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Bertha Dudde Botschaften

Autor: Bertha Dudde 1.4.1891 - 18.9.1965
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Buch 37

B.D. NR. 2777 - B.D. NR. 2932
16.u.17.6.1943-20.u.21.10.1943
2781 2784 2867 2868 2873  2874 2875 2881 2915

 

Buch 37 2781

Gott als Lehrmeister. Erkenntniskraft.

20. Juni 1943. B.D. NR. 2781.

Weise ist, wer unentwegt von Gott sich belehren läßt, wer also Seine Kraft in Anspruch nimmt, die Seine Liebe und Gnade den Menschen ständig zuführen will. Denn wer von Gott eine Gabe entgegennimmt, der kann nicht in seinem Reifegrad verharren, er muß sich zur Höhe entwickeln, er muß wissend werden, so ihm die Weisheit von Gott Selbst geboten wird. Gott als Lehrmeister zu haben garantiert tiefstes Wissen und reinste Wahrheit. Und es wird Gott der Lehrmeister dessen sein, der von Ihm belehrt werden will, denn der Wille allein ist ausschlaggebend, welche Kräfte ihr Gedankengut auf die Menschen zu übertragen suchen. Jede Belehrung, und sei sie noch so unwichtig scheinend, ergänzt das Wissen des Menschen, sowie göttliche Kraft sie ihm zuführt, und göttliche Kraft ist stets dann am Werk, wenn der Empfänger sich dieser Kraft öffnet, wenn er die Wahrheit begehrt und Gott zustrebt. Es ist ein irriger Gedanke, daß auch Gott-abgewandte Kräfte geistige Gaben zur Erde leiten können, wenn diesen Kräften nicht offensichtlich Zugang gewährt wird durch einen völlig Gott-widrigen Lebenswandel. Denn Gott-abgewandte Kräfte werden immer die ewige Gottheit verneinen wollen, sie werden den Menschen nur in irdischen Dingen Aufklärung geben wollen, und auch das in einer Weise, die bald ihre Unwissenheit erkennen ließe. Sowie aber geistige Fragen gestellt werden, sind sie unfähig, sich zu äußern, und es ist dem Wahrheit-anstrebenden Menschen sofort erkennbar, wenn sich der Mitmensch in den Einfluß jener Kräfte begibt. Doch unbeirrt kann der Wahrheit-anstrebende Mensch den gedanklichen Einflüssen von oben sich überlassen, er wird stets recht gewiesen werden. Die Kraft der wissenden Wesen im Jenseits ist so groß, daß sie dem Menschen alle schlechten Kräfte fernhalten können. Sie wachen über der Wahrheit und den ihnen anvertrauten Schützlingen, sowie ihr Verlangen darauf gerichtet ist, von Gott Selbst belehrt zu werden. Und sie nehmen zu an Weisheit und Kraft des Glaubens - denn wer wissend ist, der wird auch fest und unerschütterlich zu glauben vermögen, weil er mit dem Wissen zugleich die Erkenntniskraft übermittelt erhält, die ihn auch das Wissen als reine Wahrheit annehmen läßt. Sich von Gott belehren zu lassen ist auch der einzige Weg zur Wahrheit, denn selbst, wenn durch Mitmenschen ihm die Wahrheit vermittelt wird, muß der Mensch Gott um Aufklärung,um Erleuchtung des Geistes bitten, auf daß er sie als Wahrheit erkenne. Und dann ist er von Gott gelehret, er hat Ihn um Seinen Beistand angerufen, und Gott als die ewige Wahrheit führt ihn nun ein in das Wissen, ganz gleich, welcher Mittler Er Sich hierfür bedient. Und das ist es, was die Menschen zumeist versäumen, daß sie Gott um Erleuchtung ihres Denkens bitten. Sie forschen und grübeln und glauben, verstandesmäßig die Weisheiten aufnehmen zu können, sie suchen durch Bücher und Schriften sich die Kenntnisse anzueignen, und es kann alles totes Gut sein und ihnen also kein Wissen eintragen, so sie es aufnehmen, ohne die Mithilfe Gottes zuvor erbeten zu haben. Es müssen sich die Menschen an Gott wenden, Der Selbst die Wahrheit ist, wollen sie die Wahrheit empfangen und sie auch als solche erkennen. Gott Selbst darf nicht übergangen werden, von Ihm Selbst muß die Kraft des Geistes erbeten werden, ansonsten dieser nicht wirksam werden kann im Menschen und das Denken des Menschen nur Verstandesdenken bleibt. Der zu Gott strebende Mensch aber wird nichts tun, ohne Seinen Beistand erbeten zu haben, und so er sich nun in gläubiger Zuversicht der Gnade Gottes empfiehlt, wird sein Denken erleuchtet sein; er wird die Wahrheit als solche erkennen, er wird überzeugt sein davon und sich dafür einsetzen auch den Mitmenschen gegenüber, er wird die Wahrheit vertreten können, weil er in das Wissen eingedrungen ist,das ihm die Liebe Gottes vermittelt, weil er begehrte, von Ihm gelehrt zu werden. Amen. B.D. NR. 2781.

