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Bertha Dudde Botschaften

Autor: Bertha Dudde 1.4.1891 - 18.9.1965
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Buch 46

B.D. NR. 3579 - B.D. NR. 3686
16.10.1945-14.2.1946
3582 3583 3584 3585 3586  3587 3595 3606 3607 3625
3627 3630 3644 3645 3646  3647 3648 3649 3650 3660
3661 3665 3672 3676

 

Buch 46 3582

Fürbitte durch Mitmenschen.

20. Oktober 1945. B.D. NR. 3582.

Wie wenig weise ist es, die direkte Verbindung mit Gott zu umgehen und sich eines Mitmenschen bedienen zu wollen, dessen Gebet ihm nützen soll. Gott achtet nur des Gebetes, das in tiefster Liebe für den Nächsten zu Ihm emporgesandt wird, und die Liebekraft kommt nun dem Bedürftigen zustatten. Jedes andere Gebet aber ist nutzlos. In Seiner erbarmenden Liebe sendet Gott über den Menschen Leid und Not, um ihn zu bewegen, sich Ihm Selbst schrankenlos anzuvertrauen, um ihn zu bewegen, das rechte Verhältnis eines Kindes zum Vater herzustellen, weil dann erst die Kraft der göttlichen Liebe das Herz des Menschen berühren kann und seiner Seele durch diesen Kraftzustrom geholfen wird, sich geistig aufwärtszuentwickeln. Wird diese innige Verbindung außer acht gelassen, dann ist der Kraftzustrom nur gering und auch nur garantiert, wenn die Fürbitte für den Mitmenschen aus liebendem Herzen kommt - ansonsten der Mensch gänzlich ohne Kraft bleibt und seine Seele darben muß. Niemals kann ein Mensch für seinen Mitmenschen die Umgestaltung des Wesens erzielen, sondern dieser muß selbst tätig sein, er muß selbst seinen Willen Gott zuwenden und sich mit Ihm in Verbindung setzen, um Kraft empfangen zu können. Nur ist die liebende Fürbitte insofern nützlich für ihn, daß ihm Kraft zugeführt wird, die seinen geschwächten Willen hebt - daß er also durch die Fürbitte die Kraft empfängt, sich selbst Gott zuzuwenden. Diese Kraftzufuhr ist Auswirkung der Liebe des Mitmenschen; ohne Liebe aber ist jedes Gebet nutzlos, denn nur die tiefe Liebe wird bewirken, daß ein Gebet im Geist und in der Wahrheit zu Gott gesandt wird, und dann auch Erfolg haben. Gott verlangt die Verbindung mit Ihm, die jeder Mensch herstellen kann, wenn er will. Wer sich auf das Gebet eines Mitmenschen verläßt, dessen Wille gilt noch nicht Gott, und so wird auch jenes Gebet wirkungslos bleiben. Der Mensch kann mit einem innigen Stoßseufzer weit mehr erreichen, als ein langes Gebet vermag, das diese Innigkeit missen läßt, wie auch der innige Gedanke an Gott ihm mehr Kraft einträgt als ein Gebet der Fürbitte durch Mitmenschen. Doch Gott bewertet den Liebesgrad dessen, der betet für seinen Mitmenschen, weil immer Liebe kraftspendend ist und also auch eine liebende Fürbitte nicht wirkungslos bleibt. Und darum kommt immer wieder über den einzelnen Menschen großes Leid und bittere Not, weil er Dessen nicht vergessen soll, Der allein ihm helfen kann, weil er das rechte Verhältnis herstellen soll, das allein ihm die Kraftzufuhr von Gott sichert, und weil er selbst tätig werden muß, um Erfolg verzeichnen zu können für seine Seele. Und das sollen die Menschen nicht vergessen, daß niemals der Mitmensch ihnen die Verantwortung abnehmen kann, daß ein jeder sich selbst verantworten muß und darum auch selbst an sich tätig werden muß - und daß sie diese Tätigkeit nur ausführen können mit Hilfe Gottes, Den sie in innigem Gebet anrufen müssen um Kraft und liebevolle Betreuung, auf daß sie ihr Ziel erreichen, auf daß ihre Seelen ausreifen auf Erden. Amen. B.D. NR. 3582.

 

Buch 46 3583

Gott äußert Sich offensichtlich in der Endzeit.

21. Oktober 1945. B.D. NR. 3583.

In der Stille wirket der Geist Gottes, und er gibt sich denen kund, die selbst in die Stille gehen und seiner Stimme lauschen. Doch auch offensichtlich wird er sich äußern, so die Zeit gekommen ist, da Gott Sich offenbaren will, um die Seinen zu stärken in geistiger und irdischer Not. Dann wird Sein Wirken in Erscheinung treten, jedoch wieder nur von den Gläubigen erkannt. Denn die blind sind im Geist, sehen nicht, weil sie nicht sehen wollen. Gott aber verläßt die Seinen nicht, und Er gibt Sich ihnen offensichtlich kund durch Menschenmund, der Sein Wort wiedergibt, der nur Sein Organ ist auf Erden, durch das Er zu den Menschen redet, um sie zu stärken, zu trösten, zu ermahnen und ihnen Worte der Liebe zu vermitteln, an denen sie den himmlischen Vater erkennen. Denn die Zeit wird so voller Aufregungen sein, daß der Mensch schwerlich wird in die Einsamkeit flüchten können und darum das Wirken des Geistes offensichtlich in Erscheinung treten muß. Wer sich zu lösen vermag von der Welt, um in sich die Stimme Gottes zu vernehmen, der wird tief beeindruckt sein, denn ihm offenbart Gott Sich in tiefster Weisheit und Liebe, und Er löset ihm die Zunge, so daß er auch wiederzugeben vermag, was Gott ihm kundgetan hat. Die Gnaden der Endzeit sind unbegrenzt, und Gottes Nähe und Liebe kann jeder erkennen, der Ihm zugewandt ist, der sein Herz öffnet Seiner Stimme und Ihn zu sich sprechen läßt. Denn die Endzeit erfordert viel Beistand und außergewöhnliches Wirken Gottes. Sie erfordert viel Kraft und Gnade, und Gott teilet diese ungemessen aus. Und also zeiget Er Sich ihnen offensichtlich, und es werden besonders gläubige Menschen auch die Gnade haben, Ihn zu schauen, wenn auch nur für kurze Zeit. Doch Er weilet auch sichtbar unter den Menschen auf der Erde, so die Not unerträglich zu werden droht und Sein Erscheinen die Menschen fähig macht, auch größte Drangsal auf sich zu nehmen. Und Er tut dies um der Ungläubigen willen, die an der Kraft des Glaubens die Wahrheit dessen erkennen sollen, was die Gottgetreuen vertreten - daß sie erkennen sollen, daß Gott offensichtlich denen beisteht, die Ihm treu bleiben. Wo Er Selbst in Erscheinung tritt, wird jeglicher Glaubenszweifel, jegliche Glaubensschwäche schwinden, und nichts mehr vermag den Glauben der Seinen zu erschüttern. Gott verbirgt Sich nicht vor denen, die Ihn finden wollen, doch unsichtbar bleibt Er für alle Menschen, die Ihn ablehnen und sich daher auch die außergewöhnlichen Gnaden verscherzen, die Er in reichstem Maß bereit hält für die Seinen. In verschiedentlichster Weise wird Sein Wirken zu erkennen sein, die in Ihm ihren Vater sehen von Ewigkeit. Diese wird Er lenken und führen mit starker Hand und sie unbeschadet an Leib und Seele die Endzeit überstehen lassen, denn wo der Geist Gottes wirkt, hat der Geist des Widerchristen jegliche Macht verloren, und Gott wird Sieger sein über alles Böse und Gericht halten am jüngsten Tage. Das letzte Gericht aber steht nahe bevor. Amen. B.D. NR. 3583.

 

Buch 46 3584

Ohne Gnade kein Wirken in Liebe.

21. Oktober 1945. B.D. NR. 3584.

Das gewissenhafte Befolgen Meines Wortes ist für den Menschen nur dann möglich, wenn er Mich um Meine Gnade angeht, wenn er sich bewußt ist seiner Schwäche und Mich um Kraft bittet. Aus eigener Kraft vermag der Mensch nichts, denn er ist als ein unvollkommenes Wesen seiner Kraft beraubt, d.h., er hat sich selbst kraftlos gemacht durch seinen einstigen Abfall von Mir. Und er kann erst wieder in den Besitz von Kraft gelangen, so er vollkommen geworden ist, also in engstem Verband steht mit Mir. Das Erdenleben ist wohl das Mittel zum Ausreifen, jedoch der Mensch ist noch so lange ohne Kraftzufuhr, wie er sich noch im Unvollkommenheitszustand befindet, und unvollkommen ist er so lange, bis er sich wieder mit Mir verbunden hat durch Liebeswirken und Gebet. Denn die Kraft und Gnade vermittle Ich auch dem Unvollkommenen, sowie es Mich darum angeht. Glaubt jedoch der Mensch, gut leben oder handeln zu können, ohne Mich anzuerkennen und Mich um Beistand zu bitten, wandelt er im Irrtum, denn selbst die scheinbar guten Taten, die er ausführt, wurzeln dann mehr in der Eigenliebe als in der rechten Liebe zum Nächsten, die Ich fordere als Bekenntnis der Liebe zu Mir. Wer liebefähig ist und im Gefühl der Liebe zum Nächsten gute Werke verrichtet, der wird auch nicht Mich im Herzen ablehnen, denn er ist dann schon Meinem Wesen ähnlich geworden, und ihm wird die Weisheit und die Erkenntniskraft innewohnen. Er wird schon einen Grad der Vollkommenheit besitzen, der ihm Meine Kraftzufuhr sichert. Und in Gedanken wird er auch mit Mir verbunden sein, Mich anerkennend als vollkommenstes Wesen und als Schöpfer, Dem er seine Existenz verdankt und Der sein Schicksal lenkt. Denn der liebende Mensch trägt ein Wissen in sich, das ihm Mein Geist vermittelt in Form von Gedanken. Doch der lieblose Mensch, der nur in Eigenliebe verharrt, wird Meine Gebote schwerlich erfüllen, selbst wenn er nach außen den Anschein erwecken will. Ihm mangelt es an Kraft, und was er tut, sind Werke des Eigennutzes, nicht aber Werke der Liebe zum Nächsten.Gnade und Kraft benötigt jeder Mensch, solange er auf Erden weilt und noch nicht zur Liebe sich gewandelt hat. Ohne Hilfe kann er nicht aufwärtssteigen, denn er selbst hat sich den Zustand der Kraft verscherzt als Wesenheit, die sich entfernen zu können glaubte von Mir. Und sie muß nun unweigerlich zu Mir freiwillig zurückkehren, um wieder Kraft empfangen zu können, durch die sie wirken kann in Liebe. Es muß der Mensch im Gebet sich zu Mir wenden und also seinen Willen beugen, sich Mir wieder zu nahen, dann lasse Ich ihm Kraft zugehen, vermittels derer er nun die Werke verrichten kann, daß sie Mein Wohlgefallen erregen - daß er diese Werke in Liebe verrichten kann. Denn die Liebe allein macht sie erst wertvoll und Mir wohlgefällig. Es muß ein jeder Mensch Meine Gnade in Anspruch nehmen, ansonsten er auf der Stufe der Entwicklung stehenbleibt, die er zu Beginn seiner Verkörperung als Mensch betreten hat. Es werden ihm auch die Gnaden dargeboten, doch niemals wird er zur Annahme oder Nützung derer gezwungen. Die größte Gnade aber ist das Gebet - die Möglichkeit, sich mit Mir in Verbindung zu setzen, um das anzufordern, was ihm mangelt. Wer jedoch Mich nicht anerkennt und folglich auch nicht zu Mir betet, Mich bittet um Beistand und Kraft, der verfügt auch nicht über die nötige Kraft zur Aufwärtsentwicklung. Er wird weder liebetätig sein können noch zum rechten Wissen gelangen, und das Ausreifen seiner Seele wird auf Erden nicht möglich sein, denn wo Ich nicht mit Meiner Gnade wirken kann, dort ist Unvollkommenheit, und das Wesen bleibt kraftlos und kann nichts aus eigener Kraft vollbringen. Amen. B.D. NR. 3584.

 

Buch 46 3585

Letzte Willensprobe.

