstellt und kraft seiner Liebe und seines Erkennens auch den aus der Ordnung getretenen Mitmenschen wieder verhilft, sich Mir und Meinem Willen unterzuordnen, so daß auch diese die Verbindung mit Mir herstellen und den Zweck des Erdenlebens erreichen.
Amen. B.D. NR. 6086.

 

Buch 66 6087

Ursünde. Liebestrahlung. Jesus Christus.

23. Oktober 1954. B.D. NR. 6087.

Die erste Sünde der Auflehnung wider Mich hat den weiten Abstand Meiner Geschöpfe von Mir zur Folge gehabt, denn mit dem Zurückweisen Meiner Selbst wiesen sie auch Meine Liebekraft zurück, sie traten selbst aus Meinem Liebestromkreis heraus und entfernten sich stets weiter von Mir. Widerstand gegen Mich also ist gleich dem Zurückweisen Meiner Liebekraft, weshalb auch kein Mensch von Meiner Liebekraft durchströmt werden kann, der sich Mir noch innerlich widersetzt. Und als Widerstand ist schon anzusehen, wenn er nicht an Mich glaubt und daher ohne Verbindung mit Mir ist. Dann steht er also außerhalb Meines Liebestromkreises - er kann nichts von Meiner Liebe spüren, weil er sich nicht ihr freiwillig öffnet und mit Mir in Verbindung zu treten gewillt ist. Mich nicht anerkennen heißt, ganz in der Gewalt dessen zu sein, der sich einstens auflehnte gegen Mich und dadurch zu Meinem Gegner wurde. Und dessen Plan ist, alle Geschöpfe so zu beeinflussen, daß sie gleichfalls Mich als nicht-seiend empfinden, daß sie nicht glauben an ein Wesen, Das sie erschuf und mit ihnen in Verbindung zu stehen wünscht. Aber dieses Nicht-Anerkennen zieht auch vollste Kraftlosigkeit nach sich und Finsternis des Denkens. Licht und Kraft sind nur von Mir zu beziehen - und Licht und Kraft verschmähen sie, weil sie den Licht- und Kraftspender verschmähen - weil sie keinen Glauben haben an den Urquell von Licht und Kraft, aus dem auch sie hervorgegangen sind. Im gleichen Maß aber, wie sie diesen Urquell ablehnen, machen sie selbst sich unfähig, von diesem Urquell gespeist zu werden, und sie bleiben so licht- und kraftlos, bis sie im freien Willen diesem Quell zustreben - bis sie anerkennen die Macht, Die sie geschaffen hat, und nun sich freiwillig öffnen, um versorgt zu werden mit göttlicher Liebekraft - bis sie sich verbinden mit dem Spender von Licht und Kraft. Und nun empfangen sie ungemessen, was sie brauchen, um selig zu werden - um wieder in den Urzustand einzugehen, den sie einst freiwillig verließen. Jeder Mensch, der sich Mir zuwendet, wird reichlich empfangen dürfen, denn Meine Liebe verausgabt sich nie - sie will unausgesetzt geben und beglücken und fordert nur geöffnete Gefäße, in die sie sich ergießen kann. Und sowie im Menschen der ernste Wille erwacht ist, in Verbindung zu treten mit der Macht, Die ihn erschaffen hat, wendet er sich ab von der Ursünde, der Auflehnung wider Mich, und er wird sicher das Ziel erreichen mit Hilfe des göttlichen Erlösers, Jesus Christus, Der Sein Blut vergossen hat um dieser großen Urschuld willen. Der unendlich gelitten hat und gestorben ist am Kreuz, um der geschwächten Menschheit einen Gnadenschatz zu erwerben - Stärkung des Willens und das Erkennen ihrer Schuld. Jeder Mensch kann nun den weiten Abstand von Mir verringern, jeder Mensch kann Vergebung finden für die große Schuld der einstigen Auflehnung wider Mich; jeder Mensch kann wieder in den Liebestromkreis eintreten und Licht und Kraft empfangen im Übermaß - wenn er sich der Gnaden bedient, die durch das Erlösungswerk Jesu Christi ihm reichlich zur Verfügung stehen - wenn er Mich anerkennt, Der Ich als Mensch Jesus für euch die Schuld abgetragen habe durch Meinen Tod am Kreuz.
Amen. B.D. NR. 6087.

 

Buch 66 6088

Jesus war Sich Seines Werkes bewußt zuvor.

24. Oktober 1954. B.D. NR. 6088.

Ich wollte für euch leiden und bereitete Mich daher bewußt auf den Tod am Kreuz vor. Ich wußte um den überaus schweren Leidensgang, den Ich gehen mußte, um euch zu erlösen aus Not und Tod. Ich sah alles vor Mir, und Mir war nichts geheim, was Ich erdulden mußte, und dennoch ging Ich darauf zu. Ich wehrte Mich nicht, Ich floh nicht die Gefahr, sondern ging ihr bewußt entgegen. Denn Ich ersah nicht nur diesen Verlauf Meines Erlösungswerkes, Ich ersah die Schwäche und Gebundenheit Meiner Geschöpfe, die in größter Not am Boden lagen und denen Ich nur Befreiung bringen konnte durch Mein Leiden und Sterben am Kreuz. Hell und klar stand alles vor Meinem geistigen Auge, die grausame Macht Meines Gegners, die abgrundtiefe Entfernung des Gefallenen von Gott, die sich stets vergrößerte. Ich sah tiefste Finsternis auf der einen und hellstes Licht und Glückseligkeit auf der anderen Seite. Ich kam aus dem Licht und wollte das Licht auch in die Finsternis tragen, aber es bedurfte dazu einer Brücke, Ich mußte etwas dafür bieten, um das Recht zu haben, aus der Tiefe die gequälten Seelen emporzuheben zum Licht - Ich mußte Mein Leben einsetzen, um das Leben der unglückseligen Geschöpfe zu erkaufen. Es gab nur diesen einen Weg der Selbsthingabe: - des Opferns des Höchsten, was Ich besaß - Meines Lebens, aus Liebe zu denen, die tot waren als Folge der Sünde. Mit Meinem Leben mußte Ich das Leben derer bezahlen. Hell und klar stand alles vor Meinen Augen, und darum litt Ich zuvor schon unsäglich, weil Ich als Mensch mit den gleichen Empfindungen erschaffen war wie ihr - mit der Furcht vor dem Tode, vor den entsetzlichen Leiden und vor Mir Selbst, daß Ich erlahmen könne, daß Meine Kraft zu schwach sei und daß Meine gefallenen Brüder weiter in der großen Not verbleiben müßten, wenn Ich versagte. Doch Meine Kraft wuchs, je näher der Tag kam, da es geschehen sollte. Meine Kraft wuchs wie Meine Liebe zu der unglückseligen Menschheit, deren Not Ich täglich mehr erkannte. Und wenngleich Ich zeitweilig von einer Schwäche befallen wurde angesichts dessen, was vor Mir lag, so wurde doch Mein Wille nicht schwächer, das Werk zu vollenden, das Ich begonnen hatte. Denn das Menschliche in Mir blieb allzeit mit dem Vater verbunden, Der Mich mit Kraft erfüllte, so daß Meine Liebe stets mächtiger wurde und Ich zuletzt vollbewußt in den Tod ging, weil Ich nun auch erkannte, daß der Tod überwunden werden müsse und auch dies Meine Aufgabe war. Der Weg zum Kreuz war bitter und qualvoll, denn Ich mußte durch die tiefste Finsternis hindurch, um das Tor zum Lichtreich zu öffnen für alle, die aus der Tiefe zum Licht emporsteigen wollen. Als Mensch aber mußte Ich die bittersten Leiden und Qualen erdulden, um euch zu helfen, die ihr ohne Meinen Erlösungsakt, ohne Meinen Tod am Kreuze, unrettbar verloren waret. Und darum war auch Mein Erdendasein als Mensch ungeheuer leidvoll, denn von Stund an, da Sich der Vater in Meiner Hülle Mir offenbarte, wußte Ich auch um alles, was Mich erwartete, und Ich ging dennoch freiwillig den Weg zum Kreuz, denn nicht des Vaters Wille, sondern Meine Liebe zu dem Gefallenen trieb Mich an, das Erlösungswerk zu vollbringen, und diese Liebe gab Mir die Kraft, durchzuhalten bis zur Stunde des Todes.
Amen. B.D. NR. 6088.

 

Buch 66 6089

Kämpfen mit dem Schwert des Mundes.

25. Oktober 1954. B.D. NR. 6089.

Was euch zur Stunde gegeben wird, das redet. Diese Worte sprach Ich auf Erden in Voraussicht der Nöte, in die ihr kommen werdet vor dem Ende, da ihr euch werdet verantworten müssen vor irdischer Gewalt, da ihr für euer Denken und Handeln Rede stehen müsset und von euch gefordert wird, Mir abzuschwören. Dann fürchtet euch nicht, und bedenket nicht ängstlich, was ihr reden sollet, sondern sprechet offen und ohne Scheu, wie es euch gegeben wird, zu reden. Denn Mein Geist wird sich einschalten, und Ich werde euch die Worte in den Mund legen, wohlberechnet für jene, die euch zu reden auffordern. Allen, die Mir treu bleiben wollen, stehe Ich zur Seite, und Ich gebe ihnen Kraft zum Widerstand. Und es wird jegliche Furcht schwinden, ihr werdet Mich fühlen und voller Zuversicht sein, daß Ich euch nicht verlasse in dieser Not - ihr werdet jene nicht fürchten, die euch bedrohen, weil ihr wisset, daß Einer stärker ist als sie und daß dieser Eine auf eurer Seite steht und euch wahrlich kein Unrecht geschehen lässet. Aber ihr werdet kämpfen müssen mit dem Schwert des Mundes. Ihr werdet alle Einwände widerlegen müssen und es auch können, weil nicht mehr ihr es seid, die nun reden, sondern Ich Selbst durch euch rede und Meine Worte wahrlich ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Denn es gilt, auch jene zum Nachdenken zu bringen, denn auch unter ihnen sind noch schwache, unentschlossene Menschen, die nun an eine Wegkreuzung kommen und nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen. Und diesen soll der Weg gewiesen werden; gehen sie ihn, dann sind sie selig zu preisen, übersehen sie ihn aber, dann werden sie schwerlich noch einmal die Gnade haben, daß ein Führer sie anredet und sie recht zu leiten sucht. Denn in dieser Zeit kann nicht anders als mit dem Schwert des Mundes gekämpft werden, und je überzeugender Meine Vertreter auf Erden reden, desto mehr ihnen feindlich Gesonnene gewinnen sie. Und auch das ist Mein Wille, daß ihr dann euch innig mit Mir verbindet, auf daß Ich Selbst nun reden kann durch euch zu jenen, die Ich noch gewinnen will. Ich weiß es, daß die Zeit kommt, wo es hart auf hart gehen wird, wo ihr überaus bedrängt werdet und euch also verantworten müsset - aber dann gedenket Meiner Worte, daß ihr nicht ängstlich euch fragen sollet, was ihr reden werdet, sondern überlasset euch vollgläubig Mir und Meinem Wirken. Und eure Reden werden weise sein, daß keiner eurer Gegner darauf wird etwas erwidern können. Ihr, die ihr Mir dienen wollet, ihr habet keinen Feind zu fürchten, denn ihr streitet für Mich und an Meiner Seite, und Ich führe euch wahrlich auch zum Sieg.
Amen. B.D. NR. 6089.

 

Buch 66 6090

Göttlicher Funke. Rechtes Verhältnis zu Gott.

26. Oktober 1954. B.D. NR. 6090.

Ihr traget alle den göttlichen Funken in euch, der euer Führer sein will auf eurem Erdenlebensweg, wenn ihr ihm nur das Recht dazu einräumet, wenn ihr ihm ermöglicht, daß er sich äußert und euch belehret. Es ist kein Mensch auf sich selbst angewiesen; es hat ein jeder Meine Unterstützung zu erwarten; ein jeder braucht sich nur Mir zu verbinden, und Ich wirke auf den Menschen ein durch Meinen Geist. Ihr seid zwar untrennbar mit Mir verbunden von Anbeginn, eben durch jenen Geistesfunken, den ihr in euch berget und der ein Anteil ist des Vatergeistes - also ständig mit Mir in Zusammenhang bleibt. Doch er verhält sich still in euch, solange ihr nicht bewußt euch seiner Führung ausliefert - solange ihr noch euch absondert von Mir in Gedanken und in eurem Wesen. Und so liegt es an euch selbst, ob ihr euch als Mein Anteil fühlet, ob ihr euch von Mir lenken und beraten lasset - es liegt an euch, ob ihr zu Mir das rechte Verhältnis herstellt - das Verhältnis eines Kindes zum Vater - oder des Geschöpfes zu seinem Gott und Schöpfer. Schon die Anerkennung, Mir als eurem Schöpfer von Ewigkeit unterstellt zu sein, ist ein Schritt der Annäherung an Mich - der euch sicher auch dahin führen wird, daß ihr Mich einmal als euren Vater erkennet und anstrebet, denn ihr gestattet dann schon Meinem Geistesfunken in euch, daß er auf euch einwirket, daß er euch warnet und mahnet, das Böse zu unterlassen und das Gute zu tun. Ich kann dann schon mit euch reden durch den Geist, sowie ihr Mich nur anerkennet. Und immer liebevoller werden Meine Worte sein, immer mehr Liebe erzeugen wird der Einfluß des Gottesgeistes, je mehr ihr in Mir euren Vater erkennt und nun als Meine Kinder auch gehorsam der inneren Stimme folgt, die euch wahrlich nur zu eurem Vorteil belehret. Die Verbindung mit Mir besteht stets und ständig, doch ob sie euch bewußt wird, das liegt bei euch selbst. Sowie eure Gedanken sich im Gebet zu Mir erheben, stellet ihr auch bewußt die Verbindung her mit Mir, und nun kann Ich auch wirken in euch durch Meinen Geist. Und so steht kein Mensch isoliert von Mir in der Schöpfung, wenn er selbst nicht diese Isolierung vorzieht; wendet er sich selbst ab von Mir, glaubt er sich frei von jeglicher Bindung mit der ihn geschaffen habenden Macht, so ist er auch isoliert, und er wird von Mir aus nicht beeinflußt. Dann schlummert der göttliche Funke in ihm, er gibt sich in keiner Weise kund, denn auch der freie Wille des Menschen wird nicht angetastet, es wird der Mensch nicht bestimmt in seiner Einstellung zu Mir - er muß von selbst die Bindung herstellen, will er den Segen einer solchen Verbindung erfahren, der jedoch unwiderruflich zur Vollendung führt.
Amen. B.D. NR. 6090.

 

Buch 66 6091

Kein Aufschub des Endes. Zeichen und Wunder.

27. Oktober 1954. B.D. NR. 6091.

Erwartet nicht einen Aufschub des Gerichtes, denn es ist die Zeit gekommen, die Ich gesetzt habe als Ende dieser Erlösungsepoche, und darum müssen sich nun erfüllen die Voraussagen, die Ich durch Seher und Propheten euch Menschen zugehen ließ jederzeit. Es ist die Zeit gekommen, wo Ich Gericht halte, um zu scheiden das Gute vom Bösen, das Gerechte vom Ungerechten. Und ihr alle könnet sehr wohl auch an den Zeichen der Zeit erkennen, welche Stunde die Weltenuhr geschlagen hat. Ihr alle brauchet nur zu achten der Zeitereignisse, die Ich euch als sichere Zeichen ankündigte. Denn niemals wird Tag und Stunde des Endes angesagt, doch aller Umstände Erwähnung getan, die das nahende Ende begleiten. Aber nur die Sehenden werden solches beachten, denn die Blinden im Geist gehen unbeeindruckt an allem vorüber, was sie mahnen sollte an das Ende. Doch die Zeichen werden sich mehren und bald so offensichtlich in Erscheinung treten, daß sich viele Menschen fragen werden um deren Bedeutung. Denn die Natur wird sich verändern wie auch ihre Gesetze - und rein irdisch wird sich keine Erklärung dafür finden lassen. Ich aber werde dafür sorgen, daß dieser Zeichen Erwähnung getan werde. Ich werde auch die Gedanken derer darauf lenken, die nichts gelten lassen wollen von geistigen Zusammenhängen mit allen irdischen Erscheinungen. Und sie sollen, so sie willig sind, außerordentliche Wechselwirkungen beobachten können, die ihnen zu denken geben. Jeder Mensch aber, der ernsthaft nachzudenken beginnt über solche Erscheinungen, wird Segen davontragen, denn er wird in ein Gebiet eingeführt, das er zuvor noch zu leugnen suchte. Er wird vorerst mit der Möglichkeit eines geistigen Zusammenhanges spielen und sich immer mehr mit den Gedanken vertraut machen, daß die Welt vor einer Wende steht, wenngleich es ihm nicht restlos verständlich ist. Dieser kann aber noch zum Verständnis kommen, und sein Weg kann fortan aufwärts führen. An jeden einzelnen trete Ich noch heran, und jedem einzelnen helfe Ich zum vollen Verständnis, der nur dieses begehret. Denn darum lasse Ich noch Zeichen und Wunder geschehen, auf daß der Mensch darüber nachdenklich werde und Ich ihn dann gedanklich belehren kann je nach seinem Wahrheitsverlangen. Und Licht soll werden dem, der Licht begehrt.
Amen. B.D. NR. 6091.

 

Buch 66 6092

Segen des göttlichen Wortes auf Erden und im Jenseits.

28. Oktober 1954. B.D. NR. 6092.

Ein ungeahnter Segen strömt von dem reinen Wort Gottes aus auf jeden, der es anhört und als Sein Wort bewertet. Den Menschen zwar fehlt oft die Urteilsfähigkeit, sie hören es an und erkennen nicht den großen Wert dessen für ihre Seelen. Und weil sie es daher auch nicht befolgen, weil sie nicht tätig werden nach dem göttlichen Wort, können sie auch keinen Segen verspüren, wenngleich es göttliche Kraft in sich birgt. Doch das einmal ausgesprochene Wort Gottes ist ein Kraftspender für alle, die es gläubig in ihre Herzen aufnehmen auf Erden oder auch im jenseitigen Reich. Kraft und Licht werden die Seelen empfangen, die sich dem Wort Gottes öffnen, weil das Wort in sich Kraft und Licht ist. Und diese Wirkung spüren ganz besonders die Seelen im jenseitigen Reich, die noch licht- und kraftlos sind, wenn sie vom göttlichen Wort berührt werden - oder auch - wenn sie sich willig von ihm berühren lassen - denn für die Seelen, die noch in der Finsternis weilen, ist das Wort Gottes sichtbar als Lichtfunken, denen sie sich nun freiwillig zuwenden müssen, um dann auch die Wohltat des Lichtes und der Kraft zu spüren. Das Wort Gottes tönet unausgesetzt im geistigen Reich - doch erst dann erkannt und empfunden, wenn die Seelen willig sind, angesprochen zu werden von Gott - wenn sie begehren nach Erkenntnis, nach Kraft, um diese nun im Willen Gottes zu verwerten. Da Gott unausgesetzt Seine Liebe ausstrahlt in die Unendlichkeit, wird also auch unausgesetzt Sein heiliges Wort ertönen, doch nur dann vernommen werden, wenn Seine Geschöpfe Ihn hören wollen. Denn die Liebe Gottes drängt sich keinem Wesen auf, ist aber stets zur Anstrahlung bereit. Und Gottes Wort ist die Ausstrahlung Seiner Liebe, die darum einen unermeßlichen Segen bedeuten muß für alles Geistige, das sich Seiner Liebeausstrahlung öffnet. Auf Erden ist die segensreiche Auswirkung des göttlichen Wortes nicht so ersichtlich, doch von jedem dankbar erkannt, der es aufnimmt mit dem Herzen und danach handelt. Im Jenseits aber ist Licht, wo das göttliche Wort ertönt. Und diese Lichtquellen sind Sammelpunkt unzähliger Wesen, die nach dem Wort Gottes hungern, die es dankbar und freudig entgegennehmen und ihren Licht- und Kraftreichtum dadurch vermehren, weil das Wort Gottes sie zum Liebewirken anregt und die Seelen im Jenseits solchen Anregungen überaus willig folgen, die auf Erden aber wenig beachtet werden. Den Erdenbewohnern steht viel Licht und Kraft zur Verfügung, doch sie gehen daran vorüber. In der geistigen Welt aber wird das Licht gesucht, und wo es erstrahlt, dort wird der Liebewille der Seelen so angeregt, daß sie auch der Finsternis das Licht zuleiten möchten und darum fortgesetzt Erlösungsarbeit geleistet wird - auch die Seelen aus der Finsternis zum Licht zu führen. Und es wird die Tätigkeit der Wesen nicht nachlassen, weil immer neue Kraft und immer helleres Licht ihnen zuströmt, die sie zu vermehrter Liebetätigkeit antreibt. Auch auf Erden ist diese Licht- und Kraftwirkung wohl zu spüren, doch nur dann, wenn die Menschen bewußt diese Ansprache Gottes verlangen. Denn dann offenbart Gott Sich Selbst und strahlet Sein göttliches Liebelicht ein in des Menschen Herz, der nun auch den Segen Gottes empfindet und Ihm dafür dankbar ist, daß Er ihm Licht und Kraft vermittelt - die rechte Erkenntnis und einen starken Glauben.
Amen. B.D. NR. 6092.

 

Buch 66 6093

Gottes Wille und Wirken an Seinen Dienern.

29. und 30. Oktober 1954. B.D. NR. 6093.

Ich weiß es wahrlich von Ewigkeit, was Meinen Geschöpfen zur Vollendung dienet. Und da es Mein Ziel ist, alle zur höchstmöglichen Vollendung zu bringen, werde Ich auf sie einwirken, daß ich Mein Ziel erreiche, ohne daß dem freien Willen des Menschen Zwang angetan wird. Also alles, was von Mir aus geschieht, ist fördernd für die Entwicklung des Menschen - nur was von eurer Seite aus geschieht, kann diese Entwicklung aufhalten oder gar gefährden, weil Ich den freien Willen achte. In Meinem Heilsplan von Ewigkeit ist jedoch alles eingerechnet, und wo der freie Wille negativ sich betätigt, sind wieder Kräfte am Werk, die für Mich arbeiten und zurechtbiegen, was der Wille des Menschen verbogen hat. (30.10.1954) Ich muß wohl dem Menschen in seinem Denken und Wollen freien Lauf lassen, und darum darf Mein Gegenwirken nicht offensichtlich sein, daß sich der Mensch genötigt fühlt zur Änderung seines Willens, denn das würde ihm nicht zum Vorteil gereichen. Doch Meine Liebe und Weisheit lenket alles recht. Wer nun aber eine Aufgabe für Mich und Mein Reich erfüllen soll, dessen nehme Ich Mich ganz besonders an, da sein Wille Mir das Recht gibt zu offenkundigem Wirken. Und dann weise Ich Meine Boten und jenseitigen Führer an, ihres Amtes zu walten im besonderen, und dann treten alle Ereignisse im Leben dessen so an ihn heran, daß sie seiner Vollendung dienen. Hat sich der Wille eines Menschen einmal für Mich entschieden, dann kann er wohl in Schwäche noch abgleiten zuzeiten, doch sein Streben wird immer nach oben gerichtet sein, sein Ziel werde Ich bleiben bis an sein Lebensende. Und darum kann Ich ihm immer wieder Meine Hände entgegenstrecken, an denen er sich aufrichten wird, so er gefallen ist. Denn solange er auf Erden lebt, ist auch die Gegenkraft unablässig tätig, ihn zurückzureißen in die Tiefe, was ihr jedoch nicht gelingen wird, weil auch positive Kräfte mitwirken, um die Seele zu halten und zu bewahren vor dem Sturz in die Tiefe. Denn wo der Wille sich einmal entschieden hat für Mich, dort hat Mein Gegner seine Macht verloren. Und so bedeutet der Aufstieg einer Seele zwar ein ständiges Ringen, das aber nicht erfolglos ist, auch wenn zeitweise die Seele von einer Schwäche befallen ist - immer wieder wird sie gestärkt durch reichliche Gnadenzufuhr, und stets weiter wird sie sich entfernen von dem Feind und sich Mir zuwenden, denn die Seele hat Mich erkannt und wird Mich ewig als Ziel behalten, und sie wird auch das Ziel erreichen und sich mit Mir zusammenschließen für Zeit und Ewigkeit.
Amen. B.D. NR. 6093.

 

Buch 66 6094

Unergründliche Wesenheit Gottes.

31. Oktober 1954. B.D. NR. 6094.

Mich werdet ihr ewig nicht ergründen können. Und doch könnet ihr euch aufs engste mit Mir verbinden. Endlos weit stehe Ich in Meiner Vollkommenheit über euch, und doch neige Ich Mich zu dem winzigsten Geschöpf herab, um es zu Mir emporzuziehen. Ihr, die ihr noch unvollkommen seid, vermöget euch nur Begrenztes vorzustellen, doch für das Unbegrenzte fehlt euch jedes Verständnis. Ihr könnet euch von dem All keine Vorstellung machen und euch noch viel weniger denken, daß Ich alles erfülle mit Meiner Kraft, was besteht in der Unendlichkeit - ihr könnet euch nicht denken, daß Mein Wesen unbegrenzt ist und darum auch niemals als Form gedacht werden kann - daß aber dennoch jeder einzelne von euch sich Mir verbinden kann, daß er zu Mir reden kann und von Mir gehört wird. Denn Ich bin alles - Ich bin in allem und folglich wieder euch ganz nahe, so daß ihr von Meiner Gegenwart sprechen könnet, wenn ihr selbst Mir nahe zu sein begehret. Denn ihr könntet nicht sein, so ihr nicht von Mir Selbst durchflutet wäret, also beweiset euer Dasein selbst die Wesenheit, Die euch ins Leben rief. Ihr seid Funken des unendlichen Feuers Meiner Liebe - ihr seid Kraftstationen, die aus dem Zentrum der Kraft gespeist werden - ihr seid Ausstrahlungen Meiner Selbst. Ihr seid das gleiche in eurer Ursubstanz, das Ich bin im Vollmaß, weshalb Ich immer und ewig für euch unerreichbar sein werde und dennoch immer und ewig innig mit euch verbunden. Den Begriff "Unendlichkeit" fasset ihr noch nicht, solange ihr in eurer Unvollkommenheit nur Begrenztes zu fassen vermögt. Ihr selbst aber habet diese Grenze gezogen, als ihr einst abfielet von Mir, weil dies ein Zeichen ist der Unvollkommenheit, daß ihr das Unbegrenzte nicht mehr zu fassen vermögt. Dennoch seid ihr nicht von Mir getrennt, sondern - weil Mein Anteil von Ewigkeit - ständig durchflutet mit Meiner Kraft, ohne welche ihr aufhören würdet zu sein. Ihr könnt aber den Zustand der Vollkommenheit wiedererreichen und Mich dann auch erkennen als Ausgang - ihr könnet fortgesetzt Mir zustreben, Mir immer näherkommen. Doch erreichen wird Mich das Wesen niemals, nur sich mit Mir vereinigen in unermeßlicher Seligkeit - es wird dennoch im Gefühl eines Einzelwesens nie aufhören, Mir zuzustreben, Der Ich unermeßlich hoch über allem stehe und das Vollkommene zu ständig tieferer Liebe bewege, in deren Erfüllung und Gewährung die ewige Seligkeit besteht. Ich werde ewig unerreichbar sein und wiederum ewig Meinen Geschöpfen die innigste Vaterliebe zuwenden, Ich werde Meinen Kindern ein ewiges Glück bereiten und auch als Vater von ihnen erkannt und geliebt werden. Doch unergründbar wird Mein Wesen bleiben für alles aus Meiner Hand hervorgegangene, wenngleich es durch die Liebe die innigste Verbindung mit Mir eingegangen ist. Denn unbegrenzt ist Meine Macht und Herrlichkeit, unbegrenzt das Licht und die Kraft - Ich bin der Quell, Dem alles Leben entströmt - Ich bin das Urzentrum, Das immer und ewig unergründbar ist und doch immer und ewig das Ziel dessen bleiben wird, das aus Ihm seinen Ausgang nahm.
Amen. B.D. NR. 6094.

 

Buch 66 6095

Durchstrahlung mit Liebekraft. Widerstand.

1. November 1954. B.D. NR. 6095.

Ewig währet Meine Liebe, und es gibt nichts, das nicht Meine Liebe zum Ursprung hätte. Darum kann, was aus Meiner Liebe entstanden ist, auch nimmermehr vergehen; es kann aber auch nicht ohne Meine Liebe sein. Da aber aus Mir Wesen hervorgegangen sind, die gleich Mir freien Willen haben, können diese Wesen wohl Meine Liebe zurückweisen - sie müssen aber dennoch sie in Anspruch nehmen, um bestehen zu können. Es muß Meine Liebekraft ständig das von Mir Erschaffene durchfluten, ansonsten es aufhörte zu sein. Was aber Meine Liebe einmal erstehen ließ, das lässet sie ewig nicht mehr vergehen. Und so werden also auch die Wesen, die Meine Liebe zurückweisen, von Meiner Liebekraft gespeist; nur daß sie sich selbst die Seligkeit verscherzen durch ihren Ablehnungswillen, die mit der Zuwendung Meiner Liebekraft verbunden ist. Diese Seligkeit spüren sie nicht, solange sie willensmäßig sich Mir entgegenstellen, solange sie sich nicht freiwillig öffnen zur Entgegennahme Meines Liebekraftstromes. Meine Liebe aber währet ewig. Und sie gibt sich nicht zufrieden mit der abweisenden Haltung des von ihr Erschaffenen. Denn Meine Liebe will beglücken, unendlich selig machen, was aus ihr hervorgegangen ist. Und also trägt sie sich immer wieder den Geschöpfen an, die sich von ihr abwenden - sie sucht zurückzugewinnen, was ihr verlorenging. Sie wirbt um die Liebe dessen, bis sich einmal das von Mir Abstrebende wieder im freien Willen Mir zuwendet, um nun mit erhöhter Liebekraft durchstrahlt werden zu können und selig zu sein und zu bleiben. Es ist dies ein Wandlungsprozeß von oft endlos langer Zeit, weil alles Frei-Erschaffene auch frei bleiben muß in seinem Wollen, Denken und Handeln und weil diese Umwandlung nur mit Liebe in Angriff genommen und erreicht werden kann - weil es dem Wesen selbst freisteht, wie es sich zu Meinem Liebewirken einstellt, und weil es auch von gegnerischer Seite stark beeinflußt wird und auch diesem Einfluß von Meiner Seite aus nur mit Liebe begegnet werden kann. Doch Meine Liebe währet ewig. Unstreitbar gewinne Ich das Mir noch Widerstrebende zurück, und für Mich ist die Zeitdauer bis zum Erreichen Meines Zieles wie ein Augenblick - doch für das Erschaffene, das sich zu Mir noch abweisend einstellt, bedeutet diese Zeit der Zurückweisung Meiner Liebekraft einen ungöttlichen Zustand, einen Zustand der Mangelhaftigkeit und darum auch Unglückseligkeit - denn Seligkeit kann nur Meine Liebe schenken, und wird diese zurückgewiesen, so befindet sich das Wesen in einem unseligen Zustand, und das so lange, bis es seinen Widerstand gegen Mich aufgibt. Meine Liebe tut nun alles, um das Wesen diesem unseligen Zustand zu entreißen, aber sie beläßt ihm doch den freien Willen, so daß es von dem Wesen selbst abhängt, ob es sich Meiner Liebe endlich ergibt. Und damit es von seinem Widerstand abläßt, erweise Ich ihm Liebe, wo es nur möglich ist unter Beachtung des freien Willens. Ich lasse es nicht an Offenbarung Meinerseits fehlen, auf daß Meine Geschöpfe Mich erkennen und liebenlernen und sich nun Mir freiwillig zuwenden. Und ob es Ewigkeiten dauert, doch Ich erreiche Mein Ziel - weil Meine Liebe niemals aufhört und die Kraft Meiner Liebe auch das härteste Eis zu schmelzen vermag und weil Meine Liebe allem gilt, das aus Mir hervorgegangen ist.
Amen. B.D. NR. 6095.

 

Buch 66 6096

Erdenwandel, Gnadenakt. Rückkehr zu Gott.

2. November 1954. B.D. NR. 6096.

Es ist ein unermeßlicher Gnadenakt Gottes, daß ihr als Mensch auf dieser Erde wandeln dürfet; denn ihr habt unverdient eine Möglichkeit, wieder in den Besitz von Licht und Kraft zu gelangen, die ihr einst freiwillig dahingegeben habt. Eure Sünde gegen die ewige Liebe war so ungeheuer, daß die ewige Verdammnis die gerechte Strafe dafür gewesen wäre, denn ihr lehntet euch auf gegen das höchste und vollkommenste Wesen, Dem ihr euer Sein verdanktet, Dessen übergroße Liebe euch ins Leben rief. Ihr wieset diese Liebe zurück - ihr brachtet Ihm Feindschaft entgegen, Der euch nur unbegrenzte Liebe schenkte. Und ihr stelltet dadurch eine Kluft her zwischen Ihm und euch, die von euch aus nimmermehr zu überbrücken war, und demnach wäre euer Los ewige Trennung von Gott gewesen, was gleich ist ewiger Verdammnis in Finsternis und Qual.

Die Liebe Gottes aber gab euch nicht auf - sie fand Mittel und Wege, den Abstand zwischen Ihm und euch zu verringern, um euch wieder Sich Selbst zuzuleiten. Und dazu gehört auch das Erdenleben als Mensch, das darum ein besonderer Gnadenakt Gottes ist, weil ohne euer eigenes Verdienst ihr auf einen Weg geführt wurdet, der direkt zu Gott zurückführt, wenn ihr ihn so wandelt, wie es Gottes Wille ist - wenn ihr für die Zeit eures Erdenwandels euren Willen dem Willen Gottes unterstellt. Jegliche Erinnerung an euren Fall ist euch genommen - ihr werdet als selbständige Wesen nur vor eine Entscheidung gestellt: gut oder böse zu wollen, zu denken und zu handeln. Ihr seid sündig durch eure einstige Auflehnung wider Gott - aber ihr könnet diese Sünde wiedergutmachen, ihr könnet ihrer ledig werden, wenn ihr euch während eures Erdenwandels nicht wider Gott stellt, sondern euch bewußt Ihm zuwendet - wenn euer Wille gut ist. Dann wird auch euer Wandel auf Erden gut sein, er wird dem Willen Gottes entsprechen, und ihr habt dann die Willensprobe bestanden - ihr habt euch zu Gott bekannt, Dem ihr einst in Feindschaft gegenüberstandet.

Die übergroße Liebe Gottes schuf euch diese Gelegenheit, wieder zurückzukehren zu Ihm, um Licht und Kraft in Fülle entgegennehmen zu können und euren Urzustand wiederzuerreichen. Es ist ein Gnadenakt, dessen ihr euch nur dadurch würdig machen könnet, indem ihr ihn ausnützet, indem ihr Seine unendliche Liebe auf euch wirken lasset und sie erwidert durch eure völlige Unterwerfung - denn ihr würdet aus eigener Kraft nimmermehr die Rückkehr zu Ihm vollziehen, und nur diese unverdiente Gnade der Verkörperung als Mensch kann die Rückkehr zu Gott ermöglichen, die darum nicht hoch genug bewertet werden kann und die erst richtig erkannt wird, wenn sich die Seele wieder im Licht- und Kraftzustand befindet. Dann erst erkennt sie, was sie war, was sie ist und noch werden soll. Dann erst erkennt sie auch die unendliche Liebe Gottes, der sie einst widerstand, und dann wird sie Ihn lieben mit aller Innigkeit und in dieser Liebe auch ihre Seligkeit finden.
Amen. B.D. NR. 6096.

 

Buch 66 6097

Erhöhte Tätigkeit im Weinberg des Herrn geboten.

3. November 1954. B.D. NR. 6097.

Mit erhöhter Kraft gilt es nun, tätig zu sein im Weinberg des Herrn, denn die Zeit ist nur noch kurz bis zum Ende. Ihr, die ihr wisset um den Heilsplan Gottes von Ewigkeit, die ihr fähig seid, eure Mitmenschen davon in Kenntnis zu setzen - ihr sollet keine Gelegenheit versäumen, wo ihr euer Wissen weitergeben könnet an eure Mitmenschen. Ihr sollet ihnen vorstellen, daß sie nicht nur ihres Erdenlebens willen auf dieser Erde wandeln, daß ein Anlaß und Zweck unleugbar ist. Erkläret ihnen, warum und zu welchem Zweck sie auf Erden weilen, und machet ihnen begreiflich, daß sie allein in der Umgestaltung des Wesens zur Liebe diesen Zweck sehen müssen - daß sie aber auch alles getan haben, so sie sich zur Liebe gestalten - ohne Liebe aber verlorengehen für ewige Zeiten. Sie werden euch nicht glauben, sie werden euch vielleicht nur unwillig anhören, aber sie werden doch zuweilen nachdenken und vielleicht auch zur Erkenntnis kommen. Darum soll jede Gelegenheit genützt werden, weil euch nur eine kurze Zeit bleibt bis zum Ende. Nur der Sehende kann den Blinden führen, nur der Wissende kann den Unwissenden belehren. Ihr gehört zu den Wissenden, und ihr sollet darum euer Wissen übertragen auf eure Mitmenschen, wenngleich diese es nur bei gutem Willen anerkennen werden und auch nicht eher dafür Verständnis haben werden, bis sie ernstlich nach der Wahrheit trachten. Für euch wird es zwar mehr verschlossene als offene Türen geben. Nicht viele werden euch anhören - denn auch dieses ist ein Zeichen des Endes, daß ihr euch werdet ganz abseits stehend fühlen, daß man euch nicht als klug und weise anerkennt, sondern als Phantasten und Schwärmer hinstellt, deren Worte nicht ernst zu nehmen sind. Denn das Licht wird als Finsternis, die Finsternis dagegen als Licht gelten. Der Blinde wird führen wollen, und wer seiner Führung folgt, wird mit dem Führer in den Abgrund stürzen - doch lasset euch nicht beirren, denn die nun folgende Zeit wird allzudeutlich die Finsternis verraten. Und wenige Menschen nur werden sich den Lichtträgern zugesellen, um von ihnen mit Licht versorgt zu werden. Strahlet euer Licht aus in die Dunkelheit, denn es soll noch einzelnen als Wegweiser dienen, die nach Licht verlangen und die zu euch stoßen werden, um nun auch fortan mitzuhelfen. Seid emsig tätig, denn jede Seele, die durch euch zum Licht gelangt, wird es euch danken ewiglich.
Amen. B.D. NR. 6097.

 

Buch 66 6098

Gott in Jesus Christus.

4. November 1954. B.D. NR. 6098.

Ich will euch wahrlich Lehrer und Berater sein und euch führen auf dem Weg zur Vollendung. Doch es muß euer Wille Mich annehmen und anerkennen als Führer und Lehrer, ansonsten Meine Unterweisungen ohne Wirkung bleiben und ihr keinen Schritt vorwärtskommt in eurer Entwicklung. Wenn Ich nun euch gegenübertrete in Jesus Christus - zu Dem ihr euch im Herzen ganz und gar bekennen müsset - so ist euch gleichzeitig der rechte Weg gewiesen, denn nur über Jesus Christus ist der Weg, der zum Ziel führt. Eine Verbindung mit Gott herzustellen ohne Anerkennung Jesu Christi ist unmöglich, weil in Ihm Ich Selbst nur gesucht und gefunden werden kann und außer Jesus Christus es keinen anderen Gott gibt. Und darin besteht die große Not auf Erden, daß die Menschen Mich gleichsam ablehnen, daß sie nicht wissen und glauben wollen, daß Sich die ewige Gottheit - die alles erfüllende Kraft - in Jesus Christus manifestierte - nun aber auch anerkannt werden will - daß Ich Selbst in Jesus Christus ihnen gegenübertrete, wenn der Glaube an Mich von ihnen gefordert wird. Und stets werdet ihr in diesem Sinne belehrt werden, wenn ihr in der Wahrheit belehrt werdet. Jede andere Darstellung von Mir, von eurer Aufgabe, von der ewigen Gottheit entspricht nicht der Wahrheit. Und doch werden andere Darstellungen weit eher geglaubt. Und darum geht die Menschheit falsche Wege, sie geht nicht den Weg über Golgatha, sie geht nicht den Weg, den Ich als Mensch Jesus anbahnte zur Höhe - sie geht nicht den Weg der Liebe - ansonsten sie Jesus Christus als die "verkörperte" ewige Liebe erkennen und anerkennen würde.

Der Glaube an eine erschaffende Macht allein genügt nicht, denn eine solche kann nicht geleugnet werden von einem denkenden Menschen. Daß aber diese erschaffende Macht Sich euch vorstellbar machte in Jesus Christus - daß Sie und Er also eins sind und daß sonach der Mensch mit Jesus Christus sich verbinden muß, so er sich mit Gott verbinden will, das muß als wahr und feststehend angenommen werden, ansonsten dem Menschen der Glaube fehlt an Mich, trotzdem er einen "Gott" nicht leugnet. Ich fordere den Glauben an Jesus Christus, der erst einen rechten Glauben beweiset - einen Glauben, der durch die Liebe zum Leben erweckt wurde; denn wer überzeugt Jesus Christus anerkennt als Gottes Sohn, in Dem Ich Selbst Mich verkörperte, der hat auch in sich schon die Liebe entzündet, die ihm das Licht der Erkenntnis, die Kraft der Überzeugung, vermittelt hat - ohne welche aber nicht von rechtem Glauben gesprochen werden kann.

Ich gebe Mich aber nicht zufrieden mit einem blinden Glauben. Und darum belehre Ich euch Selbst und biete Mich euch als Führer an, auf daß ihr recht geleitet werdet in eurem Denken und durch die Wahrheit auch volles Verständnis gewinnet für das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Eine rechte Belehrung wird euch Licht geben, und ihr werdet sie auch annehmen. Und diese Belehrung kann nur Ich Selbst euch geben in der Voraussetzung, daß ihr euch von Mir belehren lasset - daß ihr die "Ewige Gottheit", Die ihr in euch anerkennt, bittet um Aufklärung, um rechtes Denken und um rechte Führung. Dieser Bitte werde Ich wahrlich nachkommen und immer bereit sein, euch einzuführen in die Wahrheit, auf daß ihr glauben könnet voller Überzeugung und nun durch diesen Glauben selig werdet.
Amen. B.D. NR. 6098.

 

Buch 66 6099

Verbindung mit dem geistigen Reich. Überwindung.

5. November 1954. B.D. NR. 6099.

Ist es euch gelungen, der Welt den Rücken zu kehren und dem geistigen Reich zuzustreben, so werdet ihr kaum einen Rückfall zu befürchten haben, denn es ist euer ernster Wille erkennbar, und daher kann euch geistige Hilfe gewährt werden, die stärker ist als die Versuche des Gegners, euch zurückzureißen in sein Bereich. Es gibt nur eine Gefahr für euch Menschen, und das ist die Welt - die irdischen Freuden und Verlockungen, welche eure Seele betäuben wollen, daß sie keinerlei Verlangen haben soll nach der geistigen Welt. Wird dieser Gefahr ernsthaft begegnet durch Abkehr von der Welt, durch Zuwenden zu Gott und Seinem Reich, dann hat die Seele schon gewonnen und der Gegner Gottes seinen Einfluß verloren, der immer nur durch die materielle Welt auf den Menschen einzuwirken sucht. Wohl stehet ihr alle in dieser irdischen Welt, wohl sind eure körperlichen Bedürfnisse stets irdischer Art, und ihr könnet euch nicht völlig frei machen davon, weil euer Verlangen körperlich bedingt ist. Doch es ist ein Unterschied, ob eure Seele nur das irdische Wohlleben begehrt oder ob sie dem Körper nur das Nötigste zugesteht und ihr Verlangen mehr geistig gerichtet ist. Denn dem Menschen ist die materielle Welt zur Überwindung beigegeben worden, er soll also nur so weit das Verlangen des Körpers erfüllen, wie es nötig ist zur Erhaltung desselben, doch niemals die Bedürfnisse der Seele vergessen, die geistiger Art sind und nur zu stillen in dem Reich des Geistigen. Also soll der Mensch dieses anstreben als Wichtigstes, und er soll es als seine Erdenaufgabe ansehen, daß er der Seele das geistige Reich zugänglich macht - was aber immer nur geschehen kann, wenn der irdischen Welt nur so weit geachtet wird, als es unbedingt nötig ist. Die Erde ist mit dem geistigen Reich durch unzählige Fäden verbunden, und wo ein Mensch einen solchen Faden ergreift, ist auch die Verbindung mit dem geistigen Reich hergestellt, und dessen Bewohner sind dem Menschen behilflich, daß er Sprosse für Sprosse emporsteigen kann und endlich so weit in diesem Reich verankert ist, daß er der irdischen Welt kaum mehr achtet. Die Trennung aber muß vollzogen werden von seiten des Menschen, und zwar in völlig freiem Willen. Es muß der Mensch die irdische Welt erkannt haben als wertlos für die Seele, und er muß suchen, rechte Werte der Seele zuzuwenden, die er immer nur finden kann im geistigen Reich, weshalb sein Streben nur noch geistig ist - wenn er die Materie, die irdische Welt mit ihren Verlockungen überwunden hat. Bevor ihr Menschen diese Welt nicht aufgebt, kann euch niemals das geistige Reich geöffnet werden, doch um zum Überwinden der Welt fähig zu sein, müsset ihr Gott um Kraft bitten und Ihm dadurch euren Willen bezeugen, der sich Ihm zuwenden möchte - und die Kraft wird euch zugehen, denn der ernste Wille zu Gott ist es, der von den Lichtwesen im Auftrag Gottes nun mit offensichtlicher Hilfe erwidert wird. Denn nun steht ihnen mehr Recht zu als dem Gegner Gottes, und sie nützen wahrlich ihr Recht und stehen dem Menschen bei, daß er sein Ziel erreiche.
Amen. B.D. NR. 6099.