 

Buch 37 2784

Mangel an geistigem Wissen.

22. Juni 1943. B.D. NR. 2784.

Der Mangel an geistigem Wissen wird im kommenden Glaubenskampf ganz besonders zutage treten, weil nun die Menschen das vertreten oder annehmen werden, was sie überzeugt bejahen können, und die Unkenntnis auf geistigem Gebiet der Grund ist, weshalb sie jeglichen Glauben verwerfen und wider ihn zu Felde ziehen. Nur der wissende Mensch kennt den Zusammenhang aller Dinge, er weiß um den Sinn und Zweck der Schöpfung und die Erdenaufgabe des Menschen. Und da er nun tief gläubig ist und alles überzeugt vertreten kann, erkennt er nun auch die Führung Gottes und Seinen Willen, und also ist sein Erdenweg um vieles leichter trotz Anfeindung durch die Welt, und er wird die Proben des Glaubens siegreich bestehen. Denn das Wissen ist seine Waffe, seine Kraft und seine Stärke. Den wissenden Menschen kann nichts bedrücken, sowie er sich mit Gott verbunden weiß. Der wissende Mensch hat auch keine Zweifel über den Ausgang des Glaubenskampfes, wohingegen der Mensch ohne geistige Kenntnisse ständigen Zweifeln und Bedenken unterworfen ist, weil ihn die Überzeugung der Gläubigen zaghaft macht und er selbst wohl vermutet, aber keine Gewähr hat für die Richtigkeit seiner Vermutungen. Dem wissenden Menschen ist jede Phase des Glaubenskampfes verständlich, ihn überrascht nichts, denn er weiß, daß alles so kommen muß, wie es durch das Wort Gottes den Menschen kundgetan wurde. Denn er selbst ist durch das Wort Gottes wissend geworden, und also weiß er auch um den Ausgang eines Kampfes, der nur dem geistigen Licht gilt, weil die Finsternis gegen alles Lichtvolle zu Felde zieht. Und so wird auf der einen Seite gekämpft werden in blinder Wut gegen jeglichen Vertreter göttlicher Wahrheit, es wird weder Weisheit noch Liebe zu erkennen sein in den Verfügungen, denen sich der Mensch unterordnen soll. Es wird kein Aufbau angestrebt werden, sondern lediglich ein Vernichtungswerk sich abspielen, das jeglichem geistigen Wissen gilt, das besonders die Organisationen betrifft, deren Lehren zum Glauben an Jesus Christus als Erlöser der Welt anhalten, denn diesen wird der brutalste Kampf angesagt werden - und der unwissende Mensch wird keine Erklärung dafür haben - er wird den seichten Glauben an Gott noch hingeben und den Ausführungen derer Gehör schenken, die noch unwissender sind, die wenigsten aber werden sich bei den Gläubigen Rat holen, die allein ihnen Aufklärung geben könnten. Und doch kann nur das Wissen ihnen das Weltgeschehen verständlich machen, es kann nur der wissende Mensch wahrheitsgemäß den Mitmenschen die Notwendigkeit und die Zweckmäßigkeit des Glaubenskampfes unterbreiten, nur der wissende Mensch kann die Mitmenschen trösten und sie hinweisen auf den Einen, Der ihnen helfen kann und helfen wird, so sie sich Ihm selbst anvertrauen und standhalten wider die Feinde. Und es werden diese wissenden Menschen überzeugend reden können, und es wird Gott Selbst durch ihren Mund reden, um noch die schwachen, unschlüssigen Menschen zu gewinnen für Sich, deren Willen noch nicht gänzlich Gott abgewandt ist und die Ihn daher auch nicht ableugnen können. Und darum leitet Gott zuvor schon dieses Wissen zur Erde, Er bildet Sich Seine Streiter aus, indem Er sie einführt in die Wahrheit und ihnen Kenntnis gibt über die kommende Zeit, auf daß sie erstarken an der Wahrheit Seines Wortes, so die Zeit gekommen ist, da Er sie zum Wirken für Ihn benötigt. Amen. B.D. NR. 2784.

 

Buch 37 2867

Fürbitte und Erhörung.