22. Oktober 1945. B.D. NR. 3585.

Endlose Zeiten der Gebundenheit mußte das Wesenhafte durchleben, das sich Gott widersetzte, und nur eine kurze Phase ist ihm zur Probe seines Willens gegeben, doch diese kurze Phase ist bestimmend für seinen weiteren Zustand, für sein Los in der Ewigkeit. Es ist der Gang durch die materielle Welt wohl qualvoll für das Geistige, weil es sich nicht frei nach seinem Willen betätigen kann. Im letzten Stadium dagegen ist sein Wille frei gegeben, und daher erscheint ihm auch das Leben als Mensch nicht mehr unerträglich, ja zumeist fühlt es sich in diesem Stadium so wohl, daß es keine Anstalten trifft, es einzutauschen gegen ein freies Leben als Geist, ledig aller irdischen Materie und somit jeglicher Fessel, die das freie Geistige zuvor gebunden hielt. Und darum wird die letzte Willensprobe oft nicht bestanden, und der endlos lange Gang der Aufwärtsentwicklung zuvor war vergeblich, wenn das Erdenleben noch zur Folge hat, daß das Wesenhafte sich rückentwickelt, daß es zurückfällt in die Hände seines Feindes, der seine Unfreiheit verschuldet hat. Und doch muß dem Geistigen diese letzte Probe auferlegt werden, weil es im völlig freien Willen Gott zustreben soll, wenn es frei werden und seine ursprüngliche Kraft zurückerhalten will. Es ist bei Beginn seiner Verkörperung als Mensch in einem Reifegrad, der seine restlose Freiwerdung gewährleistet, also es kann ein jeder Mensch während des kurzen Erdenlebens sich der Macht des Gegners entwinden. Es sind ihm alle Möglichkeiten dazu geboten, und auch Gottes Unterstützung ist ihm gewiß, so er sie nur verlangt. Doch zur Erprobung seines Willens muß auch dem Gegner die Macht zustehen, ihn seinem Begehren gefügig zu machen, weil sonst von einem Willensentscheid nicht gesprochen werden kann. Und darum ist das Erdenleben reich an Kämpfen und Versuchungen, an Widerständen aller Art, die das Geistige überwinden muß und auch kann mit Gottes Hilfe. Also muß der Mensch die Hilfe Gottes bewußt in Anspruch nehmen, ihm muß das Wissen zugeführt werden um eine Macht, Die alles kann, was Sie will, und alles will, was gut ist, weil Sie in Sich die Liebe ist. Es muß der Mensch glauben an diese Macht und sich mit Ihr in Verbindung setzen und voller Verlangen, dieser Macht anzugehören, Sie um Kraft bitten, das Ziel auf Erden zu erreichen. Dann wird er sich frei machen aus der Gebundenheit, weil die Liebe Gottes alles ergreift, was sich bewußt und im freien Willen Ihr wieder zuwendet, wie es sich einst im freien Willen von Ihr abgewandt hat. Diese letzte Willensprobe muß das Geistige bestehen, und dazu ist ihm das Erdenleben gegeben, auf daß es endgültig frei werde von der Gegenmacht Gottes und wieder seinen Urzustand erreicht - daß es als Lichtwesen innig verbunden ist mit Gott, von Dem es einst ausgegangen ist. Amen. B.D. NR. 3585.

 

Buch 46 3586

Ohne Tätigkeit keine Höherentwicklung.

24. und 25. Oktober 1945. B.D. NR. 3586.

Jeglicher Kreatur weise Ich die Tätigkeit zu, die sie verrichten muß, um frei zu werden von ihrer Außenform. Alle Schöpfungswerke bergen Geistiges, das im gebundenen Willen steht, d.h. nach Meinem Willen, dem Naturgesetz, tätig sein muß, seinem Reifegrad entsprechend. Die Art seiner Tätigkeit bestimmt es gewissermaßen selbst durch Lockerung seines Widerstandes gegen Mich, also es wird das Geistige erst zu einer bestimmten Tätigkeit zugelassen, so es nachläßt in seiner Auflehnung, in seinem Widerstand gegen Mich. Jegliche Tätigkeit aber dienet dem Aufbau und der Erhaltung Meiner Schöpfungen, wird also nur dann zerstörend sich auswirken, wenn die Zerstörung des einen das Werden des anderen Schöpfungswerkes zur Folge hat. Denn alles geht nach Meinem Plan, der Weisheit und Liebe zur Grundlage hat und nur das Erlösen des Unfreien als Ziel. Und so wird in der gesamten Schöpfung eine rege Tätigkeit zu erkennen sein, scheinbar tote und lebende Materie unterordnet sich Meinem Gesetz, es fügt sich in Meinen Willen, wenn auch gezwungen, solange der Reifegrad des Geistigen noch ein niedriger ist. Doch immer befindet es sich auf dem Wege der Aufwärtsentwicklung, denn solange das Geistige unter dem Mußgesetz steht, kann es nur das ausführen, was Mein Wille ist, und Mein Wille ist, daß das Geistige zur Höhe schreitet, daß es den Grad erreicht, in dem Ich es aus dem gebundenen Willen entlassen und ihm den freien Willen geben kann, indem es dann jegliche Tätigkeit ausführen kann - aufbauend und auch zerstörend, Meinem Willen entsprechend oder auch gegen Meinen Willen gerichtet. Dann aber ist es auch verantwortlich für seine Tätigkeit und seinen Willen, während es zuvor jeglicher Verantwortung enthoben war. Die Stadien der Entwicklung im Mußzustand sind endlos lang, gemessen an dem letzten Stadium im freien Willen, doch das letzte Stadium ist von größter Bedeutung, denn es ist bestimmend für die Ewigkeit. Der Abstand von mir durch die einstige Auflehnung des Geistigen war zu groß, als daß das Geistige selbst ihn verringern konnte, weil es durch den Abstand auch kraftlos war. Die Kraftzufuhr aber ist ihm gewährleistet während der endlos langen Zeit im gebundenen Willen. Doch sie muß genützet werden zum Verringern des Abstandes, und also muß das Wesen gezwungen die Tätigkeit ausführen, die es zuvor verweigerte. Es muß dienen - weil es zuvor herrschen wollte. Sein einstmals freier Wille wurde gezwungen zu einer Tätigkeit, die es aus eigenem Antrieb nicht ausführen wollte. Und so konnte es wieder einen Grad erreichen, daß ihm seine Willensfreiheit erneut gegeben werden konnte, in der es sich nun bewähren muß. Dienet es nun freiwillig weiter, so wird es von der Liebe dazu getrieben, und es erlöset sich in kurzer Zeit restlos aus seiner Form, aus einer Fessel, die es unfrei gemacht hat. Weigert es sich, zu dienen in Liebe, suchet es wieder zu herrschen in Lieblosigkeit, so vergrößert es wieder den Abstand von Mir, und es verstärkt die Fessel, es bleibt unfrei und wird wieder jeglicher Kraft beraubt, weil es den Willen und die Kraft nützet in verkehrter Richtung - jede Tätigkeit muß also in dienender Liebe ausgeführt werden, jede Tätigkeit muß ein freiwilliger Liebedienst sein am Nächsten oder an den Schöpfungswerken, dann wirkt sie sich erlösend aus. (25.10.1945) Die Aufgabe, die das Wesen im gebundenen Zustand zu erfüllen hat, wird von Gott bestimmt; die Erdenaufgabe aber ist dem Willen des Menschen selbst überlassen. Er kann sich selbst seine Tätigkeit wählen, und diese wird dem Liebegrad entsprechen, in dem der Mensch steht. Schicksalsmäßig wird er zwar auf einen Platz gestellt, der ihm eine bestimmte Tätigkeit vorschreibt, dennoch ist auch sein Wille dabei ausschlaggebend, denn er kann sie mit Lust und Liebe, aber auch mit Widerwillen ausführen, und entsprechend ist auch seine geistige Entwicklung. Ohne Tätigkeit ist jedoch eine Aufwärtsentwicklung unmöglich. Dann verharrt das Geistige im Menschen noch im Widerstand gegen Gott, es nützet die ihm als Gnadengabe gebotene Lebenskraft nicht und tritt freiwillig in den Zustand der Kraftlosigkeit zurück. Es lässet eine Gabe Gottes unbeachtet und vergrößert so den Abstand von Gott, anstatt ihn zu verringern. Und diese Untätigkeit im freien Willen ist entgegengesetzt der göttlichen Ordnung und wirkt sich überaus folgenschwer für das Wesen aus. Denn da es endlose Zeiten zuvor nach dem Willen Gottes tätig war im Mußzustand und so den Grad der Entwicklung erreicht hat, der zur Verkörperung als Mensch Voraussetzung ist, ist es nun auch voll verantwortlich für die Richtung seines Willens, und ein erneuter Widerstand gegen Gott hat gänzliche Entziehung der Kraft aus Gott zur Folge, die sich nach dem Erdenleben im Jenseits überaus qualvoll auswirkt. Denn im geistigen Reich ist die Kraftlosigkeit für das Wesen ein unerträglicher Zustand, der nun nicht mehr behoben werden kann, solange der Wille des Wesens nicht selbst danach strebt. Und wieder gilt das Gesetz der dienenden Liebe für die Erlösung solcher Seelen. Was das Wesen auf Erden versäumt hat, muß es im Jenseits unter erhöhten Schwierigkeiten nachholen; es ist nun weder im gebundenen Willen noch im freien, kraftvollen Willen, sondern es ist sich selbst überlassen, ob und wie es seinen total geschwächten Willen nützet. Es muß tätig sein, um sich zu erlösen, und ist unfähig zur Tätigkeit, weil ihm dazu die Kraft fehlt, die es auf Erden als Mensch ungenützt ließ. Dieser Zustand ist weit qualvoller als der Zustand des Gebundenseins in der Materie durch endlose Zeiten. Doch auch dann gibt Gottes unendliche Liebe und Barmherzigkeit dem Geistigen noch die Möglichkeit, sich frei zu machen, immer aber ist der Wille entscheidend, der Wille zur Tätigkeit in Liebe. Gezwungen wird das Wesen niemals, doch Gelegenheit ist ihm ständig geboten, und darum gibt es keine ewige Verdammnis, nur oft solche von endlos langer Zeitdauer, bis das Wesen selbst den Willen hat, sich liebend zu betätigen. Dann wird ihm auch wieder Kraft zugeführt, weil es nun seinen Widerstand gegen Gott endgültig aufgegeben hat, sowie es in Liebe tätig sein will. Amen. B.D. NR. 3586.

 

Buch 46 3587

Nicht nur Hörer, sondern Täter des Wortes.

26. und 27. Oktober 1945. B.D. NR. 3587.

Geistig Strebende müssen sich eines Lebenswandels befleißigen, der dem Willen Gottes entspricht, weil dieser allein Erfolg einträgt und dem Menschen geistigen Aufstieg gewährleistet. Wer nur gedanklich das Ziel zu erreichen sucht und nicht seine Gedanken zur Tat werden läßt, der bleibt im Stillstand seiner Entwicklung. Denn erst die Tat beweiset seinen Willen zur Höhe, zu Gott. Und darum kann auch nur der Mensch in der Erkenntnis reifen, der nach dem Willen Gottes lebt - der nicht nur Hörer, sondern auch Täter Seines Wortes ist, das ihm den göttlichen Willen kundgibt. Sein Wissen kann erst dann vermehrt und zum rechten Wissen werden, so er das schon empfangene Wissen verwertet, also das göttliche Wort befolgt und sich liebend am Nächsten betätigt, sei es geistig oder irdisch - wenn er die Not des Nächsten zu lindern versucht, um dem göttlichen Willen zu entsprechen. Er kann zu Gott nur gelangen durch Liebe, die er Gott beweiset durch Liebeswirken am Nächsten. Nur dieser Weg führt ihn zum Ziel. Es muß das Herz ihn antreiben, das auszuführen, was ihm erst verstandesmäßig übermittelt wird durch Darbieten des göttlichen Wortes. Wird der Mensch nicht tätig, dann kann er verstandesmäßig ständig Wissen aufnehmen, es fördert dieses nicht seine geistige Entwicklung, sondern es bleibt totes Geistesgut, weil es nicht entsprechend verwertet wird. Und darum ist das Leben nach dem Willen Gottes erste Bedingung, um geistig zu reifen, denn das Wissen wird dann vermehrt, auch wenn der Mensch nicht verstandesmäßig hineinzudringen sucht. Denn durch das Betätigen in Liebe öffnet sich das Herz des Menschen dem Zustrom der Liebekraft Gottes, und diese fördert sein Wissen - indem seine Gedanken recht gelenkt werden und er also von selbst die Wahrheit in Besitz nimmt, indem sie ihm gegeben wird auch ohne Grübeln und Forschen um Dinge, die außerhalb menschlichen Wissens liegen. Ein vor Gott gerechter und wohlgefälliger Lebenswandel trägt ihm auch die Erkenntniskraft ein, Wahrheit von Irrtum zu unterscheiden, und daher wird niemals ein liebetätiger Mensch im Irrtum wandeln, weil er durch die Liebe mit Gott in Verbindung steht und Gott niemals sein wird, wo Irrtum ist, also Gottes Gegenwart jeglichen Irrtum oder jegliche Unkenntnis ausschließt. Das Empfinden des Menschen wird stets der Wahrheit zugewendet sein, selbst wenn der Verstand nicht außergewöhnlich tätig ist, denn das rechte Wissen ist Folge der Liebe, nicht aber durch menschlichen Verstand zu erzielen. Nützet jedoch ein liebetätiger Mensch auch seinen Verstand, dann kann er überreiche Erfolge zeitigen, indem er eindringt in tiefstes Wissen, in göttliche Weisheit, jedoch dann zum Zwecke des Übermittelns an seine Mitmenschen, denn göttliche Gabe soll verwertet werden. Und wieder wird diese Gabe von den Menschen erkannt und begriffen werden, die in der Liebe leben, also die Gebote Gottes, Seinen den Menschen kundgegebenen Willen, erfüllen, die das Wort Gottes aufnehmen und im Herzen wirken lassen - die nicht nur Hörer, sondern Täter des göttlichen Wortes sind. Amen. B.D. NR. 3587.