 

Buch 66 6100

Bestimmung des Menschen. Wahrheitsverlangen.

6. November 1954. B.D. NR. 6100.

Die Bestimmung des Menschen ist die Vollendung seiner Seele auf Erden. Ein geistiges Ausreifen ist euch Menschen zum Ziel gesetzt, das ihr in freiem Willen anstreben und vollbringen sollet, um nun am Ende eures Erdenlebens tauglich zu sein für das geistige Reich. Diese unwiderlegbare Wahrheit wird aber von den wenigsten angenommen und ihr entsprechend der Erdenlebenswandel geführt. Die Mehrzahl der Menschen ist noch verblendeten Denkens, sie sind geistig blind und lassen sich nicht berühren, wenn ihnen die Wahrheit nahegebracht wird. Sie können nur einen niedrigen Entwicklungsgrad ihrer Seele aufweisen, tun aber nichts, um diesen zu erhöhen - sie glauben nicht - weder an einen Erdenlebenszweck noch an eine Verantwortung. Sie glauben auch nicht an einen Zusammenhang des Erschaffenen mit dem Schöpfer - und sie suchen auch darüber keine Aufklärung zu erlangen, was ungeheuer wichtig ist: was nachher mit ihnen wird, wenn sie den irdischen Leib verlassen haben. Denn sie glauben auch nicht an ein Fortleben nach dem Tode.

Ihr Unglaube schützt sie jedoch nicht vor der Verantwortung, denn sie haben einen freien Willen, sie sind nicht gezwungen zu ihrem Unglauben, zu ihrer Einstellung zu Gott - Dem sie sich im freien Willen hingeben konnten, um nun durch die rechte Einstellung zu Gott stets und ständig gelenkt zu werden in ihrem Denken und Handeln. Denn jeder Mensch kann sich Gott zuwenden, und er hat für sein Abwenden von Ihm keine gültige Entschuldigung als nur die eine, daß er nicht will. Denn sowie er die Wahrheit erfahren will, wird sie ihm von Gott zugeleitet, und dann stellt der Mensch selbst das rechte Verhältnis zu Gott her. Daß die Menschen verschieden denken und wollen, liegt an ihnen selbst, denn der Wille nach Wahrheit garantiert rechtes Denken, und darum soll sich ein jeder selbst prüfen, wieweit er selbst nach der Wahrheit verlangt. Nimmt er gleichgültig alles als glaubhaft entgegen, was ihm zugetragen wird, so hat er selbst kein Verlangen nach der Wahrheit, ansonsten er prüfen würde. Und lehnet er alles ihm Gebotene ab, so kann das ebenfalls Gleichgültigkeit sein der Wahrheit gegenüber, die er nicht suchet und darum auch niemals als Wahrheit erkennen kann. Wenn der Mensch unwissend ist, wenn er geistig blind dahingeht, so ist das seine eigene Schuld, weil in ihm kein Verlangen nach Wahrheit vorhanden ist. Und kein Mensch kann sich entschuldigen damit, daß er nicht wisse, was Wahrheit ist, und es auch niemals selbst beurteilen könne - weshalb er alles ablehnt. Wohl ist es ihm aus sich selbst nicht möglich, ein Wissen auf Wahrheit hin zu prüfen, weil er dazu die Unterstützung Gottes anfordern muß - weil sein Verstand allein eine solche Prüfung nicht vornehmen kann. Doch sowie er sich an Gott Selbst wendet um Unterstützung, um Erhellung des Geistes, wird er klar erkennen und die Wahrheit vom Irrtum zu unterscheiden vermögen. Es ist aber dazu der Glaube an Gott erforderlich. Und diesen Glauben kann sogar der Verstand bejahen, wenn der Wille des Menschen gut ist - denn die gesamte Schöpfung bezeugt das Vorhandensein eines weisen, allmächtigen Schöpfers, und diesen Schöpfergeist von Ewigkeit anzurufen um Hilfe sollte darum jedem weisen Menschen möglich sein, der in die Wahrheit einzudringen begehrt. Und diesem wird auch bald Aufklärung werden über seine Bestimmung auf Erden, und er wird seinem Erdenwandel die rechte Bedeutung zumessen und nicht mehr leichtfertig dahingehen, er wird sich bewußt sein der Verantwortung seiner Seele gegenüber und ihr verhelfen zur höchstmöglichen Vollendung.
Amen. B.D. NR. 6100.

 

Buch 66 6101

Erweckung des göttlichen Geistesfunkens.

7. November 1954. B.D. NR. 6101.

Jeder Mensch trägt Göttliches in sich, in jedem Menschen ist ein Funke der ewigen Gottheit. Und somit ist jeder Mensch Anteil Gottes, das nimmermehr von Gott trennbar ist. Aber es ist ein Unterschied, ob der Mensch sich dieser Zusammengehörigkeit mit Gott bewußt ist oder ob er sich als völlig unabhängiges Einzelwesen wähnt, das keine Bindung hat mit der erschaffenden Kraft. Und dieser Mangel des Bewußtseins ist ein Zeichen weitester Gottferne, es ist ein Zeichen großer Unvollkommenheit, ein Zeichen des geistigen Tiefstandes der Seele des Menschen. Denn sie spürt nicht mehr die göttliche Liebekraft - die sie jedoch durchströmt, ansonsten der Mensch nicht bestehen würde. In einem solchen Menschen schlummert der göttliche Funke in dickster Umhüllung, und die Seele spürt nichts von ihm, weil sie ihm nicht die Möglichkeit gibt, sich zu äußern. Der göttliche Funke aber ist das Licht, das die Seele erhellen könnte. So aber ist Finsternis in ihr, und diese Finsternis machen sich geistige Kräfte zunutze, die niemals in gutem Sinn auf die Seele einwirken, denn sie kommen aus der Finsternis und suchen nur die Finsternis zu verstärken. Dennoch bleibt die Bindung dieser Seele mit Gott bestehen eben durch jenen göttlichen Funken, so daß es dem Menschen als Träger der Seele jederzeit möglich ist, ihn zu erwecken - was dann geschieht, wenn der Mensch in sich die Liebe entzündet, wenn er Werke uneigennütziger Nächstenliebe verrichtet und dadurch die Verbindung mit Gott herstellt - wenn auch anfangs noch unbewußt. Dann also erwacht auch das Göttliche im Menschen zum Leben und wird wirksam, dann strahlt Gott Seine Liebekraft aus, der göttliche Funke im Menschen entzündet sich und erleuchtet die Seele, und sie tritt in ein Stadium des Erkennens ein - sie sieht und hört, was sie zuvor nicht vernehmen konnte, weil es finster war in ihr. Jeder Mensch kann in sich den göttlichen Funken entzünden eben durch Werke der Liebe. Dann wendet der Mensch sich unbewußt Gott zu, und dann kann er auch das göttliche Liebelicht empfangen auf dem ganz normalen Wege über den göttlichen Geist - den göttlichen Funken, der mit dem Vatergeist von Ewigkeit immer in Verbindung bleibt. Da nun aber jeder Mensch fähig ist, Liebewerke zu verrichten, ist auch jeder Mensch fähig, durch seinen Geist in Verbindung zu treten mit Gott - ob er aber dazu willig ist, bestimmt er selbst. Und darum kann auch der Geistesfunke, als Anteil Gottes, schlummern bis an das Lebensende - es kann der Mensch leben dem Körper nach, und doch kann die Seele tot sein, weil sie in Kraftlosigkeit in tiefster Finsternis schmachtet, weil der Mensch nichts tut, um dem Geist in sich das Leben zu geben. Die Verbindung mit Gott bleibt dennoch bestehen, doch so lange wirkungslos, wie sich der Mensch abwendet von Ihm durch Gott-widersetzliches Gebaren - durch ein liebeloses Leben, das zu immer weiterer Entfernung von Gott führt. Die Kraft- und Lichtlosigkeit der Seele wird aber doch einmal von ihr so quälend empfunden, daß sie eine Wandlung ihres Zustandes anstrebt, doch es kann dies Ewigkeiten dauern, bis sie selbst sich öffnet, bis sie die Verbindung mit Gott bewußt herstellt, die zwar niemals unterbrochen war, doch erst dann für die Seele von Wirkung ist, wenn sie verlangend sich Gott zuwendet. Und dieses muß im freien Willen geschehen, weil sich das Geistige einstens im freien Willen entfernte von Gott und darum sich so lange in der Finsternis befinden wird, bis es wieder im freien Willen dem Licht zustrebt - bis es freiwillig zu Gott zurückkehrt.
Amen. B.D. NR. 6101.

 

Buch 66 6102

Deckmantel der Frömmigkeit. Satans Wirken.

8. November 1954. B.D. NR 6102.

Unter dem Deckmantel der Frömmigkeit wird viel gesündigt auf Erden. Und das ist das Wirken des Satans, der sich verbirgt unter einem gleisnerischen Gewande, um desto heimtückischer auf die Menschen einwirken zu können, die sich blenden lassen von äußerem Prunk und Glanz. Den Menschen selbst fehlt das Licht, und daher lassen sie sich leuchten von denen, die selbst kein Licht haben und sich nur eines Scheinlichtes bedienen. Und in diesem Blendlicht erkennen sie nur schwerlich den Weg, den sie zu gehen haben, und sie geraten leicht auf Abwege im Glauben, den rechten Weg zu gehen. Viel leichter ist der Feind zu erkennen, der offen den Menschen gegenübertritt - der Widersacher aber verhüllt sich und gibt sich den Anschein, zu den Meinen zu gehören, für Mich zu reden und von Mir die Vollmacht zu haben, so daß es ihm leicht ist, Anhänger zu finden - Menschen, die leichtgläubig sind und keine rechte Liebe in sich haben. Denn eine rechte Liebe würde in ihnen ein Licht anzünden, in dem sich das Scheinlicht nicht behaupten könnte. Die Menschen achten aber mehr auf den Schein, auf das Unechte, als auf die Wahrheit, die in Mir ihren Ausgang hat - eben weil sie ohne Liebe sind. Und die Liebe weiß Mein Gegner wohl zu unterbinden, indem er sie durch anderes zu ersetzen sucht, indem er Gesetze erläßt und das Erfüllen dieser Gesetze als Wichtigstes hinstellt - Meine Liebegebote aber geschickt zu verdrängen weiß, so daß die Menschen sich ihres liebelosen Lebenswandels kaum bewußt werden, weil sie eifrig sich den menschlich erlassenen Geboten unterwerfen und damit genug getan zu haben glauben. Zwar könnte der Mensch selbst dies erkennen, wenn es sein ernster Wille wäre, Mir zum Wohlgefallen zu leben. Doch seine Augen sind getrübt worden durch den Glanz, der die umgibt, die sich ihm als Meine Vertreter auf Erden vorstellen - und die in Wahrheit Vertreter dessen sind, der Mir widersteht und gegen Mich zu Felde zieht. Wer in sich selbst das Liebelicht entzündet hat, der erschaut alles hell und klar, und er wendet sich voll Abscheu von einem Gebaren ab, das nimmermehr Mein Wille sein kann. Wer aber noch in Finsternis wandelt, weil er kein Licht in sich hat, den erfreuen die Blendlichter, und er eilet ihnen immer wieder zu, ohne jedoch ein rechtes Licht dadurch zu empfangen. Nur die Güte des Herzens, die uneigennützige Nächstenliebe zündet ein rechtes Licht an, und wer in diesem Licht wandelt, der geht den rechten Weg - denn auf diesem Wege schreite Ich Selbst neben ihm, und dann kann ihm auch das Blendlicht nicht mehr schaden, dann weichet er ihm aus, er hält sich fern, weil ihn nun sein Herz warnet vor dem, der sich verbirgt unter dem Deckmantel der Frömmigkeit. Er wird entlarvt werden, wenn es an der Zeit ist. Doch jeder soll im freien Willen zuerst Meine Gebote der Liebe erfüllen, dann wird ihm auch aller Prunk und Glanz der Welt nicht mehr schaden, denn dann leuchtet sein Innenlicht weit stärker, und er geht unbeschadet den rechten Weg, auf dem er nun - von Mir geleitet - auch sein Ziel erreicht.
Amen. B.D. NR. 6102.

 

Buch 66 6103

Stunde der Abrechnung - Gericht. Vergeltung.

9. November 1954. B.D. NR. 6103.

Ob hoch, ob niedrig - ob arm, ob reich, jung oder alt - alle werdet ihr einst Rechenschaft ablegen müssen für euren Erdenlebenswandel, so euer letzter Tag gekommen ist. Keiner wird sich dieser Verantwortung entziehen können, denn einmal kommt die Stunde der Abrechnung, die Stunde des Gerichtes, die nun entscheidet über den Zustand eurer Seele und über ihr ferneres Los. Wenngleich ihr Menschen ein Leben der Seele nach dem Tode anzweifelt, wenngleich ihr euer Leben mit dem Tode des Leibes als beendet wähnet - auch ihr entgehet nicht diesem letzten Gericht - und ihr werdet mit Entsetzen erkennen müssen, daß euer Denken irrig war und euer Leben ein Leerlauf, denn wenige nur werden ein Liebeleben geführt haben, die ein Leben nach dem Tode leugneten. Und diesen wenigen wird die Erkenntnis kommen und das Verlangen, ihr Unrecht gutzumachen. Und sie werden auch bald Helfer finden, die ihnen beistehen in ihrer geistigen Not. Doch wo jeglicher Glaube fehlt und wenig Liebe zu verzeichnen ist, dort wird die Stunde des Gerichtes bitter sein, denn ihrem geistigen Reifezustand gemäß ist das Los, das sie nun erwartet - Kraft- und Lichtlosigkeit - ein ohnmächtiges Vegetieren in qualvoller Finsternis. Und keine Seele kann sich diesem Los entziehen, ob sie auf Erden noch so hoch in Rang und Würden stand, denn alle kommen nackt und arm an im Jenseits, die auf Erden sich kein geistiges Kleid geschaffen haben - die nur sorgten für den Körper, nicht aber für die Seele, deren Trachten und Sinnen nur irdischen Gütern galt und die keinerlei Glauben hatten an eine Vergeltung, an ein Leben nach dem Tode. Sich nun im jenseitigen Reich eine Umhüllung zu schaffen, die für sie Erleichterung bedeutet, ist maßlos schwer - aber nicht unmöglich. Lange aber dauert es oft, bis solche Seelen den Willen dazu aufbringen. Und da die Seele selbst die Umgestaltung in Angriff nehmen muß, kann es oft Ewigkeiten dauern, bis sie sich dazu entschließt. Auf Erden gedenken die Menschen nicht ihres Endes und der Verantwortung, der sie entgegengehen, und darum bereiten sie sich nicht darauf vor; und so ihnen nach ihrem Tode nur eine schwache Erkenntnis ihrer Lage kommt, können sie nichts mehr dazu tun, diese Lage zu verbessern, weil ihnen jegliche Kraft mangelt, die ihnen auf Erden reichlich zur Verfügung stand. Denn wie auf Erden nur Liebewirken der Seele zur Vollendung verhilft, so auch drüben im geistigen Reich. Liebewirken aber heißt: geben, helfen wollen, beglücken. Die Seelen aber kommen ganz arm an und besitzen nichts, was sie geben könnten; sie haben keine Kraft, um helfen zu können, sie sind selbst unglückselig und können darum kein Glück austeilen - sie sind arm und elend und bedürfen selbst der Hilfe. Das machen sich die Menschen nicht klar, daß sie einst ernten werden, was sie auf Erden säen. Doch nach göttlicher Gerechtigkeit muß alles ausgeglichen werden, und jeder wird empfangen nach Verdienst. Jede Seele wird das Los auf sich nehmen müssen, das sie sich durch ihren Erdenwandel erworben hat. Und es kommt für jeden Menschen die Stunde, da er sich verantworten muß - es kommt für jede Seele die Stunde des Gerichts an ihrem jüngsten Tage.
Amen. B.D. NR. 6103.

 

Buch 66 6104

Ausnützen der Lebenskraft zum Erlangen geistiger Kraft.

10. November 1954. B.D. NR. 6104.

Solange eure Seele noch das Erdenkleid trägt, hat sie viele Möglichkeiten zum Ausreifen, denn so lange ist sie noch im Besitz von Lebenskraft, die sie nur in der rechten Weise zu nützen braucht, um auch mit Sicherheit einen Reifegrad zu erreichen, der sie befähigt, nach ihrem Leibestod in das Lichtreich einzugehen. Solange sie auf Erden wandelt, steht ihr diese Lebenskraft zur Verfügung, die aber wegfällt mit dem Moment des Todes. Sie kann aber mit Hilfe dieser Lebenskraft sich ein reiches Maß von Geisteskraft erwerben, und dazu ist sie als Mensch auf Erden verkörpert worden. Wie selten aber wird die Lebenskraft recht verwertet - zumeist nur zum Wohlleben des Körpers, selten aber zum Heile der Seele. Und so kann die Lebenskraft auch gänzlich ungenützt geblieben sein für die Seele, und deren Los ist dann ein überaus trauriges, weil sie ohne Kraft und Licht im jenseitigen Reich ankommt und nichts mehr von selbst tun kann, um diesen elenden Zustand zu verbessern. Die rechte Nützung der Lebenskraft aber besteht darin, Werke uneigennütziger Nächstenliebe zu verrichten, wodurch der Mensch sich geistige Kraft erwirbt. Solange der Mensch auf Erden lebt, ist er dazu fähig - nur muß er selbst es wollen, also aus eigenem Antrieb muß er wirken in Liebe, um dann auch reich gesegnet zu werden mit göttlicher Liebekraft, die seiner Seele zu Licht und Kraft verhilft. Ein Mensch, der nur seines Körpers gedenkt - der also in der Ichliebe lebt, nützet seine Lebenskraft verkehrt - er gedenkt nicht des Nächsten, er sorget nur für sich und seine körperlichen Bedürfnisse, er vergeudet seine Lebenskraft, er tut nichts, um sich geistige Kraft zu erwerben, bis ihn der Tod überrascht und er nun völlig ohne Kraft im Jenseits ankommt - der Lebenskraft beraubt und bar jeder geistigen Kraft, und nun in einem qualvollen Zustand ist, den die Seele selbst nicht mehr beheben kann. Denn in Anbetracht des zuvorigen Kraftzustandes auf Erden empfindet sie ihre nunmehrige Kraftlosigkeit als Qual - die sie selbst aber sehr gut abwenden konnte, wenn sie das Erdenleben genützt hätte zum Wirken in Liebe. Wüßten die Menschen um den ungeheuren Wert ihres Erdenlebens, wüßten sie, welche Reichtümer sie sich sammeln könnten bei rechter Nützung ihrer Lebenskraft - wüßten sie, wie bitter sie es einst bereuen werden, wenn sie versagt haben auf Erden - sie würden wahrlich ihre Lebensführung ändern, sie würden ihres Körpers weniger und desto mehr ihrer Seele gedenken. Doch sie müssen im freien Willen, aus eigenem Antrieb, schaffen und wirken auf Erden. Sie werden durch das Wort Gottes wohl hingewiesen auf die Folgen eines falschen Lebenswandels, doch es kann ihnen nicht die Auswirkung so vorgestellt werden, daß sie glauben müssen und dann ihr Denken und Handeln im Zwang stattfindet. Darum wird die unerhörte Gnade des Erdenwandels nicht ausgenutzt, darum kommen unzählige Seelen ohne Kraft im Jenseits an. Doch sie können immer nur ermahnt und gewarnt werden - um nun im freien Willen zu handeln zum Segen oder zum Verderben.
Amen. B.D. NR. 6104.

 

Buch 66 6105

Geistige und irdische Wende bevorstehend.

11. November 1954. B.D. NR. 6105.

Ihr alle stehet vor einer Wende - denn das Leben geht nicht in seiner Gleichförmigkeit weiter wie bisher, sondern alle Menschenherzen werden von Stürmen heimgesucht, die alle nur Vorläufer sind dessen, was dann die ganze Erde betrifft. Doch es geschieht alles in so natürlicher Weise, daß der Glaubensunwillige nichts Sonderliches darin finden will, der Gläubige aber hellhörig und hellschauend ist und die Zeichen des nahen Endes sehr wohl darin erkennt. Jedoch es kann kein Glaubenszwang auf die Menschen ausgeübt werden, und darum kommt alles so, wie es natürlich erscheint. Die Wende aber steht euch bevor - eine Wende, die sowohl geistig als auch irdisch eintritt, weil keine Aussicht besteht, daß die Menschen von selbst eine geistige Wandlung anstreben, sie aber auf dem Tiefstand angelangt sind, der eine Wandlung nötig macht. Und diese bedingt auch eine Umwandlung irdischer Art - sie bedingt vorerst ein Aufstören der Menschen aus ihrer Ruhe, ein Zerstören irdisch-materieller Güter und zuletzt noch ein Auflösen der Schöpfungen, so daß sich eine völlige Umwandlung vollzieht - irdisch und geistig. Und alles aus der Ordnung Getretene wird wieder in die göttliche Ordnung versetzt, was also eine Wende genannt werden kann, die zwar nur wenige Menschen bewußt erleben werden. Denn auch das gehört dazu, daß unzählige Menschen vorzeitig den Tod finden werden - die nicht bereit sind, in die göttliche Ordnung einzutreten, die eine geistige Wandlung zuvor nicht anstreben und durch Gottes große Barmherzigkeit noch vorher abgerufen werden. Zuletzt aber werden auch die Menschen ihr Leben verlieren, die geistig so tief gesunken sind, daß ihr Einordnen in das göttliche Gesetz eine Neubannung in der Materie bedingt - daß sie also geistig und irdisch den Tod finden und eine ganz neue Entwicklungsperiode für sie beginnt. Ihr Menschen wollet an diese Wende nicht glauben, aber sie steht euch bevor - und ob eure Augen noch so sehr auf das Weltleben gerichtet sind, ob ihr selbst noch so sehr das Leben liebt und nicht an ein Ende dessen in der verkündeten Weise glauben wollet - was im göttlichen Plan vorgesehen ist seit Ewigkeit, das vollzieht sich unwiderruflich, denn Weisheit und Liebe bestimmten diesen Plan. Und Gott erkennet sehr wohl, wann die Zeit zur Herstellung der alten Ordnung gekommen ist. Ihr Menschen aber glaubet darum nicht, weil ihr selbst aus der göttlichen Ordnung getreten seid, aber ihr werdet es erleben, was ihr nicht glauben wollet, denn es geht die Erde ihrem Ende entgegen.
Amen. B.D. NR. 6105.

 

Buch 66 6106

Baldiges Ende. Erfüllung der Voraussagen.

12. November 1954. B.D. NR. 6106.

Lasset euch nicht beirren, und glaubet Meinen Worten, die euch das nahe Ende ankünden. Tag und Stunde ist euch nicht gesagt, weil es nicht gut ist für euch, so ihr darum wüßtet. Doch keiner von euch stellt sich den Tag des Endes so nahe vor, wie der Tag festgesetzt ist seit Ewigkeit. Jeder von euch hat seine Augen noch so weit auf die Welt gerichtet, daß er es nicht für möglich hält, daß dieser ein so schnelles Ende gesetzt sein soll - denn jeder von euch denkt noch reichlich irdisch, selbst wenn er zu den Meinen gehört und geistig strebt. Denn ihr steht mitten in der Welt und müßt noch euren Platz ausfüllen. Und darum sind auch eure Gedanken oft weit von dem entfernt, was Ich euch angekündigt habe stets und ständig. Immer wieder wird es euch gesagt, daß plötzlich und unerwartet das Ende kommen wird. Und ihr Menschen werdet keine Zeit bestimmen, denn Ich werde kommen wie ein Dieb in der Nacht. Aber spottet nicht dessen, was vor euch liegt, weil ihr nicht glaubet - auf daß ihr es nicht dereinst zu bereuen brauchet. Immer wieder erwecke Ich Seher und Propheten, um durch diese euch zu warnen und zu mahnen, auf daß ihr euch vorbereitet auf das Unvermeidliche. Und dennoch lasse Ich euch nicht Tag und Stunde wissen, um euch nicht zu verwirren, um euch nicht unfrei zu machen in eurem Wollen und Handeln. Und selbst wenn der Tag herangekommen ist, werden die Menschen überrascht sein, weil nichts Ungewöhnliches zuvor geschieht und die Weltmenschen mehr denn je ihrem Vergnügen nachgehen und das Leben genießen. Nur einige wenige sehen hell, aber deren Ermahnungen werden verlacht - bis Ich eingreife und Mein Wort sich erfüllet. Darum nehmet alles als reine Wahrheit an, was durch die Stimme des Geistes euch vermittelt wurde. Erwartet sehr bald das Ende, denn es ist die Zeit erfüllt - es ist die Zeit der Ernte gekommen.
Amen. B.D. NR. 6106.

 

Buch 66 6107

Ausnützen des letzten Stadiums. Los der Seele.

13. November 1954. B.D. NR. 6107.

Ihr tretet als Mensch in ein Stadium der Entwicklung ein, wo ihr euch zu völlig freien und kraftvollen Wesen gestalten könnet, um dann unbeschwert in das geistige Reich eingehen zu können. Ihr habt diese Möglichkeit, und nur euer freier Wille entscheidet, ob ihr diese Möglichkeit nützet. Wenn euch nun einerseits vorgestellt wird ein ewiges Leben in Freiheit, Kraft und Licht, das euch ungeahnte Herrlichkeiten bietet, und andererseits ein Zustand der Not, gefesselt und in qualvoller Finsternis - so müßtet ihr euch der großen Verantwortung bewußt sein und eifrigst danach streben, frei zu werden aus der Fessel - ihr müßtet alles daransetzen, das Erdenleben auszunützen im Willen Gottes und euch so zu gestalten, daß ihr zum Leben eingehen könnet. Denn einen gewissen Grad des Erkennens besitzet ihr als Mensch, so daß ihr sehr wohl beurteilen könnet, ob ihr euer Erdenleben recht oder falsch nützet. Doch so ihr unwillig seid, kann sich auch der Erkenntnisgrad verringern, ihr könnet blind sein im Geist, und ihr findet dann schwerlich den rechten Weg zum Leben. Jedem Menschen auf Erden ist aber ein geistiger Führer beigegeben, der ihn so lenkt und beeinflußt, daß er doch in sich fühlt, was recht und was unrecht ist. Doch auch dieser achtet den freien Willen des Menschen, er wird aber niemals ihn verlassen bis an sein Lebensende, und er wird immer wieder auf seine Gedanken einzuwirken suchen - er wird auch sein Schicksal beeinflussen, also in jeder Weise ihm seine Hilfe angedeihen lassen, zum rechten Erkennen und rechter Nützung des Willens zu gelangen. Und ebenso wird auch menschlicherseits ihm ein Leben in göttlicher Ordnung vorgestellt werden, weshalb er niemals ganz ohne Hilfe ist und es also nur von seinem Willen abhängt, ob er seinen Reifegrad erhöht, ob er so lebt, daß sich seine Seele stets mehr von der Materie löset, und bei seinem Tode alle Fesseln von sich werfen kann - um als freier Geist nun zu weilen im geistigen Reich. Aber unwiderruflich muß die Seele das Los tragen, das sie selbst sich erworben hat auf Erden. Und das sollte jeder Mensch bedenken, daß sein Wandel auf Erden bewertet wird dereinst und daß die Seele laut göttlicher Gerechtigkeit nicht anders bedacht werden kann, als sie selbst es sich durch ihren Willen und Lebenswandel verdient hat. Die Menschen sollten - wenn sie schwach im Glauben sind - doch mit der Möglichkeit rechnen und verantwortlicher denken und handeln, auf daß sie der Seele nicht ein entsetzliches Los in Unfreiheit und Finsternis bereiten, sondern dereinst Licht und Kraft ihr Anteil sei. Mahnungen und Warnungen gehen dem Menschen allzeit zu, und so er guten Willens ist, wird er sie beherzigen und streben nach Licht und Freiheit.
Amen. B.D. NR. 6107.

 

Buch 66 6108

Ziel Gottes: Ewiges Leben. Freier Wille.

14. November 1954. B.D. NR. 6108.

Euch das ewige Leben zu geben ist das Ziel, das Ich Mir gesetzt habe von Anbeginn. Denn Ich will euch zu Wesen gestalten, die in ewiger Glückseligkeit tätig sind, die also leben und schaffen im Vollbesitz von Licht und Kraft. Mein Ziel ist es, daß ihr diese Glückseligkeit erreichet. Und doch müsset ihr selbst diese Umgestaltung an euch vollziehen, die Vorbedingung ist zu einem ewigen Leben. Denn wenngleich Meine Macht unbegrenzt ist, kann Ich doch nicht aus Meiner Macht heraus euch so gestalten, weil das nicht Mein Ziel ist, willenlose Geschöpfe zu haben in Meiner Nähe, sondern frei zur Vollkommenheit gelangte Kinder will Ich um Mich haben, deren Seligkeit Ich fortgesetzt erhöhen kann und an deren Seligkeit auch Ich Selbst Mich erfreuen will - Kinder Meiner Liebe sollet ihr werden im freien Willen. Dies ist Mein Heilsplan von Ewigkeit, den Ich auch verfolgen werde, bis Ich Mein Ziel erreicht habe. Aber es werden noch endlose Zeiten vergehen, bis alles aus Mir Hervorgegangene, alles Erschaffene, zur Vollendung gelangt sein wird. Da es aber nicht Mein Werk allein, sondern euer eigenes Werk bleibt, ist Meine Liebe stets darauf bedacht, euch Hilfe zu leisten, euch zu leiten auf den rechten Weg, euch Kenntnis zu geben von eurer Aufgabe und in jeder Weise so auf euch einzuwirken, daß euer Wille nun ausführt, was eure und auch Meine Seligkeit zur Folge hat. Und das ist immer nur möglich durch Mein Wort, das euch klar und verständlich Meinen Willen kundtut, dessen Erfüllen auch gleich ist dem Erfüllen eurer Erdenaufgabe. Ich als euer Gott und Schöpfer von Ewigkeit bleibe ständig in Verbindung mit euch, Meinen Geschöpfen, durch Mein Wort. Und Meine Ansprache beweiset euch auch Den, Der euch erschaffen hat. Meine Ansprache gilt Meinen Kindern, die in Mir ihren Vater erkennen sollen, die Meine Liebe spüren sollen, auf daß sie Mich liebenlernen und zu Mir verlangen. Habe Ich es erreicht, daß sie Mir Liebe entgegenbringen, dann streben sie auch Mir zu, und dann habe Ich sie gewonnen auf ewig. Denn dann erreichen sie auch den Grad der Vollkommenheit, der sie selig werden lässet - dann gestalten sie ihr Wesen im freien Willen zur Liebe, und dann habe Ich Mein Ziel erreicht. Doch Ich zwinge keinen Menschen, Mein Wort anzunehmen. Und darum halten sich noch so viele Menschen von Mir zurück; sie geben Mir nicht die Möglichkeit, Meine Liebe auf sie einstrahlen zu lassen; sie wenden sich ab von jeder gnadenvollen Gelegenheit; sie fliehen die Orte, wo sie ungemessen empfangen könnten, wenn sie willig wären. Diese verlängern die Zeit ihrer Entfernung von Mir selbst, und Ich muß ihren Willen achten. Einmal aber erreiche Ich sicher Mein Ziel. Doch zu ihrem eigenen Leidwesen verlängern sich Meine Geschöpfe die Zeit ihrer Unseligkeit, denn sie befinden sich in einem Zustand des Todes, und erst, wenn sie zu leben begehren, entziehen sie die Lebenskraft Meinem Wort. Erst wenn sie Mich Selbst zu sich sprechen lassen, werden sie von Meiner Liebekraft durchstrahlt, und sie beginnen zu leben. Dann aber werden sie auch selig sein und selig bleiben bis in alle Ewigkeit.
Amen. B.D. NR. 6108.

 

Buch 66 6109

Fragende Gedanken erster Schritt zur Höhe.

15. November 1954. B.D. NR. 6109.

Es ist ein bedeutungsvoller Schritt, den ihr Menschen gehet, wenn ihr eure Gedanken erhebet zu Mir - zu dem unendlichen Geist, Der das All beherrschet - wenn ihr euch fragend an das Wesen wendet, von Dem ihr glaubt, daß Es euch erschaffen hat. Denn mit diesem Schritt betretet ihr schon das geistige Reich, ihr betretet ein Gebiet, das euch nicht von Menschen erschlossen werden kann, sondern von Mir Selbst erschlossen werden muß - wenngleich Ich Mich dazu auch wieder der Menschen bediene, wenn ihr selbst noch nicht so gestaltet seid, daß ihr Mich Selbst und Meine Antwort vernehmen könnet. Dennoch habt ihr vorerst die gedankliche Verbindung mit Mir hergestellt, und gesegnet seid ihr, wenn ihr diese Bindung nicht mehr löset - wenn ihr immer wieder euch löset von der Welt und Mich suchet. Gesegnet seid ihr, wenn ihr gedanklich Fragen stellet und Ich euch nun gedanklich antworten kann. Denn so beginnt eine sichere Erhellung eures Geistes und damit auch eine immer festere Bindung mit Mir. Einmal nur denket darüber nach, ob und was außer dem Irdisch-Sichtlichen besteht - und ihr tut schon jenen bedeutsamen Schritt, denn er entscheidet eure Entwicklung - er ist der Schritt zur Höhe, der von jedem Menschen getan werden muß, der sich vollenden will. Dazu aber muß sich der Mensch lösen können von der Welt, er darf ihr nicht mit allen Sinnen verfallen sein, er muß den Unwert irdischer Materie erkannt haben, denn diese Materie verrammt ihm den Weg zur Höhe. Wer aber einmal seine Gedanken schweifen ließ in geistige Höhen, dem erscheint die irdische Materie bald nicht mehr begehrenswert. Doch von selbst muß in ihm das Verlangen auftauchen, mehr zu erfahren von ihm noch fremdem Gebiet, und sicher wird ihm dieses Begehren erfüllt werden. Darum wird jedem Menschen Anlaß dazu gegeben durch sein Erdenleben, dessen schicksalsmäßiger Verlauf ihm zu denken geben kann - er wird durch Schriften oder Gespräche hingewiesen in geistiges Gebiet, und er wird von Mir Selbst immer wieder leise angesprochen in Form in ihm aufsteigender Gedanken mit geistiger Zielrichtung. Und nun muß sein Wille ihn lenken und gesegnet ist er, wenn dieser die rechte Richtung nimmt. Aufsteigende Fragen in ihm, die Mich betreffen, sind oft besser als ein Glaube an Mich, der noch nicht lebendig ist, denn einen gedanklich Fragenden kann Ich gedanklich belehren und ihm Mich so offenbaren, daß er einen überzeugten Glauben gewinnen kann - während ein Formgläubiger keine Fragen stellt und darum nicht so belehrt werden kann, daß sein Glaube zum Leben erwacht. Von Mir aus wird wahrlich alles getan, daß der Mensch zum Nachdenken angeregt wird, doch den freien Willen taste Ich nicht an. Wer sich aber freiwillig Mir oder dem ihm noch unerschlossenen geistigen Reich gedanklich verbindet, den lasse Ich nicht aus - Meine Liebe wird sich ihm offenbaren, und er wird hell und klar sehen lernen, sein Geist wird erleuchtet werden, und er wird Mein sein auf ewig.
Amen. B.D. NR. 6109.

 

Buch 66 6110

Starker Glaube. Gelingen. Liebe.

16. November 1954. B.D. NR. 6110.

Im festen Glauben an Meine Hilfe werdet ihr alles erreichen, und ob es euch auch unmöglich erscheint. Denn bei Mir ist kein Ding unmöglich. Nur muß der Geist der Liebe in euch wirken - es muß alles, was ihr tut oder erreichen wollet, in der Liebe seine Begründung haben. Dann muß unstreitbar Meine Liebekraft in Aktion treten, die ihr selbst durch eure Liebe euch erwerbet. Und so wird auch alles, was ihr tun wollet für Mich und Mein Reich, für euch ausführbar sein, denn dann ist auch die Liebe zu Mir und zum Nächsten die Triebkraft, die wieder das Einströmen Meiner Liebekraft euch sichert - und auch deutlich wirksam ist, wenn ihr nur glaubet. Ein fester Glaube ist ein großer Faktor für euer Gelingen, der aber auch vorhanden sein wird, wo die Liebe ist. Und so ihr schwach werdet im Glauben an Meine Hilfe, so stellet euch nur ernstlich in eurem Herzen vor, daß Ich doch die Liebe Selbst bin - daß Ich euch liebe und euch daher nichts versage als das, was euch zum Schaden der Seele wäre - was ihr aber von selbst nicht erbittet, sowie ihr in der Liebe lebt. Denn dann erkennet ihr auch hellen Geistes, warum ihr solches nicht erbitten dürfet. Doch so ihr euch in irdischen Nöten befindet, so euch euer Kreuz schwer bedrücket, so ihr euch in Gefahr befindet für Leib und Seele, dann kommet vertrauensvoll zu Mir, und ihr werdet Meine Liebe erfahren, ihr werdet Erfüllung eurer Bitten finden - weil Ich euch liebe. Meine tiefe Liebe müsset ihr euch immer wieder vor Augen halten, wenn ihr zaghaft zu werden droht, wenn euer Glaube schwach ist. Ich wende Mich nicht ab von euch, selbst wenn ihr sündigt, wieviel weniger aber, wenn ihr in Not seid. Darum glaubet und vertrauet, und es wird euch irdisch Hilfe werden - und glaubet und vertrauet, daß Ich euch auch geistig beistehe, sowie ihr Mir dienen wollet. Niemals sollet ihr zweifeln am Gelingen, weil ihr euch jederzeit Meine Kraft zunutze machen könnet, die euch allen zur Verfügung steht, so eurem Vorhaben die Liebe zu Mir und zum Nächsten zugrunde liegt. Mit Mir und Meiner Kraft werdet ihr alles vollbringen, so ihr nur fest und ungezweifelt glaubt.
Amen. B.D. NR. 6110.

 

Buch 66 6111

"Fürchtet euch nicht."

17. November 1954 B.D. NR. 6111.

Fürchtet euch nicht, sondern glaubet nur. Nichts wird euch ängstigen, nichts euch bedrücken, wenn ihr nur fest und unerschütterlich glaubet. Und so kann ein starker Glaube für euch ein leichteres Erdenleben bedeuten, weil es dann nichts gibt, was ihr fürchtet, und ihr sorgenlos dahingehen könnet, immer nur die Gedanken Dem zugewendet, Der euch hilft aus aller Not. Ihr sollet innerlich fest überzeugt sein davon, daß ihr einen Vater im Himmel habt, Der über Seinen Kindern wacht und sie nicht in Not lässet, weil Er Seine Kinder liebt. Diese feste Überzeugung ist auch schon die Sicherheit, daß es so ist. Und was könnte nun wohl stärker sein als euer Vater im Himmel? Kein Mensch auf Erden und kein Wesen der Finsternis vermag Ihm Widerstand zu leisten, und darum brauchet ihr auch keinen Menschen auf Erden und kein finsteres Wesen zu fürchten, daß sie euch schaden könnten, wenn ihr an Gottes übergroße Liebe glaubet und an den Schutz, den Er euch verheißen hat. Denn Seine Worte lauten: Kommet alle zu Mir. Bittet, so wird euch gegeben, klopfet an, so wird euch aufgetan. Hebet eure Augen auf zu Mir, von Dem euch Hilfe kommt. Wenn es euch gelingt, die Worte Seiner Liebe euch zu eigen zu machen, wenn ihr selbst euch vom Vater damit angesprochen fühlet, dann werdet ihr keine Zweifel mehr entgegensetzen und vollgläubig harren, bis euch Hilfe kommt. Es gibt nichts, das Er nicht bannen könnte - es gibt nichts, das Ihm unmöglich wäre. Und also gibt es stets eine Lösung, auch wenn ihr selbst euch keine ersehet. Er findet wahrlich das Lösemittel, Er findet einen Ausweg aus aller Not. Beweget diese Worte tief in eurem Herzen, bis alle eure Zweifel verschwunden sind, bis ihr euch furchtlos Ihm anvertraut und geduldig harret. Denn Seine Liebe gilt euch, Seinen Kindern, und diese Liebe höret nimmer auf.
Amen. B.D. NR. 6111.

 

Buch 66 6112

Kampf mit dem Schwert des Mundes.

18. November 1954. B.D. NR. 6112.

Ich will euch den Frieden bringen - und dennoch auch wieder das Schwert. Aber ihr sollet nicht kämpfen in der Weise, daß ihr eurem Mitmenschen Schaden zufüget, daß er körperlich und seelisch leiden muß, sondern euer Kampf soll nur dazu verhelfen, daß der Mitmensch Frieden finde in sich. Euer Kampf soll der Lüge und dem Irrtum gelten, der Finsternis, die ihr wohl verjagen könnet, wenn ihr kämpfet mit dem Schwert des Mundes - wenn ihr redet in Meinem Namen. Habet ihr den ernsten Willen, Streiter für Mich und Mein Reich zu sein, dann werdet ihr reden, von Meinem Geist getrieben, dann werdet ihr nicht zu bedenken brauchen, was ihr redet, sondern Ich werde es euch in den Mund legen. Und ihr werdet kämpfen mit dem Schwert des Mundes, weil Ich Selbst die Klinge führe. Doch ferne sei euch ein Kampf mit der Waffe in der Hand. Denn ein solcher verstößt gegen die Liebe, und ohne Liebe werdet ihr niemals Frieden schenken können, sondern nur das Herz des Menschen in hellen Aufruhr versetzen, und Haß und Lieblosigkeit wird Vergeltung suchen. Glaubet es Mir, daß ihr euch auf einen harten Kampf gefaßt machen müsset, denn man wird euch angreifen, indem man das, was ihr glaubt, als leer und unglaubwürdig hinstellt und euch also fordern wird zur Verteidigung. Und dann müsset ihr nur auf Mich vertrauen, daß Ich euch recht weise. Und stehet ihr nun auf Meiner Seite, dann kommt euch auch von Meiner Seite die Erleuchtung - dann redet ihr in Meinem Sinn, weil ihr Mich und Meinen Namen verteidigt, und dann seid ihr rechte Streiter für Mich, die selbst den Frieden in sich haben und auch ihren Mitmenschen solchen bringen können. Denn Ich allein kann den Frieden senken in die Herzen der Menschen, doch jedem Frieden geht ein Kampf voraus, und für diesen Kampf mache Ich euch alle tauglich, so ihr nur in das Heer Meiner Streiter eintretet und Mich als euren Heerführer anerkennt. Der Kampf, den ihr für Mich und in Meinem Namen kämpfet, ist und bleibt immer ein heiliger Kampf, zu dem Ich euch auffordere, wohingegen ein Kampf mit der Waffe in der Hand nicht Mein Wille ist, solange er nur aus Machthunger und Selbstliebe geführt wird, solange ihm jedes edle Motiv abgesprochen werden muß. Kämpfet mit dem Schwert eures Mundes, sowie Mein Gegner euch angreift - führet den Kampf gegen die Finsternis, gegen die Unwahrheit - dann kämpfet ihr für eine gerechte Sache, und Meine Unterstützung ist euch gewiß.
Amen. B.D. NR. 6112.

 

Buch 66 6113

Selbstkritik: Gedanken. Liebe.

19. November 1954. B.D. NR. 6113.

Wo eure Liebe ist, da werden auch immer eure Gedanken sein. Und so ihr nun eine ernste Selbstkritik üben wollet, so achtet nur darauf, womit ihr euch vorwiegend in Gedanken befaßet. Denn eure Gedanken sind frei, und diese brauchet ihr nicht zu verbergen vor den Mitmenschen, also werden die Gedanken immer das innerste Begehren verraten oder das, was euer Herz am meisten bewegt. Und nun prüfet, ob sie irdisch oder geistig gerichtet sind - und bemühet euch, daß ihr sie möglichst vom Irdischen ab- und dem Geistigen zuwendet. Bemühet euch, Gott und Sein Reich zum Ziel eures Begehrens zu machen und euch zu lösen von allem, was der Welt angehört. Also lasset nicht die Welt eure Liebe sein, sondern Gott. Denn Gott wird euch eure Liebe wahrlich besser lohnen als die Welt. Gott wird euch wieder Liebe entgegenbringen, und Seine Liebe zu besitzen heißt, Leben und Seligkeit zu gewinnen, Licht und Kraft zu empfangen und dereinst zum ewigen Leben einzugehen, wenn das Erdenleben beendet ist. Wer aber die Welt mehr liebt, der kann nur weltliche Güter empfangen, die vergänglich sind - die wohl das Erdenleben ihm verschönern, doch seine Seele umhüllen mit Finsternis. Und es wird am Ende des Lebens der Mensch nichts davon hinübernehmen können in die Ewigkeit. Ihr könnet euch leicht prüfen, wenn ihr eurer Gedanken achtet, und darum werdet ihr gewarnet und ständig ermahnet, nach oben eure Gedanken schweifen zu lassen. Denn ob euch auch nicht gleich der Gewinn ersichtlich ist - unermeßlich wird er sein, so ihr hinübergeht in das geistige Reich. Und auch auf Erden schon könnet ihr reichlich empfangen, denn jeder geistige Gedanke wird aufgegriffen von den Bewohnern des geistigen Reiches und für euch gesegnet. Ihr stellet mit ihnen die Verbindung her, und da derer Ziel immer nur Gott ist, lenken sie auch eure Gedanken Gott zu, und sie vermitteln euch einen geistigen Schatz, der immer eurem Begehren entsprechen wird. Lasset nicht die Welt eure Gedanken beherrschen - verdränget sie, und beschäftigt euch gedanklich mehr mit dem Reich, das ihr einmal betreten werdet. Und je mehr es euch gelingt, die Löse von der Welt zu vollziehen, desto mehr wird das Ziel eurer Gedanken Gott sein. Eure Liebe wird stets mehr Ihm gelten, und die Erwiderung Seiner Liebe wird für euch ungeahnte Seligkeiten bedeuten. Ihr werdet leben, denn ihr empfanget von Ihm Licht und Kraft und könnet nun in ununterbrochener Tätigkeit nach dem Willen Gottes selig sein im geistigen Reich.
Amen. B.D. NR. 6113.