2. September 1943. B.D. NR. 2867.

Gebet euch dem Wirken des Geistes hin, der euch einführt in alle Wahrheit. Und wo ein Zweifel euer Herz bedrückt, wo eine Frage in euch auftauchet, dort ziehet den Geist in euch zu Rate - d.h., bittet Gott um Erleuchtung durch die Kraft Seines Geistes, und ihr werdet Aufklärung erhalten und belehrt werden der Wahrheit gemäß. Es ist die Not auf Erden unbeschreiblich groß, es ist fast kein Mensch, der unberührt davon bleibt; es ist aber die irdische Not nur gering, gemessen an der geistigen Not, deren Auswirkung dem Menschen nicht offensichtlich ist und die er darum wenig oder gar nicht in Betracht zieht. Es ist die irdische Not begrenzt, weil das Erdenleben für jeden Menschen nur von ganz kurzer Dauer ist, sowie der Maßstab angelegt wird an der endlos langen Zeit in der Ewigkeit, wo eine unvollkommene Seele in den Banden der Finsternis schmachtet. Und diese Qualen will Gott durch die irdische Not von der Seele abwenden, Er will die Seele läutern noch auf Erden, um ihr das viel bitterere Leid im Jenseits zu ersparen. Wohl kann Gott die Menschheit auf Erden verschonen, doch es wäre dies ein Mangel an Liebe, den die Seelen im Jenseits schmerzlich empfinden würden, wie umgekehrt die Seelen dereinst von Dank erfüllt auf die Leidenszeit auf Erden zurückblicken, die ihnen unsägliches Leid im Jenseits erspart hat. Denn das Leid auf Erden soll die Menschen zur Erkenntnis führen, das Leid auf Erden soll die Menschen Verbindung suchen lassen mit Gott und ihren Willen veranlassen, das Erdenleben Gott-wohlgefällig zu führen. Dann erst kann das Leid von ihnen genommen werden. Die geistige Not muß also erst behoben werden, bevor Gott die irdische Not von den Menschen abwenden kann. Und diese geistige Not muß Anlaß sein zur Fürbitte. Es müssen die Menschen im Erkennen dieser geistigen Not und ihrer Folgen beten für die irregeleiteten Menschen; sie müssen Gott um Kraft und Gnade bitten für diese, auf daß sie zum Erkennen ihrer Notlage kommen und aus freiem Willen dem Licht zustreben. Denn die irdische Not ist für diese Menschen eine Gnade, die ebendiese Erkenntnis bewirken soll. Es ist der Mensch leicht geneigt, zu glauben, daß das Erdenleid eine Strafe sei für die Menschen, die nicht dem Willen Gottes gemäß leben. Und darum bitten sie Gott um Erbarmen, sie bitten um Beendigung der irdischen Nöte, um Verkürzung des Leidenszustandes und also gewissermaßen um Abwendung der Gnadenmittel, die doch den Menschen zur seelischen Reife verhelfen sollen. Zwar bestimmt die Liebe zum Mitmenschen sie zu solcher Fürbitte, doch diese soll nur dem geistigen Wohl der Menschen gelten, dann beweisen sie ihre tiefe Liebe zu diesen, und dann kann Gott das Gebet auch erhören, indem Er jenen in vermehrtem Maße Gnaden zugehen läßt, auf daß sie leichter zum Erkennen kommen können. Doch die Freiheit des Willens kann Er nicht ausschalten. Es müssen die Menschen selbst den Willen haben, den vor Gott rechten Weg einzuschlagen, dann erst trägt ihnen die Fürbitte den Segen ein, daß es in ihnen Licht wird und daß das Leid auf Erden nicht vergeblich ist. Amen. B.D. NR. 2867.

 

Buch 37 2868

Kraft der Fürbitte.