 

Buch 46 3595

Zeitraum der Gestaltung der neuen Erde. Paradies.

5. November 1945. B.D. NR. 3595.

Die Gestaltung der neuen Erde wird in einem Zeitraum vor sich gehen, der die Menschen in Erstaunen versetzen würde, so sie Kenntnis davon hätten. Doch der Zeitbegriff ist ihnen genommen während ihres Verweilens außerhalb der Erde in dem Reich, in das die Liebe Gottes die Gottgetreuen führt, um das Vernichtungswerk an der alten Erde zu vollziehen. Sie leben in Seligkeit und Frieden, den Nachstellungen des Feindes von Leib und Seele nicht mehr ausgesetzt, und geben sich völlig dem Walten Gottes hin, weil ihre Liebe und ihr Glaube so tief ist, daß sie mit Gott in inniger Verbindung stehen. Und Gott führt nun Sein Werk aus, eine neue Erde zu gestalten, die den Gott-Getreuen wieder zum Aufenthalt dienen soll. Und Er benötigt dazu nicht die Zeit, die sonst jede irdische Schöpfung erfordert, sondern Er schafft im Augenblick neue Formen, die das noch unreife Geistige bergen zum Zwecke seiner Aufwärtsentwicklung. Und da den Menschen jeder Zeitbegriff verlorengegangen ist während ihrer Entrückung von der alten Erde bis zur Rückversetzung auf die neue Erde, vermögen sie wohl die wunderbaren Schöpfungen zu ermessen, nicht aber das große Wunder ihrer plötzlichen Entstehung. Aus Gottes Liebe und Kraft gehen im Augenblick zahllose Schöpfungen hervor, die das menschliche Auge entzücken und die Liebe und Dankbarkeit gegen Gott ums Vielfache vermehren. Es beginnen die Menschen nun ein neues Leben, völlig abweichend von dem Leben auf der alten Erde, denn tiefster Friede liegt über der Erde, in Harmonie und Liebe begegnen sich die Menschen, ein jeder dienet dem anderen in Liebe, und aller Menschen Blicke und Gedanken sind nach oben gerichtet, denn ihre Herzen sind mit Gott innig verbunden, Gott Selbst ist mitten unter ihnen, sie belehrend und geistige Güter austeilend, und sie preisen und loben Ihn ohne Unterlaß. Und so werden kurze Zeiträume nach menschlichem Ermessen genügen, um eine totale Veränderung hervorzubringen, und Menschen dieser Erde werden Gelegenheit haben, die neuen Schöpfungen zu bestaunen und mit den alten zu vergleichen. Und es werden dies die Menschen sein, die Kenntnis haben von dem Wort Gottes und die darum auch eingeweiht sind in den Plan Gottes zur Erlösung des Geistigen. Sie werden den Tag des Gerichtes, die Entrückung und die Vernichtung der alten Erde bewußt erwarten, doch bange Zeiten der Not zuvor durchmachen und dann als Sieger die neue Erde beleben dürfen, wie es Gott verheißen hat. Und darum soll den Menschen gegenüber Erwähnung getan werden, auf daß ihnen die Möglichkeit geboten wird, den Verlauf des Weltgeschehens auf Erden zu beachten und daran zu erkennen, daß die Zeit des Endes gekommen ist, auf daß sie sich bemühen, zu jenen zu gehören, die nicht untergehen mit der alten Erde, sondern als treue Bekenner Gottes Seine Liebe und Gnade finden und das paradiesische Leben auf der neuen Erde beginnen dürfen - es sollen die Menschen wissen, in welcher Zeit sie stehen. Doch das ihnen vermittelte Wissen verpflichtet nicht zum Glauben. Es steht ihnen frei, sich gedanklich dazu einzustellen, doch es ist eine Gelegenheit mehr, Gott zu finden und sich das Leben der Seele zu sichern. Denn alles wird kommen, wie es Gott verkündet hat lange Zeit zuvor, weil Sein Wort Wahrheit ist und bleiben wird bis in alle Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 3595.

 

Buch 46 3606

Sturmzeit vor dem letzten Gericht. Paradies.

20. November 1945. B.D. NR. 3606.

Nur der Anfang und das Ende der Prophezeiung:

Das letzte Gericht wird allem Greuel ein Ende machen, und Friede wird sein über der Erde auf lange Zeit. Es wird ein Zustand auf Erden sein in göttlicher Ordnung, wo nur die Liebe regieret, wo die Liebe die Menschen untereinander verbindet, wo die Liebe des einzelnen auch das Wirken Gottes durch Seinen Geist garantiert, wo ein jeder Mensch die Stimme Gottes zu hören vermag und überaus glücklich ist, Gott sich so nahe zu wissen - wo Gott auch sichtbar unter den Seinen weilen wird in den Menschen der Jetztzeit noch unvorstellbarer Art. Es werden die Menschen der neuen Erde wieder im Paradiese leben in Harmonie ihrer Seelen, im Sehnen nach Gott und Seiner Liebe und in steter Erfüllung ihres Sehnens. Und alles Böse wird gebannt sein lange Zeit.

Und so ihr euch bewähren wollet in der letzten Zeit vor dem Tage des Gerichtes, so müsset ihr noch emsig tätig sein an euch, ihr müsset mit Gott in immer innigere Berührung treten, ihr müsset euch Kraft holen täglich und stündlich und in ständigem Gebet verharren, auf daß ihr auch ständig Kraft empfanget, sowie ihr euer Herz öffnet und Gottes Gnade und Kraft begehret. Und Er wird bei den Seinen sein und verbleiben bis zum Ende, Er wird bei ihnen weilen im Paradies auf der neuen Erde und unauflöslich mit ihnen verbunden bleiben bis in alle Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 3606.

 

Buch 46 3607

Rechte Unterweisung der Kinder. Wille.

20. November 1945. B.D. NR. 3607.

Es verringert sich der Abstand von Gott, sowie das Wesen freiwillig Ihm entgegenstrebt. Schon der Wille genügt, um Ihm näherzukommen, sowie er ernst ist, denn Gottes Liebe erfasset das Wesenhafte im Zustand des freien Willens, das diesen Willen nützet in der rechten Richtung. Es strömt dem Wesen Kraft zu, und es wird nun auch tätig nach dem Willen Gottes - es wirket in Liebe der Mensch, der Gott zugewandten Willens ist. Nur die Wandlung des Willens fordert Gott, um ihm dann behilflich zu sein bei seinem Aufstieg zur Höhe. Denn nun überschüttet Gott den Menschen mit Seiner Gnade - Er schafft ihm Möglichkeiten zur Reife seiner Seele, Er gibt ihm Kraft zum Wirken in Liebe und steht ihm jederzeit hilfreich zur Seite, immer das geistige Wohl des Menschen bedenkend, auf daß die Seele sich erlöse aus ihrer letzten materiellen Hülle. Und darum muß der Wille des Menschen von Beginn seiner Verkörperung zu Gott hingelenkt werden, auf daß sein Erdenleben voll ausgenützt werde und er reichste geistige Erfolge erzielen kann. Und darum muß dem Menschen das Wissen vermittelt werden um das höchste und vollkommenste Wesen, Dem sich sein Wille zuwenden soll. Er muß unterwiesen werden, auf daß nicht die Zeit verlorengehe, bis der Mensch durch eigenes Nachdenken zum Erkennen der ewigen Gottheit gelangt ist. Das vermittelte Wissen zu durchdenken und zu prüfen ist zwar gleichfalls erforderlich, doch schon in frühester Jugend müssen die Gedanken hingelenkt werden auf geistiges Gebiet, und dies geschieht durch Unterricht über Gott als Schöpfer und Gestalter aller Dinge - über Dessen Willen und das Verhältnis des Menschen zu Gott. Es bleibt dem Menschen dann immer noch die Entscheidung freigestellt. Er kann auch schon als Kind seinem Willen die rechte Richtung geben, er kann zu Gott hinstreben und von Gottes Liebe schon erfaßt werden in frühester Jugend, so daß seine Aufwärtsentwicklung viel leichter vonstatten geht und er im späteren Leben größere Widerstandskraft besitzet, so die Entscheidung gefordert wird und er durch seine Verstandestätigkeit abwägen soll, was Wahrheit und was Irrtum ist. Der Wille, der Gott zustrebt, trägt ihm auch die Kraft ein, sich recht zu entscheiden, er trägt ihm Erkenntniskraft ein, denn die Liebe Gottes lässet ihn nun nimmer aus. Es kann der Mensch zwar auch im späteren Leben erst seinen Willen Gott zulenken, sowie ihm das Wissen als Kind nicht vermittelt worden ist, doch dann ist sein Ringen um die Wahrheit schwerer, und viel Zeit ist ihm verlorengegangen, die er zum Wohl seiner Seele nützen konnte. Und darum ist es von großem Segen, so die Kinder recht unterwiesen werden, denn das Wissen um beide Mächte - um Gott und Seinen Gegner - ist nötig, um sich für eine der beiden Mächte entscheiden zu können. Und darum ist es ein Verbrechen an der Jugend, sie in Unkenntnis dahinwandeln zu lassen oder ihnen schon als Kind den Glauben nehmen zu wollen an Gott, den ewigen Schöpfer und Vater - Gott führet zwar die Menschen, so daß sie auch dann noch zur Kenntnis gelangen, um sich frei entscheiden zu können, doch die Seele muß weit größere Widerstände überwinden, und ihr Aufstieg ist erschwert. Denn der Wille muß unbedingt erst Gott zugewandt sein, ehe dem Menschen die Kraft zuströmen kann, die er benötigt, um sich frei zu machen von dem, aus dessen Willen er hervorgegangen ist und der seinen Gott abgewandten Willen auch in die Wesen gelegt hat, die sein Wille ins Leben rief unter Nützung der Kraft aus Gott. Erst der Gott-zugewandte Wille verringert die Entfernung von Gott und gibt Gewähr für die restlose Überbrückung der Kluft, die das Wesenhafte durch seinen einstigen Abfall von Gott von Ihm trennt. Amen. B.D. NR. 3607.

 

Buch 46 3625

Das Ende bestimmen die Menschen selbst. Tiefstand.

11. und 12. Dezember 1945. B.D. NR. 3625.