 

Buch 66 6114

Werden von Geschöpfen zu Kindern Gottes.

19. November 1954. B.D. NR. 6114.

Es hat Mir gefallen, euch auszustatten mit allen Fähigkeiten - euch aber ist es überlassen, diese Fähigkeiten zu entfalten. Ich habe euch geschaffen mit allen Anlagen, euch zu Göttern gestalten zu können - ihr aber müsset diese Anlagen nützen. Denn Ich gab euch einen freien Willen, der nun das anstreben muß, was Mein Plan ist: eure Umgestaltung aus Geschöpfen zu Kindern. Denn dieses kann Ich nicht kraft Meiner Macht vollbringen, weil dann der freie Wille - das Merkmal des Göttlichen und der Vollkommenheit - fehlen würde. Es sind also alle Voraussetzungen für das Werden zu Kindern Gottes vorhanden, und nun muß nur der freie Wille in Aktion treten - also ihr selbst müsset euch zu Meinen Kindern gestalten wollen, ihr selbst müsset das Vergöttlichen eures Wesens bewerkstelligen. Und dazu ist euch das Erdenleben gegeben worden. Ihr seid in Vollkommenheit erschaffen worden, und ihr konntet schon im Anbeginn euren freien Willen gebrauchen, der eben auch zu einem vollkommenen Wesen gehörte. Ihr, die ihr als Mensch auf Erden verkörpert seid, habt diesen euren freien Willen jedoch mißbraucht - ihr habt ihn nicht positiv, sondern negativ genützt - obgleich ihr als vollkommene Wesen auch in der Erkenntnis standet, die euch aber auch nicht hindern durfte an der Entfaltung des freien Willens. Ihr wähltet euch freiwillig einen anderen Herrn, und ihr wandtet euch ab von Mir - oder auch - die euer göttliches Wesen kennzeichnende Vollkommenheit gabet ihr dahin im freien Willen, indem ihr den ungöttlichen Gedanken und Begierden nicht wehrtet, indem ihr euch in diesen gefielet und also das Liebeprinzip - der Inbegriff der Vollkommenheit - in euch ausschaltetet - und sonach auch euch von Mir, als der ewigen Liebe, entferntet. Es war euer freier Wille, der solches bewerkstelligte, denn die euch verliehenen Fähigkeiten hätten vollauf genügt, euch zu vergöttlichen. Ihr konntet ebensogut alles Edle, Gute, Vollkommene im freien Willen in euch herrschen lassen, ihr konntet eure Liebe Mir schenken und Mich als Vater anstreben mit allen Sinnen - und ihr hättet dann unter Beweis gestellt, daß ihr vollkommene, göttliche Wessen waret und bleiben wolltet. Also es war euer Fall euer freier Wille, der nun auch die Folgen auf sich nehmen mußte: nun aus der Tiefe heraus, unter weit schwierigeren Bedingungen, die einstige Höhe zu erreichen. Ihr müsset einmal diese euch gestellte Willensprobe bestehen, und ihr mußtet daher einen endlos langen Weg zurücklegen, weil ihr unendlich tief herabgesunken waret durch eigene Schuld. Doch Ich half euch aus dieser Tiefe empor, weil ihr es in eurer Schwäche allein nicht vermocht hättet. Aber Ich band euren Willen, der einst frei war, um ein Zurückfallen zu verhindern. Ihr ginget den Weg durch die Schöpfungswerke im gebundenen Willen bis hinauf zum Menschen. Nun aber wird euch der freie Wille zurückgegeben, und nun steht ihr wieder vor dem Ablegen eurer Willensprobe - nun wird euch wieder die gleiche Aufgabe gestellt: im freien Willen euch zu vergöttlichen, was nur möglich ist, wenn ihr euch selbst umgestaltet zur Liebe - wenn ihr die in euch wohnende Ichliebe wandelt zu uneigennütziger Nächstenliebe - wenn ihr also das Liebeprinzip euch zur Richtschnur eures Wollens, Denkens und Handelns macht. Die Fähigkeit dazu besitzet ihr, doch entfalten müsset ihr sie selbst. Und bei rechtem Willen wird es euch auch gelingen, und ihr habt dann das Ziel erreicht, nur auf großen Umwegen, nach endlos langer Zeit. Ihr könnet aber auch versagen und erneut die Willensprobe nicht bestehen, und ihr müsset dann wieder endlos lange Zeit in einem Unvollkommenheitszustand, in weitem Abstand von Mir, verharren. Ich werde euch immer wieder Gelegenheit geben, euer Ziel zu erreichen, doch euer Wille ist frei, und er bestimmt die Zeitdauer bis zu eurer Vollendung.
Amen. B.D. NR. 6114.

 

Buch 66 6115

Wegkreuzung. Weg nach oben richtig.

21. November 1954. B.D. NR. 6115.

Wenn ihr an einen Kreuzweg (Wegkreuzung) kommt und nicht wisset, wohin ihr euch wenden sollet, dann wählet den Weg, der nach oben führt - fürchtet nicht die Beschwerden des Weges, schrecket nicht zurück, so er zuweilen unpassierbar scheint, sondern denket daran, daß ihr nur durch Überwinden das Ziel erreichen könnet, daß ihr aber tausendfach für eure Mühen und Strapazen entschädigt werdet. Lasset euch niemals verleiten, einen Weg nach unten zu gehen, selbst wenn er euch reizvoll und unbeschwerlich erscheint - er führt doch in die Tiefe. Euer Gewinn aber ist oben, und daß der Weg nach oben beschwerlich ist, beweiset schon, daß er auch der rechte ist. Ihr sollet euch bewähren während des Erdenlebens, ihr sollt überwinden, kämpfen und stetig vorwärtsschreiten - doch niemals stehenbleiben oder zurückgehen, denn Ich werde euch stets oben erwarten, nicht in der Tiefe. Und so ihr unentschlossen an einer Wegkreuzung stehet, dann werden sich euch auch Führer nahen, und dann achtet dessen, was sie euch vorschlagen - achtet darauf, ob sie euch liebevoll ihre Begleitung, ihre Hilfe anbieten oder ob sie euch nur zu locken suchen mit Hinweisen auf die euch erwartenden Freuden und Genüsse, so ihr ihrem Rat Folge leistet. Achtet dessen, was euch die Freunde als Ziel anpreisen. Und ihr werdet die rechten Führer schon erkennen, so Ich Selbst euer Ziel bin. Dann nehmet ihre Führerschaft an, und sie werden euch stützen und euch hinweghelfen über Klippen und Felsen, über Dornen und Gestrüpp, denn sie sind Meine Boten, die Ich euch entgegensende, auf daß ihr nicht schwach werdet oder umkehret. Und bald werdet ihr die Mühsal nicht mehr so empfinden, denn über euch erstrahlt ein Licht, und diesem Licht gehet ihr nun entgegen, und ihr achtet nicht mehr der Beschwerden des Weges, weil eure Augen nur himmelwärts gerichtet sind. Ein abwärts führender Weg ist eine Gefahr, ein ebener Weg erfolglos. Nur ein Weg, der aufwärts führt, kann euch Menschen dem Ziel zuführen, um dessentwillen ihr den Erdengang zurücklegt. Denn dieses Ziel kann nur durch Überwinden und mühsames Streben erreicht werden. Ihr müsset im freien Willen tätig werden und dadurch den Beweis erbringen, daß ihr dem Herrn der Tiefe entfliehen und in das Reich gelangen wollet, das Mir angehört, und daß ihr bewußt alles auf euch nehmet, um Mich zu erreichen. Und ihr werdet wahrlich dann auch die Kraft empfangen und selbst die unüberwindlich scheinenden Hindernisse überwältigen. Denn diese Kraft trägt euch euer Wille ein, der sich nun offen für Mich bekennt, Dem er einst widerstand.
Amen. B.D. NR. 6115.

 

Buch 66 6116

Gottes Antwort auf Gedanken. Gegenwart.

22. November 1954. B.D. NR. 6116.

Ihr könnet immer von Meiner Gegenwart überzeugt sein, wenn eure Gedanken sich mit Mir befassen, wenn ihr einen bittenden Ruf sendet zu Mir, wenn ihr Mir gedanklich eure Not anvertraut. Dann könnet ihr euch auch angesprochen fühlen von Mir, und ihr brauchet nur darauf zu achten, welche Gedanken euch bewegen, so ihr stille in euch hineinlauschet. Denn Ich antworte euch - obzwar ihr glaubet, diese Antwort sei eure eigenen Gedanken. Mein Wille und Ziel ist, daß alle Menschen mit Mir die Verbindung herstellen in Gedanken - doch wenige nur tun es. Und darum ist es doch selbstverständlich, daß Ich diese mit Meiner Gegenwart beglücke, weil sie sich in ihren Gedanken Mir zuwenden. Denn jeder solche Gedanke trifft Mich wie ein kindlicher Ruf, den Ich nicht überhöre, weil Ich doch darauf warte. Und die Art der Gedanken bestimmten Meine Antwort - solange ihr noch nicht so innig Mir verbunden seid durch Liebeswirken, daß Ich euch auch völlig unabhängig von eurem Denken ein Wissen vermitteln kann - was aber auch den Glauben voraussetzt, daß Ich durch den Geist mit euch rede. Dann aber seid ihr auch voll überzeugt von Meiner Gegenwart, die sich euch offensichtlich beweiset. Doch daß euer Denken an Mich gleichfalls Meine Gegenwart veranlaßt und daß Ich Mich dann gleichfalls euch gegenüber äußere, das wisset ihr Menschen nicht - auch nicht, wie leicht ihr Mich darum zu euch ziehen könnet und auch immer inniger den Verkehr mit Mir pflegen könnet, so ihr uneigennützige Nächstenliebe verrichtet, durch die ihr Mich, als die ewige Liebe, zu euch zieht. Dann könnet ihr die Verbindung mit Mir festigen und zuletzt auch jenen Liebegrad erreichen, der Voraussetzung ist für ein offensichtliches Geisteswirken in und an euch. Nur glauben müsset ihr, daß ihr selbst euren Gott und Vater veranlaßt, euch gegenwärtig zu sein, durch Ihm zugewandte Gedanken. Betrachtet ihr von dieser Seite euer tägliches Leben, dann werdet ihr bald jede Stunde als wertlos ansehen, da ihr nicht Meiner gedenket; denn so ihr wisset, daß Ich euch gegenwärtig sein kann und will, werdet ihr nur glücklich sein in stiller, gedanklicher Verbindung mit Mir. Und ihr werdet Mein leises Drängen zum Liebewirken befolgen und nun auch bewußt werden des Lichtes und der Kraft, die euch aus solchen Verbindungen mit Mir erwächst.
Amen. B.D. NR. 6116.

 

Buch 66 6117

Wiedergeburt. Vergeblicher Erdenlebensweg.

23. November 1954. B.D. NR. 6117.

Vergeblich ist euer Erdenlebensweg, wenn er eurer Seele keinen geistigen Fortschritt bringt - wenn es euch nicht gelingt in dieser Zeit, euch in geistige Sphären zu schwingen, die zu enge Bindung mit der Erde - mit dem materiellen Besitz - zu lösen - wenn ihr nicht auf Erden die geistige Wiedergeburt erlanget. Eure Seele soll aus einer dunklen Haft heraustreten in ein lichtvolles Leben, sie soll frei werden von jeder materiellen Fessel, denn sie ist ein Geist und fühlt sich nur wohl im geistigen Reich, wenn sie jeder Fessel ledig ist. Der irdische Körper ist eine Fessel für die Seele und, seine Begehren sind immer materieller Art. Läßt sie sich von ihm bestimmen, dann bleibt sie in Unfreiheit, sie bleibt irdisch gesinnt, und jegliches geistige Verlangen wird in ihr erstickt. Sie muß sich frei machen von körperlichen Begierden, sie darf dem Körper nicht gewähren, was er verlangt, denn sie ist der Träger des Willens, und sie bestimmt über sich selbst. Gelingt es ihr, den Körper zu überwinden oder ihn gar ihren eigenen Wünschen oder dem von ihr erkannten "Besseren" geneigt zu machen, dann findet sie eine gar gewaltige Unterstützung von seiten des in ihr sich bergenden Geistes, der sie mehr und mehr dem geistigen Reich zudrängt, der ihr die Schätze des geistigen Reiches darbietet und sie ihr als allein begehrenswert vorstellt. Sowie sich die Seele den geistigen Belehrungen zugänglich zeigt, ist ihr Los in der Ewigkeit schon entschieden, der Aufstieg ist ihr gesichert, und der Erdenlebensweg hat ihr Erfolg eingetragen für die Ewigkeit. Aber der Kampf der Seele zuvor ist schwer, wenn der Körper in jeder Weise auf sie einwirket, wenn sie zu schwach ist, ihm Widerstand zu leisten, wenn der Körper Oberherrschaft behält und die Seele umnebelt, daß sie nun willenlos sich ihm ergibt. Sowie die Welt euch Menschen reizet, sowie ihr dieser alles abzugewinnen sucht, sowie ihr alle geistigen Gedanken verjaget, so sie in euch auftauchen, seid ihr in großer Gefahr, denn ihr erkennet nicht euren Erdenlebenszweck, ihr strebet völlig andere Ziele an als die, zwecks Erreichung derer ihr auf Erden weilet. Euer Erdenleben geht bald vorüber, und alles, was ihr euch errungen habet an irdisch materiellen Gütern, das müsset ihr zurücklassen in der Stunde des Todes. Und unglückselig werdet ihr sein, wenn ihr nicht im Besitz geistiger Güter in das jenseitige Reich eingeht. Lasset euren Erdenwandel kein Leerlauf gewesen sein, suchet euch frei zu machen von allem, was nur dem Körper nützet, der Seele aber keinen Vorteil bringt. Und strebet das Reich an, das eure wahre Heimat ist und das ihr unabwendbar auch wieder betretet, so euer leibliches Ende gekommen ist - das nur sehr verschieden sein kann, je nachdem eure Seele beschaffen ist. Darum wandelt euch, und schaffet und wirket für das geistige Reich, solange euch noch das Erdenleben belassen ist - denn eure Reue wird groß sein, wenn es zu spät ist.
Amen. B.D. NR. 6117.

 

Buch 66 6118

Liebegeist ist Schutz gegen Versuchung und Gegner Gottes.

24. November 1954. B.D. NR. 6118.

Verbleibet immer im Geist der Liebe. Nur dann seid ihr gefeit gegen die Angriffe des Feindes, denn die Liebe fliehet er, und an einen Menschen, der immer liebeerfüllt ist, tritt er nicht heran. Doch sowie sich nur ein Fünkchen Lieblosigkeit im Herzen eines Menschen bemerkbar macht, findet er Einschlupf und versucht alles, um sich noch mehr Raum zu verschaffen. Er verleitet ihn zur Unduldsamkeit, zur Selbstgerechtigkeit und zum Hochmut, um in ihm die Liebe zu ersticken, um dann freie Hand zu haben und sich den Willen des Menschen gefügig zu machen. Es wird ihm das niemals gelingen, wo die Liebe ist, denn diese gibt ihm kein Angriffsfeld, sie wehret ihm und hat auch die Kraft, ihn abzuwehren. Doch immer wieder kommt der Mensch in Lagen, wo er sich bewähren soll, weil er nur dann aufwärtssteigen kann, wenn er kämpfet oder dienet. Und also wird er Widerstände überwinden müssen, er wird sich hinabneigen müssen zu dem Hilflosen und ihm emporhelfen, er wird sich also in dienender Nächstenliebe betätigen müssen. Tut er dies, dann wird sein Kämpfen geringer werden, weil dann die Liebe ihm Kraft gibt zum Bewähren, wenn ihm Widerstand erwächst. Doch hüten muß sich der Mensch vor dem Nachlassen des Liebefeuers - wenn er nicht dem Versucher sich ausliefern will, der dann sofort bereit ist, nachzuhelfen und das Liebefeuer ganz zu ersticken. Er ist voller List und Tücke, und er versteht es meisterhaft, euch Fallen zu stellen, in die ihr ahnungslos geratet, wenn nicht das Liebelicht in euren Herzen so hell brennt, daß ihr ihn erkennt, und ob er sich noch so gut tarnt. Darum kann euch immer nur zugerufen werden: Verbleibet im Geist der Liebe - denn dann seid ihr verbunden mit Gott und habet den Feind nicht zu fürchten. Und ihr könnet auch jeder Versuchung erfolgreich mit Liebe begegnen - was es auch sei. Wenn Menschen euch demütigen wollen, wenn sie euch zur Ungeduld reizen wollen, wenn sie in euch den Neid zu erwecken suchen - immer steckt der Versucher dahinter, und immer werdet ihr ihn schlagen und verjagen, wenn ihr in der Liebe verbleibet. Dann wird alles ohne Eindruck bleiben auf euch, dann werdet ihr die Mitmenschen nur als kranke Seelen betrachten, die sich zu solchen Versuchen dem Widersacher hingeben, und ihr werdet ihnen mit Liebe entgegentreten und es zuweilen auch erreichen, daß sie in sich gehen und ablassen von ungerechtem Reden und Handeln. Denn die Liebe ist Kraft und bleibt nicht ohne Wirkung, wo sie keinen Widerstand findet. Darum sollet ihr euren Mitmenschen ein Liebeleben vorleben, das oft erfolgreicher ist als Worte, die nicht bewiesen werden durch die Tat. Verbleibet in der Liebe, und denket daran, daß ihr dann in Dem verbleibet, Der Selbst die Liebe ist - und daß Seine Gegenwart euch ein sicherer Schutz ist gegen alle Angriffe des Feindes eurer Seelen.
Amen. B.D. NR. 6118.

 

Buch 66 6119

Rechte Weinbergsarbeit. Ausbildung dafür.

25. November 1954. B.D. NR. 6119.

In Meinem Weinberg soll jeder Knecht das tun, was ihm von Mir als Arbeit zugewiesen ist. Er soll alle Kraft einsetzen, um Meinen Willen restlos zu erfüllen, er soll immer nur achten auf die Anordnungen seines Herrn, er soll niemals eigenwillig etwas in Angriff nehmen, weil Ich von Meinen Knechten völlige Unterwerfung unter Meinen Willen fordere und dieser Wille auch jedem offenbar wird, sowie er in Meinen Dienst eintritt. Ich habe ihn gedungen zur Urbarmachung von Ackerboden, auf daß in diesen gute Saat gesäet werden kann, die Mir Frucht bringen soll. Und sowie er sich nun bemüht, nach Kräften diese Arbeit zu leisten, ist er Mir ein tüchtiger Arbeiter, ein Knecht, den Ich segnen werde auf Erden schon und dereinst im geistigen Reich. Denn Ich habe endlos weite Strecken Land brachliegen, wofür Ich Arbeiter brauche. Es ist Mein Land, Mein Boden, den zu bearbeiten viel Liebe und Kraft erfordert, ansonsten nur halbe Arbeit geleistet wird, die Mich nicht befriedigen kann. Diese brach-liegenden Äcker sind die Menschenherzen, die zuvor hergerichtet werden müssen, ehe der gute Same hineingelegt werden kann - Mein Wort, das aufgehen und Wurzeln schlagen soll - das sich immer mehr ausbreiten und die herrlichsten Früchte hervorbringen soll. Und um diese Arbeit zu leisten, Menschenherzen empfänglich zu machen für Mein Wort, gehört viel Liebe und Ausdauer und auch große Kraft. Letztere empfangen Meine Knechte von Mir, so Ich ihren guten Willen ersehe. Die Liebe aber müssen sie selbst in ihren Herzen entzünden, und gerade die Liebe erst wird es zuwege bringen, daß sich die Herzen der Mitmenschen öffnen und sie empfangen wollen. Und es wird nur der ein rechter Knecht in Meinem Weinberg, der die Liebe in sich hat, der sanftmütig und geduldig ist, der die Gefahr erkennt, in der der Mitmensch schwebt, und ihm helfen will, dieser Gefahr zu entrinnen. Ohne Liebe Weinbergsarbeit zu leisten, ist unmöglich, denn es werden dann immer nur träge Knechte sein, die Mir keine Erfolge eintragen und die darum untauglich sind zur Arbeit für den Herrn. In der Endzeit aber ist emsige Arbeit geboten, und Ich suche darum immer wieder Knechte, die Mir willig dienen. Ich habe leichte und schwere Arbeit zu vergeben und nehme daher jeden an, der freiwillig zu Mir kommt - ihm dann immer den Platz anweisend, der seiner noch schwachen Kraft und Fähigkeit entspricht. Also braucht keiner zu fürchten, Mir nicht zu genügen, wenn nur sein Wille gut ist. Denn einen willigen Diener kann Ich ausbilden auch für schwerere Tätigkeit, und die Kraft geht ihm von Mir aus zu, sowie er sich für Mich und Mein Reich betätigen will. Denn überall sind Menschenherzen, die leer sind oder mit Unkraut überwuchert, die gar nichts oder irrige Lehren glauben und deren Boden nun gereinigt oder sorgfältig zubereitet werden muß, um nun mit Meinem Wort besäet zu werden. Es ist eine herrliche Tätigkeit, denn sie trägt Früchte ein für die Ewigkeit. Und wem die Gestaltung menschlicher Herzen Freude macht, wer Mitleid fühlt mit denen, die gleich sind öden, dürren Gärten, wo nicht ein gesundes Pflänzchen gedeihen kann, der lasse sich von Mir als Mein Knecht dingen. Er trete in Meinen Dienst und sei Mir ein tüchtiger Arbeiter, dessen Mühe Ich wahrlich lohnen werde. Wenn er nur ein williges Herz mitbringt, das in Liebe schlägt für seine Mitmenschen, so ist er Mir angenehm. Und Ich werde ihn versorgen mit allem, was er zu seiner Arbeit nötig hat - er selbst wird von Mir in reichem Maß des Samens erhalten, den er ausstreuen soll. Sein Herz wird selbst einem üppigen Acker gleichen, und darum wird er selbst geben können, weil er reichlich besitzt. Und er wird sich erfreuen eines jeden Pflänzchens, das aus dem Boden hervorsprießt - das er nun auch mit dem Lebenswasser der Liebe begießen soll, auf daß es wachse und gedeihe. Ihr müsset selbst mit ganzer Liebe dabei sein, ihr dürfet eure Arbeit nicht verrichten als lästige Aufgabe eures Herrn, sondern voller Freuden alles tun, was Ich euch sage, dann werdet ihr auch über den kleinsten Erfolg beglückt sein und alles tun, um eine gute Ernte zu erzielen.
Amen. B.D. NR. 6119.

 

Buch 66 6120

Die Wahrheit spricht das Herz an.

26. November 1954. B.D. NR. 6120.

Was zum Herzen spricht, das ist gut und (muß, d. Hg.) als göttlich angesehen werden - was aber nur den Verstand anspricht, das wird auch Produkt des Verstandes sein und muß daher auch geprüft werden auf seinen Wert. Doch ist ein Mensch in seinem Herzen Gott zugewandt, so kann auch sein Verstandesdenken recht sein. Zumeist aber wird der Verstand beherrscht von der Gott-gegnerischen Macht, und darum braucht nicht alles der Wahrheit zu entsprechen, was Verstandesergebnis ist. Es geht hier zwar nur um das Wissen, das auf die menschliche Seele von Einfluß sein kann oder soll - um das Wissen auf religiösem Gebiet, das eben ein reines Verstandeswissen sein kann oder ein durch den Geist Gottes dem Herzen vermitteltes Wissen, das aber auch wieder zum Herzen sprechen wird. Wird nun euch Menschen ein solches Wissen zugeführt, so sollet ihr es zuvor prüfen auf seinen Wert, und ihr werdet es auch können, wenn ihr im Verlangen nach Wahrheit beachtet, wie euch das Wissen anspricht - ob euer Herz es als recht und gut empfindet und ihr wohl möchtet, daß dies Wahrheit sei - oder ob ihr zu denken beginnet, weil das euch vermittelte Gedankengut euren Verstand mehr in Anspruch nimmt als das Herz. Die reine Wahrheit wird jeden Menschen, der die Wahrheit begehrt, berühren wie ein Geschenk, das ihn beglückt. Unwahres dagegen wird einen Eindruck hinterlassen, als müsse man sich wehren gegen eine Vergewaltigung - doch immer nur für den Menschen, der im Licht wandeln möchte, während die Wirkung auf Weltmenschen eine umgekehrte ist - daß die Wahrheit ihn unangenehm berührt, das Unwahre aber von ihm anerkannt wird. Woraus schon ersichtlich ist, daß Geist zu Geist spricht und der Verstand zum Verstand - also jeder geistig Strebende sein Herz sprechen lässet, der Weltmensch aber nur den Verstand. Der geistig Strebende hat darum einen sicheren Wegweiser, denn ihn wird immer nur das ansprechen, was seiner Seele dienlich ist - während der Verstandesmensch oft nicht einmal den Verstand recht gebrauchet zur Prüfung und darum das Einschlüpfen von Irrtum leicht möglich ist. Denn es ist auch das geistige Wissen in der Welt zu einem puren Verstandeswissen geworden, es beschäftigt sich oft nur der Verstand mit Problemen, die in geistiges Gebiet hineinragen, und es erhebt doch der Mensch Anspruch darauf, daß seine Ergebnisse als Wahrheit gewertet werden. Darum gilt hier der Hinweis: Was zum Herzen spricht, ist gut und wahr; doch es muß auch zum Herzen sprechen, um als gut und wahr anerkannt zu werden. Denn nur das Herz ist empfänglich für die Wahrheit, nur das Herz versteht die Sprache des Geistes, der die reine Wahrheit ausstrahlt und sich also durch das Herz dem Menschen kundgibt.
Amen. B.D. NR. 6120.

 

Buch 66 6121

Rechtes Maß der Eigenliebe - "wie dich selbst."

27. November 1954. B.D. NR. 6121.

Ein Opfer zu bringen zugunsten eures Mitmenschen ist wahre uneigennützige Nächstenliebe - dann liebet ihr den Mitmenschen mehr als euch selbst. Und gebet ihr ihm das gleiche, was euch selbst begehrlich ist, dann liebet ihr ihn wie euch selbst. Ich fordere nur diese Nächstenliebe, d.h., auch sie muß im freien Willen geübt werden, und sie wird euch geistigen Segen eintragen. Doch so ihr auch zu opfern bereit seid, so ihr freiwillig verzichtet, um dem Nächsten geben zu können, dann ist diese Nächstenliebe um vieles wertvoller und also auch der Erfolg für die Seele weit größer. Es ist dem Menschen ein Maß von Eigenliebe zugebilligt, weil solche nötig ist zur Erfüllung der Erdenaufgabe, daß der Mensch sein körperliches Leben erhalte, daß er sich selbst das zuwendet, was der Körper benötigt, um das Erdenleben zurücklegen zu können. Nur darf diese Eigenliebe nicht das Maß übersteigen, so daß der Mensch nicht seines Nächsten gedenkt - daß er alles nur sich selbst zuwendet, also die Liebe falsch gerichtet ist. Darum setzte Ich die Worte hinzu: "wie dich selbst." Und es wird also der Mensch nun den Maßstab anlegen können an seinem Denken und Handeln - er muß, will er Meinen Willen erfüllen, in gleicher Weise seines Nächsten gedenken, wie er sich selbst bedenkt. Und je nach der Liebewilligkeit des Herzens wird der Mensch nun leichter oder schwerer Mein Gebot erfüllen. Wer aber sich selbst hinter den Nächsten zurückstellt, dessen Herz ist überaus liebewillig, und er wird sehr leicht zur Vollkommenheit gelangen. Doch alles ist euch freigestellt. Ich gab euch zwar das Liebegebot, doch wer es nicht erfüllen will, der achtet nicht des Gebotes - wer aber die Liebe in sich hat, der benötigt Mein Gebot nicht. Und dieses erst ist die rechte Liebe, die aus sich heraus tätig wird, ohne durch Gebote dazu angehalten zu werden. Es kann aber der Mensch, der aufmerksam gemacht wird auf Mein Liebegebot, auch ohne inneres Drängen Werke der Liebe verrichten, anfangs nur angeregt durch dieses Gebot - bis dann der Liebefunke in ihm sich mehr und mehr entzündet und es den Menschen selbst beglückt, so er sich dem Nächsten gegenüber liebend betätigt. Doch erst das wird bewertet, was die Liebe zum Mitmenschen zum Anlaß hat. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Eigenliebe besitzet jeder Mensch, und auch berechtigt, aber sie darf nicht die Liebe zum Mitmenschen übertreffen, was jedoch der Fall ist, wenn der Mensch an dessen Not vorübergeht, wenn er glaubt, nichts abgeben zu können, weil er selbst nicht viel besitzt. Er soll auch das wenige mit ihm teilen, und er wird nicht zum Schaden kommen dadurch, denn so er es aus Liebe tut, wird es ihm reichlich vergolten werden - denn Ich Selbst messe ihm zu, wie er ausgemessen hat. Der liebende Mensch aber bedenkt nicht erst, er gibt auch unter Opfern, und sein Lohn wird wahrlich groß sein im Himmel. Denn er wird stets reicher, je mehr er opfert, je mehr er den Mitmenschen beglückt. Er wird viel Liebe empfangen dürfen und verbunden sein mit Mir, weil er sich selbst zur Liebe gewandelt hat.
Amen. B.D. NR. 6121.

 

Buch 66 6122

Verheißungen der Herrlichkeit. Bilder des finsteren Reiches.

29. November 1954. B.D. NR. 6122.

Keiner wird die Herrlichkeiten des geistigen Reiches sich auszudenken vermögen, denn sie übertreffen alles für euch Vorstellbare. Es kann sich aber auch kein Mensch eine Vorstellung machen von dem Reiche der Finsternis, das gleichfalls alle euch gegebene Schilderung übersteigt. Euch Menschen aber müssen beide Reiche verborgen bleiben, um nicht euren freien Willensentscheid auf der Erde zu gefährden, dennoch werdet ihr davon in Kenntnis gesetzt, daß unvorstellbare Glückseligkeit im Licht oder auch qualvolle Finsternis euer Los ist, wenn eure Seele den Erdenleib verlassen muß und in das geistige Reich eingeht. Doch zumeist lassen euch diese Kenntnisse unberührt, euch fehlt der Glaube daran und darum auch die Verantwortung. Ihr lebet auf Erden, immer nur eure Augen gerichtet auf das Irdisch-Erreichbare - aber ihr denket nicht des Zustandes eurer Seele nach dem Tode. Was tut ihr nicht alles, um dem Körper ein angenehmes Leben zu schaffen, von dem ihr aber bestimmt wisset, daß er vergeht. Und wie wenig nützen euch die Verheißungen von einem ewigen Leben in Herrlichkeit - wie wenig fürchtet ihr einen unglückseligen Zustand in der Finsternis - weil ihr nicht daran glaubet. Doch einmal werdet ihr euch von der Wahrheit dessen überzeugen und voller Reue zurückdenken an das Erdendasein, das euch gegeben wurde, zu sorgen für euer geistiges Wohl. Warum lasset ihr euch nicht beeindrucken von den Verheißungen der ewigen Herrlichkeit - warum schrecket ihr nicht zurück vor den Bildern, die euch vom Reiche der Finsternis entworfen werden? Warum sorget ihr nur für die kurze Zeit eures Erdenlebens und gedenket nicht der endlos langen Zeit nachher? Ihr glaubet, daß mit dem Leibestod die Grenze gesetzt ist für euer Bestehen, doch beweisen könnet ihr es nicht. Warum erwäget ihr nicht die Möglichkeit, daß alles wahr ist, was euch Menschen vorgestellt wird? Ihr könnet nicht dazu gezwungen werden, aber ihr solltet frei aus euch heraus darüber nachdenken und nicht so leichtfertig euren Leibestod als sicheres Ende eures Seins annehmen. Sowohl das Reich des Lichtes als das Reich der Finsternis müssen euch verborgen bleiben eurer Willensfreiheit wegen, aber dennoch gibt es auch Beweise für die Wahrheit dessen, was euch gesagt wird darüber, die euch zwar erst dann beweiskräftig erscheinen, so ihr selbst ergründen möchtet, ob ihr fortlebet nach dem Tode. Dann geben sich euch auch die geistigen Wesen zu erkennen, doch nur, um euren Glauben daran zu stärken. Dem Sehen-Wollenden wird das Geistesauge geöffnet, und er braucht nicht blind daherzugehen. Wo aber der Wille fehlt, zum Licht zu kommen, da bleibt es auch dunkel, und Dunkelheit empfängt auch die Seele nach dem Tode des Leibes. Denn jeder schafft sich das Los selbst - ein Reich des Lichtes und der Herrlichkeit oder Sphären qualvoller Finsternis - je nach seinem Willen, der frei ist und frei bleiben muß und daher auch das Leben in der Ewigkeit bestimmt.
Amen. B.D. NR. 6122.

 

Buch 66 6123

Gott erkennt alles. Wahrheit und Schein. Maske des Gegners.

30. November 1954. B.D. NR 6123.

Ich urteile wahrlich nicht nach dem Äußeren, und Ich lasse Mich nicht täuschen von dem, was der Mund ausspricht. Ich ersehe die Gedanken, den Willen des Menschen, und diesen allein bewerte Ich, diesem Willen entsprechend wirke Ich und führe Mein Erziehungswerk an dem Menschen durch. Den Mitmenschen könnet ihr wohl täuschen, doch niemals Mich, Der Ich die geheimsten Gedanken in euren Herzen kenne. Ihr müsset wissen, daß Ich die ewige Wahrheit Selbst bin und Mir darum jede Unwahrheit, jeder versteckte Gedanke, ein Greuel ist und daß Ich für eure Nöte nur dann ein offenes Ohr habe, wenn ihr ohne Falsch zu Mir kommet, wenn ihr euch völlig entäußert des Scheins, den ihr euren Mitmenschen gegenüber glänzen lassen wollet. Nur wer in Wahrheit und Demut zu Mir kommet, den höre Ich an, des Unaufrichtigen aber achte Ich nicht. Denn dieser glaubt nicht an Mich als ein gerechtes und wahres Wesen, Das jeglichem falschen Schein abhold sein muß, ansonsten Es unvollkommen wäre. Mein Gegner aber verbirgt sich oft hinter einer Maske, und ihr seid seine Anhänger, so ihr euch nicht der innerlichsten Wahrheit befleißigt, so ihr nicht alles aus eurem Herzen entfernt, was ihr zu verbergen suchet. Mein Gegner ist ein Feind der Wahrheit - seine List aber ist es, sich so hinzustellen, wie er nicht ist, aber doch sein sollte. Denn der Falsche wird sich immer ein Kleid borgen - er weiß es wohl, was ihm mangelt, und er täuschet also vor, als besitze er es. Und somit verrät er sich auch und kann niemals sagen, nicht um Meinen Willen zu wissen. Doch die Verstellung nützet ihm nichts, weil er erkannt wird von Mir bis auf den Grund. Und er wird erst dann angesehen von Mir, wenn er in sich geht und sich Mir gegenüber aller seiner Fehler entäußert, wenn er alle Hüllen abwirft, die Mir sein Wesen und Denken verbergen sollten - wenn er so zu Mir kommt und spricht, wie er ist und denkt. Dann erst kann er damit rechnen, daß Ich ihn anhöre und Mich seiner Not annehme. Denn Ich will, daß ihr Menschen zu Mir rufet im Geist und in der Wahrheit. Dann erst kann Ich euch gegenwärtig sein, von eurem Ruf dazu bestimmt. Und dann erst könnet ihr Meine Liebe und Erbarmung erfahren, die Ich jedem zuwende, der demütig und vollvertrauend zu Mir kommt - der nun, durch das Enthüllen seiner selbst, auch zu erkennen gibt, daß er Meinem Gegner entfliehen und sich Mir zuwenden will - und der nun auch Meine Hilfe erwarten kann in seiner Not.
Amen. B.D. NR. 6123.

 

Buch 66 6124

Trostworte. Leiden - Krankheit. Verbindung mit Gott.

2. Dezember 1954. B.D. NR. 6124.

Verlasset euch allzeit auf Mich, daß Ich euch führe auf rechten Wegen. Wenn es auch scheinet, als bestimmet ihr selbst euer Geschick, als könnet ihr durch euren Willen euer Erdenleben in andere Bahnen lenken - solange ihr euch Mir verbindet, solange ihr mit Mir Kontakt zu haben begehrt, lenke Ich euch, und ihr führet nur Meinen Willen aus, den Ich gleichsam euch ins Herz lege, weil ihr dieses möglich macht durch euren Mir zugewandten Willen. Wer sich einmal Mir anschließt, wer in Verbindung stehen will mit Mir, der kann unbesorgt sein über sein ferneres Schicksal - denn dieses gestaltet sich so, daß seine Seele von allem Nutzen ziehen kann und auch wird, wenn sich der Mensch gläubig Mir anvertraut, wenn er sich Mir und Meiner Führung freiwillig unterstellt - wenn er sein Leben mit Mir lebt, wenn er ständig Meiner gedenkt und Meine Liebe zu gewinnen bemüht ist. Dann gehört ihm auch Meine ganze Liebe, die nur das Heil seiner Seele will, das in der Erlangung der ewigen Seligkeit besteht. Glaubet es Mir, daß ihr im Erdenleben nur dann kämpfen müsset, wenn ihr nicht freiwillig dienet. Kampf also kann euch erspart bleiben, wenn ihr in dienender Nächstenliebe tätig seid - doch Leiden und Krankheit können noch zur Läuterung der Seele beitragen, aber dennoch für euch erträglich sein, so ihr zu Mir eure Zuflucht nehmet. Ich bin immer für euch da, in allen irdischen und geistigen Nöten, und Ich will es, daß ihr durch solche immer inniger euch an Mich anschließet, bis ihr so fest mit Mir verbunden seid, daß ich ständig neben euch wandeln kann und ihr ständig mit Mir Zwiesprache haltet - daß ihr euch immer Meiner Gegenwart bewußt seid - also nun ein Leben führet in und mit Mir. Alles Erleben soll nur dazu beitragen, daß ihr euch unlösbar Mir verbindet, und dann wird euch auch nichts mehr schrecken oder beunruhigen, denn das Bewußtsein Meiner ständigen Nähe gibt euch Kraft und Sicherheit in allem, was ihr unternehmet. Und euer Wille wird der Meine sein, weil ihr euch voll und ganz Meinem Willen unterstellt und darum nur noch wollen, denken und handeln werdet, wie es gut ist vor Meinen Augen.
Amen. B.D. NR. 6124.

 

Buch 66 6125

Abwehrwille gegen Wahrheit (Bibel).

4. Dezember 1954. B.D. NR. 6125.

Ich welcher Not befinden sich die Menschen auf Erden, daß sie unzugänglich sind der Wahrheit aus Gott. Sie können nur in der Wahrheit ihr Heil finden und wehren sich dagegen, die Wahrheit anzunehmen - sie setzen ihr einen überaus starken Abwehrwillen entgegen, weil sie gefangen sind im Irrtum und in der Lüge. Nur die reine Wahrheit könnte ihnen Licht geben, und die Menschen verschließen sich ihr und können doch nicht gezwungen werden zum Aufgeben ihres Widerstandes. Es ist dies ein Beweis, daß der Gegner Gottes große Macht hat über die Menschen, und besonders in der Zeit des Endes - es ist ein Beweis, daß das Himmelreich Gewalt leidet, und wer es an sich reißen will, der muß Gewalt anwenden. Er muß einen gewaltsamen Schritt tun und die Löse vollziehen von allem Falschen, Unwahren - er muß auch bereit sein, sein Wissen hinzugeben, wenn er die reine Wahrheit erhalten will. Er muß vor allem die Wahrheit begehren mit allen seinen Sinnen. Dann widersteht er dem Gegner Gottes, und dann ist dessen Macht gebrochen. Wer gibt euch Menschen die Garantie, daß das Alte, Übernommene der Wahrheit entspricht? Warum haltet ihr so fest an dem, was menschliches Unvermögen entartet wiedergibt, und gedenket nicht der Worte, die der Herr Selbst auf Erden gesprochen hat? - Und Seine Worte werden wahrlich recht verstanden werden können, wenn nicht nur der Verstand, sondern auch das Herz darüber nachdenkt. Seine Worte können wohl auch mißdeutet werden, sie werden aber immer auch die Bedeutung zulassen, die der reinen Wahrheit entspricht. Anders aber die Worte, die menschlich dem reinen Evangelium Jesu Christi hinzugefügt wurden. Denn menschlich gesprochene Worte legen sich fest in ihrem Sinn. Und menschlich gesprochene Worte sind es, die zu großen Irrungen und Wirrungen führen und geführt haben, die aber den Worten des Herrn gleichgestellt wurden und doch nur dann gleichberechtigt sind, wenn sie unmittelbares Wirken des göttlichen Geistes waren. Solche Worte aber stimmen voll und ganz mit dem Wort des Herrn überein. Ihr könnet euch selbst keinen größeren Schaden zufügen, als so ihr euch festleget in Worten, die Menschliches allzu menschlich behandeln. Ihr müsset wissen, daß der Geist der Entsprechung zur Zeit des Erdenwandels Jesu Christi weit mehr herrschte als heut, daß aber darum auch die Menschen einander verstanden, weil sie fast alle den Schlüssel der Entsprechungen kannten, und darum auch zuweilen bildliche Vergleiche angewandt wurden, die aber von den Menschen in späterer Zeit wortgemäß ausgelegt wurden. Sowie ihr aber das Wort des Herrn Selbst in jeder Zweifelsfrage dagegensetzet, werdet ihr auch den Sinn bildlicher Vergleiche verstehen - doch niemals dürfet ihr diese dem Wort des Herrn voranstellen. Er brachte euch Menschen die reine Lehre, Er gab euch Aufschluß, und Sein Wort ist noch rein erhalten geblieben, nur oft auch mißverstanden. Doch nicht so ist es mit den Worten, die Seinem reinen Evangelium hinzugefügt wurden, denn diese blieben nicht unverändert, und Menschenwille ersetzte zuweilen Geisteswirken durch Verstandesdenken. Und es brachte dies fast unmerkliche Abänderungen zuwege, die aber vollauf genügen, Verwirrung zu stiften - irrige Lehren entstehen zu lassen, die wahrlich eine große Gefahr sind für die noch geistig blinde Menschheit. Und auch das ist ein Anlaß, daß Gott Sich immer wieder von neuem den Menschen kundgibt, daß Er, als die ewige Wahrheit, immer wieder die Wahrheit zur Erde leitet, daß Er Sein Evangelium in aller Reinheit denen vermittelt, die im Verlangen nach der Wahrheit Ihn darum bitten und bereit sind, die Wahrheit zu verbreiten. Immer zwar vermittelte der Geist Gottes Seinen Dienern die reine Wahrheit, doch immer wieder werden Verstandesmenschen das Wirken des Geistes aufheben, weil den Menschen der freie Wille gegeben ist, der auch dann nicht von Gott angetastet wird, so er sich - durch Seinen Gegner veranlaßt - an der reinen Wahrheit vergreift. Aber immer wieder wird Gott reinigen, was Menschen verunreinigt haben - immer wieder wird die ewige Wahrheit Selbst Sich offenbaren - immer wieder wird das Licht der Wahrheit erstrahlen denen, die guten Willens sich seinem Liebestrahl öffnen.
Amen. B.D. NR. 6125.

 

Buch 66 6126

Reuezustand im Jenseits über Ablehnung des göttlichen Wortes.

5. Dezember 1954. B.D. NR. 6126.

Alle werdet ihr es dereinst erfahren, wie euch Meine Sorge galt während eures Erdendaseins; doch viele werden reuevoll der ungenützten Gnaden gedenken, und ganz besonders wird diesen Mein Wort zum Gericht werden, das sie hören durften auf Erden und doch nicht anhörten so, daß es ihnen Segen gebracht hätte. Auch im jenseitigen Reich wird ihnen Mein Wort nahegebracht, doch es kann nicht in dem Maße ausgelebt werden wie auf Erden, solange den Seelen die Kraft dazu fehlt. Doch jegliche Kraft, die sie sich erwerben im geistigen Reich, nützen sie eifrig zu ihrem Fortkommen, während auf Erden die ihnen reichlich zur Verfügung stehende Lebenskraft von ihnen vergeudet wurde. Und es wird diese Erkenntnis sie in einen reuevollen Zustand versetzen, sie werden eine quälende Reue empfinden und erkennen, daß sie das Irdisch-Versäumte nicht mehr nachholen können - wenngleich sie auch nun noch eine Hoffnung haben, ihren mangelhaften Zustand zu verbessern und in Gefilde des Lichtes zu gelangen, wenn auch weit schwieriger, als auf Erden es möglich war. Doch es kann euch Menschen immer nur vorgestellt werden, aber bewiesen werden kann es euch nicht. Darum achtet ihr nicht dieser Warnungen und Mahnungen, und es gibt keine Möglichkeit, euch ohne Willenszwang auf den rechten Weg zu führen, der euch das Ziel erreichen lässet - ein ewiges Leben in Licht und Kraft. Solange ihr auf Erden lebt, wird auf euch eingewirkt, doch immer nur so, daß euer freier Wille unangetastet bleibt, und dieser Wille wird von der irdischen Welt so beeindruckt, daß er nur immer tätig wird dort, wo er irdische Erfolge sieht - alles Geistige, die Sorge um sein Seelenheil, aber als unglaubwürdig zurückstellt. Die Reue wird dereinst übergroß sein, wenn ihm die Bedeutung des Erdenlebens klargeworden ist - und diese Reue möchte Ich euch ersparen, Ich möchte, daß ihr an geistigen Erfolgen während des Erdenlebens euch bereichert, Ich möchte euch am Lebensende in selige Sphären geleiten können. Ich möchte, daß ihr dankbar zurückblicket auf euren Erdengang und die große Liebe eures Vaters im Himmel erkennet, die euch galt während dieser Zeit. Ich habe wahrlich keine Freude daran, wenn ihr leiden müsset nach eurem Leibestode, und kann euch doch nicht ein anderes Los bereiten, als ihr es verdienet, weil auch Meine Gerechtigkeit sich äußern muß und nichts wider Meine göttliche Ordnung geschehen kann trotz Meiner übergroßen Liebe. Darum kann Ich immer nur durch Mein Wort auf euch einwirken, Ich kann nur mit Meinem Wort euch ansprechen, und die Kraft Meines Wortes müsset ihr euch zunutze machen, dann wird euer Eingang in das geistige Reich wahrlich für euch Glück und Seligkeit bedeuten, und dann werdet ihr Mir danken ewiglich für Meine Liebe und Gnade, die euch allen gilt, die ihr noch auf Erden weilet.
Amen. B.D. NR. 6126.