3. September 1943. B.D. NR. 2868.

Sowie die Menschen füreinander beten, sind ihre Herzen liebefähig, und da die Liebe Kraft ist, strömt diese Kraft also über auf den Menschen, dem die Liebe gilt. Das Gebet hat nun eine Wirkung, indem der Mensch, dem die Fürbitte gilt, merklich den Kraftstrom spürt, indem er nun entweder Erleichterung seiner irdischen Nöte empfindet oder durch die ihm zuströmende Kraft jenen nun gewachsen ist. Und also erfüllet Gott ein in Liebe für den Mitmenschen zu Ihm gerichtetes Gebet schon rein irdisch. Weit segensreicher aber ist das Gebet, das nur der geistigen Vollendung, dem Erkennen und dem Streben nach Licht und Wahrheit gilt. Auch dann wieder wirkt sich das Gebet aus in Form von Kraft, die der Mitmensch nur willig anzunehmen braucht, um größten geistigen Erfolg buchen zu können, und dadurch verständlicherweise auch die irdische Not verringert wird, die ja nur den gleichen Zweck erfüllen soll - ein geistiges Reifen zuwege zu bringen. Sowie aber der Mensch die ihm durch die Fürbitte zugewandte Kraft unbeachtet läßt, kann Gott auch das Leid nicht verringern um dieses Menschen willen, dessen Seele Er retten will und der ohne solches gänzlich verlorengeht. Der Mensch will seinem Mitmenschen helfen, der sich in Not befindet. Gott aber ist die Liebe - und diese will gleichfalls dem Menschen zu Hilfe kommen. Und Seine Liebe und Weisheit erkennt das Leid als einzigstes Mittel, um den Menschen zu gewinnen für die Ewigkeit, und diese Liebe und Weisheit muß verständlicherweise das Gebet für den leidenden Mitmenschen unerhört lassen, wenn es die Reife der Seele in Frage stellt, die Zweck und Ziel des Erdenlebens ist. Und darum soll auch stets die Erfüllung des Gebetes dem Willen Gottes anheimgestellt werden, denn Gott weiß wahrlich am besten, wodurch einer Seele der größte geistige Vorteil erwächst. Die Liebe erkennt Gott zwar an, doch so diese Liebe in menschlicher Unwissenheit ein Leid beenden möchte, das die Liebe Gottes dem Menschen auferlegt, wird Er erstere wohl anerkennen, jedoch nach Seinem Ermessen das Gebet nicht erhören, um der Seele Erlösung zu bringen, und scheinbar also den menschlichen Willen unbeachtet lassen. Doch die Kraft der Fürbitte kommt ihnen zustatten, indem ihr Denken sich leichter Gott zuwenden kann, sowie der Wille des Menschen Ihm nicht ganz widerstrebt. Und darum soll alles, Leid oder Freude, Gott überlassen bleiben und alles ergeben und dankbar aus Seiner Hand entgegengenommen werden, denn Er weiß es wahrlich am besten, was den Menschen dient, und Er lenkt alles so, daß es der Seele zum Heile gereichen und der Mensch zur seelischen Reife gelangen kann, so er dazu den Willen hat. Amen. B.D. NR. 2868.

 

Buch 37 2873

Lehre der Wiederverkörperung irrig. Gesetz.

7. September 1943. B.D. NR. 2873.

Es sind die göttlichen Gesetze seit Ewigkeit festgelegt, und diesen Gesetzen gemäß vollzieht sich die gesamte Höherentwicklung im materiellen wie im geistigen Reich. Es bestehen Schöpfungen mannigfaltigster Art, gleichfalls materiell und geistig. Und alle diese Schöpfungen haben nur den Zweck, das Gott-ferne Geistige wieder zu Ihm zurückzuleiten. Doch jedes Stadium der Entwicklung ist verschieden, wie auch die einzelnen Schöpfungen ganz verschieden sind. Also werden sie auch immer dem Geistigen zum Aufenthalt dienen, dessen Reifegrad sie angepaßt sind in ihrer Beschaffenheit. Immer wird eine Aufwärtsentwicklung des Geistigen zu verzeichnen sein, sowie es im Mußzustand durch die materielle Schöpfung wandelt. Ein Stillstand oder ein Rückgang der Entwicklung kann eintreten im letzten Stadium der materiellen Schöpfung, als Mensch. Dann aber kommt das Geistige unweigerlich in das jenseitige Reich, das keine materiellen Schöpfungen mehr aufzuweisen hat. Auch dann kann wieder ein Stillstand oder ein Rückgang zu verzeichnen sein, weil auch im geistigen Reich das Wesen den freien Willen behält, der nur äußerst geschwächt ist, sowie das Wesen nur einen niederen Reifegrad erreicht hat. Gleich wie im Erdendasein hängt aber die Höherentwicklung von einer Tätigkeit ab, und diese Tätigkeit ist es, die den Menschen auf Erden völlig unklar ist und auch bleiben muß, weil sie deren Bedeutung nicht erfassen, die aber andererseits von irdischen Schöpfungen abhängig gemacht wird. Also es glauben die Menschen, daß jegliche Tätigkeit irdische, d.h. materielle Schöpfungen bedingt. Und folglich vertreten sie die Ansicht, daß die Seele wieder in die Sphäre zurückgeht, wo sie zuvor ihre Höherentwicklung außer acht ließ, daß sie also wieder zur Erde zurückkommt, um dort fortzusetzen, wo sie aufgehört hat - daß sie also ihren unterbrochenen Entwicklungsgang jederzeit wiederholen kann bis zur letzten Vollendung. Und diese Annahme führt zu einer Lehre, die keineswegs der Wahrheit entspricht, die aber überall Anklang findet und daher weit verbreitet ist - zur Lehre der Wiederverkörperung auf Erden. Es können nur wenige Menschen ermessen, wie unheilvoll gerade diese Lehre ist für die Menschheit, so sie nicht widerlegt und berichtigt wird. Es wird dadurch gewissermaßen das göttliche Gesetz umgestoßen, daß nach dem Plane göttlicher Weisheit alles fortschreiten muß, will es zur Höhe gelangen. Es wäre eine Wiederverkörperung der Seele auf der Erde eine Rückentwicklung, die von Gott aus stattfinden würde, also dem göttlichen Gesetz gänzlich widersprechen müßte, das ständigen Fortschritt beweiset, gebietet. Das Wesen selbst kann wohl aus freiem Willen sich rückschrittlich entwickeln, niemals aber wird durch den Willen Gottes es rückversetzt in einen Zustand, den es schon einmal überwunden hat. Und niemals wird es beliebig einen Prozeß wiederholen dürfen, in dem es zuvor versagt hat. Denn tausende und aber tausend Möglichkeiten hat es noch, sich weiterzuentwickeln, jedoch stets auf anderen Schöpfungen unter gänzlich anderen Bedingungen. Amen. B.D. NR. 2873.