In Meinem Ratschluß von Ewigkeit ist das Ende vorgesehen, und also wird es unwiderruflich kommen, so es der geistige Tiefstand der Menschen gebietet. Dem Ende geht also eine Zeit voraus, wo sich die Menschen so weit von Mir entfernen aus freiem Willen, daß Ich nicht mehr mit Meiner Liebekraft auf sie einwirken kann, weil sie selbst dies verhindern. Wo aber Meine Liebekraft aussetzt, d.h. das Geistige nicht mehr berühren kann, dort hört auch das Leben - das Tätigsein - auf. Es sinkt das Geistige in einen Zustand der Erstarrung. Denn dies ist die Folge des Kraftmangels, der es sich selbst verschließt. Der Mensch als solcher besitzt noch die Lebenskraft, doch da er diese in der letzten Zeit nützet in völlig verkehrter Richtung, daß er, anstatt Mir zuzustreben, im freien Willen gänzlich abstrebt von Mir, so muß Ich ihm auch diese Lebenskraft noch nehmen, was also das leibliche Ende unzähliger auf Erden als Mensch verkörperter Geistwesen bedeutet, die nun, beraubt ihrer letzten Entwicklungsform, wieder völlig erstarren, also in Kraftlosigkeit und Finsternis versinken, bis Meine Liebe ihm wieder eine Form gibt, in der sein Entwicklungsgang von neuem beginnen kann. Es kann das Wesenhafte nicht leben, also tätig sein, ohne Kraftzufuhr, doch wider seinen Willen geht ihm diese Kraft nicht zu, solange es sich im Stadium des freien Willens befindet. Zu Beginn seiner Verkörperung als Mensch ist dieser wohl willensschwach, oder sein Wille ist noch unentschieden, und die ihm als Gnadengabe gewährte Lebenskraft kann er nützen nach jeder Richtung. Sowie die Menschen aber auf dem Tiefstand angelangt sind, daß sie diese Lebenskraft nicht nützen, um geistige Kraftzufuhr zu erlangen, wenn sie sich bewußt wehren gegen die Zufuhr der Kraft aus Mir, dann entziehe Ich ihnen auch die Lebenskraft. Sie müssen den Gang der Entwicklung noch einmal zurücklegen, der wieder mit dem völlig kraftlosen Zustand beginnt in der festesten Form, in der harten Materie, deren Überwindung wieder endlos lange Zeit erfordert. Diese lange Gefangenschaft möchte Ich dem Wesenhaften ersparen, und Meine Liebe wendet daher zuvor alle erdenklichen Mittel an, doch die Menschen sind unbelehrbar. Wenn ihnen durch Meine Diener ihre geistige Not erklärt wird, wenn ihnen die schweren Folgen ihres Unglaubens vorgehalten werden, wenn sie aufmerksam gemacht werden auf das Ende, das kurz bevorsteht, verschließen sie ihre Ohren. Sie glauben nicht an Meinen Heilsplan von Ewigkeit, sie glauben nicht an Mich und Meine nie endende Liebe und ziehen so selbst das Ende in kurzer Zeit herbei. Sie verharren nicht nur im geistigen Tiefstand, sondern sinken immer tiefer hinab. Der eigene Wille beschleunigt die Auflösung dessen, was Geistiges in sich birgt, wie auch der eigene Wille den Menschen wieder in das zurückkehren läßt, was seine Seele schon längst überwunden hatte. Nicht Ich, sondern der Wille der Menschen selbst bestimmt das Ende, doch Ich sah diesen Willen von Ewigkeit voraus, und Ich binde ihn also von neuem, weil die Freiheit des Willens mißbraucht wird. Wer Mein Wort hat, der weiß um Meine Liebe, er weiß um Meinen Heilsplan zur Erlösung des Geistigen, und er sieht auch das Ende voraus, denn er erkennt die geistige Not. Doch wer diese Not nicht erkennet, der ist nicht von Meiner Liebe durchdrungen, er steht noch im Geistesdunkel und kann schwerlich aus diesem in das Licht des Tages treten. Denn dazu benötigt er Mein Wort, das Licht, das ihm hell leuchtet und sein Wissen bereichert. Und er wird die irdische Not der Zeit verstehen, die die große geistige Not als Ursache hat. Wer Mein Wort hat, der wird auch tief gläubig das Ende erwarten, denn alles wird kommen, wie Ich es verkündet habe in Wort und Schrift. Darum achtet Meines Wortes, ihr alle, denen es vermittelt wird durch Meine Boten - achtet des Wortes, das von oben zur Erde geleitet wird, das euch vollste Wahrheit verbürgt, das von Mir ausgeht, dem Geber der Wahrheit, und das Ich in aller Liebe euch vermittle, auf daß ihr durch das Wort den Weg zu Mir findet, auf daß ihr nicht verlorengehet für Mein Reich, auf daß ihr nicht den langen Gang der Entwicklung noch einmal zurücklegen müsset, der unsägliche Qualen für eure Seelen bedeutet. Achtet des Wortes, auf daß ihr zu den Meinen gehöret, die am Ende verschont bleiben, um in das Reich des Friedens einzugehen, wie Ich es verheißen habe. Amen. B.D. NR. 3625.

 

Buch 46 3627

Reinigungsprozeß der Seelen im Jenseits.

15. Dezember 1945. B.D. NR. 3627.

Der Reinigungsprozeß einer abgeschiedenen Seele im Jenseits setzt sofort nach dem Ableben des Körpers ein, jedoch dem Willen der Seele entsprechend. Die Seelen, die noch in völligem Geistesdunkel stehen, empfinden die Dunkelheit als große Qual, und diese Qualen sind schon der Beginn des Prozesses, weil sie dazu beitragen sollen, den Willen der Seele zu wandeln, was zwar auch wieder verschieden lange Zeit dauert, jedoch immer als Prinzip des Reinigungsprozesses gilt. Ständig gibt die Liebe Gottes ihr Gelegenheit zur Wandlung des Willens, doch die Mittel dazu sind im Jenseits für die Seele oft nicht als Liebeswirken Gottes erkennbar, und doch können sie zum Ziel führen in kurzer Zeit, so die Seele nicht allzu widersetzlich ist. Sie muß sich völlig entschlacken, ehe sie lichtdurchlässig ist, und daher wird ihr Zustand bis zum Lichtempfang auch ein Zustand der Qual sein, und das Los unreifer Seelen ist daher bedauernswert, so daß ihr von menschlicher Seite nicht genug Hilfe gebracht werden kann durch liebende Fürbitte oder gedankliche Unterweisung und Ermahnung zur Liebetätigkeit. Doch so die Seele nicht gänzlich verstockt ist, wird sie ständig aufwärtsschreiten in ihrer Entwicklung, es wird jede Qual die harte Hülle schmelzen, sie wird der Hilfe zugänglich sein und sich frei zu machen suchen, wenn es auch mitunter sehr langer Zeit bedarf, ehe der Reinigungsprozeß beendet ist und die Seele als Lichtempfänger wirken kann in Liebe. Doch auch schon reifere Seelen müssen sich noch völlig lichtdurchlässig gestalten, denn das Licht kann in verschiedener Stärke eine Seele berühren, je nach ihrem Vollkommenheitszustand, der einen immer höheren Grad erreichen kann. Es kann die Seele schon so weit in der Erkenntnis stehen bei ihrem Eingang in das geistige Reich, daß sie nicht mehr in dunkler Umgebung zu weilen braucht, daß sie alles erkennen und begreifen kann, in schwachem oder in stärkerem Lichtkreis sich befindet und entsprechend auch selbst tätig sein kann. Und doch muß sie sich selbst noch gestalten zu stärkerem Lichtempfang. Auch sie muß sich noch kristallisieren bis zur höchsten Klarheit, und dies wieder durch Wirken in Liebe an den hilfsbedürftigen Seelen, denn die aufopfernde Liebe jenen unglücklichen Seelen gegenüber läutert die Seele und macht sie immer lichtempfänglicher, und im gleichen Maß steigt auch die eigene Beglückung über ihre erlösende Tätigkeit. Sowie eine Seele den Willen hat zur Höhe, ist sie eifrig bestrebt und unausgesetzt tätig, weil sie durch ihren Willen, anderen mitleidenden Seelen zu helfen, auch immer wieder Kraft zugeführt erhält, die sie beglückt und emsig tätig werden läßt. Jedoch immer setzt dies voraus, daß sie sich aus ihrer Willensschwäche erhoben hat, daß die undurchdringliche Dunkelheit um sie gebrochen ist, daß sie den Lichtstrahlen, die ihr die erbarmende Liebe Gottes in die Dunkelheit sendet, zugänglich ist und daß sie ihrem dunklen Zustand entfliehen will. Ihr Ringen zur Höhe, ihre Qualen und die Finsternis ihrer Umgebung werden ihr als Reinigungsfaktoren angerechnet, ihre Hülle löst sich auf, sie wird lichtdurchlässig, und nun ist ihr Aufstieg zur Höhe, zum Licht, garantiert, denn so sich ihr eigener Wille entschieden hat, hilft Gott ihr ständig zur Höhe, bis sie lichtdurchstrahlt wirken kann im geistigen Reich, wie es ihre Bestimmung ist. Amen. B.D. NR. 3627.

 

Buch 46 3630

Kosmos. Veränderungen. Katastrophe.

18. und 19. Dezember 1945. B.D. NR. 3630.

Was sich im Kosmos vollzieht, ist euch unbekannt, und ihr werdet auch niemals die Gesetze der Natur ergründen so tief, daß ihr zu bestimmen vermöget, wann und wie sich Veränderungen vollziehen, die laut ewigem Heilsplan Gottes sich vollziehen müssen, um das Werk der Neugestaltung der Erde vorzubereiten. Und ihr werdet immer überrascht werden von Geschehnissen, die sich in der Natur abspielen, und daher auch nun unerwartet einem gewaltigen Naturereignis gegenüberstehen, das verständlich ist dem mit geistigen Augen Schauenden, der Mehrzahl der Menschen aber unfaßbar bleiben wird, weil sie nicht den Zusammenhang aller Geschehen, auch der kosmischbedingten, mit der geistigen Entwicklung der Menschen und alles Wesenhaften erkennen, weil sie auch nicht wissen um das bevorstehende Ende und die Umgestaltung eines Schöpfungswerkes, das nur der geistigen Entwicklung dienen soll und zur Zeit zwecklos geworden ist durch den Gott-abgewandten Willen der Menschen. Was sich in der Natur vorbereitet, geht unmerklich vor sich, und die Menschen schenken ihm daher wenig Beachtung. Und doch könnten sie viele Abweichungen feststellen, die sie stutzig machen müßten, so sie aufmerkten und die Schöpfung mehr zu sich sprechen lassen würden. Es gehen Veränderungen im Erdinneren vor sich, die zu Eruptionen führen, welche erst teilweise zum Ausbruch kommen, um dann in festgesetzter Zeit zu einer völligen Zerstörung der Erdoberfläche zu führen, auf daß der ewige Heilsplan Gottes den Verlauf nimmt, den Sein Wille bestimmt. Es befreien sich im Erdinneren unzählige geistige Wesenheiten, und Gott gibt Seine Zustimmung, Er läßt sie tätig werden zur bestimmten Zeit, weil ihre Tätigkeit nicht Seinem Gesetz von Ewigkeit zuwidergerichtet ist. Und die Erde wird erbeben, so diese Wesenheiten tätig werden. Stellenweise wird sie sich öffnen und also dem Wesenhaften den Weg frei geben zu anderer Verformung wie bisher. Und große Veränderungen werden sich vollziehen an der Erdoberfläche, wo diese Tätigkeit stattfindet zum Schrecken der Bewohner, die einer furchtbaren Naturkatastrophe ausgesetzt sind.

Diese aber wird nur ein Vorgeschehen sein für die nachfolgende völlige Zerstörung der Erde, ein letzter Mahnruf für alle, die sie überleben werden, und ein Hinweis auf das nahe Ende, dem die Menschen zuvor keinen Glauben schenken. Doch die Sprache Gottes wird verständlich sein jedem, der sie verstehen will. Alles, was sich im Universum abspielt, auch jede kosmische Veränderung, ist bedingt von der Entwicklung des Geistigen, und wenngleich die Menschen es nicht verstehen zufolge ihrer Unkenntnis, müssen sie doch betroffen werden vom Wirken der Wesen, die im Erdinnern noch gebunden sind und die Freiheit anstreben zum Zwecke ihrer Aufwärtsentwicklung. Zahllose Menschenleben werden diesem Ausbruch des Geistigen zum Opfer fallen und mehr oder weniger reif in das geistige Reich eingehen. Doch auch unzählige Wesenheiten werden frei und können in anderer Verformung zur Höhe streben. Und so ist das gewaltige Naturgeschehen gleichzeitig ein Vorgang zur Erlösung aus endlos langer Zeit des Gebundenseins in der festesten Materie und ein Übergang für das darin sich bergende Geistige in weniger qualvolle Verformung, wie es aber auch den Entwicklungsgang des Geistigen auf der Erde beendet, das im letzten Stadium stand und den freien Willen nützen konnte zur Erlösung. Niemand kann diesen kosmischen Vorgang vorausbestimmen, so er nicht im tiefen Glauben vom Geist Gottes darüber unterrichtet ist, denn die göttlichen Naturgesetze sind den Menschen nicht einsichtig, so daß Tag und Stunde stets geheim bleiben wird, bis sich die ersten spürbaren Erscheinungen melden, denen aber vorerst keine Beachtung geschenkt wird. Doch sowie der Tag im Anzuge ist, wird eine große Unruhe alles Lebende befallen, Menschen und Tiere werden es innerlich spüren, und nur die Erweckten werden darüber Aufklärung zu geben imstande sein und doch nicht angehört werden von den weltlich Gesinnten, die eine Zerstörung der Erde nimmermehr gelten lassen wollen und also völlig überrascht werden von dem Ausbruch der Naturelemente. Und Gott kündigt immer wieder dieses Geschehen an, Er läßt die Menschen nicht in Unkenntnis darüber, was sie erwartet in kommender Zeit. Und Er beauftragt immer wieder Seine Boten, des Kommenden Erwähnung zu tun. Denn der Tag wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Und wer achtsam ist, der erkennt auch die Veränderungen, und sein Blick wird geistig gerichtet sein, denn alles, was kommt laut ewigem Heilsplan Gottes, hat die Entwicklung des Geistigen zum Ziel, das in Gefahr ist und dem Gottes Liebe helfen will. Amen. B.D. NR. 3630.