 

Buch 66 6127

Kampf gegen sich selbst, Begierden und Überwinden dieser.

6. Dezember 1954. B.D. NR. 6127.

Tötet euren Leib ab, wenn ihr eurer Seele das Leben geben wollet. Darunter ist nicht zu verstehen, daß ihr euren Leib mißhandeln sollet, daß ihr euch kasteiet oder euch selbst verunstaltet, denn solches bezeugt nur einen mangelhaften Verstand, eine Verirrung menschlichen Denkens und eine Mißachtung dessen, was Ich als Schöpfer euch gegeben habe, es bedeutet ein Mißachten des Werkes seinem Schöpfer gegenüber. Was Ich von euch verlange, ist, daß ihr die Begierden des Körpers abtötet, daß ihr euch selbst überwindet, daß ihr nicht die Wünsche des Körpers, die nur seinem Wohlleben gelten, erfüllet und dadurch eurer Seele einen übergroßen Schaden zufüget. Es ist dieser Kampf gegen die körperlichen Begierden wahrlich schwer, er fordert euren ganzen Willen zur Verzichtleistung, er fordert ein freiwilliges Entbehren, ein Sich-Versagen dessen, was euch reizvoll erscheint. Es ist wahrlich ein Kampf, zu dem ihr Kraft benötigt, doch diese Kraft geht euch zu, so ihr es nur ernst meinet mit eurer Vollendung - so ihr wirklich die Absicht habt, das Ziel auf Erden zu erreichen, vollkommen zu werden. Denn eure Vollkommenheit hängt von dem Zustand eurer Seele ab, nicht aber von dem Zustand eures Körpers. Und der Körper und dessen Leidenschaften sind euch beigegeben worden zur Erprobung eures Willens. Für die Erdenzeit tritt daher der Körper in den Vordergrund, er will sich behaupten in seinen Ansprüchen, und alle seine Wünsche und Begierden sind dazu geeignet, das Verlangen der Seele zu verdrängen, denn immer wieder meldet er sich und sucht den Willen des Menschen zu bestimmen, ihm Erfüllung zu gewähren. Die Seele aber kann sich nicht offensichtlich äußern, und macht sie sich bemerkbar in Form von Gedanken, so werden diese Gedanken schnell wieder verdrängt, und es gehört eine große Willensstärke dazu, ihr Gehör zu schenken und den Körper um ihretwillen zu vernachlässigen. Es gehört dazu eine Willensstärke, also muß der Mensch ankämpfen gegen die Begierden des Fleisches, gegen alles dem Körper Zuträgliche, das aber der Seele unzuträglich ist. Zu diesem Kampf wider euch selbst, wider eure Begierden - fordere Ich euch auf, denn es ist nur der Kampf der Seele gegen den Körper. Die Seele aber ist unvergänglich, und sie wird einmal das Los auf sich nehmen müssen, entsprechend ihrem Reifezustand, der aber ein sehr niedriger ist, wenn der Mensch den Körper zuerst bedenkt und die Seele darben lässet. Kämpfet den Kampf gegen eure Begierden, tötet euren Leib ab, gebet ihm nur, wessen er zur Erhaltung seines Lebens bedarf - alles andere aber wendet eurer Seele zu, die nur reifen kann, wenn ihrer im Erdenleben mehr gedacht wird als des Körpers. Einen solchen Kampf werde Ich segnen, und er wird wohl anfangs eure ganze Willensstärke benötigen, aber auch stets leichter werden, je mehr ihr euch überwindet, denn Ich versorge euch ständig mit der Kraft zur Überwindung, wenn ihr selbst dies nur ernstlich wollet - und dann werdet ihr sicher euer Ziel erreichen.
Amen. B.D. NR. 6127.

 

Buch 66 6128

Evangelium-Verkünden denen, die geistig Trost brauchen, und den Seelen im Jenseits.

7. Dezember 1954. B.D. NR. 6128.

Wo immer euch Menschen begegnen, die geistigen Trost brauchen, dort sollet ihr eures Amtes walten - ihnen Mein Evangelium bringen. Und sie werden es dankbar annehmen, sowie ihr es ihnen in Liebe darbietet. Wie aber wird es euch ersichtlich, daß sie geistigen Trost benötigen? Wenn ihr erkennet aus ihren Reden, daß sie verzweifelt sind, weil ihnen der Glaube fehlt - wenn sie erbittert oder verzagt die Frage stellen: "Warum das alles? - ", wenn sie nicht um ihren Erdenlebenszweck wissen, wenn sie auch an der Welt keine Freude finden und unglückselig sind durch Schicksalsschläge aller Art. Dann weiset sie liebevoll darauf hin, daß sie einen Vater im Himmel haben, Dessen Liebe auch ihnen gilt und Dem sie sich im Herzen zuwenden sollen, auf daß sie Frieden finden und Hilfe in ihrer Not. Machet sie nur bekannt mit dem Gott der Liebe - denn das Bewußtsein, nicht allein und verlassen zu sein, wird sie trösten und sie auch dazu bewegen, sich Dem, Der sie liebt, anzuvertrauen, und in ihrem Erdenleben kann eine Wendung eintreten, der geistige Weg kann beschritten werden, der auch zum Ziel führt. Es muß den Menschen die Liebe gepredigt werden - sie müssen wissen, daß sie geliebt werden von ihrem Schöpfer und Vater von Ewigkeit und daß sie gleicherweise lieben sollen alle von demselben Vater ausgegangenen Geschöpfe - ihre Brüder auf Erden. Und so ihr ihnen dieses Wissen vermittelt, dann verkündet ihr ihnen Mein Evangelium, dann arbeitet ihr für Mich und Mein Reich, dann nehmet ihr euch derer an, die Hilfe brauchen in ihrer geistigen Not. Und ihr sollt euch bemühen, selbst ein Liebeleben zu führen, auf daß eure Worte lebendig sind, auf daß die Mitmenschen sich an euch ein Beispiel nehmen können. Keine Minute dürfet ihr vergessen, daß ihr doch Meine Kinder seid, daß ihr aus der Liebe hervorgegangen seid und darum auch euer Wesen Liebe sein muß, wollet ihr euch zu den Meinen zählen, wollet ihr rechte Vertreter Meiner Liebelehre sein. Dann wird euch auch die geistige Not des Mitmenschen ersichtlich sein, und sie wird euch berühren und zur Hilfe veranlassen, und ihr werdet glücklich sein, ihm Mein Wort bringen zu dürfen. Denn Ich werde euch die Menschen zuführen, die des geistigen Trostes bedürfen, und Ich werde euch segnen, so ihr willig seid, an diesen eure Missionsarbeit zu leisten. Und wenn es euch gelingt, nur eine Seele Mir zuzuführen, so habt ihr schon eine gesegnete Arbeit für Mich und Mein Reich getan. Doch werdet nicht müde, seid eifrige Knechte in Meinem Weinberg, denn die Menschen sind in großer Not, sie brauchen viel Liebe und Zuspruch und eure Leitung, um zum Frieden zu kommen in und mit Mir.
Amen. B.D. NR. 6128.

 

Buch 66 6129

Evangelium-Verkünden denen, die geistig Trost brauchen, und den Seelen im Jenseits.

8. Dezember 1954. B.D. NR. 6129.

Und verkündet auch den Seelen im Jenseits das Evangelium, denn sie benötigen es dringend, solange sie noch nicht im Licht stehen und nur durch Mein Wort den Grad erreichen, daß sie das Lichtreich betreten können. Solange die Seelen nichts besitzen, können sie nicht in Liebe wirken, also auch nichts abgeben. Empfangen sie aber durch euch Licht und Kraft, so können auch sie nun Licht und Kraft abgeben. Und Licht und Kraft vermittelt ihnen nur Mein Wort, das sowohl auf Erden als auch im Jenseits zugeführt wird allen, die guten Willens sind. Ihr Menschen könnet die Verbindung herstellen mit den Seelen, die selbst noch nicht die Verbindung mit Mir hergestellt haben - die selbst noch nicht fähig sind, Mein Wort zu vernehmen, auch wenn es tönet im geistigen Reich. Und so traget ihr also ihnen dieses Mein Wort zu. Gedenket jener Seelen, sowie ihr selbst tätig seid auf Erden für Mich und Mein Reich - bedenket, daß auch diese Seelen teilnehmen können an eurer Weinbergsarbeit, daß sie eher geneigt sind, euch anzuhören, mit denen sie durch euer Gedenken sich noch verbunden fühlen, als wenn ihnen ein Lichtwesen im Jenseits gegenübertritt, das sie nicht als solches erkennen und daher auch nicht so leicht annehmen, was diese ihnen bieten wollen. Ihr könnet nun die Brücke schlagen, ihr könnet ihnen das Evangelium der Liebe vortragen und sie so weit belehren, daß sie vorerst selbst über sich nachdenken und dann auch die geistigen Freunde leichter zu ihnen Zugang finden, weil sie sich dann mit ihnen über ihren Zustand besprechen und auch Rat annehmen. So ihr den Seelen Mein Wort vortraget, werdet ihr selten erfolglose Arbeit leisten, denn das reine Wort Gottes übt eine unvorstellbare Wirkung aus auf die Seelen, die es bereitwillig anhören. Denn sie verstehen plötzlich, was ihnen bisher unverständlich war, und sie erfassen auch schneller die Wahrheit - sie finden viel eher den Zusammenhang, als sie ihn auf Erden gefunden hätten, denn den unvollkommenen Seelen mangelt es an Licht, und dieses Licht strahlt ihnen nun aus Meinem Wort entgegen, so daß das Wort nicht ohne Wirkung bleiben kann, sofern nicht völlig unwillige Seelen Widerstand leisten, diesen aber auch der Lichtschein entzogen wird, sowie sie sich auflehnen. Gedenket aller Seelen, die euch lieb waren auf Erden. Gedenket aber auch der Seelen in der Finsternis, die in unsäglicher Qual schmachten, und betet für sie, auf daß sie nachgiebiger werden, auf daß sie die Kraft eurer Liebe spüren und zu euch kommen, um von euch belehrt zu werden. Bringet diesen Seelen viel Liebe entgegen, und ihr löset dadurch ihre Fesseln - rufet sie alle zu euch und lasset sie teilnehmen am geistigen Austausch. Gebet ihnen Nahrung, denn sie leiden entsetzlich an Hunger und Durst und können diesen nur stillen mit dem Brot des Himmels, das Ich Selbst austeile, das sie aber durch euch in Empfang nehmen müssen, weil sie sich noch von Mir abwenden - doch ohne diese Speise niemals zu Kraft und Licht gelangen können. Was Ich euch überreichlich zukommen lasse, das teilet jenen armen und unglückseligen Seelen aus, und Ich werde euch segnen. Denn Meine Liebe will auch aus der Tiefe die Seelen erlösen, und eure Liebe soll Mir dabei helfen.
Amen. B.D. NR. 6129.

 

Buch 66 6130

Begründung der Niederkunft Christi. Erbarmungsakt.

9. Dezember 1954. B.D. NR. 6130.

Voller Erbarmen sah Ich zur Erde herab auf die geknechtete Menschheit. Ich sah ihre große Not, die zwar selbstverschuldet war, doch Ich sah auch die große Schwäche der Menschen, die darum von ihrer Last niedergedrückt wurden und sich aus eigener Kraft nicht mehr erheben konnten. Und Meine Liebe wurde so mächtig, daß sie der leidenden Menschheit Hilfe bringen wollte. Meine Liebe war so groß, daß Ich Selbst zur Erde herniederstieg, um die Menschen von ihrer Sündenlast zu befreien und ihnen wieder den Weg zu Mir frei zu machen. Meine Niederkunft zur Erde war ein Akt der Liebe und Barmherzigkeit eures Schöpfers und Vaters von Ewigkeit. Ich wollte den Menschen den Frieden bringen, das Heil. Ich wollte, daß sie sich wieder des Lichtes und der Kraft erfreuen konnten, die sie verloren hatten durch die Sünde der einstigen Auflehnung wider Mich. Die Menschheit steckte so tief in der Finsternis, und sie konnte aus ihr nicht mehr hinausfinden, weil sie auch völlig kraftlos war. Es war ein Zustand größter Unglückseligkeit, denn sie wurden gefangengehalten von einem Herrn, der sie in seiner Gewalt hatte, der sie ewig nicht mehr freigeben wollte. Ich aber besaß auch Anspruch auf euch, weil ihr einst aus Meiner Liebekraft hervorgegangen waret. Und Meinen Anspruch gebe Ich nicht verloren. Ich war bereit, mit Meinem Gegner zu kämpfen um euch, und kam darum zur Erde, weil nicht die Gottheit diesen Kampf führen wollte, sondern die Liebe und diese sich nun in einem Menschen verkörperte - also gleichsam ein Mensch den Kampf aufnahm mit dem Gegner, Der Sich als Waffe nur der Liebe bediente. Die Liebe also führt den Kampf - die Liebe bewog Mich, zur Erde zu steigen und in dem Menschen Jesus Wohnung zu nehmen - Der Mir mit ganzer Seele ergeben war, Der nach dem Zusammenschluß mit Mir strebte mit allen Sinnen, Der Selbst die Seele des Lichtes in Sich barg, die ihren gefallenen Brüdern helfen wollte, daß sie wieder zum Vater, zur Höhe emporsteigen konnten, um selig zu sein. Das Vollkommen-Gebliebene wollte dem unvollkommen Gewordenen wieder zur Vollkommenheit verhelfen. Die Liebe Selbst wollte Sich einsetzen, um den geknechteten Menschen die Freiheit zu bringen. Und darum stieg Ich Selbst zur Erde hernieder, darum verschloß Ich Mich nicht länger den Notrufen, die von der Erde zu Mir heraufstiegen, Ich kam als Retter und Erlöser, um allen den Frieden zu bringen, die eines guten Willens sind. Denn es war die Zeit herangekommen, wo die Menschheit so tief gesunken war, daß ihr Hilfe gebracht werden mußte, sollte sie nicht ganz dem Verderben anheimfallen. Und so erfüllte sich, was lange zuvor schon angekündigt war. Das Licht kam zur Erde und leuchtete in die Finsternis. Aber die Finsternis erkannte das Licht nicht, und nur wenige waren, die es erkannten als den Retter, Der gesandt war von oben, um die Menschen zu erlösen und allen den Frieden zu bringen, die eines guten Willens sind.
Amen. B.D. NR. 6130.

 

Buch 66 6131

Gottes Hilfsmittel vor dem Ende.

10. Dezember 1954. B.D. NR. 6131.

Was zum Heil eurer Seelen dienlich ist, das bringe Ich noch in Anwendung vor dem Ende - und so bleibt nichts unversucht, euch Menschen Rettung zu bringen. Und doch könnet ihr selbst all Mein Liebewirken zunichte machen, wenn euer Wille nicht bereit ist, in Mein Liebewirken einzugehen - wenn ihr selbst euch allen Gnaden entziehet, die Ich euch noch im Übermaß zuwende. Könnte Ich über euren Willen gebieten, dann wäre wahrlich eure Rettung gesichert - doch Mein Ziel hätte Ich nicht erreicht, euch zu Kindern zu gestalten in aller Vollkommenheit, weil dazu erste Bedingung euer freier Wille ist. Meine Liebe aber gibt euch nicht auf. Und von Mir aus geschieht alles, um euren Willen zu wandeln. Darum steht euch noch viel Leid bevor, das Ich viel lieber von euch abwenden möchte, wenn Ich ohne solches Mein Ziel erreichen könnte. Ihr aber zwingt Mich zu solchen Mitteln durch euren Widerstand, denn nur Meine Liebe wendet sie an, wenn anders kein Erfolg zu erwarten ist. O würdet ihr doch in jedem Unglück, in jedem Leid, das euch betrifft, eine liebevolle Mahnung eures Vaters im Himmel erkennen, die euch auf den rechten Weg führen möchte - die nur bezwecken soll, daß ihr zu Mir kommt, daß ihr euch Mir anvertraut - daß ihr glauben lernet und Mir euren Glauben beweiset durch euer Gebet um Hilfe. Ich helfe euch wahrlich, so ihr die innige Verbindung mit Mir hergestellt habt, und Ich werde euch weiterhelfen, bis ihr zurückgekehrt seid in euer Vaterhaus. Wie aber soll Ich euch gewinnen, die ihr Mir noch gänzlich widersteht? Wie soll Ich eure Herzen bewegen zur Umkehr, wie eure Blicke Mir zuwenden, die nur auf die Welt gerichtet sind, wenn euch nicht gewaltige Geschehen um euch zu beeindrucken vermögen? - Darum werde Ich zu diesen noch einmal offensichtlich sprechen, und diese Stimme werden alle vernehmen. Ob sie jedoch ihrer achten und Meinen letzten Mahn- und Warnruf beherzigen, ist wieder ihrem freien Willen überlassen, doch auch die letzte Entscheidung, durch die sie sich ihr Los selbst bestimmen - Leben oder Tod - Licht oder Finsternis.
Amen. B.D. NR. 6131.

 

Buch 66 6132

Problem der Menschwerdung Gottes. Liebe, Wahrheit, Gott - sind eins.

11. Dezember 1954. B.D. NR. 6132.

Es kann der Mensch nur zur Wahrheit gelangen, so er ein Liebeleben führt - ansonsten sein Geist unerweckt bleibt und sein Verstand beherrscht wird von dem, der wider die Wahrheit ist, weil er wider Mich ist. Ihr Menschen, bedenket doch, daß sich alles gesetzmäßig vollzieht, daß jede Ursache ihre Wirkung bestimmt, daß sich gesetzmäßig eines aus dem anderen ergibt. Und ein solches Gesetz ist auch, daß das Licht ausgeht von einem Feuer - daß ein Feuer Licht ausstrahlt. Und so auch geht das Licht der Wahrheit von dem Feuer der Liebe aus, wenngleich dies für einen Weltmenschen barster Unsinn zu sein scheint. Es ist und bleibt aber dennoch ein Gesetz, das ihr Menschen nicht umstoßen könnet; nur könnet ihr einem solchen Gesetz zuwiderhandeln, indem ihr euch die Wahrheit verstandesmäßig anzueignen suchet. Doch wieweit der Verstand es schafft, das erkennet ihr an den vielerlei Ergebnissen, die sich zumeist widersprechen. Wer jedoch in sich selbst ein Licht entzünden will, der muß in der Liebe leben, denn durch Wirken in Liebe zieht er Mich als die ewige Liebe zu sich, und Ich kann nun wahrlich ihm eine rechte Aufklärung geben, Ich kann durch Meine Gegenwart in ihm die dunkelsten Winkel mit Licht durchstrahlen. Es kann einfach nichts Unverstandenes oder Irriges geben, wo die Wahrheit aus Mir sich offensichtlich kundgibt. Und sie gibt sich kund jedem, der durch Liebeswirken mit Mir in Verbindung tritt. Ohne Liebe aber kann kein Licht werden, und ob der Verstand noch so eifrig ein Licht anzünden möchte. Gott, Licht, Wahrheit, Liebe - sie sind eins, und jeder Mensch ist im Besitz von allem, so er eines besitzet. "Und wiederum ist Gott Jesus Christus". Also kann der göttliche Erlöser nicht ausgeschaltet werden, wenn sich der Mensch im Besitz der Wahrheit wähnt. Denn die Erleuchtung über das Problem der Menschwerdung in Jesus ist gleichfalls Folge eines Liebelebens, weil jegliche Wahrheit Licht ist, die von dem Feuer der Liebe ausgestrahlt wird, und weil das Licht alles erhellt und alles Unwahre verjagt aus dem Herzen des Menschen. Ich kann euch darum nur immer zur Liebe ermahnen, wollet ihr zur Wahrheit gelangen. Und Ich locke euch durch Meine Liebelehre wieder nur zu Mir, Der Ich die ewige Liebe Selbst bin. Sowie Ich Selbst also in euch sein kann, kann Ich auch wirken in euch, und Mein Wirken ist "Erhellung des Geistes" - ein Zustand, in welchem ihr hell und klar alle Zusammenhänge erkennet, in welchem ihr alles so sehet, wie es der Wahrheit entspricht. Ich kann euch vollste Wahrheit geben - jedoch erst, wenn ihr euch Mir verbindet, und diese Verbindung bedeutet: Wirken in Liebe. "Denn wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Mir und Ich in ihm.", und wo Ich bin, dort ist Licht, wo Ich bin, ist Wahrheit. Ohne Mich aber werdet ihr ewiglich nicht zur Wahrheit gelangen.
Amen B.D. NR. 6132.

 

Buch 66 6133

Gottes Gnadenzuwendung und Ablehnung vom Menschen.

12. Dezember 1954. B.D. NR. 6133.

Ich will euch wahrlich nur beglücken. Ich will euch schenken, doch ihr nehmet Meine Geschenke nicht an, Ich will euch mit Gnaden überschütten, ihr aber achtet ihrer nicht, ihr gehet vorüber, so euch das Köstlichste angeboten wird - so euer Vater im Himmel Selbst euch anspricht, um euch Licht und Kraft zu bringen. Meine mahnenden und liebevollen Worte üben auf euch keine Wirkung aus, sie verhallen an euren Ohren, und ihr lauschet viel lieber auf das Tönen der Welt, ihr habt eure Blicke unverwandt dorthin gerichtet, und ihr erkennet darum nicht Den, Der euch liebevoll Seine Gnadengaben anbietet. Und so bleibet ihr arm, ihr könnet keine geistigen Güter sammeln, weil ihr selbst Den zurückweiset, Der sie euch schenken will. Und eure Armut werdet ihr einst bitter empfinden, wenn es zu spät ist. Meine Liebe kann euch nur so bedenken, wie ihr selbst das zulasset, Ich kann euch nichts wider euren Willen aufzwingen, und lehnet ihr Mich und Meine Gnadengaben ab, so wird euer Zustand dereinst armselig sein, doch durch eigene Schuld. Glaubet es doch, daß Ich euch liebe und daß Ich euch ein Leben in Seligkeit bereiten möchte und daß Ich nur deshalb immer wieder an euch herantrete im Erdenleben - sei es direkt mit Meinem Wort, sei es durch Leid oder Krankheit. Immer will Ich nur eure Aufmerksamkeit auf Mich lenken, damit Ich dann zu euch reden kann und Meine Worte auf euch nicht ohne Eindruck bleiben. Meine Vaterliebe ist besorgt um jedes einzelne ihrer Kinder, und sie tut alles, was ihnen zum Heil gereichen kann. Doch Ich belasse euch den freien Willen, und darum bleibt es euch selbst überlassen, ob ihr Mich anhöret, ob ihr euch von Mir beschenken lasset - ob ihr Meine Liebe zu euch auch erwidert. Doch unbeschreiblich selig werdet ihr dereinst sein, wenn ihr Mich anhöret - arm und unglückselig aber in das jenseitige Reich eingehen, so ihr euer Ohr verschließet und Meine Schenken-wollende-Hand zurückweiset. Ihr werdet es dereinst bitter bereuen, wenn ihr erkennet, Wer euch in den Weg getreten ist - Wen ihr zurückgewiesen habt. Und ihr werdet schwer ringen müssen, um nur einen Teil dessen zu erlangen, was ihr benötigt und was euch überreichlich auf Erden zur Verfügung stand. Meine Liebe will und wird immer helfen, doch niemals euren Willen beschneiden. Ihr selbst könnet frei bestimmen, ihr müsset darum aber auch die Verantwortung tragen für eure Seele. Sie muß dereinst das Los auf sich nehmen, das euer Wille ihr auf Erden geschaffen hat - Leid und Qual in Finsternis oder ein lichtvolles Leben in Seligkeit.
Amen. B.D. NR. 6133.

 

Buch 66 6134

Rätselhafte Lichterscheinungen.

13. Dezember 1954. B.D. NR. 6134.

In dem Dunkel, das über die Erde gebreitet ist, brauchen die Menschen viel Licht - und ob sie auch zumeist nicht bereit sind, Licht anzunehmen, ob sie auch zumeist lieber in der Finsternis wandeln - Mein Licht von oben wird ihnen dennoch zugeführt, denn die erbarmende Liebe der Lichtwelt drängt sich dazu, euch Menschen Hilfe zu bringen. Und unzählige Wesen des Lichtes sind euch Menschen auf Erden nahe, immer bereit, ein Licht in euch zu entzünden - euch leise zu drängen, Werke der Liebe zu verrichten, auf daß in euch ein Licht aufleuchte und euren Geist erhelle. Ich Selbst habe Meine Heerscharen angewiesen, ihren Liebedrang an euch zu betätigen, und Mein Wille ist auch der ihre. Gerade in der letzten Zeit vor dem Ende, wo die Finsternis immer tiefer wird, ist die Erde von Lichtwesen umlagert, die ihre Kräfte zur Erde strömen lassen und auch überall geöffnete Herzen finden, denen sie Licht bringen können. Vor dem Ende wird ihr Liebewille immer mächtiger und veranlaßt sie mitunter zu ungewöhnlichem Wirken - daß Lichterscheinungen ihr Wirken offensichtlich beweisen - Erscheinungen, die kein satanisches Blendlicht sind, sondern deutlich auf eine andere Macht hinweisen - Erscheinungen, die beglücken werden die Meinen, jedoch Furcht und Entsetzen einjagen Meinen Gegnern, die nichts glauben wollen und doch etwas erleben, was nur durch den Glauben erklärt werden kann. Meine Lichtboten sind angewiesen, ihre Kraft in Meinem Willen zu gebrauchen, und wo es gilt, ein Rettungswerk zu vollbringen, da scharen sie sich zusammen und wirken mit vereinter Kraft - so, daß überall ihre Tätigkeit ersichtlich ist - daß ihr Lichtreichtum zur Erde strahlt in einer allen Menschen ersichtlichen Weise. Lichterscheinungen rätselhafter Art werden die Menschen vor dem Ende gedanklich beschäftigen, und es wird nicht einfach sein, diese Erscheinungen natürlich zu erklären, was die Wissenschaft zwar versuchen wird. Lichterscheinungen rätselhafter Art werden auch zu Vermutungen Anlaß geben, die völlig irrig sind, doch wer Licht suchet, der wird es auch finden, denn Meines Reiches Bewohner erkennen jedes Menschen Gedanken, und sie nehmen sich dessen an, der im guten Willen forschet und nach Licht verlangt. Denn Himmel und Erde - das Reich des Lichtes und das der Finsternis - sind Mir untertan, und alles Vollkommene, Licht-durchstrahlte, hilft mit, die Finsternis auf der Erde zu vertreiben. Und es wird sich auch in Erscheinung bringen, weil dies Mein Wille ist, daß den Menschen auf der Erde noch jede Hilfe geleistet wird, die sie erretten kann, wozu alle Wesen des Lichtes ständig bereit sind.
Amen. B.D. NR. 6134.

 

Buch 66 6135

"Nehmet hin und esset."

14. Dezember 1954. B.D. NR. 6135.

Nehmet hin und esset - so sprach Ich zu Meinen Jüngern, ihnen bei diesen Worten das Brot reichend, als Symbol des Himmelsbrotes, Meines Wortes, das, Fleisch-geworden, auf Erden mitten unter ihnen weilte. Nehmet hin und trinket - sprach Ich, als Ich ihnen den Wein reichte - der ihnen, gleich wie Mein Blut - die Kraft Meines Wortes - zugeführt werden sollte zur Stärkung. Brot und Wein waren Symbol für Fleisch und Blut - und da Ich das Fleisch-gewordene Wort Selbst bin, konnte Ich auch sagen: Das ist Mein Leib, der für euch hingegeben wird - das ist Mein Blut, das für euch vergossen wird. Denn durch Meinen Tod erst machte Ich es möglich, daß ihr Mein Wort in euch vernehmen konntet - durch Meinen Tod erst sprengte Ich die Fesseln, die euch in der Finsternis hielten. Verstehet doch, Mein Wort muß euch ertönen, wollet ihr selig werden. Und Mein Wort muß von euch hungrig entgegengenommen werden, ihr müsset es essen und eurer Seele die Nahrung zuführen, daß sie leben kann. Denn Mein Wort birgt in sich die Kraft, die ihr das Leben gibt. Fleisch und Blut gehört zum Leben, und Ich starb für euch, damit ihr das Leben habet. Das Brot des Lebens ist Mein Wort. Ich Selbst bin das Wort - und das Wort ist Fleisch geworden. Gibt es wohl eine verständlichere Erklärung für das Abendmahl, das Ich mit Meinen Jüngern gehalten habe. Und immer, wenn ihr Mein Wort empfanget und es hungernd in euch aufnehmet, werdet ihr auch Meiner gedenken. Ihr könnet Mein Wort nicht anders als in Gedanken an Mich entgegennehmen, weil Der, Der zu euch spricht, nicht in Vergessenheit geraten kann, solange ihr Ihn anhört. Als Ich Meinen Jüngern das Brot brach, als Ich ihnen den Wein reichte, wußte Ich doch, daß nur Mein Wort die Verbindung zwischen Mir und den Menschen hergestellt und bewies - Ich wußte es, daß sie nur zum Ziel gelangen konnten, wenn sie Mich ständig zu sich sprechen ließen. Ich wußte ferner, daß sie glauben mußten an Mein Erlösungswerk, Ich wußte, was vor Mir lag, daß Ich Mein Leben hingeben mußte für die Menschen, um sie zu erlösen, und im Hinblick darauf sprach Ich die Worte: Der für euch hingegeben wird - das für euch vergossen wird. Das ewige Wort Selbst sprach zu den Menschen: Nehmet hin und esset - nehmet hin und trinket. Und ihr Menschen müsset die innige Verbindung herstellen mit Mir, um Meine Ansprache zu vernehmen, um von Mir gespeist zu werden mit dem Brot des Himmels - um mit Mir das Abendmahl halten zu können. Und ihr könnet diese innige Verbindung mit Mir wieder nur herstellen durch Wirken in Liebe. Dann erst nehmet ihr Mich Selbst in euch auf, dann werdet ihr durchströmt von der Kraft Meiner Liebe - Mein Blut sichert euch das Leben. Dann teile Ich euch aus mit vollen Händen, dann wird eure Seele nimmer Hunger und Durst leiden, denn Ich Selbst werde sie sättigen und tränken - Ich Selbst werde ihr das Abendmahl bieten - Ich werde das Brot brechen und den Wein reichen allen, die empfangen wollen, und diese werden Mein Fleisch und Mein Blut genießen, und ihre Seelen werden leben ewiglich.
Amen. B.D. NR. 6135.

 

Buch 66 6136

Darbieten des Himmelsbrotes den Seelen im Jenseits.

15. Dezember 1954. B.D. NR. 6136.

Teilet reichlich Meine Gabe aus, ihr, die ihr selbst im Überfluß stehet durch Meine Liebe. Ich gebe reichlich jedem, der empfangsbereit ist - doch immer nur, damit er wieder austeilet den Bedürftigen, die in ihrer Not nicht zu Mir Selbst kommen, denen Ich aber helfen will durch euch. Der Hunger nach geistiger Speise ist groß, wenngleich ihr auf Erden wenig verlangende Menschen findet, doch kein Krümchen geht verloren, so ihr das Brot des Himmels austeilet - es wird mit Heißhunger entgegengenommen von bedürftigen Seelen im Jenseits, und das soll euch anspornen zu immer eifrigerer Liebetätigkeit, die geistige Not zu lindern, denn weil ihr viel empfanget, könnet ihr auch viel abgeben. Wüßtet ihr, wie eng das geistige Reich und seine Bewohner verbunden ist mit der Erde und euch Menschen - wüßtet ihr, wieviele Seelen euch umgeben, so würdet ihr auch all euer Denken, Reden und Handeln von dem Gesichtspunkt aus betrachten, daß ihr ständig beobachtet werdet von ihnen und daß ihr darum auch jenen Seelen gegenüber eine gewisse Verantwortung habt - ihnen mit gutem Beispiel voranzugehen und ihnen so den Aufstieg zu erleichtern, so sie noch in den unteren Sphären weilen. Und dieses gilt im besonderen euren Reden, die - wenn sie geistig gerichtet sind - überaus segensreich für diese Seelen sein können. Und so ihr nun Mein Wort zum Inhalt eurer Reden nehmet, locket ihr viele hungernde Seelen an, denen ihr nun ein köstliches Himmelsbrot bietet, die ihr mit kräftiger Nahrung versorgt, die sie in ihrem noch elenden Zustand dringend benötigen. Es verhallt bei den Seelen im Jenseits kein Wort ungehört, und es hat auf jene Seelen eine weit tiefere Wirkung, weil sie alles weitergeben, was sie empfangen. Denn die Kraft Meines Wortes bewirket dieses, und so zieht Mein Wort unendliche Kreise und berührt unzählige Seelen wohltätig. Es ist aber die Not im geistigen Reich auch unendlich groß, denn täglich langen dort Seelen an in kümmerlichem Zustand, weil sie noch zu sehr verbunden sind mit der materiellen Welt, weil sie geistig sich keinen Vorrat geschaffen haben auf Erden und darum armselig im jenseitigen Reich ankommen und auf Hilfe angewiesen sind, wenn sie nicht zur Tiefe absinken wollen. Und ihr Menschen könnet diesen Seelen helfen mit der Zuleitung Meines Wortes, das allein sie vor dem Absturz in die Tiefe bewahrt. Sie suchen sich dort Hilfe, wo ihnen ein Licht entgegenleuchtet, und spüren auch den Kraftstrom, der ihnen aus Meinem Wort zufließt, denn es gibt für diese Seelen keine andere Rettung, als Mein Evangelium der Liebe anzunehmen, das ihr ihnen vortragen sollet, wo und wann es euch nur möglich ist. Darum teile Ich aus im Überfluß, damit ihr abgebet denen, die bedürftig sind - damit sich bei euch Nahrung holen können die Hungernden, die eure Liebe bedenken will.
Amen. B.D. NR. 6136.

 

Buch 66 6137

"Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid."

16. Dezember 1954. B.D. NR. 6137.

"Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken." Euch allen sichere Ich Meine Hilfe zu, die ihr in Drangsal und Not euch befindet, wenn ihr nur euren Weg zu Mir nehmet, wenn ihr in eurer bedrängten Lage Meiner gedenket, wenn ihr zu Mir kommet. Ihr sollt es glauben, daß Ich euch helfen kann und helfen will, und mit dieser Zuversicht zu Mir kommen, euch Mir anvertrauend, und Meiner Verheißung gedenken, daß Ich euch geben werde, was ihr erbittet. Keiner wird von Mir gehen, der nicht Trost und Kraft von Mir empfangen hat, so er nur vollgläubig betet zu Mir, so er zu Mir kommt, sich bei Mir Hilfe erhoffend. Ich weiß wohl um eure Not, dennoch fordere Ich euch auf, daß ihr selbst euch Mir anvertraut, weil Ich euch erst dann helfen kann, wenn ihr Mich darum angehet - wenn ihr den Weg gefunden habt zu Mir, denn Mein Ziel ist es, (euch nahe zu sein und) euch darum zu veranlassen, daß ihr mit Mir Verbindung suchet. Erst wenn ihr aus eigenem Willen euch Mir verbunden habt in Gedanken - was geschieht durch inniges Gebet zu Mir - habe ich dieses Ziel erreicht: die Anerkennung Meiner Selbst als Gott und Vater von Ewigkeit, die ihr Mir einst verweigert habt und die euch darum unselig werden ließ. Immer werde Ich zu euch sagen: "Kommet zu Mir" - oder "bittet, so wird euch gegeben" oder "rufet Mich an in der Not" - weil immer es Mein Wille ist, daß ihr euch Mir verbindet. Dann erst kann Ich Meine Ansprüche an euch geltend machen, dann habt ihr euch gleichsam Mir ergeben, und das bedeutet ein Lösen von Meinem Gegner. Und ihr werdet dann auch verstehen, warum Ich euch so oft in Not und Bedrängnis geraten lasse, wo es immer nur einen Ausweg gibt, daß ihr Mich anruft um Hilfe, so ihr euch nicht ganz dem ergebt, der euch herabzieht - der euch dann auch hilft, aber in offensichtlich euch schädigender Weise, denn er verlangt eure Seele dafür. Er wird euch irdisch alles zuwenden, doch das Leben eurer Seele werdet ihr dafür verlieren, denn ihr geratet immer mehr in seine Gewalt - ihr werdet nur noch irdisch-materielle Gedanken haben und Meiner völlig vergessen - ihr werdet Mich verleugnen und ihn erneut als euren Herrn anerkennen - und es wird euch gutgehen auf Erden, aber verloren werdet ihr sein für ewige Zeiten. Ersehnet euch nicht dieses Wohlergehen auf Erden, sondern kommet in eurer Bedrängnis zu Mir - und Ich werde euch wahrlich geben, was ihr benötigt für Leib und Seele. Ihr werdet nicht spärlich bedacht werden, denn Meine Liebe teilet reichlich aus, jedoch nur, was eurer Seele zum Heil gereichet, aber (wird, d. Hg.) auch euch irdisch allzeit versorgen, wie Ich es euch verheißen habe. Ihr brauchet nicht in Not zu sein, denn ihr habt einen Vater im Himmel, Der nur verlangt, daß ihr euch an Ihn wendet im Herzen und Der dann euch auch versorgen wird Kindern gleich, denen Er nichts abschlägt, außer, was ihnen schadet - doch ihr müsset freiwillig zu Ihm kommen.
Amen. B.D. NR. 6137.

 

Buch 66 6138

Entwicklungsprozeß des Geistigen.

17. Dezember 1954. B.D. NR. 6138.

Es ist ein langwieriger Prozeß, der euch zum Reifen bringen soll - der das Geistige wieder in den Zustand versetzen soll, in dem es sich uranfänglich befand. Es ist ein Entwicklungsgang, der unsagbar mühselig und qualvoll ist, aber nicht ausgeschaltet werden kann, weil die Entfernung von Gott zu weit war und nun aus der Tiefe zur Höhe endlos viele Stufen zu gehen sind, die nur durch einen Vorgang nach göttlicher Ordnung zurückgelegt werden können - durch Dienen. Die Liebe Gottes schuf dem Gefallenen diese Möglichkeit - zu dienen nach Gottes Willen. Es betätigt sich das Wesen im Mußgesetz, es ist naturgesetzlich zur dienenden Tätigkeit gezwungen, indem das Geistige in den verschiedenen Schöpfungen gebunden ist, die stets eine erhaltende und aufbauende Bestimmung haben. Ein jedes Schöpfungswerk hat seinen Zweck, seine Bestimmung - es wird immer eines dem anderen dienen. Und auf daß also der Zweck der Schöpfungen erfüllt werde, ist das darin gebundene Geistige zu einer dienenden Tätigkeit gezwungen laut Naturgesetz. Durch dieses zwar unfreiwillige Dienen legt das Geistige den Aufwärtsentwicklungsweg zurück - anfangs unter großen Qualen, weil die Gebundenheit für das einst frei Geschaffene ein unerträglicher Zustand ist. Der Widerstand ist anfangs noch so groß, daß es in scheinbarer Untätigkeit verharrt, in der harten Materie, die völlig tot und unbeweglich erscheint. Doch der Widerstand läßt erst unmerklich, dann stets mehr nach, so daß auch die das Geistige umschließende Schöpfungsform gelockert werden kann - so daß auch der Aufenthalt in jeglicher Form stets kürzere Zeitdauer erfordert. Immer ersichtlicher ist die Tätigkeit, so daß ein Leben zu erkennen ist in den Formen, die das Geistige nun bergen. Und so ist dieses Geistige nun durch die verschiedenen Schöpfungen hindurchgegangen, es hat den Weg zurückgelegt durch die Stein-, Pflanzen- und Tierwelt - es hat gedient, wenn auch im gebundenen Willen, und durch das Dienen sich in einen Zustand gebracht, wo der Widerstand gegen Gott schon so gering geworden ist, daß es nun den freien Willen zurückerhalten kann - daß es die letzte geschöpfliche Form beziehen und sich verkörpern kann als Mensch, um nun unter Beweis zu stellen, daß es den Widerstand gegen Gott aufzugeben bereit ist. Und dieser Beweis wird erbracht, wenn der Mensch nun dienet im freien Willen - wenn er in sich die Liebe entzündet, die ihn nun zum Dienen veranlaßt. Es ist ein überaus langwieriger Prozeß, den das Geistige selbst auch verspielen kann, wenn es im letzten Stadium - als Mensch - alle vorangegangenen Qualen und Mühseligkeiten nutzlos werden lässet - wenn es Stufe um Stufe zurücksinkt im freien Willen - wenn es erneut seinen freien Willen mißbraucht. Aber dieser Rückfall ist etwas so Entsetzliches, wie es sich der Mensch nicht auszudenken vermag. Es kann ihm aber auch nicht die Rückerinnerung gegeben werden an die überaus qualvolle Zeit seines Aufstieges aus der Tiefe, weil dieses den freien Willen beeinträchtigen würden, der für das Stadium als Mensch aber ausschlaggebend ist. Es kann den Menschen nur das Verantwortliche ihres Erdenlebens immer wieder vorgestellt werden, doch ob sie es glauben, das steht ihnen frei, entscheidet aber auch das Los des Geistigen - der Seele. O glaubten es doch die Menschen, welche Verantwortung sie haben im Erdenleben - glaubten sie es doch, daß sie selbst die Folgen tragen müssen, wenn sie versagen im letzten Stadium ihrer Entwicklung. Sie können aber nur hingewiesen werden auf das Liebegebot. Erfüllen sie dieses, so erkennen sie auch von selbst die Bedeutsamkeit ihres Erdenlebens, und dann erfüllen sie auch die letzte Aufgabe auf Erden - freiwillig zu dienen. Und dann ist der endlos lange Weg zuvor nicht vergeblich gewesen - sie sind zurückgekehrt zu Dem, von Dem sie einst ihren Ausgang nahmen.
Amen. B.D. NR. 6138.

 

Buch 66 6139

"Werdet wie die Kinder."

18. Dezember 1954. B.D. NR. 6139.

Werdet wie die Kinder. Glaubet vorbehaltlos alles, was Ich euch sage, denn Ich werde euch nur reinste Wahrheit vermitteln, und darum brauchet ihr nicht zu grübeln oder zu zweifeln, sowie ihr nur glaubet, daß Ich Selbst euch anspreche. Und das müsset ihr fühlen in eurem Herzen, ihr müsset Meine Worte als eine liebevolle Ansprache empfinden, die nur die Liebe euch halten kann - ihr müsset also Liebe fühlen, und dann wisset ihr, daß die ewige Liebe euch anspricht, Die von euch wieder geliebt werden will. Dann aber könnet ihr auch jedes Wort annehmen ohne Zweifel. Und wenn Ich euch auf das nahe Ende hinweise und euch Vorhaltungen mache, so ihr keinen rechten Lebenswandel führt, so müsset ihr auch nur Meine Liebe darin erkennen, die euch bewahren will vor dem Ärgsten, vor dem ewigen Tode. Ich lehre euch immer nur die Liebe. Und das allein schon sollte euch genügen, Mich Selbst als die Liebe in den durch den Geist übermittelten Worten zu erkennen. Denn es können nur gute oder schlechte Kräfte sein, die euch anreden. Alle guten Kräften stehen in Verbindung mit Mir, handeln und reden nach Meinem Willen und sind also als Überleiter dessen anzusehen, was von Mir Selbst ausstrahlt. Alle schlechten Kräfte dagegen werden euch niemals die Liebe predigen, sondern euch immer zu beeinflussen suchen, wider die göttliche Ordnung zu leben, wozu auch gehört, daß sie euch niemals geistige, sondern immer irdische Ziele vor Augen halten. Daß aber geistige Kräfte am Werk sind bei der Übermittlung Meines Wortes - oder eines geistig gerichteten Gedankengutes - das wird jeder merken, der ernsthaft den Inhalt prüft - der tiefste Weisheit erkennen läßt und einen Heilsplan entwickelt, wie ihn eben nur die göttliche Liebe entwerfen konnte. Es ist unsinnig, anzunehmen, daß ein Mensch sich selbst solches ausdenkt, weil auch ein gutes Verstandesdenken niemals fehlerlos arbeitet und der Mensch auch auf Widersprüche stoßen würde - die jedoch Meine geistigen Übermittlungen ausschließen, was jeder ernstlich Prüfende ersehen kann. So es sich aber um geistige Empfänge handelt, könnte nur auf gute oder schlechte Kräfte geschlossen werden. Schlechte Kräfte können sich aber niemals eines Menschen bemächtigen, der Mir dienen will, der Mich anstrebt und in der Wahrheit zu stehen begehrt. Euch Menschen ist Mein Wesen noch fremd - ihr könnet nicht Meine unendliche Liebe ermessen und Meine unbegrenzte Macht. Ihr haltet euch an starre Gebote, von Menschen erlassen, und achtet zuwenig Meines Liebegebotes. Wäre euch aber dieses allein wichtig, dann würdet ihr auch Meine Liebe besitzen - und Meine Liebe besitzen heißt, nun von Mir geführt werden auf allen euren Lebenswegen und immer unter Meinem Schutz zu stehen. Denn Ich erkenne dann euren Willen, Mir gehorsam zu sein, und dann bin Ich euch auch der Vater, Der Sein Kind schützet vor jeder Gefahr. Wie könnet ihr glauben, daß die Liebe anders handelt, daß der Vater Sein Kind schlechten Kräften überlässet, das sich mit dem Vater verbunden fühlt und seine Liebe Ihm schenkt? - In Verbindung stehe Ich mit jedem Menschen, der Mir ernstlich zustrebt, und dieser kann sich auch von Mir behütet wissen, und im besonderen seine Seele, die Ich nicht zu Schaden kommen lasse, sowie sich der Mensch vertrauensvoll Mir übergibt. Der Wille des Menschen entscheidet, welche Kräfte sich ihm nahen - und wessen Willen Ich besitze, dessen Seele besitze Ich auch. Und was Mein ist, das empfängt auch Meine Offenbarungen, die reine Wahrheit, die nur Ich Selbst vermitteln kann und immer denen vermitteln werde, die Mich lieben und Meine Gebote halten.
Amen. B.D. NR. 6139.