 

Buch 37 2874

Wahnglauben. Geistige Arbeitsgemeinschaft.

8. September 1943. B.D. NR. 2874.

In der geistigen Welt ist die Seele selbst Schöpfer ihrer Umgebung. Sie bewegt sich in einem Reich, das sie sich selbst schafft durch ihre Wünsche und Begierden, durch ihre Gedanken und ihren Willen. Nur sind alle Dinge nicht mehr stofflich, aber auch nicht geistig unvergänglich, sondern es sind Phantome, es sind Wunschbilder, die vergehen, je verlangender die Seele ihnen zugewandt ist. Und in diesem selbstgeschaffenen Reich kann nun die Seele genau wie auf Erden das Verlangen nach der Materie bekämpfen und überwinden, aber auch ihm erliegen und immer verlangender die Materie begehren, die sie in ihrem Dunkelheitszustand noch als tatsächlich vorhanden wähnt. Es kann sich also die Seele auf Erden lebend glauben und endlos lange Zeiten in diesem Wahnglauben verbleiben, um dann entweder langsam ihren mangelhaften Zustand zu erkennen und von ihrem Verlangen nach den Gütern der Erde abzulassen oder immer tiefer sich in jenes zu verstricken, was gleich ist einer geistigen Rückentwicklung, die zuletzt im Bannen in der festen Form endet. Denn dem Verlangen des Geistigen wird stets entsprochen insofern, als daß die Materie, die das Wesen begehrt, auch seine Hülle wird. Eine Rückentwicklung im Jenseits also trägt der Seele die Reinkarnation ein, sie muß den endlos langen Entwicklungsgang auf Erden noch einmal gehen, um nach Jahrtausenden wieder als Mensch die letzte Erdenlebensprobe bestehen zu können. Eine Aufwärtsentwicklung im geistigen Reich dagegen ist unabhängig von materieller Umgebung, denn nur, wenn die Seele sich von dem Verlangen danach frei gemacht hat, schreitet sie zur Höhe. Dann aber benötigt sie keinen Aufenthalt mehr auf der Erde, denn sie hat im Jenseits die gleiche Möglichkeit, in dienender Liebe sich zu betätigen, sie ist gewissermaßen einer geistigen Arbeitsgemeinschaft angegliedert worden, die ungemein emsig tätig ist in einer Weise, die den materiellen Menschen noch nicht faßbar ist. Allen Wesen ist die Gelegenheit geboten im Jenseits, nach oben zu streben, und im Zustand des Erkennens werden diese Gelegenheiten auch ausgenützt mit besonderem Eifer. Die Seelen aber, die noch in vollster Dunkelheit sind, müssen in Willensfreiheit Gott zustreben. Und diesen Willen in ihnen rege werden zu lassen ist die Tätigkeit der Wesen, die im Licht stehen, denen ihre Vollkommenheit das Wissen eingetragen hat, das sie nun in Liebe auch denen zu vermitteln suchen, die noch finsteren Geistes sind. Und so sind wahrlich im geistigen Reich Möglichkeiten genug, um den Seelen noch zur geistigen Reife zu verhelfen. Amen. B.D. NR. 2874.