 

Buch 46 3644

Bedeutung des Erlösungswerkes. Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft.

1. Januar 1946. B.D. NR. 3644.

Jesus starb den Tod am Kreuze für die gesamte Menschheit. Dies war ein Akt göttlicher Barmherzigkeit und Liebe, der den Menschen unfaßbar ist, solange sie auf Erden weilen. Es war ein Erlösungswerk, das nicht nur den Menschen der Zeit galt, die mit Ihm auf Erden lebten, sondern an dem das Geistige im gesamten Universum Anteil hatte, denn die Liebe des göttlichen Heilands erstreckte sich auf alles gebundene Geistige, dem Er Erlösung bringen wollte aus seiner Not. Alle Menschen der nachfolgenden Zeit hatten Anteil an Seinem Erlösungswerk, wie aber Jesus Christus auch den Seelen Erlösung brachte, die schon abgeschieden waren vor Seiner Niederkunft. Es war für alle der Weg offen in das Lichtreich, weil die erlösende Liebe sich nun betätigen konnte auf Erden wie im geistigen Reich. Auch das noch unreife Geistige im Jenseits erkannte die Macht der Liebe, auch das unreife Geistige wurde vor die Wahl gestellt, Jesus Christus anzuerkennen oder dem Gegner Gottes erneut zuzustreben, und sein Entscheid war gültig und bahnte ihm den Weg nach oben ins Lichtreich oder nach unten in die Finsternis. Jesus stieg nach Seinem Tod am Kreuze hinab in die Hölle. Er zündete auch dort ein Lichtlein an in Seiner erbarmenden Liebe und stellte es den Seelen frei, sich des Lichtes zu bedienen. Er nahm Sich der Seelen an, die unerlöst von der Erde gegangen waren, die von der Macht des Satans überwältigt waren und allein zu schwach, um Widerstand leisten zu können. In jenen Seelen war die Liebe noch nicht gänzlich erstickt, und also schürte Er das Feuer der Liebe an, indem Er ihnen Seine erbarmende Liebe vorstellte, die allein das Erlösungswerk vollbringen konnte. Er streckte den Gefallenen Seine Hände entgegen, daß sich daran aufrichten konnten, die willens waren, Seine erbarmende Liebe, Sein Gnadengeschenk, anzunehmen. Und Er erlöste sie vom Tode. Und alles Geistige im Universum, alles Geistige, das gebunden ist in irdischen Schöpfungen, wurde von einem ungeheuren Druck erlöst. Denn sein Erdengang konnte einmal beschlossen werden und mit restloser Erlösung enden, so das Geistige es wollte, während es zuvor nicht fähig war, sich selbst zu erlösen aus den Banden des Satans. Es war sich zwar dessen nicht bewußt, solange es noch nicht im Zustand des freien Willens war, doch die gesamte Schöpfung war belastet mit der ungeheuren Sündenschuld des einstigen Abfalles des Geistigen von Gott. Die erbarmende Liebe Jesu milderte diese Last, so daß auch das gebundene Geistige es spürte und dem letzten Erlösungsstadium entgegendrängte. Es trat die Entwicklung des Geistigen zur Höhe in ein vollkommen anderes Stadium ein durch das Erlösungswerk Jesu Christi, es war eine Möglichkeit gegeben, frei zu werden aus jeglicher Form während des kurzen Erdenlebens als Mensch. Der Tod hatte alle Schrecken verloren, denn das ewige Leben löst das Erdenleben ab, so die Gnaden des göttlichen Erlösungswerkes ausgewertet werden - so sich der Mensch selbst erlösen läßt, indem er Jesus Christus anerkennt und Seinem Vorbild entsprechend ein Leben in Liebe führt auf Erden. Und die Liebe des Menschen strömt auch auf das Geistige im gebundenen Zustand über, es spürt ihre Wirkung und ihre Kraft, und sein Widerstand beginnt zu erlahmen, es strebt selbst dem letzten Zustand der Entwicklung auf Erden entgegen, es ist bereit, in Liebe zu dienen, und die letzte Erlösung ist gewährleistet, sowie die Kraft der Liebe das Geistige einmal berührt hat. Das Erlösungswerk Jesu war sonach von unfaßlicher Bedeutung für die ganze Welt, für das geistige Reich sowohl wie auch für das irdische Reich, denn es war von tiefster Liebe getragen, es war ein Akt größter Barmherzigkeit und die Zuwendung von einem unermeßlichen Gnadenschatz. Es war für alle Zeiten vollbracht, für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es war ein Werk barmherziger Liebe an allem Leidenden, Unerlösten, das aber auch unbedingt anerkannt werden muß, soll es nicht ohne Wirkung bleiben - wie Jesus Christus Selbst es verheißen hat mit den Worten: Wer an Mich glaubt, der hat das ewige Leben. Amen. B.D. NR. 3644.

 

Buch 46 3645

Ständiges Sehnen nach Gott. Liebe - Beglückung.

2. Januar 1946. B.D. NR. 3645.

Alle eure Gedanken sollen zu Mir hinfluten, im steten Sehnen nach Meiner Nähe, nach Meiner Liebe und Meiner Gnade. Dann habt ihr das Erdenleben überwunden, wenngleich ihr es noch ausleben müsset, bis eure Stunde gekommen ist. Eure Seele gehöret dann nicht mehr der Welt an, sie ist eins geworden mit dem Geist in euch und dränget nur noch Mir entgegen. Und diesen Zustand bewirket nur die Liebe. Wer unausgesetzt liebetätig ist, der kann nicht mehr anders empfinden, seine Gedanken werden Liebe-verlangend zu Mir gerichtet sein, weil der Geist in ihm die Gedanken lenkt und sie unausgesetzt richtet dem ewigen Reich entgegen. Das Liebeswirken garantiert die innige Verbindung mit Mir, und wer sie einmal eingegangen ist, will sie nicht mehr missen. Sein Sehnen gilt nur noch der ständigen Vereinigung mit Mir. Es gibt kein seligeres Gefühl als das der Liebe, die Liebe ziehet zueinander und verbindet sich, die Liebe gibt stets und ständig, sie sucht zu beglücken und findet dabei ihre Beglückung. Und da Ich Meine Geschöpfe liebe von Anbeginn und nie aufhören werde zu lieben, so suche Ich, auch sie zur höchsten Beglückung zu führen, und teile ihnen ständig aus Kraft und Gnade, um sie dieser Beglückung würdig zu machen. So nun die Seele Mich wiederliebt, will auch sie Mir geben - sich selbst, und darum dränget sie Mir entgegen, und Ich ziehe sie zu Mir, um sie selig zu machen in Meiner Nähe, durch Meine Liebe, durch Licht und Kraft. Was sich Mir von selbst anträgt, ergreife Ich und mache es schon auf Erden fähig, Licht und Kraft zu empfangen, auf daß es wieder austeilen kann zur eigenen Beglückung und zur Erlösung dessen, was den Weg zu Mir noch nicht gefunden hat. Was sich Mir anträgt im freien Willen, geht den Weg des Lichtes, und nimmermehr kann es dunkel werden um jenes. Denn sowie es sich Mir verbindet durch inniges Gedenken, Gebet und Liebeswirken, wird es auch von Meiner Liebe durchflutet, und Meine Liebe ist Licht und Kraft - Wissen und Macht. Es wird die wissende Seele auch fähig sein, Meine Kraft in sich einströmen zu lassen und durch Meine Kraft wirken können, denn sie wirket aus Mir und mit Mir. So Meine Liebe ein Geschöpf ergriffen hat, ist die Kraftlosigkeit von ihm abgefallen, es nähert sich wieder dem Urzustand, der Vollbesitz von Licht und Kraft bedeutet, und es wird dadurch selig, denn es kann sich betätigen in Liebe, wie es sein Verlangen ist. Und so ein Mensch dies schon auf Erden anstrebt, dann tritt die irdische Welt zurück, das Verlangen nach der geistigen Welt überwiegt, weil die Seele empfindet, daß geistige Tätigkeit allein wahre Beglückung ist, daß sie allein nur wertvoll ist und daß sie auch dringend ist, weil die Not des unerlösten Geistigen sie erfordert. Und jeden Menschen, der dies empfindet und sich Mir anträgt zur Hilfeleistung, den erfasset Meine Liebe, sie durchströmet ihn, sie macht ihn fähig zur tauglichen Arbeit für Mein Reich und gibt ihm also auf Erden schon die Beglückung der erlösenden Tätigkeit. Und dies sei euer Streben, die ihr zur Höhe gelangen wollt, daß ihr unausgesetzt eure Gedanken Mir zuzuwenden suchet, daß ihr alles, was ihr beginnet, auch eure irdische Tätigkeit, zuerst Meinem Segen empfehlet, daß ihr immer und überall Mich zu eurem Führer und Ratgeber erwählet, daß ihr nichts beginnet, ohne Meiner vorher gedacht zu haben, und daß ihr also lebet in innigem Verband mit Mir, Mich stets neben euch fühlend, Mich begehrend zu jeder Zeit und Mich durch Liebeswirken immer fester an euch ziehend, bis keine Trennung zwischen euch und Mir mehr besteht, bis ein festes Band geschlungen ist, das unzerreißbar bleibt bis in alle Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 3645.

 

Buch 46 3646

Irdische und geistige Schöpfungen.

3. Januar 1946. B.D. NR. 3646.

Aus Mir ist alles hervorgegangen, was sich euren Blicken darbietet, was ihr sehet und fühlet, und unzählige Schöpfungswerke, die außerhalb eures Blickfeldes liegen, die das ganze Universum erfüllen und in Ewigkeit Zeugnis ablegen von Meiner Liebe, Meiner Kraft und Meinem immerwährenden Gestaltungswillen. Alle Schöpfungen sind Mein Werk, sie tragen Meine Kraft in sich, sie werden ständig erhalten von Meiner Kraft und erfüllen somit ihren Zweck Meinem Willen entsprechend. Sie tragen aber etwas in sich, was noch nicht Meinem Willen entspricht - sie bergen das Geistige, das entgegen Meinem Willen sich gewandelt hat, das den Vollkommenheitszustand verlassen hat im freien Willen und in einen Zustand versunken ist, der mangelhaft ist, also gänzlich Meiner Ordnung von Ewigkeit widerspricht. Und dieses unvollkommene Geistige war Anlaß Meiner Schöpfung - Mein Wille wurde gleicherweise tätig, nur in umgekehrter Richtung - was sich von Mir entfernen wollte, suche Ich zurückzuhalten, Ich suche es auf Umwegen wieder Mir zuzuleiten, achtend des freien Willens, jedoch ihm beistehend, solange es infolge seines Abstrebens von Mir im Zustand völliger Unkenntnis sich befindet. Meine Schöpfung ist sonach nur ein Mittel zum Zweck, und Zweck ist endgültige Wiederkehr dessen, was einst in aller Vollkommenheit von Mir seinen Ausgang nahm und durch eigene Schuld unvollkommen wurde. Solange diese Schöpfung euren Augen ersichtlich ist, ist sie belebt von gänzlich Mir widersetzlichem Geistigen, das in materieller Form gebunden ist. Sowie diese Widersetzlichkeit nachläßt, verändert sich die Form schneller, um zuletzt das Geistige ganz frei zu geben, selbst wenn es seinen Widerstand noch nicht restlos aufgegeben hat. Dann aber sind geistige Schöpfungen sein Aufenthalt, je nach seinem Reifezustand. Und diese geistigen Schöpfungen sind so überaus vielseitig und herrlich anzusehen, sowie das Geistige schon so weit sich Mir genähert hat, daß es mit geistigen Augen schauen kann. Dennoch dienen sie auch dann noch der Höherentwicklung des Geistigen, also Zweck und Ziel kann auch ihnen nicht abgesprochen werden, denn nichts ist ohne Bestimmung, was aus Mir hervorgegangen ist, weil Mein Gestaltungswille mit tiefster Weisheit gepaart ist, weil höchst vollkommene Gedanken Mir entströmen, die Ich zur Form werden lasse durch Meinen Willen. Das geistige Reich ist die eigentliche Welt, die irdische Welt nur ein schwacher Abglanz, eine Schöpfung in minimaler Art, dem Geistigen angepaßt, das als Mensch verkörpert irdische Schöpfungen belebt. Und dennoch entsprechen auch die irdischen Schöpfungen völlig ihrem Zweck, und sie sind das wirksamste Mittel zur Rückgewinnung des Geistigen, wenngleich dieses oft die Mittel außer acht lässet im freien Willen. Niemals ist Mein Werk unvollkommen, nur kann es von dem noch unreifen Geistigen zu wenig ausgenützt werden, und dann verfehlen auch die wirksamsten Mittel ihren Zweck. Hat der Mensch die geistige Reife erlangt, daß er auf Erden schon geistig zu schauen vermag, dann erkennt er auch die große Liebe und Weisheit, die jeglichem Schöpfungswerk zugrunde liegt; er erkennt Mich als Schöpfer alles dessen, was er sieht, und er beugt sich ehrfürchtig vor der Macht, Die ihm das Leben gab und ihn durch die Schöpfung gehen ließ zu seiner Vollendung. Doch der Blick des Menschen muß geistig gerichtet sein, will er Mich erkennen lernen, und die Schöpfung wird zu ihm sprechen in einer Sprache, die ihm zu Herzen geht. Er wird loben und danken und in Ewigkeit preisen Den, Der alles entstehen ließ, er wird Mich erkennen und lieben aus ganzem Herzen, denn er hat Mich gefunden, um Mich nimmermehr zu verlieren. Amen. B.D. NR. 3646.