 

Buch 66 6140

Lebendiges Wasser. Weg zum Quell.

20. Dezember 1954. B.D. NR. 6140.

Wo immer Ich Mein Wort hinleiten kann, dort wird es auch ertönen. Zwar bediene Ich Mich dazu derer, die Mein Wort direkt empfangen können, doch ihnen führe Ich die Menschen zu, die das Verlangen haben, geistige Speise entgegenzunehmen, und die Ich darum auch mit Speise und Trank bedenke, auf daß sie ausreifen können an ihren Seelen. Denn Ich weiß es, wer sich von Meinem Wort berühren lässet, Ich weiß es, wer aufnahmefähig ist. Ich weiß auch, wo Meine Saat auf guten Boden fällt und wo eine gute Ernte zu erzielen ist. Doch es sind immer nur wenige, die sich beeindrucken lassen, die sich von Mir Selbst angesprochen fühlen, so ihnen Mein Wort dargeboten wird. Ich aber will auch diese wenigen Seelen für Mich gewinnen, Ich will, daß sie sich Mir ganz und gar ergeben, und darum spreche Ich sie an. Ihr alle, die ihr Mich anhöret, ihr werdet einen großen Nutzen ziehen aus Meinem Wort, und eure Seele wird es beglückt empfinden, daß ihr etwas Köstliches geboten wird - daß sie Kraft empfängt. Denn Mein Wort ist mit Meiner Kraft gesegnet. Überall zwar könnet ihr es entgegennehmen, und immer wird es euch Segen eintragen, so ihr begehret von Herzen, von Mir angesprochen zu werden. Doch noch weit stärker wird euch Mein Wort berühren, so ihr Mich Selbst zu euch reden lasset durch eines Menschen Mund, den Ich Selbst Mir erwählt habe, um durch ihn zu euch allen reden zu können. Ihr sollt lebendiges Wasser trinken, ihr sollt schöpfen aus dem Quell, den Ich für euch erschlossen habe und dem das Lebenswasser rein und unverfälscht entströmt, das darum auch überaus belebend wirken wird auf euch. Gehet den Weg zu Meinem Quell - d.h., wollet, daß ihr gelabt und gekräftigt werdet an eurer Seele, und achtet nun auch jener, die euch den Weg weisen zu dem unerschöpflichen Born Meiner Liebe. Wollet ernsthaft, von Mir gespeist und getränkt zu werden - und Ich werde euch Meine Diener entgegensenden, die euch in Meinem Auftrag bringen, was eure Seele dringend benötigt - das Brot des Himmels, ohne welches ihr nicht zur ewigen Seligkeit gelangen könnet. Verschmähet nicht solche Gaben, die eurer Seele zum Heil gereichen - gebet auch ihr reichlich Nahrung, und lasset sie nicht darben eures Körpers wegen, den ihr überreich bedenket mit irdischer Speise, denn der Körper ist euch nur darum gegeben, daß ihr der Seele die geistige Reife verschaffet während des Erdenlebens. Und darum bedenket sie reichlich, denn ihr werdet reichlich empfangen, sowie ihr nur begehret das Brot des Himmels. Ich werde es euch immer darreichen, weil Ich ein guter Hausvater und auch ein guter Arzt bin und genau weiß, was ihr benötigt, um selig zu werden.
Amen. B.D. NR. 6140.

 

Buch 66 6141

Der ernste Wille erreicht das Ziel.

21. Dezember 1954. B.D. NR. 6141.

Alle, die recht gehen wollen, alle, die ringen um ihr Seelenheil, werden von Mir unterstützt, daß sie auch ihr Ziel erreichen, selbst wenn der Weg, den sie eingeschlagen haben, nicht der rechte ist. Aber Ich helfe ihnen auf den rechten Weg, und sie werden sich von Mir helfen lassen, wenn sie den ernsten Willen haben, Mein Wohlgefallen zu erringen. Es geht nur immer darum, ob es ihnen ernst ist, Meinen Willen zu erfüllen - denn viele gibt es, die durch die Erziehung oder durch Tradition auf einen bestimmten Weg gedrängt wurden, den sie nun sorglos weitergehen in der Annahme, daß er zum Ziel führt. Aber sie wollen ernsthaft das Ziel erreichen. Und denen werde Ich immer helfen, daß sie den rechten Weg finden, der nach oben führt - zu Mir. Wer aber dahingeht in Gleichgültigkeit, wer überhaupt nicht darüber nachdenkt, wohin der Weg führen könnte, den er beschreitet, wer auch nicht derer achtet, die ihn recht weisen wollen, oder wer wider besseres Wissen einen Weg weitergeht, weil er ihm verlockend erscheint, der hat auch keinen ernsten Willen, zu Mir zu gelangen, und ihm kann Ich daher auch nicht helfen, denn Meine Hilfe bedingt seinen guten Willen. Falsch ist es aber, zu glauben, daß jeder Weg zu Mir führt - falsch ist es, zu glauben, daß ihr das Ziel erreichet, wenn ihr euch nicht selbst in Bewegung setzet, wenn ihr auf einem Wege stehenbleibt, d.h., wenn ihr nicht euren Willen tätig werden lasset, wenn ihr euch an bloßen Formen genügen lasset, ohne selbst eine Arbeit zu leisten, die euren Fortschritt sichert. Der Weg zu Mir muß von jedem Menschen selbst zurückgelegt werden, im freien Willen. Wird er gedrängt oder gezwungen, einen bestimmten Weg zu gehen, so hat er keinen eigenen Vorteil davon - ihm wird aber von Mir aus immer wieder ein Weg gezeigt, den er freiwillig betreten kann, und es wird ihm geholfen, von Bedrängern frei zu werden - doch immer nur unter der Voraussetzung, daß er selbst gewillt ist, daß er nur das Ziel verfolgt, Mich zu erreichen. Und von jedem Weg, den der Mensch eingeschlagen hat, ist ihm Gelegenheit geboten, den rechten Weg nach oben zu betreten. Ich werde jedem helfen, ihn zu finden, und immer wird dieser Weg zu Mir durch Licht erkenntlich sein, denn es ist der Weg der Wahrheit, der immer Licht verbreiten wird und der darum auch gefunden werden kann von jedem, der das Licht suchet. Und nur, wer das Licht scheut, der geht daran vorüber.
Amen. B.D. NR. 6141.

 

Buch 66 6142

Endlose Nacht liegt vor den Menschen. Jesus Christus - das Licht.

22. Dezember 1954. B.D. NR. 6142.

Die Nacht senkt sich hernieder auf die Menschheit, eine Nacht, die unvorstellbar lang ist und qualvoll, denn keine wohltätige Ruhe wird diese Nacht bringen, sondern nur Gefangenschaft und Finsternis. Eine solche Nacht liegt vor euch Menschen, wenngleich ihr euch noch im Licht des Tages bewegt, wenngleich ihr noch frei seid in eurem Denken und Handeln. Die Nacht aber beraubt euch dieser Freiheit, und sie beraubt euch auch des Lichtes. Und auch das wenige, was ihr jetzt noch erkennen könnt im Licht des Tages, das wird in finstere Nacht versinken, und ihr werdet nichts mehr wissen und wieder endlos lange Zeit in der Lichtlosigkeit schmachten müssen, bis euch einmal wieder das Licht erscheinet. Einmal kam das Licht Selbst zur Erde - denn schon einmal war diese geistige Finsternis über die Erde gebreitet - da erbarmte sich die Liebe Gottes und ließ Sein Licht zur Erde strahlen. Es stieg das ewige Licht Selbst zur Erde, um den Menschen aus der Finsternis heraufzuhelfen, um ihnen den Weg zu ebnen, der zum Licht und zur Herrlichkeit führt. Und dieses Licht kann auch heut noch leuchten in all seiner Kraft, wenn nur der Wille da ist, der Finsternis zu entfliehen, wenn nur jeder Strahl des ewigen Lichtes aufgefangen wird - wenn die Menschen selbst bitten um Licht und sich mit dieser Bitte an Ihn wenden, Der Selbst zur Erde herabgestiegen ist für alle Menschen der Gegenwart, der Vergangenheit und der Zukunft. Er hat ein so helles Licht entzündet, als Er zur Erde niederstieg, daß es wahrlich keine Finsternis mehr zu geben brauchte, wenn die Menschen freiwillig dem Lichtstrahl zueilten, wenn sie selbst aus der Nacht herausgelangen möchten. Doch die Menschheit fühlt sich wohl in dieser Finsternis, denn sie feindet jeden an, der ihnen als Lichtträger entgegentritt. Es ist die Zeit verstrichen, da das Licht von oben den Weg erhellte. Wieder ist die Erde von Finsternis beschattet, und wenige nur entfernen sich von da, wo es Nacht ist - wenige nur streben dem Licht zu, das noch immer von oben strahlt. Und darum ist die endlos lange Nacht zu erwarten, weil Dessen nicht gedacht wird, Der einst das Licht brachte in die Welt - Jesus Christus - Der das ewige Licht in aller Fülle in Sich barg. Er allein ist Der, Der auch heut noch Rettung bringen kann, wo solche erbeten wird. Er allein ist es, Der die Nacht abwenden kann und das Licht bringen denen, die zu Ihm rufen. Wer aber an Ihm vorübergeht, der geht unwiderruflich jener Nacht entgegen, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Wer Ihm aber folget, wer sich von Ihm leuchten lässet, der brauchet die Nacht nicht zu fürchten. Er wird einen lichtvollen Morgen erleben, und es wird ewig nicht mehr dunkel werden um ihn. Denn wer zu dem ewigen Licht Selbst seine Zuflucht nimmt, der wird auch ständig durchstrahlt werden von Ihm, und für ihn ist das Licht nicht vergeblich zur Erde gekommen, er hat es angenommen, er hat sich freiwillig in seinen Schein gegeben - alles Dunkle, Fesselnde ist von ihm abgefallen, er wird in das Lichtreich eingehen, wenn sich die Schatten der ewig langen Nacht heruntersenken über alle Menschen auf Erden, die dem göttlichen Liebelicht von oben keine Beachtung schenken - die nicht daran glauben - daß das ewige Licht Selbst zur Erde kam, um die Menschen von der Nacht des Todes zu befreien - die nicht glauben an ein Missionswerk Jesu Christi, Der die Menschen erretten wollte von Sünde und Tod.
Amen. B.D. NR. 6142.

 

Buch 66 6143

Ruf zu Jesus Christus ist Rettung. Gottes Wort.

23. Dezember 1954. B.D. NR. 6143.

Es kann euch keine andere Hilfe gesandt werden von oben als Mein Wort, das euch warnet und mahnet und euch hinweiset auf den rechten Weg und auf Den, von Dem das Heil ausgeht, Der euch frei machen will von Not und Leid, aber dazu euren Willen benötigt. Ich kann euch immer nur rufen, daß ihr zu Mir kommet, zu Jesus Christus, eurem Heiland und Erretter aus jeder Not. Immer werde Ich auf euren Ruf hören, so ihr zu Mir in Jesus Christus betet, denn Meine Verheißung lautet: Was ihr den Vater in Meinem Namen bittet, das wird Er euch geben. Und darum lasse Ich euch Mein Wort zugehen, auf daß ihr durch das Wort zur Erkenntnis kommet, auf daß es euch leicht werde, zu glauben an Mich als den Erlöser der Welt, Der Sich in Jesus Christus verkörpert hat, um mit euch in sichtliche Verbindung treten zu können, um für euch das Erlösungswerk auf Erden zu vollbringen. Ich kann euch nicht anders helfen als durch Mein Wort - und die freiwillige Verbindung mit Mir stellet ihr her, wenn ihr Mein Wort empfanget oder anhöret, und dann kann Ich euch helfen auch in irdischer Not - wie Ich es euch verheißen habe. Solange aber die Menschen völlig abseits stehen von Mir, solange sie nicht glauben und nur irdische Interessen haben, so lange kann Ich auch nicht ihnen nahetreten im Wort, und so lange muß Ich auch ihnen Meine Hilfe verweigern, weil sie solche nicht von Mir anfordern. Und darum ist viel Not und Elend auf Erden, denn es wirket sich offensichtlich aus, daß die Welt vom Gegner beherrscht wird. Es ist ersichtlich, daß die Menschen nicht mehr anders als durch Not zum Nachdenken gebracht werden können, und also kann sie ihnen nicht erspart bleiben so lange, bis sie sich Mir verbinden, bis sie Mein Wort annehmen und dadurch zur Erkenntnis gelangen, warum sie leiden müssen auf Erden. Helfen kann und will Ich immer, doch ihr müsset Mich darum angehen und Mir durch euren Ruf zu Mir beweisen, daß ihr an Mich glaubet und Mich als euren Herrn anerkennet. Dann bin Ich auch stets zur Hilfe bereit, dann wird die irdische und geistige Not behoben sein, denn letztere ist Anlaß der irdischen Not, die ihr schmerzlich empfindet, während ihr die geistige Not nicht ermessen könnet, in der die Menschheit sich befindet in der letzten Zeit vor dem Ende. Darum wundert euch nicht, wenn ihr noch viel Leid ertragen müsset - wundert euch nicht, sondern suchet sie zu beheben, indem ihr euch innig Mir anschließet und Kraft und Hilfe erbittet in Jesu Namen, die euch dann auch zugehen wird, wie Ich es euch verheißen habe.
Amen. B.D. NR. 6143.

 

Buch 66 6144

Friede den Menschen, die eines guten Willens sind.

Heiligabend 24. Dezember 1954. B.D. NR. 6144.

Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind. Gedenket jener Nacht, da der göttliche Erlöser zur Welt kam - gedenket Seiner Geburt und auch Seines Todes, Seines Erlösungswerkes, um dessentwillen Er zur Erde herabgestiegen ist. Gedenket Seiner übergroßen Liebe, die Ihn dazu veranlaßte, Fleisch anzunehmen und dann Sich Selbst zu opfern am Kreuz, um euch Menschen Erlösung zu bringen aus ihrer Knechtschaft. Er wollte euch den Frieden bringen, das Heil eurer Seelen. Er wollte euch dem ewigen Tode entreißen, Er wollte euch das Leben geben. Er wollte Seine Geschöpfe zu Kindern werden lassen und sie zurückholen in das Vaterhaus. Seine übergroße Liebe bewog Ihn, zur Erde herabzusteigen, um mitten unter den Menschen Rettungsarbeit zu leisten, um Seine Schäflein um Sich zu sammeln, um die Verlorenen aus den Klauen des Wolfes zu erretten, der in Seine Herde eingebrochen war, weil niemand ihn daran hindern konnte. Alle Menschen waren in der Gewalt dessen, der Sein Feind war und darum stieg der Erretter aus der Höhe herab, um sie seiner Gewalt zu entreißen. Aber Er mußte dafür dem Gegner ein Opfer bringen, denn dieser gab seine Gefesselten nicht frei, denn er hatte Anspruch auf sie, weil sie ihm freiwillig gefolgt waren in die Tiefe und gleich ihm sündig geworden waren. Sie hätten nun ihr Lösegeld selbst bezahlen müssen und waren dazu zu schwach. Sie hätten aber Gott auch die Sühne selbst leisten müssen für die unermeßliche Sünde ihrer einstigen Auflehnung wider Gott. Nimmermehr wäre ihnen dies möglich gewesen, und also waren sie dem Gegner Gottes auf ewig verfallen, wenn ihnen nicht Hilfe gebracht wurde - wenn nicht Gott Selbst Sich ihrer erbarmte. Und Er sühnte für euch die Schuld, Er zahlte für euch das Lösegeld. Er starb am Kreuz für eure Sünden. Er Selbst erlöste euch Menschen von Sünde und Tod. Nur die Liebe konnte euch Menschen erlösen, und darum verkörperte Sich die ewige Liebe in einem Menschen, in einem Kindlein, Das sündenlos und rein zur Welt kam, und auch sündenlos und rein blieb, solange Es als Mensch mitten unter Menschen weilte. Der Mensch Jesus nahm die göttliche Liebe in Sich auf, und diese übergroße Liebe zu den Mitmenschen ließ Ihn ein Werk der Barmherzigkeit vollbringen, wie es nur einmal in der Welt sich zugetragen hat. Er litt und starb den Tod am Kreuz, weil die Liebe Ihn dazu bewog, Gott das Sühneopfer darzubringen. Er nahm alle Sünden der Menschheit auf Sich und leistete dafür Genugtuung. Die Liebe ertrug alles, um die Menschen zu erlösen. Als der Heiland zur Welt kam, wurde ein großes Erbarmungswerk eingeleitet. Ein Lichtstrahl fiel zur Erde, er leuchtete hell in die Herzen der wenigen, die in ihrer Not schmachteten und zu Gott riefen um Hilfe. Das Jesuskind strahlte Licht aus, und einige wenige erkannten Es als den Messias, Der der Welt verkündet war durch Seher und Propheten. Und sie brachten dem Kindlein ihre Huldigung entgegen. Sie lobten und priesen Gott, Der Sich ihrer erbarmte, und sie fanden in ihren Herzen den Frieden. Doch wenige nur waren es, und wenige sind es auch heut nur, die im Herzen Dessen in Liebe und Dankbarkeit gedenken, Der Sich Selbst opferte für die sündige Menschheit. Aber auch nur diese werden Frieden finden, auch nur diese können erlöst werden, die an Jesus Christus als Gottes Sohn und Erlöser glauben und das Licht in ihre Herzen strahlen lassen - die demutsvoll vor ihrem Heiland die Knie beugen, Der in dem Kindlein Jesus zur Welt kam, um die Menschen zu erlösen.
Amen. B.D. NR. 6144.

 

Buch 66 6145

Gottes Wort vernahm Jesus. Mittler zwischen Gott und den Menschen.

25. Dezember 1954. B.D. NR. 6145.

Als der Mensch Jesus auf Erden wandelte, war eine Verbindung hergestellt zwischen der Erde und dem geistigen Reich - es konnte Gott Selbst wieder zu den Menschen sprechen durch den Mund des Menschen Jesus. Es konnte Sein Wort wieder ertönen, was zuvor unmöglich war durch die weite Entfernung, die zwischen den Menschen und Gott bestand. Sein Wort direkt zu vernehmen ist nur möglich, wenn die Seele des Menschen sich so gestaltet hat, daß sie fähig ist, die Stimme des göttlichen Geistes in sich zu vernehmen; und das Gestalten der Seele in diesen Zustand geschieht durch Liebewirken. Der Mensch Jesus war die Liebe Selbst. All Sein Sinnen und Trachten ging nur dahin, Seinen Mitmenschen Gutes zu tun, ihnen zu helfen in allen Nöten des Leibes und der Seele. Seine Seele war licht und rein und Sein Wandel auf Erden ein Wandel in Liebe. Es waren alle Vorbedingungen vorhanden, die dem göttlichen Geist die Möglichkeit gab, sich zu äußern, denn die Seele des Menschen Jesus vernahm diese Äußerungen klar und deutlich und konnte das Wort Gottes also den Menschen vermitteln. Es konnte Gott Selbst reden zu den Menschen, durch Ihn, die Verbindung von Gott zu den Menschen war wiederhergestellt - es war Jesus der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Und Jesus lehrte nun die Menschen, das gleiche anzustreben, das Er Selbst erreicht hatte. Er lehrte sie, die Liebe zu üben, um sich nun zu einem Gefäß des göttlichen Geistes herzurichten, in das sich nun die Kraft des Geistes ergießen konnte, denn es sollte und konnte ein jeder Mensch die Stimme Gottes in sich vernehmen, und der Weg wurde ihm gezeigt von dem Menschen Jesus, Der auch als Mensch erst den Liebegrad erreichen mußte, Der Ihm die Gegenwart Gottes sicherte, so daß Er Ihn Selbst in Sich vernehmen konnte. Gott spricht wohl zu einem jeden Menschen, doch niemals, wenn die Bedingungen nicht zuvor erfüllt werden - ein durch die Liebe geläutertes Herz, das nun Gott Selbst in sich aufnehmen kann, Der dann auch Seine Gegenwart beweiset durch Seine Ansprache. Der Mensch Jesus besaß einen überaus hohen Reifegrad der Seele, weil Ihn die Liebe voll und ganz erfüllte. Also auch konnte Gott Selbst Ihn ganz und gar erfüllen, und es sprach nun Gott aus dem Menschen Jesus, nicht mehr der Mensch Jesus Selbst. Er tat von Selbst, was zum Zusammenschluß führte mit Gott. Er aber unterwies Seine Mitmenschen, Er wollte auch ihnen zu dem Erfolg verhelfen, den Seine Liebe Ihm eingetragen hatte, und darum lehrte Er als Erstes die Liebe - und immer wieder nur die Liebe. Aus seiner großen Liebe ging die Weisheit hervor, denn der Geist Gottes belehrte die Menschen durch Jesus. Das Licht der Erkenntnis strahlte aus dem Feuer Seiner Liebe. Jesus wußte, daß auch die Menschen von dem Licht der Erkenntnis durchstrahlt wurden, so sie nur die Liebe als Erstes auslebten - weshalb alles tiefere Wissen den Menschen nicht gelehrt wurde, weil dieses erst die Folge eines Liebelebens war, ohne welches es den Menschen ohne jeglichen Nutzen für die Seele bleibt. Die Liebe allein ist die Verbindung von den Menschen zu Gott, die Liebe allein bewirkt, daß Gott im Menschen Wohnung nimmt, und die Liebe allein veranlaßt Ihn, Sich zu äußern. Und also wird der Mensch, der in der Liebe lebt, das Wort Gottes in sich vernehmen, er wird in tiefstes Wissen eingeführt werden, er wird sagen können, von Gott belehrt zu werden, er höret Sein Wort, und er hat sonach sich selbst verbunden mit Ihm durch die Liebe. Der Mensch Jesus bewies den Menschen, daß es möglich ist, diesen Grad zu erreichen, und also zeigte Er ihnen den Weg, der aus der Tiefe wieder zur Höhe führte - zum Vater. Er lehrte die Liebe, und Er lebte die Liebe und krönte Seinen Lebenswandel zuletzt mit Seinem Tod am Kreuz, um alle Schwächen zu nehmen von den Menschen, die durch die einstige Sünde ihr Anteil waren - auf daß die Menschen nun auch selbst die Kraft hatten, den Weg zu gehen, auf daß sich nun der Geist Gottes in alle ergießen konnte, die willig sind, Ihm zu folgen - die ein Leben führen in uneigennütziger Nächstenliebe, wie Er es ihnen vorgelebt hat auf Erden.
Amen. B.D. NR. 6145.

 

Buch 66 6146

Wille bestimmt das Gnadenmaß.

27. Dezember 1954. B.D. NR. 6146.

Nicht das Maß von Gnade ist bestimmend für das Ausreifen der Seele, sondern euer Wille, die Gnaden zu verwerten. Denn ob euch noch so reichlich Gnaden zufließen, seid ihr nicht willig, sie anzunehmen und auszuwerten, so sind sie völlig unwirksam, und eure Seele zieht nicht den geringsten Vorteil daraus. Also bestimmt euer Wille den Reifegrad eurer Seele. Wie ihr es wollt, so ist das Los der Seele nach eurem Tode. Und euer Wille wird wieder von zwei Seiten beeinflußt - die Lichtwelt und auch die finstere Welt sucht euren Willen für sich zu gewinnen, und eine jede hält euch das vor Augen, was sie euch bieten kann - Licht und Seligkeit im geistigen Reich und auch irdische Güter, die vergänglich sind und dadurch eine finstere Sphäre bedeuten für die Seele. Und so ihr ernsthaft nachdenken würdet über das, was ihr erreichen könnet, wäret ihr auch vorsichtiger, bevor ihr euch entscheiden würdet. Alles, was euch nach oben weiset, ist Gnade - alles, was für eure Seele von Vorteil ist, ist Gnade - ihr aber bestimmet, ob die Gnade in euch wirksam wird. Euch Menschen wird immer wieder Gelegenheit geboten, den Weg zur Höhe zu beschreiten, und alle diese Gelegenheiten sind Gnaden, die Gottes große Liebe euch zuwendet. Und ihr könnet jedesmal einen geistigen Fortschritt erzielen, so ihr euch von der Gnade erfassen lasset, wenn ihr keinerlei Widerstand mehr leistet - dann wird eure Seele stets mehr danach verlangen, was ihr zur Reife verhilft, und Gottes Gnade wird ihr stets reichlicher zuströmen. Anders aber bei den unwilligen Seelen, die wohl viel Hilfe benötigen, aber unbeeindruckt bleiben von göttlicher Gnadengabe, die jede Hilfe zurückweisen - die immer ihre Augen zur Welt gerichtet halten, dort alle Blendlichter aufmerksam verfolgen und das wohltätige sanfte Licht göttlicher Gnade nicht spüren. Es geht diesen das gleiche Maß zu an Gnade wie ersteren, aber sie nützen es nicht - sie lassen es unbemerkt stehen, und ihre Seele bleibt in Dunkelheit, ihr wird keine Kraft zugeführt, die aber jede Seele reichlich empfangen darf, wenn der Wille des Menschen dies zuläßt. Darum kann der eine leicht zur Vollendung gelangen, während der andere tief unten bleibt - wenngleich beiden reichlich Gnaden zur Verfügung standen. Sie wurden von dem einen genutzt, von dem anderen aber unbeachtet gelassen, und entsprechend reifet auch die Seele, oder sie bleibt im alten Zustand, in der Finsternis. Der Wille kann nicht gezwungen werden von Gott aus und somit auch nicht von den lichtvollen Kräften, die sich der Menschen auf Erden annehmen - aber dennoch versuchen sie in ihrer Liebe alles, um den Willen zu wandeln, daß er sich Gott zuwende, daß der Mensch den Widerstand gegen Gott aufgebe und nun dankbar aus Seiner Hand entgegennimmt, was ihm zum Segen gereicht. Es braucht nur der Wille gut zu sein, dann ist die Aufwärtsentwicklung gesichert, dann ist der Mensch von so vielen guten Kräften umgeben, die ihm ihren Willen zu übertragen suchen, der voll und ganz Gott gilt, und dann wird der Mensch jede ihm gebotene Gnade annehmen und dem göttlichen Willen gemäß sie verwerten, und seine Seele wird aufwärtssteigen und zur Vollendung gelangen.
Amen. B.D. NR. 6146.

 

Buch 66 6147

Ungewöhnliche Not - Ungewöhnliche Hilfe.

28. Dezember 1954. B.D. NR. 6147.

Eine ungewöhnliche Not erfordert ungewöhnliche Hilfe. Darum wird in der letzten Zeit noch vieles geschehen, was sonderbar anmutet und was als geistiges Wirken erkannt werden wird von denen, die um die Nähe des Endes wissen und die darum auch aller Zeichen achten, die ihnen das Ende ankünden. Die Menschen werden noch vieles erleben, was sie sich wissenschaftlich nicht erklären können, jedoch die Erklärung sofort finden, wenn sie alles betrachten im Sinne der geistigen Entwicklung, wenn sie sowohl den geistigen Tiefstand der Menschen als auch das nahe bevorstehende Ende bedenken. Dann wird es ihnen erklärlich, daß die Liebe Gottes noch alles versucht, um die Menschen zu wecken, um sie stutzig zu machen, auf daß sie sich ihrer Verantwortung bewußt werden. Erfolg wird zwar auch nur bei wenigen zu verzeichnen sein, doch jede einzelne Seele hat Gott lieb, und Er läßt nichts unversucht, um sie noch für Sich zu gewinnen. Doch ob Gott auch offensichtlich wirket, ob Er Sich auch in Erinnerung zu bringen sucht durch ungewöhnliche Erscheinungen - die Menschen sind schwer zu beeindrucken, weil sie für alles Erklärung haben, wenngleich auch diese weit von der Wahrheit abweichen. Und was sie heut noch bewegt, hat morgen schon allen Reiz, alles Interesse verloren. Die Menschenherzen sind abgestumpft, und nur irdischer Vorteil oder Fehlschläge können sie noch anregen zum Denken und Handeln, alles Geistige aber ist für sie Phantasterei, eines denkenden Verstandesmenschen unwürdig. Und so könnten sich völlig naturwidrige Dinge abspielen im Universum - es könnten die sichtlichsten Zeichen von oben ihnen gegeben werden - sie würden alles nur zur Kenntnis nehmen, darüber lächeln oder irdisch-natürlich zu erklären versuchen, aber sonst wenig sich davon beeindrucken lassen. Und auch diese Rettungsversuche werden vergeblich sein, die Erfolge sehr gering, und dennoch wird noch alles getan, und wenn es nur einer Seele dadurch möglich wäre, dem ewigen Verderben zu entfliehen und vor dem Ende noch zu Gott zurückzufinden.
Amen. B.D. NR. 6147.

 

Buch 66 6148

Weiterentwicklung auf der neuen Erde.

29. Dezember 1954. B.D. NR. 6148.

Alles entwicklungsfähige Geistige wird seinen Entwicklungsweg fortsetzen, auch wenn das Ende dieser Erde gekommen ist, wenn eine Total-Umgestaltung dieser vor sich gegangen ist - während das Geistige, das sich als unfähig erwiesen hat, die letzte Entwicklungsstufe zurückzulegen, wieder rückversetzt wird und den Gang der Entwicklung noch einmal gehen muß laut göttlichem Gesetz, das alles Geistige in den Zustand versetzt, der seinem Reifegrad entspricht. Und so ist wohl eine Entwicklungsepoche beendet, doch es ist nicht der Kreislauf der Entwicklung unterbrochen. Es steigt fortgesetzt zur Höhe das noch im gebundenen Willen stehende Geistige, und auch der Mensch kann im freien Willen aufwärtssteigen und sich endgültig befreien aus der Form. Doch er kann auch kraft seines freien Willens absinken, und er muß dann wieder von unten herauf zur Höhe gelangen. Die Erlösung des Gefallenen erfährt keine Unterbrechung, auch wenn die Erde vor einer Wende steht geistig und auch irdisch. Es wird nur die göttliche Ordnung wiederhergestellt, die durch den freien Willen des Menschen beträchtlich gestört wurde. Es wird nur alles dahin versetzt, wo es seiner Reife nach hingehört. Das in der Form noch gebundene Geistige in den verschiedenen Schöpfungswerken erfährt also ebenfalls eine Veränderung seines Aufenthaltes, und das bedingt auch eine Auflösung der sichtbaren Schöpfungswerke und ein Erstehen-Lassen einer neuen Erde. Es ist dies den Menschen nicht glaubhaft, und es wird doch vor sich gehen laut göttlichem Ratschluß, der immer nur die Aufwärtsentwicklung des Geistigen bezweckt, das aus der Tiefe empor zu Gott gelangen soll. Würde das Geistige im Stadium des freien Willens - als Mensch - völlig in Gottes Ordnung leben, dann wäre nimmermehr eine totale Erdumwandlung nötig, weil dann der Aufwärtsentwicklungsprozeß sich planmäßig vollziehen würde und eine Erlösung alles Geistigen sehr schnell stattfinden könnte. Der freie Wille des Menschen aber handelt so oft wider die göttliche Ordnung, daß dadurch der ganze zuvorige Entwicklungsgang gefährdet wird und es immer wieder eines gewaltsamen Eingriffes Gottes bedarf, um das aus der Ordnung Geratene wieder recht zu richten. Und es bedeutet dies immer das Ende einer Erlösungsperiode und den Beginn einer neuen, es bedeutet immer eine Umwandlung der Erde, also auch ein Vergehen jeglicher Schöpfungswerke und Erstehen völlig neuer Schöpfungen. Es bedeutet ein Freiwerden des in der harten Materie gebundenen Geistigen und erneutes Binden in erheblich gelockerten Formen, die nun auch die Aufwärtsentwicklung dieses schon ewige Zeiten gefangengehaltenen Geistigen einleiten - also von diesem Geistigen dankbar als Erleichterung empfunden wird. Es bedeutet eine solche Umgestaltung der Erdoberfläche für alles Geistige einen Fortschritt, nur nicht für das im Menschen verkörperte Geistige, das versagt hat, indem es seine Willensfreiheit mißbrauchte und ständig nach unten, anstatt nach oben strebte während seines Erdenlebens. Dieses Geistige wird dahin versetzt, wonach es gierte - es wird zur harten Materie - es wird gefesselt von dieser, der all sein Streben und Begehren galt. Es ist ein gerechter Ausgleich für die unerhörte Gnade der Freiheit in der Verkörperung als Mensch - die aber der Mensch mißachtete, die er in verkehrtem Sinne nützte - daß er sich von Gott mehr und mehr entfernte um der Materie willen, die ihm nun zum Lohn wird. Und daß ihr Menschen vor dem Ende einer Erlösungsepoche steht, wird euch immer wieder eindringlich vorgehalten. In aller Liebe leitet Gott euch das Wissen zu um alle Zusammenhänge, um Ursache und Wirkung, um die Folgen eines rechten und auch eines verkehrten Erdenwandels. Er leitet euch das Wissen zu durch Sein Wort, und ihr könntet bei gutem Willen es auch glauben. Doch Er kann euch nicht zwingen, Sein Wort als Wahrheit anzunehmen. Die Freiheit eures Willens allein bestimmt euren Glauben, er bestimmt euer Denken, Wollen und Handeln - aber darum auch euer Los nach jener Umgestaltung - das wahrlich herrlich sein kann im Paradies auf der neuen Erde, aber auch unsägliche Qualen euch eintragen kann, so ihr aufs neue gebannt werdet in der Materie - entsprechend eurem Willen und eurer Liebe.
Amen. B.D. NR. 6148.

 

Buch 66 6149

Geduldiges Kreuztragen.

30. Dezember 1954. B.D. NR. 6149.

Einem jeden Menschen wird das Kreuz auferlegt, das ihm zum Ausreifen seiner Seele verhilft. Ich aber will es wahrlich nicht, daß es euch allzuschwer drückt, doch die Last entspricht eurem freien Willen. Ihr könnet sie euch selbst schwerer oder leichter machen, sowie ihr in Meinen Willen eingehet oder euch ihm widersetzet. Sowie ihr euer Kreuz geduldig traget, wird euch seine Last stets geringer dünken; bäumet ihr euch aber dagegen auf, so wird sie euch desto schwerer drücken. Ein Kreuzgang auf Erden ist für eure Seele nötig so lange, bis ihr Liebewille sie kein Leid mehr empfinden lässet - bis sie auch dankbar ist für das kleine Kreuzlein, das zu tragen Ich ihr auferlegt habe und das sie auch als Meine Sendung erkennt, weshalb sie es geduldig und klaglos trägt. Denket daran, daß Ich um alles weiß, was euch drückt, und daß Ich auch weiß, was für euch zum Ausreifen eurer Seele tauglich ist. Und nehmet ergeben auf euch, was noch über euch kommt und darum über euch kommen muß, weil es dem Ende zugeht, weil eurer Seele nur noch kurze Zeit bleibt zu eurer Vollendung. Traget ergeben euer Kreuz, denn es ist ein sicherer Weg zur Höhe, und eure Last könnet ihr selbst euch verringern, wenn ihr in innigem Gebet euch dem Kreuzträger Jesus anvertraut und Ihn bittet um Beistand. Was Ich über euch kommen lasse, ist nicht so schwer, daß ihr darunter zusammenbrechet. Denn Ich lege keinem mehr auf, als er ertragen kann, aber ob er es ertragen will, das entscheidet, wie schwer ihm sein Kreuz dünkt. Das Ende ist nahe, und das bedeutet, daß eines jeden Menschen Leben beendet wird, so der letzte Tag gekommen ist. Viele aber stehen noch sehr weit zurück in ihrer Seelenreife, und doch können sie auch noch in kurzer Zeit zur Vollendung gelangen, wenn es ihnen nur ernst darum ist. Ihre Seelen können noch geläutert werden durch Leid und Not, und allen wird diese Möglichkeit gegeben, wo nur eine geringe Aussicht besteht, daß sie Erfolg einträgt. Und deren Schicksal nehme Ich in Meine Hand, und Ich führe sie durch Leid und Kummer hindurch zum Ziel, sowie sie sich nur führen lassen - sowie sie keinen Widerstand leisten, also sich aufbäumen gegen ihr Geschick und sich nur noch weiter von Mir entfernen. Traget alle euer Kreuz in Geduld, denn es ist nur ein Mittel, das Meine Liebe anwendet, um euch zu helfen, um euch zu bewahren vor dem Tode, um euch das Leben schenken zu können. Nehmet alles als aus Meiner Hand stammend dankbar entgegen, denn es geschieht nichts ohne Meinen Willen, ohne Meine Zulassung, und alles, was über euch kommt, soll euch nur hinführen zu Dem, Der euch auch helfen kann. Alles soll euch zu Mir führen, Der Ich euer Vater bin von Ewigkeit und auch als Vater Meinen Kindern helfen werde in jeder Not.
Amen. B.D. NR. 6149.

 

Buch 66 6150

Gesetz von Ewigkeit: Liebe. Göttliche Ordnung.

31. Dezember 1954. B.D. NR. 6150.

Es besteht ein ewiges Gesetz, dem ihr alle euch unterordnen müsset, wollet ihr selig sein. Ihr könnet zwar abweichen, ihr könnet wider das Gesetz auch verstoßen, aber dann gebet ihr auch eure Seligkeit auf, dann geratet ihr in einen Zustand, wo alle Harmonie aufgehoben ist - wo ihr unselig seid. Das Gesetz von Ewigkeit aber heißt: Liebe. Und nun wisset ihr auch, wann ihr gegen das Gesetz verstoßet - wenn ihr euch gegen die Liebe versündigt. Wo Liebe ist, ist Ordnung, Harmonie und Vollkommenheit - und darum auch Seligkeit. Wird die Liebe außer acht gelassen, dann wird auch alles andere zerstört, es entstehen aus der Lieblosigkeit andere gesetzwidrige Eigenschaften, die alle nur dazu beitragen, einen elenden Zustand zu schaffen und Böses zu gebären, das sich ständig vermehrt und also jegliche Harmonie ausschließt, die zur Seligkeit Bedingung ist. Ein Leben wider das Gesetz göttlicher Ordnung, ein Leben wider die Liebe, wird sich auswirken in einem chaotischen Zustand, weil es niemals aufbauende, sondern stets zerstörende Folgen hat - bis zuletzt dieser Zustand einen Grad erreicht hat, wo diese zerstörenden Wirkungen sichtbar werden - wo darum ein gewaltsames Zurückführen zur göttlichen Ordnung stattfindet, ansonsten ein nicht zu übersehendes Chaos ein Leben der Menschen auf der Erde unmöglich werden ließe und somit auch der Hauptzweck der Schöpfung - das Ausreifen des Geistigen in ihr - nicht mehr erfüllt werden könnte. Gott aber richtet alles recht. Er stellt die Ordnung wieder her, sowie die Zeit gekommen ist, da die Grenzen überschritten werden, da der Menschheit die Liebe mangelt und sie deshalb ganz aus der göttlichen Ordnung herausgetreten ist. Es ist aber ein solches Herstellen der göttlichen Ordnung überaus leidvoll, es erfordert eine harte Hand, die recht richtet, was verkehrt worden ist - die geradebiegt, was krumm war. Und die Leidtragenden werden die Menschen sein, die sich im Widerstand aufbäumen, die sich durch ihre Lieblosigkeit beweisen als völlig aus der Ordnung getreten. Diese müssen durch ein Läuterungsfeuer hindurchgehen, das ihren Widerstand noch brechen kann, bevor sich der Richtakt vollzieht - oder aber sie zum Einhalten der ewigen Ordnung gezwungen werden durch Fesselung, der sie sich nicht mehr widersetzen können. Es muß die Ordnung wiederhergestellt werden um der Erlösung des Geistigen willen. Es muß die Liebe wieder herrschen auf Erden, es muß wieder Harmonie und Glückseligkeit den Bewohnern der Erde gewährleistet sein, die sich dem ewigen Gesetz unterordnen, die also leben in Liebe und inniger Verbundenheit mit Gott, Der die ewige Liebe Selbst ist. Erst die Erfüllung Seines Gesetzes befreit das Geistige aus seiner Fessel - die aber von neuem sich um das Geistige schließt, das gegen das Gesetz der Liebe verstößt in einem Maß, wie es vor dem Ende einer Erlösungsperiode ersichtlich ist - daß geistig und irdisch nur von einem Chaos gesprochen werden kann, das einmal völlige Zerstörung auslöst. Einmal wieder wird die göttliche Ordnung hergestellt, auf daß zur Seligkeit gelangen kann das Gute und gebannt wird das Böse. Denn Gott ist der Herr über Himmel und Erde, und Ihm muß sich beugen alles, was aus Ihm hervorgegangen ist - Sein Wille muß erfüllt werden, und Sein Wille ist Liebe.
Amen. B.D. NR. 6150.

 

Buch 66 6151

Gottes Wirken an den Menschen.

Neujahr 1. Januar 1955. B.D. NR. 6151.

Das ist Mein immerwährendes Wirken an euch, daß ihr gemahnt und gewarnt werdet durch Mein Wort, das Ich einem jeden zuführe, der sich nicht abwendet von Mir. Will Ich euch für Mich gewinnen, so muß Ich Mich euch nahen, Ich muß euch locken, Ich muß euch Meine Liebe beweisen, um eure Liebe zu gewinnen. Und darum muß Ich euch ansprechen - ansonsten ihr nicht um Meine Liebe und Sorge um euch wisset. Ich muß Mich euch als Vater erweisen, Dem das Wohl Seiner Kinder am Herzen liegt und Der darum ständig wachet über ihnen. Und Ich muß als Vater euch auch warnen vor der Gefahr und ermahnen, stets an Meiner Seite zu gehen und in Meiner Begleitung den Erdenweg zurückzulegen. Alles, was ihr tun oder nicht tun sollet, müsset ihr von Mir erfahren, auf daß ihr selig werdet. Und darum spreche Ich euch an. Mein Wort müsset ihr entgegennehmen, ganz gleich, in welcher Weise und an welchem Ort. Ihr müsset Mich zu euch reden lassen, was vorerst euren Willen bedingt, euer Ohr zu öffnen, um Mich zu vernehmen. Jeder Mensch, der im Verlangen, Mich Selbst zu hören, Mein Wort liest oder anhört, der wird auch von Mir angesprochen, und er wird stets Segen erfahren, weil Meine Ansprache niemals wirkungslos bleibt auf seine Seele. Aber dieses erfordert als erstes das Verlangen nach Meinem Wort. Wer es teilnahmslos oder gleichgültig höret, der wird niemals innerlich berührt werden, sondern es verhallen nur Worte an seinem Ohr, und er spüret dann auch keine Kraft. Wollet, daß Ich zu euch spreche, und der Segen wird groß sein. Denn Ich werde euch nun auch sagen, was eure Aufgabe ist auf Erden, Ich werde euch Meine Gebote der Liebe unterbreiten. Und befolget ihr diese Gebote, so seid ihr gerettet für Zeit und Ewigkeit. Nur das eine verlange Ich von euch, daß ihr Mich liebet über alles und euren Nächsten wie euch selbst - aber das Erfüllen dieser Gebote sichert euch ein ewiges Leben in Seligkeit. Ich muß euch aber auch aufmerksam machen auf die Gefahren, die euch drohen im Erdenleben - auf die Folgen, die ein Lebenswandel nach sich zieht, der entgegen Meinem Liebegebot geführt wird. Darum muß Ich euch warnen und mahnen, darum muß Ich euch ansprechen und euch ernst ins Gewissen reden. Aber sowie ihr nur willig Mich anhöret, ohne inneres Widerstreben, wendet ihr schon der Gefahr den Rücken. Ihr begebt euch in Meinen Schutz, und ihr lasset euch nun führen von Meiner liebenden Vaterhand. Doch wer Mir sein Ohr verschließet, der ist in großer Gefahr, er lehnt Meine Begleitung ab und schließet sich einem anderen an, der ihn einem Ziel zuführt, das wahrlich nicht begehrenswert ist. Doch auch diesen rede Ich an, wenn auch in anderer Sprache, weil er Meinem gesprochenen Wort sich verschließt. Ich mache ihn dennoch aufmerksam auf Den, Dessen Macht groß ist und Dem sich keiner widersetzen kann, wenn Er Seine Macht durchsetzen will. Auch jene werden hingewiesen auf Den, Der Herr ist über Himmel und Erde, und ob sie auch solche Hinweise von sich abschütteln möchten. Sie werden sich verantworten müssen, sie werden die Folgen ihres Handelns und Denkens tragen müssen, wenn der Tag des Gerichtes gekommen ist. Doch bis zuletzt wird Mein Wort ertönen, bis zuletzt werde Ich zu den Menschen sprechen, um noch zu retten alle, die Mich anhören und Meinen warnenden und mahnenden Ruf beherzigen. Und sie werden es wahrlich nicht bereuen, sie werden die Stimme des Vaters erkennen, der sie nun willig folgen, weil sie auch die Liebe des Vaters spüren, die immer und ewig Seinen Kindern gilt.
Amen. B.D. NR. 6151.