 

Buch 37 2875

Phase der Entwicklung einmalig in einer Erlösungsperiode. Verkörperung von Lichtwesen. Mission - Gotteskindschaft.

9. September 1943. B.D. NR. 2875.

Jede Phase in der Entwicklung des Geistigen ist nur einmalig im Zeitraum einer Erlösungsperiode, selbst wenn es den Zustand des freien Willens nicht ausnützt. Dann geht diese Entwicklungsphase ergebnislos vorüber an dem Geistigen, und die Folgen dessen muß es im geistigen Reich auf sich nehmen. Doch dem gänzlich Gott-widersetzlichen Geistigen, dem der endlos lange Erdengang nicht den Widerstand zu brechen vermochte, wird erneut die Gelegenheit dazu geboten in einer neuen Schöpfungsepoche, wo es in einer wieder beginnenden Erdperiode, in der festesten Form verkörpert, eine neue Phase der Entwicklung durchleben kann. Und es ist dann also dem Geistigen, das sich wieder zur Menschenseele hinauf im Mußzustand entwickelt, der Aufenthalt in einem menschlichen Körper gewährt zur letzten Erprobung seines Willens. Diese Wiederverkörperung also kann stattfinden, ist aber ein Vorgang von so ungeheurer Tragweite, daß sie als Furchtbarstes den Menschen vorgestellt werden sollte, wenn es auch ein Erbarmungsakt Gottes ist, auf daß das Geistige nach endlosen Zeiten der Gefangenschaft erlöst werde. Daß aber die menschliche Seele, nachdem sie schon einmal den Erdenweg zurückgelegt hat, sich zwecks Ausreifens wieder auf der gleichen Erde inkarniert, ist irrig. Versetzt Gott eine schon dem geistigen Licht-Reich angehörende Seele wieder auf die Erde, dann ist dies nur ein Akt der Hilfsbereitschaft, denn es liegt einer solchen Seele eine Aufgabe ob, die zur Erlösung des unfreien Geistigen auf der Erde erfüllt werden muß. Es verkörpert sich also ein Lichtwesen auf der Erde, das schon die seelische Reife erlangt hat, um auf Erden nun segensreich zu wirken, wenn es auch scheinbar den Gang der geistigen Entwicklung genau so zurücklegen muß wie jeder andere Mensch. Ein Zurückversetzen zur Erde zum Zwecke des Ausreifens, um das Versäumte eines früheren Erdenlebens nachzuholen, entspräche nicht der Weisheit Gottes, denn es würde die aufsteigende Entwicklung dadurch unterbrochen werden; es würde das Rückversetzen aus dem geistigen in den materiellen Zustand ein Rückgang sein und dies ein Zeichen des Sich-von-Gott-entfernen-Wollens, also kein geistiges Streben kennzeichnen. Für das zu Gott Strebende aber gibt es im geistigen Reich wahrlich Möglichkeiten genug, wo sich das Geistige beweisen und also reifen und sich zur Höhe entwickeln kann. Dagegen können geistig hochstehende Wesen, die jedoch nicht den Grad der Gotteskindschaft erreicht haben, durch eine Verkörperung auf Erden zum Zwecke einer Mission, die dann auch mit unsagbar schweren Lebensbedingungen verknüpft ist, zur Gotteskindschaft gelangen, was aber immer einen bestimmten Reifegrad im Jenseits schon voraussetzt. Es ist die Wiederverkörperungslehre eine von Menschen aufgestellte Lehre, die ihren Wünschen entspricht und die deshalb immer und immer wieder verfochten wird, weil die Wahrheit, die zur Erde geleitet wird, von vielen nicht recht verstanden und also so gewandelt wird, wie es ihnen wünschenswert erscheint. Denn das Verlangen nach der diesirdischen Welt ist bei jenen noch zu groß, und darum ist ihnen der Gedanke tröstlich und beruhigend, noch einmal zur Erde zurückkehren zu dürfen. Doch für die geistige Entwicklung des Menschen ist diese Lehre der Wiederverkörperung eine Hemmung, und darum wird immer und immer wieder dagegen angekämpft werden von denen, welche die reine Wahrheit verbreiten sollen. Amen. B.D. NR. 2875.

 

Buch 37 2881

Verkörperung der Lichtwesen. Mission.