 

Buch 46 3647

Zwei Welten. Göttliches Gesetz der Liebe.

4. Januar 1946. B.D. NR. 3647.

Das göttliche Gesetz fordert Liebe, folglich ist alles Lieblose ungöttlich, es ist weit entfernt von Gott, es ist Anteil Seines Gegners, der völlig bar jeder Liebe ist und darum auch als Gegenpol Gott gegenübersteht. Es sind zwei Welten, wo Gott und Sein Gegner herrschen, die immer getrennt bleiben werden, solange nicht das Gesetz der Liebe erfüllt wird und beide Welten vereint. Dennoch erstreckt sich die Macht Gottes auch auf die Welt, wo Sein Gesetz nicht beachtet wird, weil auch alles in dieser Welt aus Gott hervorgegangen ist, nur sich aus Seinem Liebebereich entfernt hat. Und Seine Macht kommt insofern zur Geltung, als Er auch im Reich des Lieblosen regieret, d.h. alle Geschehnisse lenket nach Seinem Willen. Denn wenngleich der Gegner Gottes über große Kraft und Macht verfügt, ist diese doch begrenzt und erstreckt sich nicht auf das Wirken göttlicher Schöpferkraft, sie erstreckt sich nicht auf die Schöpfungen, in denen das Lieblose gebunden wurde zum Zwecke seiner Wandlung zur Liebe. In diesem Zustand ist das einst von Gott abgefallene Geistige der Macht Seines Gegners entzogen, und es erfüllt das Gesetz der Liebe notgedrungen, wenn auch sein Wille noch nicht sein Handeln bestimmt. Es kann dann aus der Welt des Ungöttlichen leichter in die Welt Gottes übertreten, sowie es zu dieser Probe auf Erden zugelassen wird. Dann aber setzet die Macht des Gegners von Gott ein und sucht mit List und Gewalt das Geistige seiner Welt zu erhalten. Er sucht es weiter in Lieblosigkeit zu bestärken, er sucht es vom Göttlichen abzubringen, er sucht das göttliche Gesetz der Liebe ihm vorzuenthalten und es voll und ganz seinen Wünschen geneigt zu machen. Gott aber in Seiner barmherzigen Liebe überlässet das Geistige nicht kampflos Seinem Gegner. Er gibt ihm im letzten Stadium als Mensch immer wieder Kenntnis von Seinem Gesetz der Liebe, Er tritt ständig an den Menschen heran, Liebe fordernd und ihm Gelegenheit gebend, das göttliche Gesetz zu erfüllen. Er stellt ihm Seine Welt vor, gedanklich oder durch Mitmenschen, und drängt ihn so zur Entscheidung für eine der beiden Welten, und so er bereit ist, den Anforderungen des göttlichen Gesetzes Folge zu leisten, so er die Liebe übet, erkennt er auch den rechten Weg, der in das Lichtreich führt; er sieht die Dunkelheit des Reiches, das dem Gegner Gottes angehört, er sieht die Folgen der Lieblosigkeit, wie er die Kraft der Liebe erkennt, und ordnet sich freiwillig dem göttlichen Gesetz unter - er gestaltet sich zur Liebe und ist sonach Anwärter des geistigen Reiches, der Welt, die Gott angehört. Er sagt sich vom Gegner Gottes los, um ewiglich Dem anzugehören, Der in Sich die Liebe ist, weil er selbst zur Liebe geworden ist. Amen. B.D. NR. 3647.

 

Buch 46 3648

Sprache der Schöpfung. Wesenheit - Schöpferkraft.

5. Januar 1946. B.D. NR. 3648.

Lernet die Sprache der Schöpfung verstehen. Gott Selbst spricht zu euch durch diese, Er tritt ständig vor euch hin, Sich Selbst offenbarend in jeglichem Werke, das aus Seiner Liebekraft hervorgegangen ist. Und Er hat euch die Fähigkeit gegeben, Seine Werke zu sehen, euren Verstand tätig werden zu lassen - und also ist Er Selbst es, Der euch gedanklich unterweiset, so ihr Seine Belehrungen entgegennehmen wollt, so ihr die Schöpfung um euch betrachtet, über Sinn und Zweck derselben nachdenkt, über ihr Entstehen und über Den, Der sie entstehen ließ. Jeder Gedanke darüber ist eine Frage, die Gott Selbst beantwortet, so ihr sie ernstlich beantwortet haben wollt. Die ewige Schöpferkraft ist nicht abzuleugnen, so ihr über den Ursprung der Schöpfungswerke nachdenkt . Die Schöpferkraft muß von jedem Menschen anerkannt werden, doch über deren Ursprung, über ihren Quell können sich oft die Menschen nicht einig werden. Nicht immer wollen sie ein vollkommenes Wesen anerkennen, von Dem die Schöpferkraft ihren Ausgang nimmt. Zu ihnen hat die Schöpfung noch nicht deutlich genug gesprochen, sie haben ihre Sprache noch nicht verstanden, und ihre Gedanken müssen erst die rechte Richtung einschlagen, um zu dem rechten Ergebnis zu kommen. Was in der Schöpfung sich kundgibt, was überaus deutlich erkennbar ist, ist eine Gesetzmäßigkeit, eine Ordnung, die nicht übertroffen werden kann. Etwas Geordnetes hat immer seinen Ausgang bei einem starken Willen, bei einer Wesenheit, Die diesen starken Willen Ihr eigen nennt. Ordnung bezeugt ferner auch Weisheit Dessen, Der sie herstellte - wohl überdachte Gesetze, die jegliche Unüberlegtheit ausschalten, eine Weisheit, Die nichts ohne Sinn und Zweck erstehen ließ und Sinn und Zweck auch erkennen läßt. Es muß das Wesen, Das als Urheber der Schöpferkraft in Frage kommt, also denkfähig sein und Seine Gedanken kraft Seines Willens und Seiner Macht zur Form werden lassen können. Es muß also etwas höchst Vollkommenes sein, Das Sich Selbst in jedem Schöpfungswerk offenbart, Das in Seiner Vollkommenheit erkannt werden will. Das Sich Seiner Kraft entäußert, um wieder denkfähigen Wesen einen Beweis Seiner Existenz zu geben, weil Es mit diesen denkfähigen Wesen insofern in engster Verbindung steht, als daß auch sie von Ihm ausgegangen sind, daß auch sie Produkte Seines Schöpferwillens und Seiner Schöpferkraft sind, die Er in den Zustand der Vollkommenheit versetzen will, um auch sie zu Trägern von Kraft in aller Fülle zu machen, daß auch sie schaffend und gestaltend tätig sein können zur eigenen Beglückung. Die enge Verbindung vom Schöpfer mit Seinen Geschöpfen muß erkannt werden, es muß der Mensch den Zusammenhang von sich selbst mit der ewigen Schöpferkraft erkennen, er muß, als selbst Wesen, die Kraft, Die unendlich stärker ist als er selbst, als Wesen anerkennen, ansonsten er verloren in der Schöpfung dasteht, als Einzelwesen, das allein denkfähig wäre und im Besitz (des) (freien) eines Willens und das dennoch unfähig ist zu Taten, wozu ihm die Kraft fehlt. Ferner ist es absurd, anzunehmen, daß eine Kraft, Die alles erstehen ließ, denkfähigen Wesen das Leben gibt, während die Kraft Selbst nicht denkfähig ist. Das gleiche gilt vom Willen, der dem Menschen innewohnt, dem Quell der Naturkraft aber abgesprochen wird. Was wäre die Schöpfung ohne wesenhafte Bewohner - welchen Zweck hätte die unübertroffene Ordnung, so sie nicht von Wesenheiten erkannt werden könnte, so sie nicht von einer höchsten Wesenheit Zeugnis ablegte, Die erkannt werden will. Was wäre der Mensch, so ihm die Denkfähigkeit und der Wille mangelte - ein unvollkommenes Geschöpf, das auch keine geordneten Schöpfungen benötigte, um zu leben. Daß der Mensch denken und wollen kann, beweiset einen Schöpfer, Der in höchster Vollkommenheit denkfähig ist und Seine Fähigkeit nützet nach Seinem Willen in aller Weisheit und im Vollbesitz von Kraft. Es beweiset ferner, daß der Mensch nicht sinn- und zwecklos erschaffen ist und daß sein Denken und Wollen ihm gegeben wurde, um Sinn und Zweck zu erkennen und anzustreben. Er muß erkennen, daß er das Erdenleben nicht meistert trotz Denken und Wollen, er muß eine stärkere Wesenheit über sich anerkennen, Deren Wille ausschlaggebend ist, und er muß Deren Weisheit und Liebe anerkennen und sich unter Ihr beugen. Und Gott spricht zu den Menschen durch die Schöpfung, Er regt sie an zum Nachdenken darüber und gibt ihnen willig Aufklärung, so sie diese ernstlich begehren, so sie sich selbst als völlig unwissend der ewigen Schöpferkraft überlassen, Die ihnen die Denkfähigkeit gegeben hat, daß nun auch die Gedanken recht geleitet werden, daß auch sie sich in der Ordnung bewegen, die jeglichem Schöpfungswerk zugrunde liegt, die der Mensch selbst aber umstoßen kann, weil er im Besitz des freien Willens ist. Er soll aber wollen, in der Gott-gewollten Ordnung zu leben, dann wird sein Wille geachtet werden - und ihm wird Aufschluß werden über alles, was ihn bewegt. Amen. B.D. NR. 3648.

 

Buch 46 3649

Liebe - Weisheit. Eigenliebe - Irrtum - Dunkelheit.

6. Januar 1946. B.D. NR. 3649.

Jegliche Dunkelheit wird von euch weichen, jeder Schleier wird vor euren Augen fallen, hell und klar wird sich euch die Liebe Gottes enthüllen, so ihr selbst euch bemühet, in der Liebe zu leben, denn aus der Liebe geht die Weisheit hervor, das Erkennen der reinen Wahrheit, und ihr werdet wissend werden, je nach dem Grade der Liebe, den ihr erreichet. Doch ohne Liebe bleibt ihr in Dunkelheit des Geistes, ohne Liebe werdet ihr niemals zum Erkennen kommen, ihr werdet niemals die Wahrheit von der Lüge und dem Irrtum zu unterscheiden vermögen, ihr werdet niemals die Tiefen der Gottheit ergründen können, und Sein Walten und Wirken wird euch verborgen bleiben. Und darum lehrte Jesus auf Erden die Liebe. Darum konnte Er nur die Menschen in die Wahrheit einführen, die Seine Liebelehre befolgten, darum konnte Er Seine Jünger unterweisen und ihnen tiefstes Wissen vermitteln, weil sie die Liebe in sich trugen, die Er erkannte und sie darum als Seine Jünger erwählte. Und es muß den Menschen als erstes immer wieder die Liebe gepredigt werden, weil anders sie nicht zum Erkennen der Wahrheit kommen können. Die Liebe ist Gott, die Wahrheit ist Gott und wer darum ohne Liebe ist, der ist ohne Gott, und wandelt im Irrtum. In der Liebe leben aber heißt, aus innerstem Herzenstrieb gut zu sein zu seinen Mitmenschen, ihnen jederzeit Hilfe angedeihen zu lassen, so sie diese benötigen, zu geben, so der Nächste Not leidet, doch immer ohne Eigennutz, immer muß ihn das Herz dazu treiben, dann ist die Liebe göttlich, dann ist es keine Eigenliebe, die der Mensch bekämpfen muß als nicht Gott wohlgefällig. Die Eigenliebe hindert den Menschen am Liebeswirken am Nächsten, die Eigenliebe ist darum die größte Gefahr für den Menschen, leitet sie ihn doch in falsches Denken, in Irrtum und Verdunkelung des Geistes. Denn die Eigenliebe brachte das Wesenhafte einstmals zu Fall. Das in vollster Erkenntnis stehende Wesen geriet durch die falsche Liebe in Verdunkelung des Geistes, es erkannte nicht mehr die Wahrheit und wurde so zum Spielball dessen, der wider die Wahrheit, wider Gott, ankämpfte. Und darum wird jeder Mensch, der ohne göttliche Liebe dahinlebt, ein Knecht dessen sein, der bar ist jeder Liebe, und er wird weit von der Wahrheit entfernt sein, wie er durch die Lieblosigkeit weit entfernt ist von Gott, denn Gott, die Liebe und die Wahrheit sind eins. Und darum kann auf der Erde nur der Mensch in der Wahrheit stehen und Gott erkennen, der selbst liebetätig ist und der aus seiner Liebe heraus zur Weisheit geführt wird. Vor ihm werden alle Schleier fallen, er wird licht und klar das Ziel erkennen, denn Gott offenbaret Sich Selbst ihm, Er führt ihn ein in die Wahrheit und macht ihn zum Licht und Kraftempfänger schon auf Erden, auf daß er wirken kann in Liebe für die Seelen der Mitmenschen, auf daß er ihnen den Weg zeigen kann, der zur Wahrheit, zum Licht führt, auf daß er ihnen die Liebelehre Jesu vermitteln kann, deren Befolgen allein rechtes Denken, Erleuchtung des Geistes, einträgt, auf daß auch der Mitmensch die Wahrheit erkenne und somit Gott als die ewige Wahrheit Selbst. Amen. B.D. NR. 3649.