 

Buch 66 6152

Kommunion.

2. Januar 1955. B.D. NR. 6152.

So nehmet das Brot des Himmels entgegen und labet euch daran. Immer werdet ihr gespeist werden von Mir, immer könnet ihr von Mir empfangen, was ihr benötigt zum Ausreifen eurer Seele - immer wird euch Speise und Trank geboten, so es euch danach verlangt. Wer zu Mir kommt, um mit Mir das Abendmahl zu nehmen, der wird an Meinem Tisch gesättigt werden, es wird ihm in Fülle dargereicht, wessen er bedarf, er wird niemals Mangel zu leiden brauchen, denn Mein Tisch ist reich gedeckt für alle, und keinen weise Ich ab, denn ihr alle gebrauchet Stärkung für eure Seele, ihr alle könnet eurer Seele nur dann das Leben geben, wenn ihr Speise und Trank ihr zuführt, die ihr reichlich von Mir empfanget. Doch es wird keiner zu Mir kommen, um mit Mir das Gastmahl zu nehmen, der nicht Liebe zu Mir empfindet, denn nur die Seele hungert nach dem Brot des Himmels, die sich zur Liebe gestaltet hat. Und nur die Liebe treibt sie dorthin, wo ihr Erfüllung wird - zu Mir, an Meinen Gabentisch, wo sie die Beweise Meiner Liebe in Empfang nehmen kann, wo sie beglückt Mein Wort entgegennimmt, das ihr Erquickung ist und Kraft schenkt und ihre Liebe stets tiefer werden lässet. Wer Mich nicht liebt, den zieht es auch nicht zu Mir, und auch Meine Gaben locken ihn nicht, denn er sucht sich anderswo Erfüllung seiner Begierden. Er sucht nur das, was seinem Körper Behagen schafft, seiner Seele aber gedenket er nicht. Ohne Liebe gibt es keine Verbindung zwischen dem Menschen und Mir, ohne Liebe kann also keine Kommunion stattfinden. Begreifet ihr das? Einen Zusammenschluß stellt nur die Liebe her - nichts anderes. Und ein zur Liebe gewordener Mensch vernimmt auch Mein Wort - er empfängt die Gaben Meiner Liebe; ihm allein kann Ich das Brot des Himmels reichen, ihn allein kann Ich speisen und tränken mit Meinem Fleisch und Meinem Blut - mit Brot und Wein, das seiner Seele das Leben sichert. Wie könnte ein Mensch Meinem Wort die Kraft entziehen, der völlig ohne Liebe ist - also in weitem Abstand steht von Mir. Wie könnte Er aus Meiner Hand empfangen, was ihn selig macht, wenn er nicht zu Mir kommt - wenn er selbst durch seine Lieblosigkeit eine Kluft zwischen uns errichtet, die ohne Liebe unüberbrückbar ist? An Meinen Tisch muß er kommen, in Mein Haus, wo Ich als Gastgeber Meine Gaben austeile. Aber der Weg zu Mir ist immer nur der Weg der Liebe. Er muß Verlangen haben nach Mir Selbst, und Ich werde ihm entgegenkommen, um ihn zu Meinem Tisch zu geleiten. Und dann wird er empfangen können unbeschränkt, auf daß er gestärkt und erquickt seinen Erdenwandel fortsetzen kann, auf daß er sein Ziel erreiche. Brot und Wein werde Ich ihm reichen, die allein seiner Seele Nahrung sind. Ich werde Mein Wort ihm zuführen, das mit Meiner Kraft gesegnet ist, Ich werde mit ihm reden und ihm die Wahrheit schenken, Ich werde ihm das geben, was allein zum Ziel führt, was seiner Seele ein ewiges Leben sichert - Brot und Wein - Mein Fleisch und Mein Blut - Mein Wort, das Ich Selbst gesegnet habe mit Meiner Kraft.
Amen. B.D. NR. 6152.

 

Buch 66 6153

Lückenlose Aufklärung nur von Gott.

3. Januar 1954. B.D. NR. 6153.

Ein unübersehbares Gebiet wird euch erschlossen, und so werdet ihr durch die Gnade Gottes fähig sein, Aufklärung zu geben, wo immer sie verlangt wird, denn es wird euch außer dem Wissen auch die Gabe verliehen, alles selbst zu verstehen und verständlich erklären zu können. Ihr werdet fähig sein, sofort zu erkennen, wo sich die Menschen in irrigem Denken bewegen, wie ihr selbst aber auch die Zusammenhänge erfasset und darum irrige Ansichten widerlegen könnet. Euch geht ein umfangreiches Wissen zu und gleichzeitig die Erkenntnisfähigkeit, so daß ihr selbst auch das Wissen verwerten könnet, sowie dies möglich ist. Was sich der Mensch mühsam durch langes Studium erwarb, geht euch ohne solches zu, doch weit genauer und aufschlußreicher, so daß alle Lücken geschlossen werden können, die es bisher möglich machten, daß sie durch Irrtümer ausgefüllt wurden und dadurch zu einer Gefahr wurden für die Wahrheit dessen, was den Menschen unterbreitet wurde als geistiges Gut. Denn Gott Selbst belehret euch, und wahrlich so, daß es Licht wird in euch. Wohl werden die Verstandesmenschen immer ihr Wissen dem durch Gott vermittelten Wissen entgegensetzen, weil sie ein direktes Wirken Gottes nicht für möglich halten und nichts außer ihrem selbst erworbenen Wissen gelten lassen wollen. Doch einer ernsthaften Prüfung würden sie oder ihr Wissen nicht standhalten können. Eine ernsthafte Prüfung würde sie überzeugen, daß euer Wissen nicht einfach abgelehnt werden kann, weil es tiefe Wahrheiten birgt, weil sie sich den logischen Folgerungen nicht verschließen könnten, die einen Geber verraten, Der um alles weiß und darum auch lückenlos Aufklärung geben kann. Doch es machen nur wenige den ernsthaften Versuch, es sind nur wenige zu einer ernsthaften Prüfung bereit, und zumeist wird das Geistesgut, das allein Wert hat, weil es von Gott Selbst den Menschen übermittelt wurde, als unglaubwürdig zurückgewiesen, weil die Menschen ihr Verstandesdenken und dessen Ergebnisse höher bewerten, oft zu hoch, um nun noch nüchtern alle Ergebnisse gegeneinander abzuwägen. Viel Licht könnte ihnen leuchten, doch sie tappen lieber weiter in Dämmerung oder Finsternis. Ihr aber, die ihr Gottes Liebe und Gnade erfahren durftet, weil ihr willig waret, Ihn anzuhören, ihr besitzet wahrlich ein großes Wissen, und ihr werdet es auch noch verwerten können, wenn es sich um Streitfragen handelt, die eure Gegner stellen werden, um die Grundlosigkeit jeglichen Glaubens an Gott zu beweisen, sowie auch die Unglaubwürdigkeit kirchlicher Lehren, die ihnen oft einen Angriffspunkt geben, weil sie nicht mehr reine Wahrheit sind. Dann werdet ihr euch einschalten müssen und es auch können, denn euch werden sie nicht verblüffen können, weil ihr wissend seid und weil ihr mit der reinen Wahrheit jeden Einwand widerlegen könnet - zwar nicht eure Gegner dadurch gewinnen, jedoch viele Zweifler werden Licht durch euch bekommen, die sich an euren Lehren aufrichten und auch von deren Wahrheit voll überzeugt sind. Es kommt die Zeit, da das umfangreiche Wissen Segen bringen wird; es kommt die Zeit, da ihr verkünden dürfet das Wirken Gottes an euch. Es kommt die Zeit, wo die Wahrheit sich Bahn brechen wird, wo noch so manchen Menschen ein lichtvoller Weg gewiesen wird, den sie nun bereitwillig gehen, weil sie ihn als den Weg der Wahrheit erkennen, der sie zum rechten Ziel führen wird.
Amen. B.D. NR. 6153.

 

Buch 66 6154

Demut. Überheblichkeit.

4. Januar 1955. B.D. NR. 6154.

Es ist die Demut der sicherste Weg, zu Gott zu gelangen, die Überheblichkeit dagegen der Weg, der von Ihm wegführt. Denn die Überheblichkeit ist Anteil dessen, der einst gefallen ist, der herrschen wollte und Gott nicht mehr anerkannte, der sich über Ihn erhob und dadurch in die tiefste Tiefe stürzte. Die Demut aber erkennt Gott an und beugt sich unter Ihn - sie strebt Ihm zu und fühlt sich nicht würdig Seiner Nähe. Und darum findet ein demütiger Mensch Gottes Wohlgefallen, Er beugt Sich Selbst zu ihm hernieder und hebt ihn empor, Er gibt ihm Gnaden über Gnaden und verhilft ihm fortgesetzt zur Höhe. Und so werdet ihr Menschen nun auch verstehen, daß niemals ein hochmütiger Mensch zum Vater gelangen kann, weil er selbst eine Schranke errichtet zwischen sich und Gott. Er Selbst glaubt sich zwar nicht unten stehend, er ist von seinem Wert überzeugt, daß er weder bitten noch danken kann, sowohl Gott als auch den Menschen gegenüber - er fühlt sich erhaben und geht darum leer aus, denn er bittet nicht um Gnade und verwertet sie auch nicht, so sie ihm geboten wird. Denn er glaubt, sie nicht zu benötigen. Und in seinem Hochmut wird er darum auch keine Gnaden empfangen. Ein demütiges Kind gefällt dem Vater, ein selbstgefälliges aber hat keine Liebe zu Ihm und kann darum auch die Liebe des Vaters nicht beanspruchen, die in der Zuwendung von Gnade zum Ausdruck kommt. Wie reich aber ist ein demütiger Mensch, dem Gott Selbst Sich in Seiner Liebe zuneigt und ihn bedenket mit allem, dessen er bedarf. In der Demut liegt die Anerkennung Gottes als Schöpfer und Vater von Ewigkeit. In der Demut liegt auch das Bekenntnis der einstigen Schuld. Es fühlt sich ein demütiges Kind endlos weit vom Vater entfernt, und es erkennt gleichsam seinen unvollkommenen Zustand, seine Unwürdigkeit, die Nähe des Vaters zu genießen. Ein Mensch aber, der seine Schuld, seine Mangelhaftigkeit, erkennt, sucht Hilfe und Vergebung. Er wird niemals überheblichen Geistes glauben, recht zu sein oder recht zu wandeln auf Erden - er wird immer seine eigene Unzulänglichkeit erkennen und darum flehend zum Vater die Hände emporstrecken, daß der Vater Sein Kind annehmen möge und Sich seiner erbarme. Also es erkennet Gott als seinen Vater von Ewigkeit an, es wendet sich innerlich ab von dem, der es mit hinabgerissen hatte in die Tiefe. Es will wieder empor, und es wird auch sein Ziel erreichen, denn ein demütiger Mensch wird reich bedacht mit Gnade, die ihm Kraft gibt auf dem Weg nach oben - zu Gott, von Dem es einst seinen Ausgang nahm, Ihn aber verkannte und sich deshalb gegen Gott versündigt hat. Ein demütiger Mensch wird Gnaden ohne Maß empfangen, einem überheblichen Menschen aber müssen die Gnaden verwehrt bleiben so lange, bis er seinen Hochmut ablegt, bis auch er sich demütig beuget in der Erkenntnis seiner Schwäche und Unvollkommenheit. Nur der Weg der Demut führt zu Gott. Nur der Demütige findet Gnade bei Ihm, denn dieser ist dem Vaterherzen nahe, und er bekennt sich innerlich voll und ganz zu Ihm.
Amen. B.D. NR. 6154.

 

Buch 66 6155

Es gibt keine ewige Verdammung.

5. Januar 1955. B.D. NR. 6155.

Es gibt keine ewige Trennung von Gott, es gibt keine ewige Verdammung, keinen ewigen Tod. Denn die unendliche Liebe Gottes schaltet solches aus, die sich eines jeden Wesens annimmt, die sich eines jeden Wesens erbarmt, und ob es noch so tief abgesunken ist, und die auch niemals Seinem Gegner auf ewig das überlassen wird, was aus der ewigen Liebe hervorgegangen ist. Doch es gibt eine Trennung von Gott unendlich lange Zeiträume hindurch, die aber niemals Gottes Wille, sondern der Wille des Wesens selbst ist - also auch von keiner Verdammung durch Gott gesprochen werden kann. Wenn das Wesen so unendlich weit von Gott entfernt ist, dann ist es seine eigene Schuld, sein eigenster Wille, und es kann jederzeit diese Trennung verringern, es kann jederzeit zu Gott zurückkehren, weil Gott ihm jede Hilfe angedeihen läßt, sowie nur das Wesen selbst des Willens ist, zu Gott zurückzukehren. Den unglückseligen Zustand schafft sich also das Wesen selbst, und der unglückselige Zustand besteht darin, daß es dem Wesen an Licht und Kraft gebricht, je weiter es sich von Gott entfernt, weil es die Liebe Gottes zurückweiset, die Licht und Kraft für das Wesen bedeutet. Es ist aber Gottes Liebe unentwegt bemüht, das durch die Kraftlosigkeit-tote-Wesen wieder zum Leben zurückzurufen - es ist die Liebe Gottes stets bereit, Kraft und Licht auszustrahlen auf das Wesen, doch immer unter Beachtung Seiner ewigen Ordnung, des Gesetzes, das auf Seine Vollkommenheit gegründet ist. Und darum kann die Zeitdauer der Entfernung von Gott für ein Wesen endlos lang sein - der Begriff "Ewigkeit" ist also nicht ganz unberechtigt, nur ist nicht ein Zustand, der niemals endet, darunter zu verstehen. Für das Wesen aber, das sich von Gott getrennt hat, besteht immer die Möglichkeit, seinem unglückseligen Zustand ein Ende zu machen, denn es bleibt niemals sich selbst überlassen, sondern wird immer von Gott mit Seiner Liebe verfolgt. Immer werden Rettungsmöglichkeiten ihm geboten, und immer ist es seinem freien Willen überlassen, diese auszunützen. Denn Gottes Liebe ist unbegrenzt, sie ist nicht nachtragend, sie ist immer bereit, zu helfen, zu retten, zu beglücken und selig zu machen, denn es sind immer Seine Geschöpfe, die Seine Liebekraft einst ins Leben rief - und die Er nie und nimmer aufgeben wird, und ob ewige Zeiten vergehen. Doch unmöglich ist es, einem Wesen ein licht- und kraftvolles Leben zurückzugeben, das sich selbst verschließt dem Urquell von Licht und Kraft. Der freie Wille ist Merkmal alles Göttlichen, und den freien Willen ausschalten bedeutete Entgöttlichen des Wesens - es ewig unvollkommen zu belassen und darum auch ewig unglückselig - doch eine Unglückseligkeit, die Gottes Wille wäre. Gott aber will Seinen Geschöpfen ewige Glückseligkeit verschaffen, und darum belässet Er ihnen den freien Willen, demzufolge nun das Wesen selbst bestimmen kann, ob und wie lange es sich von Gott entfernt hält oder nach Gottes Liebe und Gegenwart verlangt. Doch ewig wird kein Wesen vom Angesicht Gottes verstoßen sein, denn Seine Liebe ist so stark, daß sie alles wieder zu Sich zurückführt, was einstmals von Ihm seinen Ausgang nahm.
Amen. B.D. NR. 6155.

 

Buch 66 6156

"Du sollst nicht töten."

6. Januar 1955 B.D. NR. 6156.

Die in der Welt klug sind, sind es nicht immer, wenn es gilt, andere Menschen zu unterweisen im Göttlich-Geistigen. Es ist ein Unterschied, wie die Weltmenschen urteilen und wie Gott urteilet, und zumeist wird weltliche Klugheit so urteilen, wie es für die Weltmenschen von Nutzen ist. Doch ob dies auch dem göttlichen Willen entspricht, das bedenken sie nicht. Es kann niemals im Willen Gottes sein, daß sich das Machtvolle über das Ohnmächtige erhebt, daß es das Schwache unterdrückt und es seiner Freiheit beraubt. Gott hat alle Menschen mit gleichen Rechten geschaffen und nimmermehr dem Starken das Recht gegeben, seine Stärke in der Weise zu mißbrauchen, daß er das Schwache unterjocht. Der Wille der Menschen aber ist frei, und die Auswirkung eines schlechten Willens kann und wird Gott doch wieder so lenken, daß es dem Betroffenen zum Segen gereicht - so daß also letzten Endes auch verabscheuungswürdige Taten erzieherische Wirkung haben können und ein Ausreifen der Seele fördern - wie sie aber auch negativen Erfolg zeitigen können, wenn der Wille des betroffenen schwachen Menschen gleichfalls schlecht ist. Du sollst nicht töten. Dieses Gebot wurde euch gegeben, und ihr sollet es jederzeit beachten. Es hat ein jeder Mensch aber auch die Pflicht - diesem gleichen Gebot zu folgen - das Leben zu schützen - also auch das Recht, sich selbst oder das Leben anderer zu verteidigen, weil immer es Menschen geben wird, die gegen Gottes Gebote sich versündigen, die ihre Stärke mißbrauchen, die sich nicht an Menschenrechte halten und offensichtlich dem zu Willen sind, der selbst als Feind Gott gegenübersteht. Es ist nicht Gottes Wille, daß Aug' um Auge, Zahn um Zahn vergolten wird, daß der Mensch Schlechtes mit Schlechtem erwidere. Denn jeglicher Haß soll bekämpft werden, und auch dem Feind soll der Mensch vergeben, wenn er selbst Vergebung von Gott verlangt. Doch auch das Leben des Menschen ist ein Geschenk Gottes, das verteidigt werden soll von jedem, der dazu fähig ist, weil das Leben ihm gegeben ist zum Ausreifen der Seele und es darum nicht leichtfertig dahingegeben werden darf. Er darf sein eigenes Leben schützen - er wird also nicht zur Verantwortung gezogen im Falle der Notwehr - aber er wird zur Verantwortung gezogen, wenn er nicht das Leben anderer schützte, das er schützen konnte. Denn dann ist er an deren Tod genauso schuldig, als hätte er sie selbst getötet, denn das Gebot "Du sollst nicht töten" umfaßt auch die Sorge um das Leben des Nächsten, es ist einfach ein Gebot der Nächstenliebe, das erfüllt werden muß - immer vorausgesetzt, daß der Mensch befähigt ist, das Leben des Nächsten zu schützen. Es haben sich aber in der Welt die Begriffe verwirrt. Machthunger, politische Interessen, Feindseligkeiten und Lieblosigkeit haben Gesetze geschaffen, welche die göttliche Ordnung umstoßen. Göttliche Gebote bleiben unbeachtet, den Menschen sind falsche Ehrbegriffe anerzogen worden, es befindet sich alles außerhalb der göttlichen Ordnung, und der gegenseitige Vernichtungs- oder Schwächungsgedanke ist überall anzutreffen, versteckt sich aber unter dem Mantel der Gerechtigkeit. Von Menschen erlassene Gesetze zwingen zur Mißachtung des göttlichen Gebotes - und keinem Menschen ist das Leben des Nächsten heilig. Sie unterwerfen sich unberechtigten Forderungen, teils gezwungen, teils freiwillig; sie gehen leichtsinnig um sowohl mit ihrem eigenen Leben als auch mit dem Leben des Nächsten - sie bringen sich selbst leichtfertig in Gefahr und spielen mit dem Leben anderer. Sie wissen nicht um den Wert des Lebens für die Seele. Und darum sind sie auch bereit, gegen die Mitmenschen zu Felde zu ziehen und es geht ihnen nicht nur um die Verteidigung von Menschenleben, sondern auch um Erreichung anderer Ziele, die stets irdisch-materiell sind und darum nicht göttlich-gewollt sein können. Der Gedanke einer Verteidigung wertvollen Lebens ist nur bei den wenigsten anzutreffen - der Gedanke an irdische Vorteile oder günstige Auswirkung dagegen vorherrschend. Und das Gebot "Du sollst nicht töten - " wird bedenkenlos verworfen oder auch nur zum Zweck des Erreichens anderer Ziele angeführt. Doch es bleibt dieses Gebot als göttliches Wort bestehen: Du sollst nicht töten. Und wer im freien Willen, ohne eigene oder anderer Gefahr das Leben eines Mitmenschen beendet, der vergeht sich gegen dieses Gebot, und er wird sich dafür verantworten müssen. Und Gott wird richten nach Recht und Gerechtigkeit.
Amen. B.D. NR. 6156.

 

Buch 66 6157

Fürbitte für Seelen in der Finsternis.

7. Januar 1955. B.D. NR. 6157.

Ich will Barmherzigkeit üben an allen, die eure Liebe Mir anvertraut. Es ist eine große Not im jenseitigen Reich, besonders für die Seelen, die keinen Fürsprecher auf Erden haben, die vergessen sind von den Menschen oder sich so wenig Liebe erworben haben, daß ihrer nur in Unmut gedacht wird. Alle diese Seelen haben ein bitteres Los, sie sind in quälender Finsternis und völlig ohne Kraft, so daß sie sich allein nicht helfen können und angewiesen sind auf Hilfe. Sie ernten, was sie gesät haben, und ihr Los ist nicht ungerecht, es ist nicht unverdient, denn es können solche Seelen nichts anderes erwarten, als was sie sich selbst erworben haben im Erdenleben, wo sie völlig ohne Liebe waren. Dennoch soll auch ihnen geholfen werden, und die ihnen mangelnde Liebe muß von anderer Seite geboten werden - die Ich aber auch annehme und zugunsten jener Seelen buche. Was ihr diesen Seelen an Liebe schenkt, das geht ihnen wieder als Kraft zu, die sie nun verwenden können ihrem Willen entsprechend. Eine Seele, die durch eure Liebe Kraftzufuhr erhält, weiß aber auch, zu welchem Zweck ihr diese zugeht, und sie ist so dankbar für die Hilfe, daß sie eifrig bemüht ist, die Kraft zu vermehren - daß sie die Kraft nun gleichfalls verwendet zum Liebewirken. Sie wird niemals die Liebe eines Menschen zurückweisen, während sie den gleichen Bemühungen von seiten der Lichtwelt oft Widerstand leistet, weil sie keinen Glauben hat an das, was diese ihr sagen, denn die Lichtwesen stehen in gleicher Verfassung vor ihnen und werden darum nicht angehört. Menschen auf Erden aber, besonders die ihnen nahestanden, erreichen viel mehr, denn zu ihnen schauen jene unglückseligen Seelen auf, weil sie die Liebekraft als Strahl von ihnen ausgehen sehen, der ihnen eine Wohltat ist. Ihr Menschen habt eine große Macht über jene Seelen in der Finsternis, wenn ihr ihrer in Liebe gedenket - wenn ihr ihnen helfen wollet. Denn das fühlen sie, und sie haben Zutrauen zu euch und hören euch auch an, so ihr ihnen Vorhaltungen macht oder ihnen das Evangelium verkündet. Und ob eine Seele noch so verstockt ist, ob sie noch so blind ist und unwissend - eure Liebe ändert diesen Zustand, sie versteht euch sofort, wenn eure Gedanken liebeerfüllt sind, und dann nimmt sie auch an. Ohne Liebe gibt es keinen Fortschritt, sowohl auf Erden als auch im geistigen Reich - ohne Liebe gibt es keine Erlösung aus der Tiefe. Und Ich gebe den Seelen in der Finsternis die große Gnade, daß die Liebe, die von der Erde aus ihnen zugewandt wird, als Licht erkenntlich ist - als Licht, das ihnen Hoffnung gibt und niemals vergeblich erstrahlt. Derer ihr gedenket, deren Not euch veranlaßt zu einem Hilferuf zu Mir, die sind wahrlich nicht verlassen, denn was ihr Mir gebt durch eure Liebe zu jenen Seelen, das gebe Ich auch weiter und beauftrage auch Meine Boten im geistigen Reich zur Hilfeleistung besonderer Art. Und es wird nicht ohne Erfolg sein. Der Seelen im jenseitigen Reich wird von seiten der Menschen nur wenig gedacht. Der Glaube an ein Fortleben ist nicht sehr stark vertreten, und darum sind für die meisten Menschen auch die Verbindungen aufgehoben, die Sorge um das geistige Wohl beschäftigt sie nicht, und es folgen ihnen nur wenige Gedanken nach. Es ist auch um die Menschen auf der Erde finster, und die Seelen kehren nicht dorthin zurück, wo sie nichts finden, was ihnen wohltut. Gedenket auch jener Seelen, die ohne Fürbitte sind, rufet sie zu euch im Willen, ihnen zu helfen, lasset eure Liebe auch in die Tiefe strahlen, denn immer wird sich eine Seele an diesen Lichtstrahl klammern und zur Höhe steigen, und sie wird zu euch kommen, woher ihr das Licht erstrahlte. Gebet ihr, woran sie Mangel leidet - Licht und Kraft. Bringet ihr Mein Wort nahe, und es ist euch schon gelungen, ihr Rettung zu bringen, weil Mein Wort diese Kraft hat, daß sie es immer zu hören begehrt und sich darum stets dort aufhalten wird, wo ihr Speise und Trank geboten wird, das eure Liebe ihnen zugänglich machen kann. Und jene erlösten Seelen werden es euch danken ewiglich.
Amen. B.D. NR. 6157.

 

Buch 66 6158

Umgestaltung des Wesens nur von innen heraus.

8. Januar 1955. B.D. NR. 6158.

Nichts Äußeres fördert euer Innenleben, nichts Formelles verhilft eurer Seele zur Reife und führet sie zur Vollendung. Nur von innen heraus kann die Umgestaltung eures Wesens vollzogen werden, weshalb ihr Menschen oft in die Stille gehen müsset, um euch selbst zu beschauen und alles das aus euch zu entfernen, was euch verunziert, was als Mängel noch in euch vorhanden ist. Ihr könnet wohl von außen auf diese eure Seelenarbeit aufmerksam gemacht werden, ihr könnet belehrt werden, in welcher Weise ihr sie leisten könnet, was ihr zu beachten habt - was ihr unterlassen müsset, weil es schädlich ist und was ihr tun sollet, um vollkommen zu werden - aber vollbringen müsset ihr alles selbst und nur in der Weise, daß ihr euch abschließet von allem Äußeren, wenngleich ihr in der Welt steht und zur Pflichterfüllung gezwungen seid. Es ist diese Seelenarbeit doch gleichzeitig zu leisten, weil sie völlig unabhängig ist von eurer irdischen Tätigkeit, denn sie betrifft euer inneres Wesen, eure Fehler und Untugenden, sie betrifft das Innenleben des Menschen, sein Denken, Wollen und Handeln, das - wenn auch irdisch gerichtet - Liebe ausstrahlen muß, ansonsten von einer Umgestaltung des Wesens keine Rede sein kann. Es muß also eure Seelenarbeit darin bestehen, all euer Denken und Wollen zu veredeln und göttlichen Zielen zuzuwenden; ihr müsset immer bemüht sein, ein Leben zu führen in Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, Sanftmut und Geduld, Friedfertigkeit. Ihr müsset alle guten Eigenschaften in euch entwickeln und schlechte Gedanken und Eigenschaften aus euch verdrängen. Und all das erfordert den ernsten Willen, recht zu leben vor Gott. Es braucht nicht nach außen offenkundig zu werden, d.h., es soll nicht nach außen zur Schau getragen werden - doch es wird ein solches Leben nach Gottes Willen immer auf die Mitmenschen ausstrahlen, es wird zur Nacheiferung anregen und besser wirken als viele Reden oder formelle Gebräuche, die noch keinen inneren Wandel der Gesinnung verbürgen. Es kann sich der Mensch nur wandeln, wenn er ernstlich in sich geht, über seine Mängel und Fehler nachdenkt und sich vornimmt, sich umzuformen. Und diese innere Wandlung muß jeder Mensch selbst vornehmen, will er sein Ziel erreichen, vollkommen zu werden. Dem Willen muß auch die Tat folgen, ansonsten der Wille nicht ernst ist. Und daraus wieder werdet ihr erkennen, daß nicht die Konfession entscheidend ist für das Erreichen der Seligkeit, sondern immer nur der Wille des Menschen selbst, in sich die Liebe zu entzünden, die ihn gänzlich umformt, die alle schlechten Eigenschaften verkehrt in gute und die darum das einzige Mittel ist zur Vollendung - die aber von allen Menschen geübt werden kann, ganz gleich, in welcher Konfession sie sich befinden. Alle Konfessionen aber lehren die Liebe - darum können sie alle zur Vollendung führen, doch keine Konfession garantiert diese Vollendung - nur der Mensch selbst kann sie erreichen durch ernstes Arbeiten an sich selbst.
Amen. B.D. NR. 6158.

 

Buch 66 6159

Direkte Offenbarung Gottes.

9. Januar 1955. B.D. NR. 6159.

Wenigen nur vermag Ich Mein Wort in die Feder zu diktieren, weil nur wenige den Willen und den Glauben haben, von Mir angesprochen zu werden. Die Fähigkeit, Mich zu vernehmen, hätten wohl noch viele, weil die Bedingungen dafür nur sind: Liebe und Wahrheitsverlangen. Doch das Wichtigste ist, zu glauben, daß Ich Mich direkt offenbare, daß Ich Mich äußere durch Meinen Geist - und als Folge eines solchen Glaubens nun das bewußte Lauschen nach innen. Dieser Glaube aber mangelt den Menschen, und Ich kann Mich nicht hörbar äußern trotz ihres Unglaubens. Ich muß diesen Glauben fordern, Ich muß verlangen, daß der Mensch zu Mir kommt, mit Mir spricht und Meine Antwort erwartet - weil solches in Meiner ewigen Ordnung begründet ist. Warum aber glauben es die Menschen nicht, daß Ich zu ihnen spreche? Daß Ich ihnen Meine Nähe, Meine Gegenwart, beweise durch Zuleiten Meines Wortes? - Es ist dies ein Zeichen, daß sie Mich Selbst noch nicht erkennen, wie Ich erkannt werden will - daß sie Mich noch in der Ferne suchen, daß sie mehr eines Gottes als eines Vaters gedenken - daß sie auch Meine unendliche Liebe nicht ermessen können, die Verbindung sucht mit ihren Geschöpfen. Es ist ein Zeichen, daß Ich den Menschen nicht recht vorgestellt wurde, daß sie Mein Wesen nicht erkennen, das pur Liebe ist. So wie auf Erden ein Mensch Zusammenschluß sucht mit dem, was er liebt, so auch verlange Ich - als die Ewige Liebe - nach Zusammenschluß mit dem, was aus Meiner Liebe hervorgegangen ist. Dieses Bewußtsein allein schon würde den Menschen auch glauben lassen, daß sich nun auch Meine Gegenwart beweiset - daß Ich rede zu dem, der sich Mir innig verbunden hat. Eine Äußerung Meiner Gegenwart leugnen auch viele Menschen nicht, doch sie betrachten nur Erlebnisse, Fügungen und Hilfe in irdischer Not als Zeichen Meiner Gegenwart. Ein direkt gesprochenes Wort aber bezweifeln sie. Und darum können sie niemals Meine Stimme in sich vernehmen, weil sie es nicht erwarten, weil sie nicht lauschen nach innen - weil sie sich nicht öffnen Meiner Ansprache. Und dieser Unglaube hindert Mich, dort offensichtlich in Erscheinung zu treten, wo Liebe und Wahrheitsverlangen vorhanden sind - wo die Möglichkeit wäre, Mich äußern zu können, und viel Segen daraus der Menschheit erwachsen könnte, die jenen Offenbarungen mehr Glauben schenken würde als den Offenbarungen solcher Menschen, die unbekannt und völlig abseits kirchlicher Kreise die Verbindung mit Mir in solcher Innigkeit herstellen und glauben, daß Ich rede zu ihnen - und durch diesen Glauben sich also als Empfangsstation herrichten für Mein Wort, das immer und ewig ertönet als Liebebeweis des Vaters zu Seinen Kindern. Sie finden wenig Glauben, und köstliche Lebensworte bleiben darum ohne Kraftwirkung - köstliches Geistesgut bleibt unbeachtet und könnte so viel Licht verbreiten in der Dunkelheit des Geistes der Menschheit. Das Natürlichste, daß der Vater mit Seinen Kindern spricht, glauben die Menschen nicht, und sie bezweifeln darum auch Meine unendliche Liebe, die sich Meinen Kindern offenbaren will - sie erkennen Mein Wesen nicht, das nur Liebe ist. Aber sie vermessen sich, die Äußerungen Meiner Liebe anzuzweifeln oder abzuweisen. Und das tun auch die Menschen, die selbst fähig wären, Mein Wort entgegenzunehmen, es aber durch ihren Unglauben unmöglich machen. Und darum sind nur wenige Quellen erschlossen, wo das Lebenswasser - das reine Evangelium, geschöpft werden kann. Aber diese wenigen Quellen lasse Ich auch nicht versiegen, und Ich werde alles tun, um sie zu schützen. Ich werde den Zugang zu diesen Quellen bewachen lassen durch Meine Engel. Ich werde nicht dulden, daß der Born des Lebens verschüttet wird durch feindselige Einwirkung. Ich werde Selbst Wächter sein über den Garten, da sich der Quell des Lebenswassers erschlossen hat - und Ich werde allen den Zugang zeigen dahin, wo sie sich laben können auf dem Wege ihrer beschwerlichen Erdenwanderung, wo sie Köstliches entgegennehmen können, sowie sie nur guten Willens sind und im Glauben an Meine Liebe auch aus Meiner Hand die Gaben der Liebe entgegennehmen wollen. Denn die Menschen brauchen Mein Wort, das in aller Reinheit ihnen dargeboten wird; sie brauchen es auf dem Wege nach oben, sie brauchen Kraft und Licht, das sie nur Meinem Wort entziehen können, das mit Meiner Kraft gesegnet ist.
Amen. B.D. NR. 6159.

 

Buch 66 6160

Einem rechten Knecht soll das Urteil der Welt wertlos sein.

10. Januar 1955. B.D. NR. 6160.

Kehret euch nicht an das Urteil der Welt, suchet nicht ihre Zustimmung, sondern seid immer nur darauf bedacht, Meine Zustimmung zu finden zu allem, was ihr denket, redet oder tut. Denn die Welt wird immer entgegen Meinem Willen euch beeinflussen wollen, die Welt wird immer verurteilen, was Mir wohlgefällig ist - den Abstand von der Welt und die geistige Einstellung. Darum kann Mein rechter Knecht nur der sein, der nichts auf das Urteil der Welt gibt, der nur allein Mich als seinen Herrn anerkennt und nur allein Meinen Willen zu erfüllen suchet. Und dieser wird auch erfolgreich arbeiten können für Mich und Mein Reich, denn immer wird es Menschen geben, die gleich ihm der Welt den Rücken kehren und aufgeschlossen sind für geistige Reden und die nur zu gewinnen sind von solchen Boten, die sich der Welt entzogen haben, um Mir zu dienen. Wenngleich ihr, Meine Diener, auch noch mitten in der Welt stehet, so muß doch jegliches Verlangen nach den Gütern der Welt in euch erstorben sein, um geistig fortschreiten zu können, um euch der geistigen Arbeit ungehindert hingeben zu können. Denn was der Welt noch angehört, geht dem geistigen Reich verloren. Es ist unmöglich, beiden Reichen huldigen zu können zu gleicher Zeit; es ist unmöglich, Geistiges zu empfangen, wenn die Hände nach der Welt ausgestreckt sind. Es sind zwei ganz verschiedene Reiche, die des Menschen Fuß immer dann betritt, wenn seine Gedanken es suchen. Darum hütet euch, eure Gedanken an die Welt zu verlieren. Und hütet euch noch viel mehr, auf das Urteil der Welt Wert zu legen, denn dieses wird immer abfällig sein auch der kostbarsten Gabe gegenüber - weil es nicht erkannt wird von denen, die der Welt noch angehören. Durch die Welt hindurchschreiten müsset ihr zwar, doch es kann dies geschehen mit nach oben gewandtem Blick, so daß eure Seele unberührt bleibt von den Lockungen der Welt. Ebenso aber könnet ihr auch euren Blick auf alles richten, was euch weltlich verlockend erscheint, dann hält euch die Welt gefesselt und hindert eure Seele am Flug zur Höhe, und dann seid ihr in Gefahr, ein falsches Ziel anzustreben. Und wenn euch auch die Weltmenschen lieb sind, wenn ihr mit ihnen verbunden seid in Liebe und Freundschaft - lasset nicht ihr Urteil euch bestimmen, vom geistigen Wege abzuweichen. Wisset, daß sie nur reden im Auftrag dessen, der euch Mir entwinden will, daß sie unbewußt seine Diener sind, die gegen Mich Selbst arbeiten. Erkennet ihr Urteil als falsch, und bemühet euch nur, auch sie eines Besseren zu belehren, und wenn euch dies nicht gelingt, sie zu meiden um eurer Seele willen. Bleibet auf dem Weg, den ihr beschritten habt, da eure Seele sich in geistige Sphären erhob. Verfolget diesen Weg weiter, denn er allein führt euch zum Ziel, er allein ist der Weg zu Mir - Der Ich nicht in der Welt bin, sondern im geistigen Reich, das immer nur in Besitz genommen werden kann unter Hingabe der Welt. Löset euch von der Welt, wollet ihr Eingang finden in Mein Reich.
Amen. B.D. NR. 6160.

 

Buch 66 6161

Gott nur kann die Wahrheit geben.

11. Januar 1955. B.D. NR. 6161.

Ihr erkennet sichtlich den Einfluß Meines Gegners, der das Denken der Menschen verwirrt, der sie Finsternis als Licht anzusehen lehrt, der immer nur bemüht ist, das Dunkel der Nacht noch zu vertiefen, der jeglichem Lichtstrahl den Zugang verwehren möchte und bei den Menschen selbst noch Unterstützung findet, weil sie sich dem Licht verschließen, das Meine Liebe ihnen dennoch zuwendet. Immer eifriger sind die Menschen bemüht, den Knoten zu entwirren, und immer fester ziehen sie ihn an - weil alle glauben, selbst das leisten zu können, wozu aber Meine Unterstützung nötig ist. Die Wahrheit glauben sie ergründen zu können kraft ihres Verstandes - und immer weiter geraten sie in Irrtum und Lüge hinein. Es ist wie eine Rechnung, die niemals aufgehen kann, weil der Fehler zu Beginn nicht entdeckt wird, und dieser Fehler ist, daß Ich ausgeschaltet werde, wo Ich allein zuständig bin - daß Ich nicht um die Wahrheit angegangen werde, Der Ich doch die ewige Wahrheit Selbst bin. Und es ist dies nur ein Beweis, daß die Menschen Mich in der Ferne suchen, daß sie nicht das rechte Verhältnis zu Mir hergestellt haben, daß sie nicht wie Kinder zum Vater kommen und von Ihm begehren, was ihnen selbst mangelt. Doch ihren Mangel wollen sie nicht eingestehen - sie glauben, das zu besitzen, was ihnen aber fehlt - die Wahrheit. Und solange jeder von sich glaubt, in der Wahrheit zu stehen, und doch alle verschieden denken, gibt es nur einen Weg: die ewige Wahrheit Selbst anzugehen, daß Sie Aufschluß gebe, ob und wessen Denken recht ist. Und diesen Weg gehen die Menschen nicht, ansonsten es selbstverständlich wäre, daß dieser "Gott" den Menschen gibt, was sie erbitten. Und so euch Menschen nun die Frage bewegt, was Wahrheit ist - wo ihr sie findet - welche Geistesrichtung die rechte sei - dann unterbreitet doch alle diese Fragen Dem, Der allein sie beantworten kann und auch beantworten wird, so ihr an Ihn als Liebe, Weisheit und Allmacht glaubt. Und jeder Zweifel, jede Unwissenheit wäre von euch genommen, hell und leuchtend würde euch das Licht strahlen, das alle eure Wege nun erleuchtet und euch nicht mehr fehlgehen lässet. Mein Gegner aber redet euch ein, daß ihr selbst kraft eures Verstandes fähig seid, die Wahrheit zu ergründen. Und also streitet ihr euch, weil er es so will, und ihr gelanget niemals zur Wahrheit, die immer und ewig Mein Anteil ist, aber jeder empfangen kann von Mir, der zu Mir kommt im Glauben und der in der Liebe nach der Wahrheit verlangt und Mich darum bittet. Ihn werde Ich wahrlich nicht mit leeren Händen entlassen. Ich werde sein Denken erleuchten und ihm Aufklärung geben unbeschränkt, denn Ich will, daß es Licht werde unter den Menschen, Ich will, daß die Wahrheit Verbreitung finde, daß sehend werden, die blind sind, und das Licht des Tages scheine denen, die bisher in der Nacht wandelten. Denn nur die Wahrheit führt zur Seligkeit, nur die Wahrheit führt zu Mir, Der Ich die ewige Wahrheit Selbst bin.
Amen. B.D. NR. 6161.

 

Buch 66 6162

Übermaß von Gnaden. Ausnützen derselben.

12. Januar 1955. B.D. NR. 6162.

Ein Übermaß von Gnade steht euch zur Verfügung, weil Ich euch unentwegt bedenken möchte mit Licht und mit Kraft. Eure Gleichgültigkeit allem Geistigen gegenüber läßt euch nicht von selbst nach Licht und Kraft streben. Darum biete Ich sie euch an und gebe euch also unverdient das, was euch mangelt, und es sind dies Gnadengaben, die euch eine große Hilfe sein können zu eurer Vollendung - wenn ihr sie nur nützen wollet. Denn mit Licht und Kraft bedenken ohne euren Willen kann Ich euch nicht, nur sie euch immer anbieten, daß ihr selbst nun angeregt werdet, sie auszuwerten für euch. Eine solche unverdiente Gnadengabe ist auch Mein Wort, das euch Menschen vermittelt wird ohne euer Verlangen - das für euch ein sicheres Hilfsmittel zur Höhe sein kann, wenn ihr es auf euch wirken lasset und nun nach Meinem Wort lebt. Ihr selbst tut nichts dazu, die Verbindung herzustellen mit Mir, um nun Mein Wort hören zu können. Ihr geht völlig gleichgültig euren Erdenweg - ihr selbst verlangt nicht nach Meinem Wort. Und dennoch führe Ich es euch zu, dennoch schütte Ich Gnaden über euch aus, Ich biete euch etwas an und will euch bewegen, es auch recht zu werten und selbst den Nutzen daraus zu ziehen für eure Seelen. Es ist wahrlich ein Geschenk von Mir, das ihr nicht verdient, weil ihr euch von Mir abwendet und gleichsam alle Beziehungen zu Mir abgebrochen habt. Ich aber bin und bleibe verbunden mit Euch und will euch das beweisen durch Mein Wort. Ich rede euch an, wenngleich ihr nicht nach Meiner Ansprache verlangt - erwartend, daß einer oder der andere doch Meiner Worte achtet und sich Mir zuwendet - daß er Mich erkennen lernet als das liebevollste Wesen, Das auch ihm Seine Liebe schenken will. Ich verteile Meine Gnadengaben an alle - doch einen Nutzen werden nur die davon haben, die Meine Gnadengaben dankend in Empfang nehmen, die von Meinen Schätzen sich bereichern lassen, die nicht ihre Herzen schließen, wenn Mein Wort ertönet. Ihm wird ein unermeßlicher Reichtum zuströmen, Licht und Kraft werden sie empfangen im Übermaß, sie werden durch Mein Wort mit Mir Selbst in Verbindung treten, die sie dann selbst so innig gestalten, daß sie den Geber des Wortes Selbst in ihre Herzen aufnehmen. Dann haben sie die Gnaden ausgenützt und befinden sich nun auf dem Wege zur Vollendung. Sie haben sich Mir Selbst angetragen, und Ich ergreife nun Besitz von Meinem Eigentum. Reichlich schütte Ich Meine Gnaden aus in der letzten Zeit vor dem Ende. Denn Mich erbarmt die Menschheit, die blind und kraftlos ist, und Ich möchte ihr schenken, was ihr fehlt - doch zur Annahme dessen kann Ich sie nicht zwingen - nur immer den Menschen darbieten. Und gesegnet sind, die Meine Gnadengaben nicht abweisen, denn sie werden den Weg finden zu Mir - zur ewigen Seligkeit.
Amen. B.D. NR. 6162.

 

Buch 66 6163

Anforderung der Gnade.