13. September 1943. B.D. NR. 2881.

Im Zeitraum einer Entwicklungsperiode verkörpert sich die menschliche Seele nur einmal, es sei denn, sie nimmt einen nochmaligen Erdenlebenswandel im freien Willen auf sich zum Zweck der Erfüllung einer Mission. Es ist also eine Rück-Verkörperung nur möglich nach Ablauf einer Entwicklungsperiode, sowie diese nötig ist, um das gänzlich Gott-ferne Geistige, das auf Erden versagt hat, doch noch in Gottnähe zu bringen. Eine solche Rückverkörperung aber ist keineswegs dem Willen des Wesens entsprechend, sondern sie würde als Zwangszustand empfunden, dem der Mensch aus freiem Willen niemals zustimmen würde. Es setzt die erneute Verkörperung als Mensch auch den Gang durch sämtliche Schöpfungswerke voraus, der unvorstellbar qualvoll ist. Ist aber ein Lichtwesen bereit, auf Erden eine für die geistige Entwicklung der Menschen nötige Aufgabe zu erfüllen, so kann es sich auf Erden wieder verkörpern und auch dadurch einen noch höheren Reifegrad erreichen, also es scheidet dann der Gang durch die Schöpfungswerke zuvor aus, es inkarniert sich die Seele von oben in einem Fleischleib, um nun unter gleichen Bedingungen als Mensch auszureifen zu jenem Grade, der dann das Ausführen der ihm gestellten Aufgabe möglich macht. Solche Seelen werden immer den in geistiger Not befindlichen Seelen beigegeben, es sind Führer auf Erden, Menschen, die in der Gotterkenntnis stehen und dadurch den Menschen beistehen können in ihrer geistigen Entwicklung. Je größer die geistige Not ist, desto mehr Lichtwesen verkörpern sich, um ihnen zu helfen. Sie benötigen aber den Erdenweg nicht mehr, um sich erst zu einem Lichtwesen zu gestalten, sondern ihre Seele ist eine Seele des Lichtes, nur ohne Wissen um ihren geistigen Zustand und darum voller Streben nach der Höhe, weil ein solches für die Mitmenschen von größter Bedeutung ist, daß diesen der Weg gezeigt werden soll, der zur Höhe führt. Von einer Reinkarnation zum Zwecke der Vervollkommnung kann also nicht gesprochen werden, und darum ist auch die Ansicht irrig, daß eine Seele sich beliebig verkörpern kann zum Zweck der Weiterentwicklung. Denn nur eine vollkommene Seele, ein Lichtwesen, nimmt freiwillig die materielle Hülle auf sich, weil es zur Liebe geworden ist und die Liebe zu dem unfreien Geistigen es bestimmt, in eine Kerkerhaft zurückzukehren, der sie längst entflohen ist. Eine noch reifebedürftige Seele aber würde sich sträuben, zur Erde zurückzukehren, weil sie sich der Erdenschwere entrückt fühlt, sowie sie schon in der Erkenntnis steht, und letzteres für sie auch das Wissen bedeutet um die Möglichkeit einer Aufwärtsentwicklung im geistigen Reich und sie diese bei weitem einem nochmaligen Erdenleben vorzieht. Die Entwicklungsmöglichkeiten im geistigen Reich sind jedoch dem Reifezustand jeder Seele angepaßt. Je williger die Seele ist, je mehr sie die Aufwärtsentwicklung anstrebt, desto tätiger ist sie auch und desto mehr vergeistigt sie sich, d.h., sie benötigt weder materielle Schöpfungen, noch verschafft sie sich selbst solche durch ihr Verlangen, wenn auch nur in ihrer Einbildung. Sie trennt sich immer mehr davon, und auch irdische Wünsche treten mehr und mehr zurück. Dementsprechend lebt sie nun in geistigen Sphären, in einer Umgebung, die nur als geistige Schöpfung anzusprechen ist. Jede Möglichkeit einer Höherentwicklung wird ihr geboten, und sie bedarf wahrlich nicht eines nochmaligen Aufenthaltes auf der Erde und verlangt auch nicht danach, weil sie das Erdenleben als ein überwundenes Stadium ihrer Entwicklung ansieht, wenngleich es ihr nicht die Reife eingetragen hat, die der Seele zu erreichen möglich war. Aber es war für sie ein gefesselter Zustand, von dem sie sich nun befreit fühlt und den sie nimmermehr anstreben würde. Anders ist es bei einer noch gänzlich materiellen Seele, die ohne jedes Erkennen von der Erde scheidet und noch mit allen Sinnen an die Erde gekettet ist. Diese Seelen verlangen wohl nach der Erde zurück, aber niemals, um geistig auszureifen, sondern um nur rein körperlich genießen zu können, weil die Liebe zur materiellen Welt und zum eigenen Ich die Seele erfüllt und das Verlangen nach der Erde immer größer werden läßt. Diese Seelen aber sollen die Liebe zur Materie überwinden und müssen es im Jenseits tun, weil sie es auf Erden versäumten. Sie schaffen sich durch ihre Begierden selbst eine irdische Welt im geistigen Reich, sie sehen und besitzen alles, was sie sich wünschten, doch nicht mehr in Wirklichkeit, sondern nur in ihrer Phantasie, und zwar so lange, bis sie zum Erkennen kommen, daß sie nur Scheingütern nachjagen und ihr Verlangen danach nun überwinden. Dann erst ändert sich ihre Umgebung, und dann erst beginnen sie ihre Tätigkeit im geistigen Reich, die ihnen eine Aufwärtsentwicklung gewährleistet. Amen. B.D. NR. 2881.