 

Buch 46 3650

Austeilen geistiger Güter.

7. Januar 1946. B.D. NR. 3650.

Geistige Reichtümer teile Ich Selbst aus, einem jeden, der sie begehret. Keine Bitte darum wird ungehört verhallen, keine Bitte wird unerfüllt bleiben, die dem Wohl der Seele gilt, die geistige Güter betrifft, die Ich überaus gern Meinen Kindern auf Erden vermittle. Doch auch Ich fordere eine Gegenleistung, Ich teile das Wissen, das der Wahrheit entspricht, unter Bedingungen aus, die vorerst erfüllt werden müssen, auf daß der Empfangende sich würdig erweise Meines Gnadengeschenkes. Ich verlange liebe-tätige Herzen, die Meine Gabe entgegennehmen. Und so der Mensch ernstlich trachtet danach, für seine Seele Vorteile zu erringen, so ihm das Wohl seiner Seele als erstes angelegen ist, wird er auch diese Meine Bedingung erfüllen, er wird aus innerstem Antrieb liebetätig sein, denn das Verlangen nach geistigem Gut tritt erst dann ein, wenn der Mensch irdische Güter geringachtet, wenn er die Eigenliebe überwunden hat und an deren Stelle die uneigennützige Nächstenliebe getreten ist. Darum wird jeder ernstlich geistige Güter anstrebende Mensch auch in der Liebe zu leben sich bemühen, und darum wird auch keine Bitte unerfüllt bleiben, denn Ich Selbst helfe dem Bittenden, daß der Liebesfunke in ihm zur Flamme wird, Ich Selbst treibe ihn an zum Liebeswirken, ohne jedoch seinen Willen zu zwingen. Ich lege ihm die Gedanken ins Herz, die er aufnehmen, aber auch ablehnen kann, und sporne ihn so an zu reger Betätigung in Liebe. Denn will der Mensch sich gestalten nach Meinem Wohlgefallen, will er für sich geistige Vorteile gewinnen, so wird ihm auch stets die Kraft zur Ausführung seines Willens gegeben von Mir, und Meine Kraftzufuhr bedeutet auch erhöhtes Liebeswirken, weil es die Liebeausstrahlung Meiner Selbst ist. Darum wird kein Mensch auf niedriger Geistesstufe bleiben, der zur Höhe verlangt. Denn er kommt Meinem Willen nach, er erfüllt seinen Erdenlebenszweck, er nützet seinen Willen in rechter Richtung, und sein Denken wird von Stund an von Mir gelenkt, sowie er die geistige Höhe zu erklimmen sucht. Immer aber setzt dies die Verbindung mit Mir voraus, das Gebet, das vollgläubig zu Dem emporgesandt wird, Der geistige Güter austeilet. Also immer muß Ich anerkannt werden als Spender des Lichtes, als Geber der Wahrheit, als Quell der Kraft und als Inbegriff der Liebe. Wer also gläubig ist, der schreitet unweigerlich zur Höhe, und wer schwachgläubig ist und die Bitte um die Wahrheit in die Unendlichkeit sendet, auch der wird Gnade finden, indem sein schwacher Glaube eine Stärkung erfährt, indem sein Gebet stets persönlicher wird, indem er zuletzt mit einem Wesen Zwiesprache hält, Das ihm Sich stets mehr und mehr offenbart und ihm nicht die geistigen Güter verwehret. Das auch ihn in die Wahrheit einführt, weil es sein Wille ist, zur Wahrheit zu gelangen - weil er unbewußt danach strebt, vollkommen zu werden, weil er seinen mangelhaften Zustand der Unwissenheit beheben will und jedes Verlangen nach geistiger Reife Mein Wohlgefallen findet. Denn dies ist Ziel und Zweck des Erdenlebens, daß ihr geistig reifet, und darum wird keine Bitte vergeblich sein, die ihr um eurer Seele willen zur Höhe sendet. Amen. B.D. NR. 3650.

 

Buch 46 3660

Kraft des Glaubens. Hilfe in jeder Not.

18. Januar 1946. B.D. NR. 3660.

Nur ein Auszug:

Doch Ich sende nun eurer Mitmenschen willen und auch euch selbst zur Glaubensprobe immer wieder irdische Nöte über euch, auf daß ihr euch bewähren sollet, auf daß die Mitmenschen zu Mir finden und durch euch den Beweis der Kraft des Glaubens finden sollen, auf daß auch sie glauben lernen und ihre geistige Not dadurch verringert wird. Und wenngleich sich alles abwickelt Meinem Plan von Ewigkeit entsprechend, braucht doch der gläubige Mensch nichts zu fürchten, denn Meine Führung ist wunderbar, Meine Macht ist übergroß, und Meine Liebe findet stets einen Ausweg aus jeglicher Not für die Meinen. Was also unumgänglich notwendig ist für die gesamte Menschheit, was von ihr als Not und Elend angesehen wird, kann völlig eindruckslos an dem vorübergehen, der Mir voll vertraut; er braucht nicht davon berührt zu werden, wenngleich er mitten in einem Geschehen steht, das als unheilvoll von der gesamten Menschheit erkannt wird, denn er geht an Meiner Hand, und diese führet ihn sicher und unbeschadet hindurch. Mit einem festen Glauben vermöget ihr, alles zu bannen, und weder Menschen noch geistige Kräfte können euch schaden, so ihr im festen Glauben zu Mir flüchtet, euch Mir anvertraut und euch Mir und Meiner Gnade bedingungslos überlasset.
3660

 

Buch 46 3661

Seelenarbeit.

19. Januar 1946. B.D. NR. 3661.

Gehet in euch und erkennet eure Schwächen. Und dann trachtet danach, sie zu beheben. Dies ist Arbeit an eurer Seele, daß ihr euch zu gestalten sucht zu Menschen, die in Meiner Ordnung verbleiben, die so leben, wie es Mein Wille ist - die also zur Liebe sich formen. Denn jede Schwäche, jeder Fehler, jede Untugend, hat in der Lieblosigkeit, in der Eigenliebe, seine Ursache. Sanftmut, Friedfertigkeit, Demut, Geduld, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit sind Zeichen der Liebe zum Nächsten, und so euch diese Zeichen mangeln, seid ihr nicht von Liebe erfüllt und müsset also emsig arbeiten an euch. Dazu müsset ihr aber selbst eure Schwächen und Fehler erkennen als solche, und dies erfordert ernste Kritik, ernstes Besinnen und Richtigstellung des Verhältnisses zu Mir und zu den Mitmenschen. Mich müsset ihr als Vater anerkennen, jeden Menschen aber als Bruder, weil ihr alle Kinder eines Vaters seid. Und ihr Kinder sollet einander lieben, dann werdet ihr Mein Wohlgefallen erringen, denn dann kann Ich Selbst bei euch, Meinen Kindern, weilen. Jede Untugend aber verwehret Mir dies, und nur zu eurem Nachteil, denn ohne Mich und Meine Gegenwart bleibet ihr schwach und unvollkommen und könnet euer Ziel auf Erden nicht erreichen. Euer Ziel ist Vollkommenheit, Wandel zur Liebe, Wandel eures Wesens zum Urzustand, den ihr freiwillig verlassen habt. Denn nur der Urzustand ist beglückend, und solange ihr von diesem entfernt seid, ist Unzulänglichkeit, Unkenntnis und Kraftlosigkeit euer Los auf Erden sowohl als auch im geistigen Reich. Ich aber will euch wieder zur Glückseligkeit führen und ermahne euch daher ständig, daß ihr dies anstrebet, daß ihr die Arbeit an der Umgestaltung eures Wesens in Angriff nehmet, daß ihr erkennen lernet durch innere Betrachtung, wie wenig euer Denken und Handeln Meinem Willen entspricht, weil ihr noch in der Eigenliebe verharret, und daß ihr euch befleißigt, diesen mangelhaften Zustand zu ändern - daß ihr die Liebe übet, wie und wo immer euch Gelegenheit dazu geboten wird. Denn nur durch die Liebe könnet ihr selig werden, nur durch die Liebe könnet ihr eurer Fehler und Untugenden Herr werden. Und so ihr die Liebe noch nicht in euch fühlet, so bildet euch verstandesmäßig zu rechtlich denkenden Menschen - seid sanftmütig und friedfertig, demütig und geduldig, und suchet dem Mitmenschen Hilfe zu bringen - und das Gefühl der Liebe wird in euch erwachen, es wird euch beglücken und euch anspornen zur Liebetätigkeit. Und dann ist es nicht mehr der Verstand, sondern das Herz, das euch dazu treibt, und dann schreitet ihr zur Höhe. Und darum beobachtet euch selbst, gehet in euch und fraget euch ernstlich, ob ihr gerecht denkt und handelt, und euer Herz wird euch Antwort geben. Und Ich Selbst werde euch zu Hilfe kommen, so ihr diese Frage ernstlich an euch stellt, Ich werde euch Kraft geben, auszuführen, was ihr ernstlich wollet, und die Arbeit an eurer Seele wird einen günstigen Fortgang nehmen, ihr werdet selbst Befriedigung darin finden, euch Meinem Willen unterordnen und ständig zur Höhe schreiten, sowie es euer Wille ist, vollkommen zu werden. Amen. B.D. NR. 3661.

 

Buch 46 3665

König aller Könige.

23. Januar 1946. B.D. NR. 3665.

Der König aller Könige regieret Sein Reich in Weisheit und Liebe, und Seine Macht müssen alle Herrscher der Welt fürchten, so sie nicht Seinen Willen respektieren, so sie nicht Ihm untertan sind in Demut und Ihn als ihren Herrn anerkennen. Denn Seine Macht lenket alle Geschicke nach Seinem Ermessen, so auch die Geschicke eines jeden Volkes und seiner Machthaber. Denn Er regieret mit Weisheit, und tiefste Liebe bestimmet Sein Wirken. Und so Er auch den Menschen freien Willen läßt und jene Machthaber also handeln und bestimmen können nach ihrem Willen, wird Er doch als König aller Könige auftreten, so es an der Zeit ist, so die geistige und irdische Not auf Erden es gebietet, die Er beheben will durch Seine Macht. Weltlich erscheint die Zeit noch nicht gekommen, denn der Erde Fürsten und Könige suchen eine friedliche Lösung, die ihnen jedoch nicht gelingen wird, weil sie am Widerstand dessen scheitert, der ein Knecht des Satans ist auf Erden. Geistig aber ist die Zeit herangekommen, die eine Umwälzung bedingt, denn die Menschen erkennen den größten Machthaber nicht mehr an, und so sollen sie Ihn spüren. Und so der Satan also wirket, daß er Unfrieden stiftet, anstatt den Frieden zu begünstigen, ist auch irdisch die Zeit gekommen, wo der König aller Könige auftritt und Seinen Willen dem Willen der irdischen Machthaber entgegensetzet. Dann wird wohl ein Friede sein unter den Menschen, jedoch kein Glück und kein Wohlstand. Dann wird eine Not anheben in anderer Form, und auch diese müssen die Menschen ertragen, um sich vorzubereiten auf das nahe Ende. Die irdische Macht ist gebrochen auf kurze Zeit, doch schlimmer denn je erhebt sie sich wieder und leitet nun das letzte Zerstörungswerk ein - sie sagt allem den Kampf an, was sich für den König aller Könige entscheidet - sie will Diesen nicht gelten lassen, sie will Ihm alle Menschen abwendig machen, die sich zu ihr bekennen sollen, zu der Macht, die vom Satan regieret wird und also offen gegen Gott ankämpfet. Und dann kommt das Ende. Kurze Zeit nur wird er herrschen, um dann seine Herrschaft abzutreten auf endlos lange Zeit, denn er wird gefangengenommen und jeglicher Möglichkeit zu herrschen beraubt. Und nur Einer wird regieren, und dieser Eine regieret in Liebe und Weisheit zum Segen aller, die auf Erden weilen. Der König aller Könige wird anerkannt von diesen, denn sie sind Seine Untertanen geworden aus freiem Willen, sie haben dies bewiesen, indem sie mutig Ihn und Seinen Namen bekannten vor der Welt, vor Seinem Gegner, und darum gelohnet werden auf der neuen Erde mit einem seligen Leben im Paradies. Amen. B.D. NR. 3665.