13. Januar 1955. B.D. NR. 6163.

Fordert immer nur Meine Gnade an, und sie wird euch zufließen unbeschränkt. Denn Gnade ist unverdiente Hilfe, die Ich aber jedem gewähre, der sie begehrt. Ihr könnet euch selig preisen, ihr, die ihr im Lichtschein Meiner Gnadensonne stehet - ihr, die ihr ihren Schein suchet, denn er wird euch ungemein kräftigen, er wird euch berühren in wirksamster Weise - weil Ich nur will, daß ihr euch öffnet, um nun in Fülle euch beschenken zu können. Was ihr benötigt, um aufwärtszuschreiten, das empfanget ihr, weil Ich euch liebe und euch helfen will, wieder zu Mir zu gelangen. Daß ihr es euch einstens selbst verscherzt habt - daß ihr Meine Liebe abwieset, rechne Ich euch nicht an, wenn ihr nur jetzt euch Mir zu wendet und Meine Gnaden erbittet oder sie dankbar entgegennehmet, so Ich sie euch schenke. Nur die Liebe kann Gnaden spenden - unverdiente Gaben, die für euch Hilfe bedeuten. Doch selbst die Liebe muß von euch fordern, daß ihr sie nicht geringschätzet, daß ihr sie verwerten wollet - ansonsten nimmermehr Meine Gnaden an euch wirken können, ansonsten sie euch keinen Schritt vorwärtsbringen durch eure eigene Schuld. Lasset euch an Meiner Gnade genügen, und ihr werdet dereinst ungemessen empfangen dürfen, weil Meine Gnade allein euch so gestalten kann, daß ihr Unvorstellbares empfangen dürfet dereinst in der Ewigkeit. Wer aber Meine Gnaden zurückweiset, der bleibt schwach und unwürdig, mehr zu empfangen, wenngleich er sich auf Erden stark und erhaben fühlt. Denn seine Seele ist kraft- und lichtlos und kann sich aus eigener Kraft also nicht umgestalten, sie bedarf dazu Meiner Hilfe, die ihr also in Form von Gnaden aller Art zugewandt wird. Und Ich trage wahrlich ihrer Schwäche Rechnung, Ich verurteile sie nicht, sondern bin stets zur Hilfe bereit. Ich lasse euch nicht aus den Augen, Ich überlasse euch nicht euch selbst, sondern verfolge alle eure Gedanken, Worte und Handlungen, um euch immer die Gnade zuzuwenden, wenn ihr sie dringend bedürfet. Und es könnte euch leicht sein, zur Höhe zu gelangen, wenn ihr nur alle Meine Gnadengaben recht nutztet, wenn ihr, ständig bittend und dankend, Den anerkennet, Der euch liebt und euch für Sich gewinnen will.
Amen. B.D. NR. 6163.

 

Buch 66 6164

Nur Anschluß an Gott gibt Kraft in kommender Zeit.

14. Januar 1955. B.D. NR. 6164.

Immer enger werdet ihr euch an Mich anschließen müssen, denn immer gewaltiger wird Meine Macht und Mein Wille sich äußern, je näher es dem Ende ist. Die ganze Welt wird in Aufruhr versetzt, wenn auch überall durch andere Ereignisse - und es könnte alles, was geschieht, die Menschen zu Mir flüchten lassen, sie könnten sich bei Mir Trost und Hilfe holen und durch die Bindung mit Mir alles leichter ertragen oder alle Auswirkungen verringern. Doch nicht alle suchen die Verbindung mit Mir, denn es fehlt der Glaube an die Macht, die allein helfen kann, und an die Liebe, die helfen will. Wer sich aber Mir innig anschließt, dem bin Ich Schutz und Schirm in aller Not - und sein Geschick liegt in Meiner Hand. Wer sich Mir innig anschließt, der braucht sich von Stund an nicht mehr zu sorgen, denn Ich übernehme alle Sorge um ihn. Und viele werden zu Mir hingedrängt werden, weil sie in arge Bedrängnis geraten, teils durch menschlich-satanisches Einwirken, teils aber auch durch Unglücksfälle, durch Katastrophen aller Art, durch schicksalsbedingte Erlebnisse, die die Menschen in Angst versetzen und den Weg zu Mir finden lassen. Doch weit mehr Menschen bleiben unbeeindruckt von allem Geschehen und aller Not, die Ich nur zur Wandlung der Gesinnung der Menschen über sie kommen lasse. Sie sind nur eifrig bemüht, entstandene Schäden möglichst rasch wieder auszugleichen ohne Beachtung Meines Liebegebotes. Auf Kosten der Mitmenschen bauen sie sich wieder alles auf, was Mein Wille ihnen nahm, denn an Mich und Meine Macht glauben sie nicht, und die Eigenliebe erfüllt ihr ganzes Wesen. Diese werden niemals die Hand eines Gottes erkennen wollen in jeglichem Erleben, vielmehr werden sie Mich abstreiten, sie werden keinen schöpferischen Gott anerkennen, weil die allzu sichtlichen Zerstörungen von Schöpfungen ihnen dafür Beweis zu sein scheinen. Sie richten eine große Kluft auf. Die Entfernung von ihnen zu Mir ist endlos weit, sie befinden sich noch in dem Reich Meines Gegners, der alle ihre Sinne und Gedanken verwirrt und sie nicht zum Erkennen der Wahrheit kommen läßt. Nur die sich Mir verbinden im Herzen, die erkennen auch Meinen Heilsplan von Ewigkeit, und ihnen ist alles begreiflich, was in der letzten Zeit über die Menschen kommt. Sie halten sich an Mich, und sie werden wahrlich nicht verlassen sein von Mir, Ich werde jeden Ruf hören, der aus ängstlichem Herzen kommt, und Ich werde Kraft austeilen, auf daß die Meinen nicht allzuschwer empfinden, was um der Mitmenschen willen über die Erde kommen muß. Und es wird an ihnen ersichtlich werden, was ein tiefer Glaube vermag und was er bewirkt. Immer wieder werden sie einen Ausweg finden, immer wieder die Kraft besitzen, alles zu meistern. Denn Ich verlasse sie nicht, sowie sie sich Mir innig verbinden. Und Meine Gegenwart werden sie spüren und Mich bekennen vor ihren Mitmenschen, wenn dieses Bekenntnis von ihnen gefordert wird.
Amen. B.D. NR. 6164.

 

Buch 66 6165

Verbreitung der göttlichen Liebelehre wichtig.

15. Januar 1955. B.D. NR. 6165.

Alle eure Sorge gelte nur dem Verbreiten des Evangeliums, der göttlichen Liebelehre. Es geht um nichts anderes als um die Wandlung der Menschen zur Liebe. Und sie brauchen nur darum zu wissen, daß die Gebote der Gottes- und Nächstenliebe erfüllt werden müssen, um den Zweck ihres Erdenlebens zu erreichen - ein Eingehen nach dem Tode in das Reich des Lichtes zur ewigen Seligkeit. Die Menschen glauben zwar nicht an ein Fortleben, dennoch sollten sie ein Leben in Liebe führen, weil dieses ihnen schon den Beweis erbringen würde dessen, was sie deshalb nicht glauben können, weil ihnen die Liebe mangelt. Jeder Mensch muß zugeben, daß sein Wissen mangelhaft ist, daß er noch vor ungelösten Rätseln steht, was Sinn und Zweck seines Erdenlebens sowie der Schöpfung anbetrifft. Und jedem Menschen kann daher nur der ernste Rat erteilt werden, die Liebe in sich zu entzünden, weil dann es auch in ihm selbst licht und hell werden wird, weil dann ihm vieles verständlich wird, was ihm ohne Liebe noch unverständlich ist. Jeder Mensch sollte diese "Probe aufs Exempel" machen - und er würde es in Ewigkeit nicht bereuen, dem Rat gefolgt zu sein. Denn nur durch die Liebe kann er das erreichen, was ihn selig machen wird schon auf Erden und dereinst in der Ewigkeit. Die Liebe ist der Schlüssel zur Erkenntnis, die Liebe ist der Schlüssel zur Pforte in das Lichtreich - die Liebe ist alles, Licht und Kraft und Seligkeit. Darum soll immer nur die Liebe gepredigt werden, die der Mensch Jesus zum Inhalt Seiner Lehre machte, als Er auf Erden wandelte. Er wußte um die Auswirkung eines Lebenswandels in Liebe, Er wußte um die Not der Menschen, die ohne Liebe dahingehen, Er wußte um die geistige Finsternis, die nur durch Liebewirken durchbrochen werden konnte, weil die Liebe selbst Licht ist, das hell erleuchtet auch die dunkelste Nacht. Darum hat Er den Menschen ein Leben in Liebe vorgelebt und sie zur Nachfolge aufgefordert, darum sandte Er Seine Jünger hinaus in die Welt mit dem Auftrag, das Evangelium zu künden. Er predigte immer nur die Liebe und zeigte so den Menschen den rechten Weg zur Wahrheit und zum Leben. Die Menschheit befindet sich in dunkelster Nacht, sie lebt in verwirrtem Denken, im Irrtum und sonach im geistigen Tode. Sie muß immer nur hingewiesen werden darauf, daß ihr Erdenleben zwecklos ist, wenn sie ohne Liebe leben - und daß sie höchstes erreichen können, wenn sie sich wandeln - wenn sie immer nur Dessen gedenken, Der die Liebelehre verkündete und sie selbst auch ausgelebt hat. Es wird die Finsternis immer größer, je mehr es dem Ende zugeht, weil die Liebe immer mehr erkaltet unter den Menschen. Und darum soll alles getan werden, um die Menschen auf den rechten Weg zu bringen, auf den Weg der Liebe, der beschritten werden muß, um zum Leben zu gelangen. Es sollen die Menschen angeregt werden zur Hilfe, wo solche nötig ist, zur Geduld und Barmherzigkeit - sie sollen der Not ihres Nächsten achten und nicht daran vorübergehen, sie sollen sich gegenseitig Liebedienste verrichten, sie sollen bemüht sein, den Nächsten vor Schaden zu behüten, und ihn als Freund und Bruder betrachten, der Anspruch hat auf liebende Fürsorge. Denn alle Menschen sind Kinder eines Vaters - und diesem Vater zuliebe sollen sie auch einander lieben und so den Zweck ihres Erdenlebens erfüllen, ihr Wesen zu wandeln, die Ichliebe zur Nächstenliebe zu wandeln und ihrer Seele die Reife zu verschaffen, die nötig ist für ein Leben im Licht, für ein seliges Leben in Ewigkeit.
Amen. B.D. NR. 6165.

 

Buch 66 6166

Willensfreiheit. Göttliche Ordnung. Mußzustand.

16. Januar 1955. B.D. NR. 6166.

In ewig langer Entwicklungszeit erreichte eure Seele den Reifegrad, daß sie sich als Mensch verkörpern durfte, daß sie nun als euer eigentliches Ich auch ihrer selbst bewußt ist und im freien Willen ihr Erdenleben nun zurücklegen kann - mit einer Aufgabe zwar, doch nicht gezwungen, diese Aufgabe zu erfüllen. Ihr Menschen müsset wissen, was der freie Wille für ein jedes Wesen bedeutet - ihr müsset wissen, daß dieser euch belassen bleiben muß, weil er das Merkmal göttlicher Geschöpfe ist. In eurer Vorentwicklungszeit zwar war dieser freie Wille gebunden, doch nur darum, weil ihr selbst eure Göttlichkeit dahingegeben habt, weil ihr im freien Willen abgestrebt seid von Mir, eurem Gott und Vater von Ewigkeit - und daß ihr selbst euch dadurch entgöttlicht habt. Und Ich band darum euren Willen, um eine Zurückführung zu Mir möglich zu machen. Ich leistete euch durch das Binden eures Willens nur eine Hilfe, damit ihr wieder die Willensfreiheit in göttlicher Ordnung gebrauchen konntet, was zuvor in dem Entwicklungszustand nicht möglich war. Euer Wille ging einst einen verkehrten Weg. Ich richtete ihn wieder nach Meinem Willen. Es ging das Wesenhafte im Mußzustand den Weg Meiner ewigen Ordnung. Doch es sollte nicht ewig ohne freien Willen bleiben, weil es wieder zum göttlichen Wesen, wie es einst war, werden sollte, wozu auch der freie Wille unwiderlegbar gehört. Euer Dasein als Mensch nun ist dem Wesen zur Erprobung seines Willens gegeben - die einstige Sünde des Mißbrauches seines freien Willens muß im Zustand des freien Willens erkannt werden, und durch rechtes Nützen des Willens muß die Vergöttlichung wieder erreicht werden. Es muß das Wesen freiwillig zur Höhe streben, wie es einst freiwillig abgefallen ist. Der freie Wille also ist Erklärung für vieles, was euch Menschen unbegreiflich scheint. Ich kann euch zwar immer helfen und tue das auch in jeder Weise - doch ihr selbst müsset die Umwandlung eures Wesens zu göttlichen Geschöpfen zustande bringen, ansonsten jener Grad niemals erreicht werden könnte, der für die Vergöttlichung Bedingung ist. Ich aber will Kinder gewinnen, Ich will keine willenlosen Geschöpfe mit Fähigkeiten ausstatten, die sie nach Meinem Willen gebrauchen müssen. Mein Ziel ist, völlig frei schaffen- und wirken-könnende Kinder um Mich zu haben, deren Wille ganz mit dem Meinen übereinstimmt, aber dennoch frei ist. Mein Ziel sind glückselige, licht- und kraftvolle Geschöpfe, die im freien Willen ihre Glückseligkeit, ihr Licht und ihre Kraft anstreben und erreichen und die zu diesem Zweck das Erdenleben als Mensch durchwandeln müssen, um darin ihre Willensprobe abzulegen - die Ich nun wohl ständig unterstütze, doch niemals im Zwang auf sie einwirken werde, weil dadurch die ewige Freiheit und Glückseligkeit unmöglich wäre. Den freien Willen belasse Ich euch, doch ständig helfe Ich euch, diesen recht zu gebrauchen, und immer wird es euch möglich sein, euer Ziel zu erreichen. Darum ist das Erdenleben für euch von schwerwiegendster Bedeutung, denn es entscheidet über euren Zustand in der Ewigkeit, den ihr euch selbst schaffet im freien Willen.
Amen. B.D. NR. 6166.

 

Buch 66 6167

Kraftlosigkeit wird behoben durch Liebe.

17. Januar 1955. B.D. NR. 6167.

Ihr, die ihr kraftlos seid auf Erden oder auch im geistigen Reich, ihr könnet euch Kraft nur erwerben durch Wirken in Liebe. Euer Wille ist und bleibt frei, und kraft dieses Willens könnet ihr nun auch gut oder böse denken und wollen. Auf Erden könnet ihr nun euren Willen zur Ausführung bringen, weil euch noch die Lebenskraft zur Verfügung steht. Im jenseitigen Reich aber seid ihr völlig ohne Kraft, schlechte Taten auszuführen, und dennoch wird ein böser Wille oder böses Denken für euch zum Schaden sein, weil ihr euch stets mehr verhärtet und darum immer kraftloser euch fühlet. Ebensogut könnet ihr im jenseitigen Reich auch Gutes wollen und denken, es kann ein Liebefunke in euch dadurch entzündet werden, und ihr werdet euch schon im Besitz von Kraft fühlen, wenn auch nur in geringem Maß - also einen Beweis haben dafür, daß immer nur die Liebe Kraft bewirkt, weil sie selbst Kraft ist. Die Seelen aber, die auch dazu nicht fähig sind, einen guten Gedanken zu fassen, die nur haßerfüllt sind und so auch wollen und denken, sind schlecht daran, wenn sie keinen Helfer finden, der ihnen durch seine Liebe Kraft vermittelt, die so auf die Seele einwirkt, daß diese sanfter wird und ihr Wollen und Denken wandelt. Und wieder ist es die Liebe, die Hilfe bringt - die das einzige Mittel ist, den kraftlosen Seelen im Jenseits Rettung zu bringen, weshalb eine Fürbitte in Liebe für die Seelen in der Tiefe überaus segensvoll ist und es auch zuwege bringt, daß diese Seelen sich wandeln - so daß also niemals ein Gebet in Liebe ohne Erfolg bleibt und jede Seele erlöst werden kann, wenn sie nur auf Erden Menschen zurückgelassen hat, die ihrer in Liebe im Gebet gedenken. Ein solches Gebet bleibt nicht ohne Wirkung, denn in ihrem qualvollen Zustand spüren die Seelen jede Erleichterung, jede Kraftzufuhr, und sie wissen auch, wer ihnen diese Kraft vermittelt, und bringen nun ihrerseits dem Wohltäter Liebe entgegen, und ein noch so winziger Liebefunke entzündet sich und breitet sich aus. Auf Erden kann wohl auch eine gleiche Wirkung erzielt werden, daß die Liebe eines Menschen Gegenliebe erweckt. Doch es kann die Liebe auch zurückgewiesen werden, weil die Not der Seele nicht so fühlbar ist, solange der Körper nicht übermäßig von Nöten geplagt ist. Anders aber ist es im geistigen Reich, wo nur noch die Seele empfindet, und jegliche Not in qualvollster Weise. Dann weiset sie nicht zurück, was sie als Wohltat empfindet, und dann ist sie auch den Belehrungen zugänglich, die ihr von seiten der Menschen gedanklich geboten werden können - und es ist für solche Seelen dann auch Hoffnung auf Besserung ihrer Lage, auf Wandlung ihrer Gesinnung und auf endliche Erlösung - weil Liebe alles vollbringt - auch das Erlösen einer Seele aus der Finsternis.
Amen. B.D. NR. 6167.

 

Buch 66 6168

Glaube an Jesus Christus. Verringertes Leid.

18. Januar 1955. B.D. NR. 6168.

Es brauchte nicht soviel Elend und Not sein auf Erden, wenn die Menschen mehr ihres Heilandes und Erlösers gedächten, Der auf Seine Schultern das Leid der gesamten Menschheit nahm und dafür gelitten hat und gestorben ist am Kreuz. Er trug es für die Menschheit - doch sie muß glauben an Ihn und Sein Erlösungswerk, denn nur die Sündenschuld kann als getilgt gelten, die zu Ihm - unter Sein Kreuz - getragen wird im Glauben und in der Hoffnung, daß Jesus Christus Sein Blut dafür hingegeben hat, daß auch diese Schuld getilgt wird. Wer aber nicht an die Erlösung durch Jesu Blut glaubt, dessen Sündenschuld belastet den Menschen nach wie vor, und er muß selbst die Sühne dafür leisten, er muß selbst all das Leid tragen, das die Auswirkung seiner einstigen Sünde ist - Not und Krankheit, Kummer und Leid. Jesus wußte darum, daß die Menschheit Unsägliches zu leiden hat ihrer großen Sündenschuld wegen. Und Seine erbarmende Liebe nahm das Leid, die Folge der Sünde, auf sich. Er wollte es abtragen durch Seine Leiden und einen schmerzvollsten Tod, Er wollte Sühne leisten, auf daß die Menschen frei werden konnten von Elend und Not - auf daß sie in dieser Freiheit wieder zu Gott zurückfanden, von Dem sie sich einst freiwillig getrennt hatten. Jesus Christus starb für alle Menschen. Also alle Menschen können ihre Sünden hintragen zu Ihm. Sie werden Vergebung finden, sie werden ihrer Sündenlast ledig werden, weil der göttliche Erlöser alle Last ihnen abgenommen und Sich Selbst aufgebürdet hat aus übergroßer Liebe. Doch es ist wohl leicht verständlich, daß Er auch als Erlöser der Welt anerkannt werden will - es ist verständlich, daß nur der frei wird von seiner Schuld, der an Jesus Christus glaubt als Gottes Sohn und Erlöser der Welt - daß nur der Vergebung findet, der zu Ihm kommt mit seiner Schuld und Ihn bittet, auch seiner zu gedenken, der sich also bewußt unter das Kreuz Christi stellt, um sich von Seinem Blut reinwaschen zu lassen von aller Schuld. Wie aber stehen die Menschen nun zu Ihm? Kann noch von einem lebendigen Glauben an Ihn, in Dem Gott Selbst Sich verkörpert hat, gesprochen werden? Die Menschheit will Ihn nicht mehr anerkennen, bis auf wenige, die Ihm angehören. Das Erlösungswerk Christi bedeutet den Menschen nichts mehr - und darum bleiben alle unerlöst, die Ihn nicht so anerkennen, wie Er anerkannt werden will. Und die Sündenlast ballt sich ungeheuer zusammen, die Menschen müssen leiden unter der Auswirkung der Sünde, weil die göttliche Gerechtigkeit von den Menschen selbst Sühne fordert, die nicht zu der Schar der Erlösten gehören, weil sie selbst sich von Ihm absondern, weil sie nicht zu denen gehören, die Jesus Christus erlöst hat von der Sünde und die deshalb nicht zu den Erlösten gehören, weil sie den göttlichen Erlöser nicht anerkennen, also nicht daran glauben, daß die ewige Liebe Selbst den Kreuzestod auf Sich nahm, um den Menschen Erlösung zu bringen. Kein Mensch ist ausgeschaltet von dem Erlösungswerk - wer sich aber selbst ausschaltet, der kann auch die Gnaden des Erlösungswerkes nicht in Anspruch nehmen, und er wird darum ein entsetzliches Los nicht von sich abwenden können, das ihn mit Sicherheit im jenseitigen Reich erwartet, wenn es nicht schon auf Erden ihn betrifft. Denn Sühne muß geleistet werden laut göttlicher Gerechtigkeit von jedem, der nicht zu Jesus Christus seine Sünden trägt, Der für alle Menschen am Kreuz gestorben ist, um sie zu erlösen.
Amen. B.D. NR. 6168.

 

Buch 66 6169

Name Jesus besiegt den Dämon.

19. Januar 1955. B.D. NR 6169.

Dem Dämon könnet ihr gebieten in Meinem Namen, daß er sich entferne, und ihr werdet frei sein von ihm. Ihr habt ein sicheres Mittel: den Namen eures Herrn und Heilands, der, vollgläubig ausgesprochen, übergroße Kraft hat auf alles Böse, auf euch bedrängende Kräfte, die im Auftrag dessen arbeiten, der Mein Gegner ist. Sie werden euch verlassen müssen, so ihr ihnen die Kraft Meines Namens entgegensetzet, denn vor diesem fliehen sie, um nicht vernichtet zu werden. Also brauchet ihr immer nur euch dem göttlichen Heiland und Erlöser Jesus Christus hinzugeben - ihr brauchet nur Mich zu rufen oder zu wollen, daß Ich bei euch bin und euch schütze gegen das Böse, und nichts Schlechtes wird sich an euch herandrängen können, weil Mein Wille allen Kräften wehrt, die euch schaden wollen - vorausgesetzt aber immer, daß ihr selbst Mein sein wollet, daß ihr den ernsten Willen habt, Mich Selbst und Mein Wohlgefallen zu erringen - also ihr Mir bewußt zustrebt. Zwar wird Mein Gegner dann gerade euch heftiger angreifen, er wird euch mit allen Mitteln von Mir abzudrängen suchen, und er wird euch sein Reich vorstellen als erstrebenswert - er wird unter einer Maske zu euch kommen und euch das, was er verlangt, so schmackhaft wie möglich zu machen suchen, um eure Sinne zu verwirren, damit ihr glauben sollet, daß es euch nicht schadet. Er findet schon die rechten Mittel, euch zu verführen, doch ihr erkennet ihn sicher und auch sein Ränkespiel, solange ihr mit Mir Verbindung suchet. Immer sollet ihr nach Mir rufen, immer sollet ihr den Namen Jesus voller Innigkeit aussprechen, wenn ihr selbst im Zweifel seid oder euch von Meinem Gegner bedroht fühlt. Nur dürfet ihr nicht Mich aus euren Herzen verdrängen, denn dann hat Mein Gegner leichtes Spiel, und ihr erlieget seinem Begehren. Ihr selbst seid oft zu schwach, ihm zu widerstehen, und darum sollet ihr Den zu Hilfe rufen, Der ihn kennt und sein Herr ist. Und ein inniger Ruf befreit euch von ihm, der Name Jesus wirkt Wunder, wenn er in tiefer Gläubigkeit ausgesprochen wird - denn in ihm rufet ihr Mich Selbst an, euren Gott und Vater von Ewigkeit, Der wahrlich nicht euch dem überlässet, mit dem Er um eure Seelen kämpft, wenn eure Seelen selbst zu Mir verlangen.
Amen. B.D. NR. 6169.

 

Buch 66 6170

Innerlicher Widerstand Hindernis zur Entgegennahme der Wahrheit.

20. Januar 1955. B.D. NR. 6170.

Ohne Widerstand muß Mein Wort entgegengenommen werden, wenn es von oben ertönt im Herzen eines Menschen. Der geringste Widerstand macht den Menschen unfähig, es zu vernehmen in seiner Reinheit, denn Widerstand bedeutet entgegengesetztes Denken, das Meinem Gegner die Möglichkeit gibt einzuschlüpfen, und wenn er nur Abwehr im Menschen hervorruft, um das Empfangen von Wahrheit zu verhindern. Weiter wird seine Kraft nicht reichen, weil sich der Empfänger Meines Wortes bewußt Mir verbindet und sein Widerstand mehr aus seinem Wahrheitsverlangen hervorgeht - er also nur dann Widerstand entgegensetzt, wenn ihm die Wahrheit gefährdet erscheint. Dennoch ist dieser Widerstand nicht recht, weil ein Mensch, der sich Mir verbindet, um Mein Wort zu empfangen, sich nun auch ganz und gar Mir übergeben soll und gewiß sein kann, daß Ich ihn schütze vor irrigem Geistesgut. Darum sind nur wenige Menschen geeignet zum Empfang Meines Wortes, weil die meisten in einem Wissen stehen, das sie nicht gern bereit sind hinzugeben. Darum gehört ein starker Glaube dazu, der nur das als Wahrheit gelten lässet, was Ich Selbst zur Erde leite durch das Wirken Meines Geistes. Menschen, die ein bestimmtes Wissen in sich aufgenommen haben, das mit dem von Mir direkt gesprochenen Wort nicht im Einklang steht, sind schwer bereit, letzteres anzunehmen, weil sie dann ihr ganzes Denken umformen müssen und dazu ein überaus stark entwickeltes Wahrheitsverlangen nötig ist. Diese Menschen mit Meinem direkten Wort zu bedenken wäre darum schon unmöglich, weil in ihnen immer wieder der Widerstand erwachen würde, sowie Mein Wort abweicht von ihrem bisherigen Wissen und Denken - und dann Mein Gegner immer wieder ein leichtes Spiel hätte, den Menschen zum Zweifeln zu bringen. Und es muß der Mensch glauben, daß Ich Selbst zu ihm rede und jeder Irrtum darum ausgeschlossen ist. Dann erst ist es möglich, eine völlig verunstaltete Lehre wieder zu reinigen, dann erst ist es möglich, den Gegner der Wahrheit unschädlich zu machen. Je tiefer aber der Irrtum schon in einem Menschen verwurzelt ist, desto schwerer löst er sich davon, und er könnte darum Mein Wort nicht direkt vernehmen, weil jeglicher Widerstand solches unmöglich macht. Der Kampf zwischen Licht und Finsternis wird gerade dort besonders heftig geführt, wo das Licht sich Bahn brechen will. Und nur ein starker, Mir zugewandter Wille verjagt die feindlichen Kräfte, die von unten sind - einen solchen Willen aber werde Ich segnen und nimmermehr zulassen, daß er geschwächt werde durch feindliche Kräfte. Ich werde aber auch dem Menschen stets die Erkenntnis geben, wenn er angegriffen wird, auf daß er sich wappne und noch inniger sich Mir verbinde - um aber dann auch geschützt zu sein gegen jeglichen Einfluß, der von unten kommt. Wer danach glaubt, daß Ich spreche zu den Menschen, der braucht auch die Wahrheit nicht anzuzweifeln, weil er sonst auch Meine Liebe und Macht anzweifelt - die es wohl verhindern wird und kann, daß irriges Gedankengut sich einschleiche und die Wahrheit also gefährde. Doch solange er zweifelt, ist er selbst nicht fähig, Meine Stimme in sich zu vernehmen - denn es gehört dazu unbedingt der starke Glaube an Meine Liebe, Meine Weisheit und Meine Macht. Dann weiß er auch, daß Ich die Wahrheit den Menschen zuführen will - daß Ich die rechten Wege dafür wähle und daß Ich wahrlich den Menschen schützen werde vor Irrtum, der sich erbietet, Mir und den Mitmenschen zu dienen.
Amen. B.D. NR. 6170.

 

Buch 66 6171

Geistige Kost - Täter, nicht nur Hörer des Wortes.

21. Januar 1955. B.D. NR. 6171.

Es wird euch eine geistige Kost geboten, die niemals durch Irdisches aufgewogen werden kann, denn was von der Erde ist, dienet auch nur wieder der Erde oder dem, der Herr der irdischen Welt ist, was aber von oben kommt, führt auch nach oben, es kommt aus dem geistigen Reich und soll euch helfen, gleichfalls in dieses Reich eingehen zu können, so ihr den Erdenleib verlasset. Es soll eure Seele genährt werden durch diese geistige Kost. Nicht das, was vergeht, zieht davon Nutzen, sondern nur das, was unvergänglich ist, was aber dennoch einer Nahrung bedarf, um auszureifen, weil es in einem unvollkommenen Zustand sich befindet, den es aber wandeln kann, wenn ihm dabei geholfen wird. Und diese Hilfe ist die geistige Kost, die der Seele geboten wird. Diese Hilfe ist Mein Wort, das Brot des Himmels, die rechte Speise für die Seele, die zur Höhe verlangt. Auf Erden findet ihr eine solche Speise nicht, denn selbst, was euch von seiten der Mitmenschen geboten wird als Himmelsspeise, wird erst dazu werden, wenn Ich es für euch segne. Also es muß von oben euch der Segen zugehen, dann erst werdet ihr die rechte Speise empfangen, die eurer Seele Nahrung ist. Ich muß sie euch segnen - Ich muß Meine Kraft einströmen lassen in das Wort, das ihr entgegennehmet, sei es direkt oder auch durch Diener auf Erden, die für Mich arbeiten wollen. Und erst Mein Segen garantiert euch eine rechte Speise, der ihr nun alle Kraft entziehen könnet und die euch darum hilft zur Höhe, die euch hilft, nun fähig zu werden, im Lichtreich einst zu schaffen und zu wirken nach Meinem Willen. Wie aber segne Ich euch dieses Mein Wort? Indem Ich die Kraft Meines Wortes auf euch wirken lasse - indem ihr es aufnehmet mit Ohr und Herz und das Herz sich nun davon berührt fühlt, indem euch Mein Wort nun wieder anregt zu Taten der Liebe - indem euch Mein Wort nun tief bewegt und euer Wille nun tätig wird, Mir und dem Nächsten zu dienen mit aller Hingabe. Dann entziehet ihr Meinem Wort die Kraft, und sie ist schon in und an euch wirksam geworden. Dann seid ihr nicht nur Hörer, sondern auch Täter Meines Wortes, dann geht eure Seele den Weg zur Höhe, sie nimmt zu an Licht und Kraft, sie wird weise, erkennt alles und strebt vollbewußt ihrem Ziel entgegen, denn sie erkennt Mich als das einzig-erstrebenswerte Ziel und will sich Mir verbinden auf ewig. Sie kann aber niemals zu dieser Erkenntnis, zu dem starken Willen nach oben, gelangen, wenn ihr nicht schon geistige Kost geboten wird, wenn sie noch schwach ist und unfähig, sich zu entscheiden, was sie tun und lassen soll. Dann reiche Ich Selbst ihr Speise und Trank, Ich gebe euch, was ihr benötigt für eure Seele, um dieser erst mal so viel Kraft zuzuwenden, daß sie nun allein sich erheben kann zur Höhe. Denn es muß ihr Wille tätig werden, sie muß an sich selbst arbeiten, sie muß immer wieder gestärkt werden zu dieser Seelenarbeit, ansonsten sie zu schwach wäre, nur eine kleine Umgestaltung in sich zuwege zu bringen. So wie der Mensch sorget für seinen Leib, so sorge Ich für seine Seele, und sie wird niemals zu darben brauchen, wenn nur der menschliche Wille annimmt, was Ich darbiete. Denn sowie er Widerstand entgegensetzt, bleibt die Seele kraftlos und unvollkommen, und sie kann niemals das Reich betreten, dessen Gabe sie nicht annehmen will. Sie muß von Mir gespeist und getränkt werden, will sie leben. Und darum muß sie Mein Wort anhören, das mit Meiner Kraft gesegnet ist und das der Seele ein ewiges Leben sichert in Licht und Seligkeit.
Amen. B.D. NR. 6171.

 

Buch 66 6172

Errichten der Schranke zwischen den Menschen und Gott.

22. Januar 1955. B.D. NR. 6172.

Es gibt keine Schranke zwischen Mir und euch, die ihr nicht aufheben könntet, daß der Weg zu Mir frei wird für euch. Denn die Schranke ist nicht von Mir errichtet, sondern von euch selbst, und daher könnet auch ihr selbst sie entfernen, wenn es nur euer fester Wille ist, zu Mir zu gelangen. Eine Schranke besteht nur dann zwischen uns, wenn ihr durch Lieblosigkeit euch den Weg verbaut zu Mir, Der Ich Selbst die Liebe bin - wenn ihr also etwas Mir-gänzlich-Wesensfremdes zwischen euch und Mich stellt, wenn ihr dadurch selbst ein Reich euch schaffet, das völlig anders ist als Mein Reich und das darum auch abgegrenzt sein muß - das sich selbst Grenzen steckt durch die gänzlich anderen Sphären. Es sind gleichsam zwei Reiche entstanden, die aber auch vereinigt sein können, wenn sich die Sphäre eures Reiches der des Meinen angleicht, wenn aufgegeben wird, was störend für Mein Reich ist - also in Meinem Reiche nicht geduldet werden kann. Wenn ihr Menschen euch zur Liebe gestaltet und damit bekundet, daß ihr in Mein Reich aufgenommen werden wollet, dann habt ihr selbst die Schranke niedergerissen, dann habt ihr euch Mir ergeben, aber nicht aus Furcht, sondern aus Liebe. Und dann steht euch Licht und Kraft zu Gebote in einem Maß, daß ihr alles erreichen könnet und somit selbst licht- und kraftvoll geworden seid - daß ihr Licht und Kraft unbeschränkt von Mir beziehen und sie auch nach eigenem Willen nützen könnet, daß also keine Beschränkung eure Seligkeit verringert, sondern uneingeschränktes Wirken euch beglücket ewiglich. Eine Schranke also brauchte es nicht zwischen uns zu geben, doch euer Wille bestimmt es, euer Wille selbst richtet die Schranke auf oder reißet sie nieder. Solange ihr aber von Mir getrennt seid, solange noch etwas zwischen uns besteht, was hinderlich ist für euch, in Meine Nähe zu gelangen, so lange ist euer Wille noch nicht recht gerichtet, denn die Liebe ist in euch noch nicht zu der Flamme entzündet worden, daß jede Schranke fallen muß vor ihrer Glut. Der Weg der Liebe ist jederzeit frei für euch, Lieblosigkeit aber ist schon in sich ein Widerstand gegen Meine Liebe, also auch ein Hindernis auf dem Weg zu Mir. Das Reich, das ihr abgrenzet von Mir durch Lieblosigkeit, ist kein Reich der Seligkeit; es wird euch keinen Frieden schenken, es wird kein rechtes Leben in ihm sein, es wird kein Licht einlassen und darum ständig im Dunkeln liegen. Denn Licht leuchtet allein in Meinem Reich, wo das Feuer der Liebe ständig Licht ausstrahlt, das aber nur dort wirken kann, wo es keinen Widerstand findet. Darum müsset ihr selbst die Schranke entfernen, ihr müsset jeden Widerstand gegen Meine Liebeausstrahlung aufgeben, ihr müsset euch öffnen, auf daß es Licht werde in euch; ihr müsset die Flamme der Liebe hoch in euch auflodern lassen - ihr müsset dem Urquell des Lichtes, der Ewigen Liebe, zudrängen, um von Ihr Licht und Kraft entgegenzunehmen. Ihr müsset alle Hindernisse aus dem Weg räumen und freien Willens zu Mir kommen. Und Meine Liebe wird euch empfangen und euch Seligkeit schenken - Meine Liebe wird euch durchstrahlen mit Licht und mit Kraft.
Amen. B.D. NR. 6172.

 

Buch 66 6173

Gottes Erbarmung vor dem Ende.

23. Januar 1955. B.D. NR. 6173.

Groß ist die Erbarmung Gottes besonders in der letzten Zeit vor dem Ende. Und Er wird noch erretten, was sich erretten läßt. Er wird Gnaden über Gnaden verschenken, um nur den Widerstand zu verringern, der Ihm entgegengesetzt wird von seiten der Menschen. Er wird ungewöhnlich in Erscheinung treten, um den Menschen Hilfestellung zu leisten, die allein nicht den Weg zu Ihm nehmen. Er wird auch in die tiefsten Tiefen einen Liebestrahl senden, um auch da noch Seelen zu retten vor dem Ende, denn mit dem Ende beginnt für das Unbekehrbare wieder eine qualvolle Fesselung. Es beginnt wieder eine Erlösungsperiode mit der Bannung des Geistigen, das Ihm noch unverringerten Widerstand entgegensetzt. Und Er möchte es bewahren davor, und darum kennet Seine Barmherzigkeit zuvor keine Grenzen. Seine Liebe ist unverändert die gleiche, sie will retten, um beglücken zu können, sie will für Sich gewinnen, was verloren scheint; aber sie beläßt Ihren Geschöpfen die Freiheit des Willens. Also es wird Gott nicht zwangsläufig erlösen, was Ihm noch widersteht. Immer wieder spricht Er zu den Menschen und stellt ihnen vor, was sie erwartet. Immer wieder sucht Er, durch Geschehen in der Welt den Menschen das gleiche Schicksal vor Augen zu stellen, das sie erwartet in kommender Zeit; Er sucht sie zu überzeugen von der Vergänglichkeit alles Irdischen; Er spricht die Menschen Selbst an und warnet und mahnet sie. Es bleibt nichts unversucht, was zur Willenswandlung beitragen könnte - aber unwiderruflich kommt der Tag des Endes für die Menschen dieser Erde, der über das Los eines jeden entscheidet. Und die Gerechtigkeit Gottes wird an die Stelle Seiner Barmherzigkeit treten, sowie die Zeit abgelaufen ist, die Gott dem Menschengeschlecht zugebilligt hat zu seiner Erlösung. Entsetzlich wird das Los derer sein, die Seine Barmherzigkeit nicht annehmen, die nun noch einmal den Gang der Entwicklung zurücklegen müssen, die nach einem Zustand der Freiheit wieder in einen Zwangszustand versetzt werden, dem sie nicht entfliehen können. Wer der Liebe Gottes sich widersetzt, der wird keinen Widerstand leisten können Seiner Macht und Gerechtigkeit. Wer Seinen Worten nicht Gehör schenkt, der wird es an sich selbst fühlen, was Sein Wort verkündete. Es wird ein Höllenzustand sein, dem die Barmherzigkeit Gottes die Seelen noch entreißen wollte - doch wer sich nicht von Seiner Barmherzigkeit ergreifen ließ, der wird von der Hand Seiner Vergeltung ergriffen werden, und diese wird wahrlich sich ausstrecken über alle Menschen am Tage des Gerichtes. Und sie wird jeden weisen an den rechten Platz. Und jeder wird wahrlich nur das empfangen, was er selbst anstrebt - was sein Begehr war auf Erden. Gott ist überaus barmherzig, geduldig und liebevoll - aber er ist auch gerecht, und einmal kommt der Tag, da Seine Gerechtigkeit das Urteil fällt. Einmal kommt der Tag, wo zwischen Leben und Tod entschieden wird, und selig, wer zum Leben eingehen kann - selig, wer dem harten Gericht nicht verfällt, das aber unwiderruflich die Seele ereilen wird, die keiner Belehrung, keiner Gnade zugänglich war, die sich Gott widersetzten und Seine Barmherzigkeit verschmähten, denn diese sind tot für endlos lange Zeit.
Amen. B.D. NR. 6173.

 

Buch 66 6174

Unglaube an das Ende.

24. Januar 1955. B.D. NR. 6174.

Die Menschen wollen nicht glauben, daß sie so nahe vor dem Ende stehen, sie wollen es nicht glauben, daß sich Dinge ereignen werden, die sie für unmöglich halten, daß eine ganz neue Ära beginnt, eine Zeit, wo völlig andere Verhältnisse sein werden unter den Menschen, eine Zeit, da Frieden ist und Harmonie - und nichts mehr gemahnet an den Kampf auf Erden, der dieser neuen Zeit vorangeht. Es ist auch schwer für die Menschen, zu glauben an eine totale Umgestaltung der Erdoberfläche, an einen sogenannten Untergang - weil sie noch mitten im Leben stehen und so fernab vom Geistigen, daß ihnen die Zusammenhänge nicht klargemacht werden können. Sie wissen nicht, daß eine Änderung, eine Wende, notwendig geworden ist und daß sie selbst den Anlaß dazu geben eben durch ihre Glaubenslosigkeit, durch ihren völlig entgeistigten Zustand. Die irdische Welt allein bewegt ihr Denken, und diese irdische Welt halten sie für unzerstörbar. Und doch werden sie es erleben, es werden sich Umwälzungen vollziehen irdisch und geistig - d.h., jede irdische Zerstörung hat auf das Geistige Einfluß, das gleichfalls eine Veränderung seines Aufenthaltes erfährt. Die Menschen werden erleben, was sie nicht glauben wollen - aber der Glaube daran würde sie veranlassen, sich selbst zu wandeln, so daß sie das, was sie erleben werden, nicht zu fürchten brauchen, weil es nicht zu ihrem Schaden wäre - während die glaubenslosen Menschen ganz empfindlich betroffen werden, ohne sich wehren zu können, und immer näher kommt das Ende. Die Zeichen mehren sich, und jeder könnte ihrer achten. Die Not wird immer größer werden - die Menschen werden aufgeschreckt werden aus ihrer Ruhe. Eines jeden Menschen Denken wird erschüttert werden durch Ereignisse aller Art. Die Natur wird sich äußern als Warnung für die Gleichgültigen. Das Schicksal wird sich oft als grausam erweisen, doch niemals ohne Grund. Alles soll nur dazu dienen, die Menschen aus ihrem gleichgültigen Zustand aufzustören, ihre Gedanken hinzuwenden auf das Bevorstehende, von dem sie wohl Kenntnis haben, nur nicht daran glauben. Und es wird ihnen allen geholfen werden, den Glauben an ein Ende zu gewinnen - doch kein Mensch wird so offensichtliche Beweise erhalten, daß er gezwungen ist, die Ankündigungen des Endes für wahr zu halten. Jeder wird es glauben können, der die geistige Entwicklung der Menschen verfolgt - jeder, der die Geschehen nicht nur irdisch materiell betrachtet, sondern mit dem Geisteszustand der Menschen in Verbindung bringt - jeder, der überhaupt an einen Gott glaubt, Der das Schicksal der Menschen lenkt. Diesen wird eher ein Ende wahrscheinlich sein als ein Fortgang in gleicher Bahn, der nimmermehr zu gutem Abschluß führen kann. Ein Ende wird kommen, und wohl dem, der damit rechnet und sich vorbereitet, sein Leibesleben vorzeitig zu verlieren. Denn dieser wird mehr gewinnen, als ihm genommen wird, und er wird nicht verlorengehen.
Amen. B.D. NR. 6174.

 

Buch 66 6175

Leben oder Tod. Freier Willensentscheid.

25. Januar 1955. B.D. NR. 6175.

Ihr werdet vor die Wahl gestellt, zu leben oder dem Tode entgegenzugehen. Es steht euch völlig frei, welchen Zustand ihr wählen wollet. Ihr könnet leben in Ewigkeit - ihr könnet in qualvoller Ohnmacht verharren, dem Tode verfallen, jedoch im Bewußtsein eurer Existenz diesen Tod als überaus qualvoll empfinden. Es stehen euch beide Wege offen, der Weg zum Leben und auch der Weg zum Tode. Und ihr selbst bestimmt euer Los für ewige Zeiten. Zu leben aber bedeutet, in Licht und Kraft tätig sein zu können und ständig selig zu sein - in vollster Erkenntnis zu stehen, zu wissen um die Wahrheit und ständig von göttlicher Liebekraft durchstrahlt zu werden, die also ein ewiges Leben sichert. Dieses Leben also könnet ihr euch auf Erden erwerben, doch es gehört dazu eure Bereitwilligkeit, Licht und Kraft von Gott entgegenzunehmen und nun den Licht- und Kraftreichtum auch recht zu verwerten - so zu leben, wie es durch das Übermitteln der Wahrheit ersichtlich ist als Gott wohlgefällig. Einer nur hat den Menschen das ewige Leben verheißen, und dieser Eine sagte von Sich Selbst: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben - wer an Mich glaubt, der wird leben in Ewigkeit." Er, als Selbst die Wahrheit, hat den Menschen auch den Weg gezeigt, der zum Leben führt. Er hat die Liebe als den einzigen Weg zum Leben gelehrt, und Seine Lehre muß - als von der Ewigen Liebe Selbst ausgegangen - angenommen und befolgt werden, wenn er zum Ziel gelangen will - zu einem Leben in Licht und Kraft. Und so geht daraus hervor, daß ebenso der Tod die Seele erwartet, die nicht diesen Weg der Liebe geht; ewig wird sie licht- und kraftlos bleiben und darum ewig unglückselig sein, aber aus eigener Schuld, denn einem jeden Menschen steht es frei, Leben oder Tod zu wählen, und sie nimmt in Empfang nur das, was sie begehrt hat. Es muß das ewige Leben erworben werden, es kann euch Menschen nicht geschenkt werden wider euren Willen. Aber es wird euch geholfen, es zu erwerben, indem ihr darüber aufgeklärt werdet von Gott durch Sein Wort, was ihr tun sollet, um zum Leben zu gelangen. Wäret ihr völlig ohne Wissen darüber, dann könnte euch keine Schuld zugeschrieben werden, wenn ihr in den Zustand des Todes versinkt. Doch ihr werdet während eures ganzen Erdenlebens darauf aufmerksam gemacht, was Gott von euch verlangt. Einem jeden Menschen wird die göttliche Liebelehre nahegebracht - wer ihrer nicht achtet, der glaubt auch nicht an Den, Der sie gelehrt hat auf Erden, und er wird niemals das Leben haben, das Er denen verheißen hat, die an Ihn glauben. Er verscherzet durch seinen Willen sich selbst das Licht und die Kraft, die nötig sind zu beseligender Tätigkeit. Und er wird kraftlos eingehen in das jenseitige Reich, so die Stunde des Leibestodes für ihn gekommen ist. Dann wird auch seine Seele dem Tode verfallen sein, weil sie selbst den Tod gewählt hat im freien Willen.
Amen. B.D. NR. 6175.