 

Buch 37 2915

Zerstörung der festen Form. Beginn des Entwicklungsganges.

9. Oktober 1943. B.D. NR. 2915.

Der Wille zur dienenden Tätigkeit befreit das Geistige aus der festen Form, aus der härtesten Materie und erschließt ihm die Möglichkeit zur Höherentwicklung. Und dieses Befreien aus der Form ist ein Vorgang, der immer offensichtlich zutage tritt und der zumeist verbunden ist mit gewaltigen Äußerungen der Naturkräfte, derer Gott Sich bedient zur Zerstörung der harten Materie. Es wird das Geistige aus der ersten Umhüllung nach endlos langer Zeit befreit, es wird die Form gesprengt, so daß in unzählige Partikelchen das Geistige sich zerstreut, daß es wohl noch in der gleichen Materie verharrt, die aber nun eine dienende Tätigkeit zugewiesen bekommt, entweder wieder als Materie für Neuschöpfungen durch Menschenhand oder auch in kleinster Verkleinerung zur Aufnahme pflanzlicher Stoffe, je nach Art seiner Beschaffenheit und der Stärke des Willens zum Dienen. Es ist dies gewissermaßen der Anfang der Entwicklung, die nun immer wieder in veränderter Außenform vor sich geht. Immer ist ein Zerstörungswerk Gott-gewollt, wenn es ohne menschliche Einwirkung vor sich geht oder eine Zerstörung der Materie vorgenommen wird, um Dinge gestalten zu können, die einen dienenden Zweck erfüllen. Es ist also erst vom Willen Gottes abhängig, wann das Geistige den Entwicklungsweg beginnt, denn dieses Geistige hat dann seinen Willen von selbst bekundet zu dienender Tätigkeit. Es kann das Geistige in der festen Form aber auch durch Menschenhand und Menschenwillen frei werden, durch Ausbeuten der Erde, durch Hebung von Schätzen, die das Erdinnere birgt; und es ist auch dieser Vorgang des Auflösens oder Befreiens der Materie gottgewollt; doch immer ist Voraussetzung, daß diese Ausbeutung dem Wohl der Menschheit gilt, daß also die gehobenen Schätze bestimmt sind, den Menschen zu dienen, ihre Lebensbedürfnisse zu decken, und also lebensnotwendig sind. Dann ist die Befreiung des Geistigen aus der festen Form gleichwertig dem Vorgang einer Zerstörung durch Naturkräfte, durch Eruptionen, die das Erdinnere aufwühlten und zur Oberfläche befördern. Solche Eruptionen werden zumeist dort stattfinden, wo Menschenhand wenig Zugang findet, ja, es wird durch solche oft erst ein Gebiet entstehen, das bewohnbar gemacht werden kann von Menschen, auf daß dem sich nun willig zeigenden Geistigen die Gelegenheit geboten wird, eine dienende Tätigkeit zu verrichten. Immer ist das Geistige im letzten Stadium der Entwicklung, der Mensch, in unmittelbarer Verbindung mit dem Geistigen, das seine Erdenlaufbahn beginnt. Es benötigt ersterer das letztere, und dadurch gibt es diesem die Möglichkeit der Höherentwicklung. Zumeist bringen Erderuptionen die Menschen in eine Not, die sie ungemein tätig werden läßt, und so sind erhöhte Möglichkeiten gegeben, daß das frei gewordene Geistige in Neugestaltungen seinen Aufenthalt nehmen kann, denn die Tätigkeit der Menschen ist erforderlich, um Dinge zu formen, die wieder einen dienenden Zweck erfüllen. Durch göttlichen Willen kommt aber auch das Geistige zu seiner dienenden Bestimmung, dessen Umhüllungen Menschenhänden nicht zugänglich sind. Es dienet in der Natur immer wieder untereinander, denn überall sind Möglichkeiten geschaffen von Gott, daß das Geistige ausreifen kann in einer jeden Form, so es einmal den Willen zum Dienen bekundet hat. Amen. B.D. NR. 2915.

 

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