 

Buch 46 3672

Antichrist. Ende.

30. und 31. Januar 1946. B.D. NR. 3672.

Der Geist des Antichristen ist in der Welt, seit Jesus Christus Sein Erlösungswerk vollbracht hat. Stets und ständig hat er Dessen Werk zu entkräftigen versucht, stets und ständig hat er angekämpft gegen die Anhänger Jesu, stets und ständig hat er die Menschen zur Lieblosigkeit getrieben, also entgegen dem Willen und der Lehre Christi sich betätigt auf Erden, teils durch geistiges Wirken die Gedanken der Menschen verwirrend, teils in menschlicher Außenform im Gewande des Wissens und der Klugheit. Immer stand der Lehre Christi eine menschliche Lehre gegenüber, die zu entkräften suchte, also antichristlich gehalten war, und immer war dies Wirken des Satans, Wirken der Kräfte von unten, um den Zweck zu erreichen, die Menschen abtrünnig zu machen von Gott oder ihnen den Weg zu Ihm zu versperren. Und dieses antichristliche Treiben nimmt ständig zu und wird ganz offensichtlich in Erscheinung treten vor dem Ende. Es wird der Satan selbst auf der Erde wirken in menschlicher Außenform, der Antichrist in Person, dessen Wirken überaus unheilvoll sein wird für die gesamte Menschheit. Denn von ihm werden ausgehen die Gesetze, die Ausrottung des geistig gesinnten Denkens bezwecken, die alles geistige Streben unterbinden und die Menschen völlig verweltlichen sollen. Und dies ist das letzte Werk dessen, der Gott bekämpft, denn es ist eine Grenzüberschreitung seiner Machtbefugnis, die Gott unerbittlich strafet. Es wird ein schneller Wandel sein in weltlichen Geschehnissen, kurz aufeinanderfolgend werden sich große weltliche Veränderungen vollziehen und es wird eine herrschende Gewalt sich hervortun, indem sie die Geschicke aller Völker lenken will und statt Ordnung eine völlige Unordnung herstellt. Denn ihre Bestimmungen gelten in erster Linie dem Unterdrücken jeglichen Glaubens. Und er wird auf der Erde viele Anhänger finden, und das ist das Zeichen des Endes. Denn die Menschen wehren sich nicht dagegen, sondern bekennen sich fast einmütig zu ihm, den sie als Held und Sieger feiern und dessen Ziel sie anerkennen und also unterstützen. Und nun beginnt für die Gläubigen die schwerste Zeit. Ihnen erscheint das Treiben der Welt unfaßbar, ihnen erscheint die Geduld und Liebe Gottes unfaßbar, die solches zuläßt, daß Sein heiligster Name verlästert und verspottet wird und daß die Anhänger Jesu Christi geächtet und verfolgt werden in brutalster Weise. Doch immer tiefer dringen sie in Wahrheit des göttlichen Wortes ein, das alles dies ihnen vorausgesagt hat, und also geben sie sich auch vertrauensvoll der Führung Gottes hin. Der Antichrist wütet in erschreckendster Weise, und er blendet die Menschen durch seine Taten, die er mit Unterstützung der Kraft von unten ausführt. Der Satan selbst wirket durch ihn als Gegengeist Dessen, Der in den Geschöpfen der Liebe und des Glaubens wirkt, in den Menschen, die Gott über alles lieben und fest an Ihn glauben und darum große Nöte auszustehen haben durch den Gegner Gottes. Man wird ihm huldigen, man wird ihm Altäre errichten, man wird ihn als den Messias ausrufen, von dem das Heil kommen soll; denn er wird Taten vollbringen, daß die Menschen unter deren Eindruck stehen, doch es ist kein Wirken in Liebe, sondern nur ein Wirken in Überheblichkeit und Herrschsucht. Er wird als Mensch wirken, menschlich seine Kraft zu erklären suchen und alles bekämpfen und verleugnen, was göttlich ist, was zu Gott hinweiset und Gott bezeuget. Und sein Wille ist überstark. Er gebietet, und wer seinem Gebot Widerstand leistet, den vernichtet er. Er sucht jegliche Lehre Christi, jegliches Wissen um Ihn und Sein Erlösungswerk zu unterbinden, er sucht alles in den Schmutz zu ziehen, und er lohnet königlich, die ihm helfen in seinem Wirken gegen Christus, wie er aber auch haßerfüllt gegen Dessen Anhänger vorgeht. Die Gestalt des Antichristen wird erkennbar sein an seiner äußeren Schönheit, an seiner körperlichen Kraft - denn der Satan umkleidet sich, um nicht erkannt zu werden als der, der er ist. Und außergewöhnliche Fähigkeiten lenken die Aufmerksamkeit der Menschheit auf ihn, und des Bewunderns wird kein Ende sein. In äußerer Pracht und Herrlichkeit weilet er auf Erden, im Gegensatz zu Jesus Christus, Der unscheinbar inmitten Seiner Brüder wandelte, bar aller irdischen Güter mit einem Herzen voller Liebe zu den Mitmenschen. Das Herz des Antichristen aber wird roh und gefühllos sein jeder irdischen Not gegenüber, und dennoch jubelt die Menschheit ihm zu, geblendet von seinem äußeren Glanz und seiner Kraft. Und er wird auftreten plötzlich und unerwartet, er wird in Erscheinung treten in größter irdischer Not und mit starken Händen die Macht und Gewalt an sich reißen, Rettung zu bringen, verheißen, und er wird keinen Widerstand finden, weil die Menschen nur die irdische Not beachten, nicht aber des Geistes jenes Helden achten, der sich hervortun will und sich zum Herrscher aufschwingt mit Unterstützung der Menschen, die gleichen Geistes sind. Und dann ist das Ende nahe. Denn der nun einsetzende Glaubenskampf ist der Auftakt zum gänzlichen Vernichtungswerk an dieser Erde. Er währet nur kurze Zeit, aber mit solcher Heftigkeit, daß überaus starker Glaube vonnöten ist, um nicht zu unterliegen. Doch wieder stellt Sich Gott Selbst Seinem Gegner. Denn Er ist im Geist mitten unter jenen, die für Ihn streiten, und der Antichrist rennet vergeblich an gegen das Bollwerk des Glaubens. Und von seinem Thron wird er herabstürzen in den Pfuhl der Verdammnis. Nicht lange wird seine Herrschaft dauern, doch unsägliches Elend anrichten unter der gesamten Menschheit, die sich zum größten Teil bekennet zu ihm, die jeglichen Glauben an Gott hingibt, die seinen irdischen Ausführungen Glauben schenkt und zuletzt auch teilhaben wird an der Verdammnis, denn sie ist dem Gegner Gottes hörig und teilet daher auch sein Los. Und dies ist das Ende. Jesus Christus bleibt Sieger, und Seine Kirche bleibt bestehen bis in alle Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 3672.

 

Buch 46 3676

Wohnung bereiten im Herzen. Abendmahl. Siehe, Ich stehe vor der Tür.

4. Februar 1946. B.D. NR. 3676.

O gehet doch in euch und lasset Mich nicht vergeblich pochen an eure Herzenstüren, öffnet sie und lasset Mich eintreten und euch das Heil bringen, und nehmet Mich frohen Herzens auf und bereitet Mir Wohnung in euch, lasset euch Meinen Willen angelegen sein und dienet Mir, indem ihr eurem Nächsten dienet in Liebe um Meinetwillen. Und es wird mit Mir Glück und Friede einziehen in euer Herz, denn so ihr Mich erkannt habt, verlanget ihr nicht mehr nach der Welt und ihren Gütern, sondern ihr opfert alles auf um Meiner Gegenwart willen, um Meiner Liebe willen, die Ich euch schenke, so ihr Mich aufnehmet in euer Herz. Ich bringe euch Mein Wort, Ich bringe euch die Nahrung für eure Seele, und also werdet ihr nicht mehr hungern und darben und dies auch irdisch als Wohltat empfinden. Denn kraftdurchflutet überwindet ihr alle irdischen Schwierigkeiten, weil Ich Selbst euch zur Seite stehe und euch die Kraft übermittle. Denn nun wandelt ihr nicht mehr allein durch das Erdental, ihr habt Mich als ständigen Begleiter, sowie Ich einmal in eurem Herzen Wohnung genommen habe, so ihr sie zum Empfang für Mich hergerichtet habt durch euren Willen, durch Wirken in Liebe. So Ich anpoche an eure Herzenstür und Mein Wort darbiete, ist nur euer Wille ausschlaggebend, Mich eintreten zu lassen. Dann wird dieser Wille gelenkt dem rechten Ziel entgegen, weil er Mir gegolten hat zur rechten Zeit. Erst nehmet ihr Mich als Fremdling auf, dann erkennt ihr Mich und stellet das rechte Verhältnis her, ihr lasset Mich Freund und Bruder sein, ihr sehet in Mir den Vater von Ewigkeit, ihr fühlt euch als Meine Kinder Mir zutiefst verbunden, und immer inniger wird das Verhältnis sein von euch zu Mir, bis ihr den Zusammenschluß gefunden habt, bis ihr durch ständiges Liebeswirken vereint seid mit Mir auf ewig. Lasset Mich ein in eure Herzen, so Ich anpoche, um euch das Wort zu bringen - leistet keinen Widerstand, nehmet Mich freudigen Herzens auf, und ein reicher Segen wird euch erblühen aus eurer Willigkeit. Nicht einen lasse Ich aus, um ihm das Heil zu bringen, doch wer sein Haus verschlossen hält, so Ich anpoche, wer sich weigert, Mich Selbst aufzunehmen, der wird ewig keine Gnadengabe mehr zu erwarten haben, denn sein Wille selbst verschließt sich ihr und wird von Mir aus auch nimmermehr gezwungen. Doch lasset Meinen Ruf nicht ungehört verhallen, öffnet Mir um eurer selbst willen, auf daß eure Seele nicht zu hungern und zu darben brauchet, bietet ihr die Nahrung dar, die Ich Selbst euch bringe, seid Meine Gäste, lasset euch speisen und tränken von Mir mit Meinem Wort, mit dem Himmelsbrot, dessen Kraft ihr benötigt, um eins zu werden mit Mir. Nehmet Mich Selbst auf in eure Herzen, daß Ich euch das Abendmahl reichen kann, daß Ich euch sättigen kann mit Meinem Fleisch und Meinem Blut - mit Meinem Wort, dessen Kraft euch durchströmen muß, um selig werden zu können. Und darum öffnet Mir, so Ich anpoche, um Einlaß zu begehren - fürchtet nicht, daß ein falscher Prophet euch irreleiten will, daß er euch eine Nahrung bieten könnte, die euch nicht bekommt. Mein Wort ist erkennbar, denn es predigt die Liebe - und also ist es geboten von der Liebe Selbst, von Mir, Der Ich im Wort zu den Menschen komme, um ihnen in ihrer großen geistigen Not zu helfen, Der Ich in ihre Herzen Einlaß begehre, um in den Herzen Selbst wirken zu können zum Segen aller, die Mich aufnehmen und Mir Wohnung bereiten. Lasset die Mahnung nicht an eurem Ohr verhallen, sondern achtet ihrer, und so Ich komme, öffnet Mir eure Herzenstür breit und nehmet Mich auf. Und ihr werdet unaussprechlich selig sein, schon auf Erden und dereinst in der Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 3676.

 

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