 

Buch 66 6176

Keiner wird selig ohne Jesus Christus.

26. Januar 1955. B.D. NR. 6176.

Keiner wird jemals zur Seligkeit gelangen, der an Jesus Christus vorübergeht, der Ihn auf Erden nicht anerkennt und auch im Jenseits Seine Hilfe nicht in Anspruch nimmt. Er steht an dem Tor zur Ewigkeit, und Er will von jedem Menschen als sein Erlöser erkannt werden, auf daß Er ihn geleiten kann in das Reich des Friedens und der Seligkeit, in das keine Seele Eingang findet ohne Ihn. Und ewig wird draußen bleiben müssen die Seele, die sich zu Ihm nicht bekennt, die Jesus Christus ablehnt, gleichwie sie es auf Erden getan hat - die in Jesus Christus nur einen Menschen sah und auch im geistigen Reich nicht mehr in Ihm sehen will als einen Menschen gleich sich selbst. Er stieg der Menschen wegen zur Erde hernieder, um ihnen das Lichtreich zu öffnen, in das Seine Anhänger nun eintreten können, weil Er Selbst bei ihnen ist und sie hineingeleitet. Niemals aber dürfen Gegner von Ihm in Sein Reich - und jeder ist Sein Gegner, der Ihn nicht anerkennt als Den, Der Er ist: Gott Selbst, Der Sich im Menschen Jesus verkörperte, um das Werk der Erlösung für die Menschen zu vollbringen. Es kann niemand sich etwas aneignen, was er sich nicht selbst erworben hat. Der Mensch ist ein Bewohner der finsteren Welt und mit dieser so lange verhaftet, wie er nicht den Weg geht zu dem Einen, Der Selbst Licht ist und Licht allen schenkt, die sich an Ihn wenden. Also muß er zuvor daran glauben, daß er mit Seiner Hilfe das Reich der Finsternis verlassen kann, und er muß Ihn angehen um Hilfe. Er muß sich selbst Ihm anvertrauen, dem göttlichen Erlöser Jesus Christus, Der nur deshalb am Kreuz gestorben ist, damit Er allen den Weg zum Lichtreich frei machen konnte - Dessen Tod am Kreuz das Öffnen der Pforte zum Lichtreich war. Es wird aber keiner Seele gelingen, Eingang zu finden in dieses Reich, die nicht zuvor sich selbst dem göttlichen Erlöser übergeben hat. Denn sie hatte einst freiwillig es verlassen, sie hatte sich den Zugang selbst verschlossen durch ihre Abkehr von Gott. Sie muß nun freiwillig zu Gott zurückkehren, Der ihr Selbst entgegengekommen ist in Jesus - Der ihre große Schuld auf Sich nahm und dafür Sühne leistete. Doch es muß dieses Opfer angenommen werden, ansonsten es vergeblich gebracht wurde für den, der den göttlichen Erlöser Selbst abweiset, der sich außerhalb der durch Sein Blut Erlösten stellt. Ohne Ihn gibt es keine Erlösung aus der Finsternis, und ob ihr Menschen Ewigkeiten darin schmachten müsset, ihr selbst könnet euch daraus befreien, indem ihr Dessen gedenket, Der für euch gestorben ist, und Ihn anrufet, daß Er euch helfe. Und Er wird euch annehmen, Er wird euch einführen in Sein Reich, sowie ihr freiwillig euch Ihm ergeben habt, sowie ihr glaubet an Den, Der euch erlöst hat vom ewigen Tode.
Amen. B.D. NR. 6176.

 

Buch 66 6177

Breite Straße. Versuchungen. Schmaler Weg zur Höhe.

27. Januar 1955 B.D. NR. 6177.

Die Straße, da die meisten Menschen gehen, ist breit und eben, und sie führt durch wunderschöne Gärten, die lustwandelnd durchschritten werden, sie bietet ständig Abwechslung und wird immer die Menschen locken, zu verweilen und auszukosten, was dem Wanderer reizvoll erscheint. Und niemals wird er einsam dahinzugehen brauchen, immer werden Menschen in seiner Begleitung sein, die den gleichen Weg mit gleichen Freuden und gleichen Hoffnungen gehen wie er, weil sie alle nur weltliche Freuden und Genüsse suchen, weil sie alle den gleichen Verlockungen erliegen und darum immer der eine für das Treiben des anderen Verständnis hat. Es ist die breite Straße, die von zahllosen Menschen begangen wird, die nur wenige meiden, um schmale Pfade zu gehen, die aufwärts führen. Diese wissen, daß der schmale Weg einem anderen Ziel zuführt, und in der Erkenntnis dieses Zieles meiden sie daher die breite Straße, die - unbemerkt von den Menschen - abwärts führt und darum nicht der rechte Weg zur Höhe sein kann. Immer wieder zweigen sich von der breiten Straße schmale Nebenwege ab, und stets werden an diesen Wegen Boten stehen und sich erbieten zur Führung denen, die den breiten Weg verlassen wollen und ernsthaften Willens nach oben streben. Wenige nur werden ihrem Anerbieten folgen, wenige nur werden sich trennen können von dem breiten Weg des Vergnügens und der Lust. Wenige nur werden derer achten, die sich ihnen zur Führung anbieten. Denn immer, wo ein schmaler Weg zur Höhe abzweigt, dort bietet die breite Straße besondere Lustbarkeiten - dort blitzen so viele Blendlichter auf, daß der schmale Weg übersehen wird und alle nur diesen Lichtern zustreben, die sie stets mehr in die Irre führen. Diese breite Straße ist von dem Herrn der Welt angelegt, der immer dafür sorgt, daß sie nicht öde und langweilig wird ihren Passanten, und der ganz besonders dort alle Verführungskünste anwendet, wo sich die schmalen Wege nach oben abzweigen. Dann bleibt das Auge gebannt hängen, und der Mensch übersieht sehr leicht den Nebenweg und fällt jenen Verführungskünsten zum Opfer. Doch es gibt auch Menschen, die sich abwenden von allen diesen Verlockungen der Welt, weil sie ihren Unwert erkennen und weil sie ein anderes Ziel verfolgen - Gott zu erreichen, Der niemals auf dem breiten Wege erreicht werden kann. Und diese suchen Abwege von der breiten Straße, und sie vertrauen sich gern und bereitwillig denen an, die sie führen wollen zur Höhe. Und sie sind auch bemüht, andere Menschen auf den schmalen Pfad zu locken und ihnen das rechte Ziel vorzuhalten und sie zur Mitwanderung auf dem Wege zur Höhe zu veranlassen. Und sie alle werden ihr Ziel erreichen. Sie geben wohl irdisch so manches auf, aber sie nehmen weit Wertvolleres in Empfang - sie nehmen das Reich in Besitz, das weit Herrlicheres bietet, das aber nur erreicht werden kann durch ständiges Überwinden, nicht aber durch irdische Freuden, durch weltlichen Genuß.
Amen. B.D. NR. 6177.

 

Buch 66 6178

Zeichen des Wütens vor dem Ende.

28. Januar 1955. B.D. NR 6178.

Wenn ihr achtet aller Geschehen um euch, so werdet ihr sehr bald erkennen, wer in der Welt herrschet, und es wird euch auch verständlich sein, was er bezweckt: die Menschen stets mehr in die Tiefe zu ziehen, sie zu hindern am rechten Erkennen - indem er sie hindert am Liebeswirken. Doch in absehbarer Zeit schon wird sein Treiben so offenbar werden, daß doch viele Menschen zu hören und zu sehen beginnen, denn er läßt seine Maske fallen und geht ohne Bedenken in einer Weise vor, die allzudeutlich gegen ihn spricht. Aber es sind dies alles Zeichen des nahen Endes, in der der Gegner Gottes sein verabscheuungswürdiges Wesen treibt, in der alle Kräfte der Hölle losgelassen sind, die die Menschen auf Erden beeinflussen, so daß er zahllose Anhänger findet, die alles tun, was er will - die ohne Bedenken ihren Mitmenschen Schaden zufügen in jeder Weise - die selbst davor nicht zurückschrecken, ihre Mitmenschen dem Tode auszuliefern, weil sie völlig im Banne des Satans stehen. Doch es ist dies angekündigt lange Zeit zuvor, auf daß die Menschen daran die Zeit erkennen, in der sie leben. Doch es kommt der Tag, wo er gebunden wird, wo seinen Greueltaten ein Ende gesetzt ist, wo er all seiner Macht beraubt und gefesselt wird, auf daß er keinen Schaden mehr anrichten kann. Es kommt der Tag - dessen sollen auch die Menschen gedenken, die unter seiner Herrschaft leiden, denn ihnen wird Erlösung werden. Aber auch die sollen daran denken, daß der Tag der Vergeltung kommt, die sich ihm dienstbar machen, denn auch sie werden sein Los teilen müssen, weil allein ihr Wille sie zu seinen Dienern werden ließ und sie für diesen Willen sich verantworten müssen. Und solange euch das Unrecht empört, solange habt ihr selbst nicht zu fürchten, daß er euch schaden könne. Denn so lange strebt euer Wille noch das Gute an, und ihr seid nicht in seiner Gewalt. Alles, was gegen das Gebot der Liebe verstößt, ist sein Wirken, wenngleich es verschleiert wird vor den Augen der Mitmenschen. Bemüht euch darum, immer gerecht zu denken und zu handeln, und ihr werdet hellsehend und hellhörend sein gegenüber den Maßnahmen, die unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit erlassen werden, denn der euch verderben will, der versteht auch, sich zu tarnen. Aber er wird nichts erreichen bei denen, die Gott zustreben und nach Seinem Willen zu leben sich bemühen, denn diese durchschauen sein Spiel und wenden sich von ihm ab, sie bleiben aufrichtig und gerecht, und sie lassen sich auch nicht irreführen. Doch die Grenzen seines Wütens auf der Erde sind noch nicht erreicht. Es muß erst das Maß voll werden, das dann eine Bannung zur Folge hat, die ihm jedes weitere Wirken unmöglich macht.
Amen. B.D. NR. 6178.

 

Buch 66 6179

Gottes Hinweise auf die Vergänglichkeit irdischer Güter.

29. Januar 1955. B.D. NR. 6179.

Dem Menschen muß erst die Vergänglichkeit des Irdisch-Materiellen begreiflich gemacht werden, bevor er sich dem zuwendet, was unvergänglich ist. Das irdische Leben erfüllt seine Gedanken, weil es ihn vor Aufgaben und Pflichterfüllungen stellt, die immer sein Denken in Anspruch nehmen werden. Und unersättlich würde er sein, wenn alles Bestand hätte, weil er dann seinen Besitz ständig steigern könnte und es dann keine Begrenzung seiner Wünsche und Begierden geben würde. Da aber die Materie vergänglich ist, ist er dadurch immer wieder gezwungen, tätig zu sein zur Erreichung dieser Güter, was zwar auch sein ganzes Denken in Anspruch nehmen kann, aber auch die Möglichkeit freiläßt, daß ihn die Vergänglichkeit anders denken lehrt - daß es ihm nutzlos erscheinen kann, die ganze Lebenskraft nur für diese Güter zu verwenden - daß er Verlangen hat nach Gütern, die unvergänglich sind. Nur die Erkenntnis der Wertlosigkeit irdischen Besitzes kann ihn veranlassen, geistigen Besitz anzustreben - oder aber immer mehr dem Vergänglichen nachzujagen, weil es keinen Bestand hat. Und selbst, wenn dem Menschen irdischer Besitz erhalten bleibt und er ihn ständig vermehren kann, ohne daß er ihm genommen wird, ist immer der Gedanke an den Tod für ihn eine Mahnung, daß er sich frühzeitig lösen soll von dem, was er durch den Tod doch verliert. Also es ist von Gott aus alles im Leben so eingerichtet, daß der Mensch sehr leicht die Welt und ihre Güter verachten lernen und eine andere Welt gedanklich betreten kann. Aber es werden seine Gedanken und sein Wille nicht zwangsmäßig auf diese andere Welt gerichtet - es steht dem Menschen frei, von welcher Welt er sich gefangennehmen lässet. Und irdische Güter werden zumeist eine größere Anziehungskraft ausüben, weil sie greifbar und sichtbar sind, während geistige Güter wenig Eindruck hinterlassen, weil sie vermeintlich zu wenig Wert haben - und auch dann erst haben werden für den Menschen, so er sich von den irdischen Gütern leicht zu lösen vermag. Würde jeder Mensch bedenken, daß schon der nächste Tag der letzte für ihn sein kann, dann würden ihm alle irdischen Güter und deren Erwerb völlig sinnlos erscheinen, und er würde etwas mehr vorsorgen für die Zeit nachher. Doch jeden Gedanken an den Tod verwerfen sie als noch "verfrüht" und erfreuen sich nur der irdischen Welt und ihrer Güter. Darum wird auch den Menschen stets mehr der Tod vor Augen geführt, je näher das Ende ist. Es werden mitten aus dem Leben Menschen herausgerissen, um immer wieder die Mitmenschen auf die Vergänglichkeit hinzuweisen, um immer wieder deren Gedanken dem eigenen Ableben zuzuwenden. Es wird so offensichtlich gezeigt, wie wenig Sicherheit jeder einzelne haben darf bezüglich seines eigenen Lebens - und es wird immer wieder Besitz vernichtet, es fallen irdische Güter den verschiedenen Katastrophen zum Opfer. Immer und überall werden die Menschen darauf hingewiesen auf das eigentliche, auf das beständige Leben, das sich jeder erringen kann, wenn er ernstlich will - wenn er strebet nach geistigen Gütern, die ihm auch der Tod nicht nehmen kann, die ihm folgen in das jenseitige Reich, wenn die Stunde seines Ablebens gekommen ist. Jeder Mensch soll streben nach geistigen Schätzen, dann wird ihn auch der Tod nicht schrecken; dann ist er Sieger geworden auch über den Tod, weil ihn ein ewiges Leben erwartet im geistigen Reich, das ihn unsagbar beglückt und Bestand hat bis in alle Ewigkeit.
Amen. B.D. NR. 6179.

 

Buch 66 6180

Freiwillige Rückkehr zu Gott in Liebe.

30. Januar 1955 B.D. NR. 6180.

Euch alle will Ich annehmen, wenn ihr nur von selbst zu Mir kommt. Ich will euch wahrlich nicht zurückweisen, denn Ich erwarte euch voller Liebe, und Mein Ziel ist, daß ihr euch ewig Mir verbindet. Also werde Ich Selbst euch auch entgegenkommen, sowie Ich nur den Willen in euch erkenne, daß auch ihr zu Mir kommen wollet. Endlos lange Zeit schon seid ihr von Mir entfernt - und ihr bleibet es so lange, wie ihr selbst Meine Nähe nicht ersehnet, denn von euch muß das Verlangen nach der Annäherung an Mich ausgehen. Ich Selbst bin immer bereit, euch anzunehmen, doch Mein Wille, Meine Liebe zu euch ist nicht ausschlaggebend für die Bindung zwischen uns, sondern eure Liebe muß euch zu Mir hindrängen, denn ihr gabet einst die Liebe hin, ihr habt euch der Liebe entäußert, während Meine Liebe zu euch unverändert die gleiche blieb. Also habe Ich euch nicht von Mir gestoßen, sondern ihr selbst strebtet von Mir ab. Und so müsset ihr von selbst wieder Mir zustreben, und ihr werdet von Mir aus keine Abwehr, sondern immer nur größere Unterstützung finden - eben weil Ich euch liebe und eure Rückkehr zu Mir ersehne. Wenn ihr nun dies wisset, daß Ich jeder Regung in euch achte, die Mir gilt, dann könnet ihr auch vertrauensvoll eure Hände zu Mir erheben, denn ihr brauchet nur zu wollen, daß Ich euch annehme, und ihr könnet euch schon von Meiner liebenden Vaterhand ergriffen fühlen, die euch nun leitet auf rechten Wegen. Nur euer Wille muß zu Mir gerichtet sein, dann könnet ihr auch überzeugt glauben, daß ihr das Ziel - die Verbindung mit Mir - erreichet. Denn nur diesen euren Willen benötige Ich, um nun auch alles so zu lenken, wie es eurer Seligwerdung dienlich ist. Aber es muß dieser Wille ernst sein, nicht nur durch Worte zum Ausdruck kommen - denn Ich sehe in euer Herz. Vergesset nicht, daß euer Erdenlebenszweck nur die im freien Willen angestrebte Verbindung mit Mir ist. Vergesset nicht, daß Ich immer bereit bin, euch zu Mir zu ziehen, daß ihr Mir nur gleichfalls eure Bereitschaft erklären müsset. Dann aber könnet ihr unbesorgt sein - ihr werdet das Ziel erreichen, ihr werdet den Zweck eures Erdenlebens erfüllen. Denn dann habt ihr den Weg beschritten, der zum Vaterhaus führt, zur ewigen Heimat, die ihr einst freiwillig verließet und darum nun freiwillig wieder zurückkehren müsset, um nun in Meiner Nähe ewig selig zu sein.
Amen. B.D. NR. 6180.

 

Buch 66 6181

Gottes Vaterliebe. Waisen.

31. Januar 1955. B.D. NR. 6181.

Ich lasse euch wahrlich nicht waisen, die ihr Mir eure Liebe schenkt. Als Vater nehme Ich Mich eurer an, und im Schutz des Vaters stehend könnet ihr sorglos euren Erdenweg zurücklegen, denn immer werde Ich an eurer Seite gehen und euch schützen vor jeder Gefahr. Wer an der Hand des Vaters wandelt, der braucht sich nicht zu sorgen, ob er recht gehe, er fühlt sich in seiner Führung sicher, weil er dem Vater restlos vertraut. Und Ich bin euer Vater von Ewigkeit - die Liebe des Vaters gilt Seinen Kindern, wo sie auch weilen - und sind sie in der Ferne, so bleibt doch die Verbindung mit ihnen bestehen, weil Meine Liebe ihnen stets folgt, auch wenn sich das Kind dessen nicht bewußt ist. Die aber freiwillig bei Mir verbleiben, die immer nur achten, was des Vaters Wille ist, die Ihn lieben und darum Ihm zum Wohlgefallen lieben (leben) wollen, die überstrahle auch Ich mit Meiner Liebe, und sie brauchen sich nimmermehr vereinsamt fühlen, als Waisen, deren sich keiner annimmt. Es sind Meine Kinder, und ihnen gilt auch Meine ganze Liebe. Glaubet nur daran, daß ihr euch Kindern gleich Mir anvertrauen könnet, daß Ich jedes Wort von euch vernehme, um jede Sorge von euch weiß und die Macht habe, alles für euch zum Guten zu lenken, wenn ihr wie rechte Kinder zu eurem Vater betet, wenn ihr alle Scheu verlieret und demütigen Herzens zu Mir kommt, wenn ihr selbst in Mir euren Vater sehet und auch ihr Mir eure Liebe schenket. Bedenket, ihr besitzet die Liebe des höchsten und vollkommensten Wesens, Das alles an Macht und Weisheit und Liebe übertrifft. Und dieses Wesen könnet ihr euch geneigt machen, dieses Wesen beugt Sich liebevoll zu euch hernieder, so ihr Es als Vater rufet - so ihr kindlich zutraulich euch dem Vater in die Arme werfet. Und darum könnet ihr euch das Erdenleben wahrlich leichtmachen, so ihr nur immer auf euren Vater vertrauet, daß Er euch führe und schütze auf allen euren Wegen. Und je stärker dieses euer Vertrauen ist, desto selbstverständlicher wird euch gewährt, was ihr erbittet. Denn ihr seid keine Waisen, ihr seid Meine Kinder. Ihr brauchet nicht ohne Führung durch das Erdenleben zu gehen, weil Ich Selbst es will, daß ihr Mich an eurer Seite gehen lasset, weil Ich Selbst die Verbindung will mit Meinen Kindern, die aber ihr allein nur herstellen könnet, wenn ihr euch freiwillig Mir anschließet, wenn ihr als rechte Kinder euch fühlet und keinen Weg gehen wollet ohne euren Vater - Der euch liebt von Anbeginn und euch lieben wird in alle Ewigkeit.
Amen. B.D. NR. 6181.

 

Buch 66 6182

Wirken des Gegners: Abwehr gegen Gottes Wort.

2. Februar 1955. B.D. NR 6182.

Daß die Menschen sich ablehnend verhalten gegen Gottes Wort, ist darum verständlich, weil der Gegner Gottes sie so lange beeinflussen kann, wie sie sein Reich anstreben, also durch das Verlangen nach irdischen Gütern ihm selbst die Macht über sich einräumen, die er gut nützet, indem er sie beeinflußt gegen alles Wahre, Lichtvolle, Gute - so daß sie auch dem Wort Gottes Abwehr entgegensetzen, das jedoch auf Erden das Wertvollste ist, das sie anstreben müßten. Die irdische Welt ist noch das Machtbereich des Gegners von Gott, denn sie besteht aus dem von Gott Abgefallenen, aus dem in den irdischen Schöpfungen, in der Materie, gebundenen Geistigen, das willensmäßig noch dem Gegner Gottes zugewandt ist, nur nicht von diesem gezwungen werden kann, den Willen des Gegners zu erfüllen. Der Mensch aber ist im Zustand des freien Willens für ihn ein geeignetes Objekt, das er nun seinem Willen gefügig zu machen sucht. Denn er will, daß dieser sich wieder ihm voll und ganz zuwendet, daß er seinen Widerstand gegen Gott aufs neue bekundet. Und da der Mensch noch schwachen Willens ist, da er sich noch nicht fest entschieden hat für Gott, Dessen Reich er nicht sieht, locket jener ihn mit seinem Reich, das für die Menschen weit mehr Anziehungskraft besitzet, weil ihnen alles vor Augen gestellt wird. Durch Gottes Wort aber werden sie hingewiesen auf die Vergänglichkeit des Irdischen - durch Gottes Wort wird ihnen vorgehalten, wie sich ein Lebenswandel auswirken kann, wenn er recht oder falsch genützt wird - durch Gottes Wort wird der Mensch gewarnt und ermahnt. Und er kann sein Ziel mit Leichtigkeit erreichen, wenn er sich das Wort Gottes zur Richtschnur seines Denkens und Handelns macht. Das aber sucht der Gegner Gottes zu unterbinden, um das ihm Gehörende nicht zu verlieren. Er weiß es, daß Gottes Wort als die ewige Wahrheit auch die Kraft hat, die Menschen recht zu beeinflussen, und sie dann endgültig für ihn verloren sind. Darum gilt sein ganzes Bemühen immer nur dem, die Menschen an der Entgegennahme des göttlichen Wortes zu verhindern, und darum flößt er ihnen das Gefühl der Abwehr ein, und sie hören auf ihn, weil gleichzeitig die Welt mit ihren Gütern locket. Wer sich schon mehr von der Materie gelöst hat, der wendet seine Aufmerksamkeit eher dem geistigen Reich zu, und er läßt sich auch von dem Wort Gottes eher gefangennehmen - selbst wenn er anfangs nicht bewußt das Verlangen hat nach dem Reiche Gottes - aber er nimmt widerstandslos an, und es wird dann auch seinen Eindruck nicht verfehlen auf ihn, weil das Wort Gottes die Kraft in sich birgt, sowie der Widerstand aufgegeben ist. In der Endzeit wird um jede einzelne Seele gerungen, und der Gegner Gottes hat großes Übergewicht, weil die Menschen ihm dieses selbst zubilligen, weil sie in einem Maß materiell sind, daß alles Geistige für sie verblaßt, daß sie nicht erst prüfen, sondern schon darum nichts wissen wollen von Göttlich-Geistigem, weil sie dann die Welt zurückstellen müßten - die ihnen aber endlos mehr gilt. Und doch ist das Wort Gottes die einzige Rettung für die Menschen, weil es sie aufklärt und gleichzeitig Licht und Kraft gibt - doch die Freiheit ihres Willens wird nicht angetastet, und darum entscheidet der Mensch selbst, wem er sich zuwendet. Und also schafft er sich auch selbst sein Los in der Ewigkeit.
Amen. B.D. NR. 6182.

 

Buch 66 6183

Gebot der Liebe.

3. Februar 1955. B.D. NR. 6183.

Ich gebe euch immer nur ein Gebot: Liebet einander. Mit der Liebe werdet ihr alles meistern, und durch die Liebe werdet ihr mit Mir in Verbindung stehen, Ich werde neben euch wandeln und euch geleiten immerdar. Das Gebot der Liebe zu erfüllen ist sicherste Gewähr für ein Leben in Meiner Ordnung, denn dann ist alles, was ihr tut, auch von Mir gesegnet, weil ihr dann auch nichts tun könnet, was Mir mißfällt, was Meinem Willen widerspricht. Und so ihr also Meinem Willen entsprechend lebt, muß dieses euer Leben auch geordnet sein, es muß irdisch und geistig euch Erfolg eintragen - es muß der Körper und die Seele gewiß sein können, daß Meine Liebe sie erfaßt, daß sie zu Frieden und Harmonie gelangen - auf Erden schon und dereinst im geistigen Reich. Denn die Liebe ist das Gesetz von Ewigkeit, und so der Mensch in der Liebe lebt, tritt er in die ewige Ordnung ein - er ist nicht mehr im Widerstand gegen Mich, sondern in der Gemeinschaft mit Mir. Und Meine Gegenwart garantiert auch einen geordneten Lebensweg - weil alle Unordnung, alles Negative, alles Unharmonische - nur dort anzutreffen ist, wo durch ein Leben wider Meine ewige Ordnung - durch ein Leben ohne Liebe - alle Harmonie gestört ist - wo Ich Selbst nicht weilen kann. Die Liebe wird nicht in ihrem Wert erkannt, die Menschen lassen unbeachtet, was sie überaus beglücken könnte, und sie schaffen sich selbst oft eine Notlage, die nicht zu sein brauchte - sie berauben sich selbst des Lichtes und der Kraft, die sie leicht erwerben konnten durch Wirken in Liebe. Es ist zwar nicht so offensichtlich erkennbar, um nicht die Menschen zum Liebewirken aus egoistischen Gründen zu veranlassen - weil dann die Wirkung sicher ausbleiben würde. Doch jeder, der sich selbst zur Liebe gestaltet hat, wird des Lichtes und der Kraft gewahr, die ihn nun beglücken, denn er fürchtet keine irdische Not mehr, er ist Meiner Hilfe in jeder Lebenslage sicher, denn er hat durch das Liebewirken einen starken Glauben gewonnen an Meine Liebe und Meine Macht, und er übergibt sich Mir bedenkenlos, Den er in seiner Nähe fühlt - er lebt mit Mir und ist sich stets Meiner Gegenwart bewußt und darum auch von einer Kraft durchströmt, die ihn nichts mehr fürchten lässet, was auch kommen mag - weil er weiß, daß er es mit Mir gemeinsam bewältigen wird und nimmermehr von Mir verlassen ist. Aber nur ein zur Liebe gestalteter Mensch hat diese innere Sicherheit und die Kraft des Glaubens. Und darum ist Mein ständiger Mahnruf an euch: Gestaltet euch zur Liebe. Arbeitet an euch, daß ihr allen Menschen mit Liebe begegnen könnet. Leget alle Ungeduld, allen Mißmut, alle Haßgefühle ab; schenket allen euren Mitmenschen Liebe; helfet ihnen, so sie eurer Hilfe bedürfen; seid gerecht und friedfertig, barmherzig und sanftmütig, auch wenn sie euch nicht die gleiche Liebe entgegenbringen. Verstehet und verzeihet - denn der lieblose Mensch ist krank an seiner Seele, und er muß sehr unter dieser Krankheit leiden. Machet euch selbst frei davon, denn das ist die Arbeit, die ihr selbst leisten müsset, die kein anderer für euch leisten kann. Aber diese Arbeit an euch selbst trägt euch großen Segen ein - auf Erden schon und dereinst im geistigen Reich.
Amen. B.D. NR. 6183.

 

Buch 66 6184

Anruf der Lichtwesen. Ausführende Gottes.

5. Februar 1955. B.D. NR. 6184.

Vertrauet euch immer nur der Lichtwelt an, d.h., verbindet euch in Gedanken mit allem Guten, Mir-verbundenen Geistigen, und ihr werdet von diesem auch in Schutz genommen werden, denn sie handeln nur in Meinem Willen und dürfen sich allen Menschen nahen, die in Meinem Willen zu leben sich bemühen, die Mir also schon willensmäßig angehören und die darum zu der großen Gemeinschaft gehören, die einander in Liebe dienen. Eure Bitte um Hilfe soll allzeit an Mich gerichtet sein - so ihr aber wisset, daß die Bewohner der Lichtwelt nur die Ausführenden Meines Willens sind, dann verlangt ihr von ihnen nichts anderes, als ihr von Mir Selbst verlangt - daß Ich Mich eurer annehme und also Meine Diener beauftrage, euch zu geleiten auf Erden. Die Lichtwesen sind immer bereit, euch zu helfen, aber sie werden es nicht tun, so ihr Mich übergehet, so ihr in einer Art Aberglauben rufet zu denen, von denen ihr nicht einmal wisset, ob sie Meine Diener sind, ob Meine Kraft und Mein Wille durch jene wirket, die ihr rufet. Sowie ihr aber Mir innig verbunden seid, werdet ihr gleichsam auch von Meinen Lichtboten erfaßt, und ihr brauchet euch ihnen nur vertrauend zu übergeben, um nun auch ihre Hilfe zu erfahren, die sie euch leisten in Meinem Willen, mit Meiner Zustimmung und in Meinem Auftrag. Nur muß Ich immer euer Ziel sein. Dann werden euch die Lichtwesen immer mehr Mir zudrängen, sie werden euch helfen, euer Ziel zu erreichen, denn auch ihre ganze Liebe gehört Mir, und ihre Arbeit gilt dem Zuführen der Seelen zu Mir - was ihr durch eure Hingabe bezeuget, so daß sie euch nun ergreifen und euch nun so führen, daß ihr sicher euer Ziel erreichet. Das Bewußtsein, sich guten geistigen Kräften übergeben zu haben, wird euch ruhig und sicher machen, und ihr werdet keine Schwäche zu fürchten brauchen, denn sie durchströmen euch mit der Kraft, die sie von Mir empfangen, sie teilen aus, wo Mangel ist, weil sie überreich sind an Licht und an Kraft und weil die Liebe sie dazu drängt, dem Schwachen zu helfen. Vertrauet nicht eurer eigenen Kraft, sondern gestehet eure Schwäche denen, die stark sind, und bittet sie um ihren Beistand, nachdem ihr euch durch euer Gebet Meiner Liebe und Gnade versichert habt. Wendet eure Blicke und eure Gedanken nur dem Reich zu, da Ich herrsche, und von jenem Reich wird euch zugehen, was ihr benötigt, denn Ich habe Meine Engel angewiesen, euch zu dienen, die ihr Mein seid durch euren Willen, Mir zu dienen und für Mich und Mein Reich tätig zu sein. Und sie werden euch dienen, so ihr euch ihnen anvertraut.
Amen. B.D. NR. 6184.

 

Buch 66 6185

Richtiges Ausnutzen der Erdenzeit.

6. Februar 1955. B.D. NR. 6185.

Kurz nur ist das Erdenleben, endlos lang aber die Zeit nachher. Darum solltet ihr Menschen diese Erdenzeit gut nützen, ihr solltet alles Schwere auf euch nehmen und alle Kraft verwerten für das Heil der Seele. Ihr solltet verzichten auf die Annehmlichkeiten des Lebens, um euch durch den Verzicht das Anrecht auf geistige Güter zu sichern, die euer Los bestimmen in der Ewigkeit, nach dem Tode eures Leibes, der allein nur von irdischen Gütern einen Vorteil hat, sie aber nicht behalten darf für immer. Es ist das Erdenleben nur wie ein Augenblick, gemessen an der Ewigkeit, und diesen Augenblick solltet ihr nicht so wichtig nehmen - und doch wieder als überaus wichtig für eure Seele erachten - ihn also immer nur geistig auszuwerten suchen. Wohl habt ihr für eure Erdenzeit einen Zeitbegriff, der euch die Tage und Jahre lang erscheinen lässet. Bedenket aber, daß endlose Zeiten schon diesem Erdenleben vorangegangen sind und die Ewigkeit folget. Euch ist jedoch nur die Erdenlebenszeit bewußt, und diese bedeutet euch daher alles. Doch das wisset ihr, daß ihr sterben müsset dem Leibe nach - ihr wisset, daß alles Irdische vergänglich ist, ihr wisset, daß nichts euch nach eurem Tode nützen kann, was dem Körper unentbehrlich war, was ihm Wohlbehagen schaffte. Also rechnet vorerst damit, und sorget euch, was euch nach dem Tode des Leibes erwartet. Ein überaus herrliches Dasein könnet ihr eurer Seele im Erdenleben bereiten, aber auch einen Zustand der Qual und Finsternis. Und immer wieder wird es euch gesagt, daß ihr weiterlebet. Ihr seid darüber nicht ohne Wissen, auch wenn ihr es nicht glauben wollet. So rechnet doch mit der Möglichkeit und sorget vor. Lebet gut auf Erden, und hängt nicht das Herz an die Materie, die euch doch wieder genommen wird. Bedenket nicht den Körper auf Kosten eurer Seele. Sorget zuerst für diese, und es wird auch der Körper dann nicht zu darben brauchen, aber lasset eure Gedanken nicht verkehrte Wege gehen, daß ihr des Körpers wegen die Seele darben lasset. Denn sie ist euer eigentliches Ich, das Ich, das unvergänglich ist und das dereinst selig sein kann, wenn ihr auf Erden für diese Seligkeit schaffet und wirket. Die schönsten Stunden auf Erden vergehen wie ein Rausch, die irdischen Genüsse beglücken euch nicht ewig, das Erdenleben geht schnell vorüber - aber dem Los in der Ewigkeit entgehet ihr nicht, und das wird sein entsprechend dem Leben, das ihr auf Erden führtet - ewiges Leben oder geistiger Tod. Ihr allein wählet euch den Zustand in der Ewigkeit, denn es ist euch freigestellt, welches Leben ihr auf Erden führet. Bewertet dieses euer Erdenleben richtig - daß es eurer Seele die Reife eintrage, nicht aber nur für das Wohlbehagen des Körpers genutzet wird - denn kurz nur weilet ihr auf dieser Erde, endlos lang aber ist die Ewigkeit.
Amen. B.D. NR. 6185.

 

Buch 66 6186

Kraftzustrom durch Gottes Ansprache.

9. Februar 1955. B.D. NR. 6186.

Wenn Ich zu euch Menschen spreche, dann strömt euch Kraft zu, die unbeschreiblich wirksam ist, auch wenn ihr das körperlich nicht spüret. Denn ich rede doch nur die Seele an, Ich spreche Worte, die eurem geistigen Leben dienlich sind, und es spürt das die Seele, die willig ist, Mich anzuhören. Die Kraft, die ihr nun zugeht, ist gleichfalls geistiger Art, also mit den Sinnesorganen des Menschen wenig zu spüren, doch die Seele reifet aus, und in desto kürzerer Zeit, je öfter sie Mich zu sich sprechen läßt. Und daß es euch Menschen nicht so offensichtlich ist, hat seinen Grund darin, daß eine merkliche Wohltat, ein spürbarer Fortschritt der Seele zur Nachahmung veranlassen könnte aus selbstischen Motiven, aus Berechnung, und darum ohne Erfolg bleiben würde. Es muß im freien Willen Mein Wort angehört werden, es muß der Mensch innerlich dazu angetrieben sein, er muß Meine Gegenwart ersehnen und nur aus Liebe zu Mir wollen, daß Ich zu ihm rede. Er darf nicht dazu angeregt werden durch Versprechungen oder Erfolge, die er selbst kontrollieren kann und sein Streben wertlos für die Seele wäre. Doch Kraft empfanget ihr ungemessen, auch wenn ihr als Mensch das nicht beweisen könnet, denn Meine Ansprache ist die Entäußerung Meiner Liebekraft, die also auf euch überströmen muß. Ich kann euch nur sagen, daß eure Seele einen übergroßen Segen davonträgt, die von dieser Meiner Liebekraft berührt wird, denn es strömt etwas Geistiges zur Erde hernieder, um sie zu beglücken. Aber es wären alle diese Worte leere Worte, wenn die Auswirkung nicht zu erkennen wäre am Wesen des Menschen - das von Meinem Liebegeist durchstrahlt ist, also wieder nur eine geistige Auswirkung genannt werden kann, nicht aber eine körperliche Veränderung hervorruft - die wieder ein sichtlicher Beweis wäre, den Ich nicht gebe, der Willensfreiheit des Menschen wegen. Darum aber verlangen nur so wenige Menschen nach Meinem Wort, weil es ihnen nicht solche Vorteile einträgt, die sie sehen und greifen können. Darum bleiben sie in ihrer seelischen Entwicklung zurück, und sie streben nur das an, was ihnen darum begehrenswert scheint, weil es ihr körperliches Leben hebt. Liebe zu Mir fehlt ihnen, die allein Meine Ansprache ihnen begehrlich werden ließe. Und so lassen sie sich viel entgehen, und ihre Seelen darben, sie sind kraft- und lichtlos und könnten doch so reichlich versorgt werden mit Licht und mit Kraft. Aber der Wille der Menschen ist frei - doch Ich werde nie aufhören, zu denen zu sprechen, die Mich lieben. Und sie werden viel Kraft empfangen dürfen und dereinst schaffen und wirken können im geistigen Reich, wie es ihre Bestimmung ist.
Amen. B.D. NR. 6186.

 

Buch 66 6187

Ende einer Erlösungsperiode und Beginn einer neuen.

11. Februar 1955. B.D. NR. 6187.

Der Menschheit Ende ist bald gekommen. Eine Erlösungsperiode ist abgelaufen, es beginnt eine neue Epoche, ein neues Reich wird errichtet auf dieser Erde, die ein neues Aussehen erhält durch völlig neue Schöpfungen sowie ein neues Menschengeschlecht, das gänzlich anders ist in seiner geistigen Reife, als die jetzt auf der Erde lebenden Menschen beschaffen sind. Es kommt eine Wende - geistig und irdisch wird alles umgestaltet sein, wenn die neue Erlösungsepoche beginnt. Denn es wird alles in seine Ordnung zurückgeführt, die Meinem Gesetz von Ewigkeit entspricht. Wie oft habe Ich euch Menschen dieses schon vorausgesagt, wie oft euch den Grund dessen, was kommen wird, erklärt und wie oft euch gewarnt und gemahnt vor einem falschen Lebenswandel - daß ihr den Ernst der Zeit begreifen sollet. Und ihr schenket Meinen Vorstellungen kein Gehör, weil ihr nicht daran glaubet. Euer Unglaube aber hindert Mich nicht an der Ausführung Meines Willens, denn Mein Plan liegt fest seit Ewigkeit, weil ihm nur eure Seligwerdung zugrunde liegt und weil Ich wohl weiß, was euch dienet. Das Menschengeschlecht der Jetztzeit ändert sich nicht mehr, es werden nur einzelne Meinen Worten Glauben schenken und nach Meinem Willen zu leben sich bemühen, die gesamte Menschheit aber ist auf einer Stufe angelangt, wo der Absturz in die Tiefe nicht mehr aufzuhalten wäre, wenn Ich es nicht verhinderte durch einen letzten Rettungsakt, der wohl scheinbar ein Vernichtungswerk ist, doch immer nur die äußere Form vernichtet wird .... dem darin gebundenen Geistigen aber die Möglichkeit gegeben wird, wieder aus der Tiefe zur Höhe zu gelangen, auf einem Wege zwar, der äußerst leidvoll ist, aber sicher zur Höhe führt - während der Absturz in die tiefste Tiefe diese Möglichkeit ausschließt. Es ist ein gewaltiges Geschehen, vor dem ihr Menschen steht. Euer Leben wird beendet auf dieser Erde - doch ihr könnet auf der neuen Erde wohl weiterleben in eurer gleichen Körperform - wenn ihr zu den Meinen gehört. Ihr könnet aber auch den irdischen und den geistigen Tod erleiden, daß ihr eurer selbst nicht mehr bewußt seid, wenngleich ihr noch besteht und in härtester Form gebannt endlose Zeiten wieder verharren müsset, bis euch wieder das Leben gegeben wird als Mensch auf dieser Erde. Zu den Meinen aber gehören alle, die an Mich glauben, innige Verbindung suchen mit Mir durch ihren Willen und ihre Liebe - die Mich als Vater anerkennen und Meine Kinder sein wollen - die also willensmäßig zu Mir stehen und darum auch Meinen Schutz und Meine Gnade erfahren dürfen in der letzten Zeit vor dem Ende. Zu den Meinen gehören alle, die Mich bekennen vor der Welt. Diese werden leben und das Ende nicht zu fürchten brauchen, sie werden als Bewohner der neuen Erde ein seliges Leben führen, wenn sie nicht zuvor noch abgerufen werden in Mein Reich, das nicht von dieser Welt ist, wo ein ewiges seliges Leben sie erwartet. Doch ein entsetzliches Los erwartet die Menschen, die ohne Glauben sind und keine Liebe haben. Sie können nicht anders als gerecht bedacht werden, sie werden ernten, was sie säten auf Erden, sie werden erhalten, was sie anstrebten. Die Materie wird sie fesseln, die sie begehrten mit allen Sinnen, und endlose Zeiten werden sie darin schmachten müssen, bis ihnen wieder Erlösung wird.
Amen. B.D. NR. 6187.

 

Buch 66 6188

"Von Gott gelehret." Gute Lehrkräfte.

13. Februar 1955. B.D. NR. 6188.

Ich will euch in Meine Schule nehmen, Ich will, daß ihr lernet von Mir, Ich will, daß ihr weise werdet und wieder lehren könnet in Meinem Namen eure Mitmenschen. Und Ich habe gute Lehrer, die euch unterrichten, die in Meinem Willen tätig sind und euch an Kenntnissen zuführen, was ihr benötigt, um also gleichfalls lehren zu können, denn davon hängt es ab, daß das Wissen, das ihr vermitteln sollet euren Mitmenschen, der Wahrheit entspricht. Was ihr nun empfanget von Mir direkt oder auch durch Meine Beauftragten, das muß auch der Wahrheit entsprechen, weil es von der ewigen Wahrheit ausgeht. Und darum könnet ihr, die ihr durch den Geist das Wissen entgegennehmet, auch von der Wahrheit dessen überzeugt sein, auch wenn Ich Selbst euch nicht anspreche, sondern Meine Liebe- und Lichtboten reden lasse zu euch, denn auch diese können nichts anderes als Wahrheit euch geben, weil sie gänzlich von Meinem Liebelicht durchstrahlt sind. Es ist keineswegs ein solches Wort weniger wertvoll, und ihr seid stets von Gott gelehrt, weil Ich wache über Meinen Schülern, daß ihnen kein fremdes oder falsches Lehrgut zugeführt wird. Und so könnet ihr sicher und voller Überzeugung auch alles vor den Mitmenschen vertreten, ihr brauchet euch nicht zu fürchten, irriges Gedankengut zu verbreiten, wenn ihr Mein Wort weiterleitet. Denn sowie ihr euch für die geistige Arbeit zur Verfügung stellet, sowie ihr also tätig seid in der Arbeit für Mich und Mein Reich, werden alle eure Gedanken in rechter Richtung gelenkt, denn ihr befindet euch dann in Meiner Schule, wo alle Meine Lehrkräfte auf euch einwirken können und wahrlich verhindern werden, daß sich andere Kräfte einschalten, die euch irreführen. Wollet nur immer von Mir gelehret sein, dann wird euch nie und nimmer Irrtum unterbreitet werden können. Und diese Gewißheit soll euch auch begleiten bei allen Gesprächen, die ihr führet auf geistigem Gebiet. Denn dann bin Ich Selbst bei euch, und dann könnet ihr nichts anderes als die Wahrheit aussprechen, weil es euer Wille ist, für Mich tätig zu sein, und weil ihr selbst von der Wahrheit schon so durchdrungen seid, daß Irrtum nicht mehr Platz findet in eurem Denken. Euer Wille hat euch in Meine Schule geführt. Und darum sorge Ich nun auch, daß ihr die Ausbildung erfahret, die euch wieder zu Lehrern befähigt den Mitmenschen gegenüber. Denn Mein Wille ist, daß in eure Gedankenwelt Licht getragen werde. Mein Wille ist, daß die Wahrheit hell leuchtet und den Irrtum verdränge. Ich Selbst kann nur durch euch Erdenkinder das Licht erstrahlen lassen, soll dem freien Willen der Menschen nicht Zwang angetan werden. Und wo nun dieser freie Wille Mein Liebe- und Weisheitslicht einstrahlen lässet, dort kann zum Segen der Mitmenschen gewirkt werden, denn dort wirke Ich Selbst durch jene Menschen - und Ich schütze sie vor irrigem Denken um der Wahrheit willen.
Amen. B.D. NR. 6188.

 

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