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Bertha Dudde Botschaften

Autor: Bertha Dudde 1.4.1891 - 18.9.1965
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Buch 34/35/36

B.D. NR. 2733 - B.D. NR. 2776
11.5.1943-16.6.1943
2733 2734 2736 2742 2744  2745 2746 2754 2755 2756
2757 2775

 

Buch 34/35/36 2733

Gesetzmäßigkeit. Gott-gewollte Ordnung. Vollkommenheit.

11. Mai 1943. B.D. NR. 2733.

Was dem Menschen sichtbar ist, bezeugt eine gewisse Gesetzmäßigkeit, was aber von ihm als selbstverständlich angesehen wird, weil er es nicht anders kennt. Das Entstehen und Vergehen aller Dinge kann somit schon in seinen verschiedenen Phasen ergründet werden, d.h., es weiß der Mensch um jeden Vorgang, um die Entwicklung und den Werdegang aller Dinge, die ihm sichtbar sind, sowie er ihnen Beachtung schenkt. Diese Gesetzmäßigkeit also erleichtert den Menschen das Forschen, denn daraus können sie die Folgerungen ziehen und auf diesen wieder ihr Wissen aufbauen. Es dringen aber die Menschen nur in die Naturgesetze ein, sie erforschen nur, daß es so ist, nicht aber, warum es so ist, wie es ist. Sie halten zwar die natürliche Folge als Zweck oder Ziel der Ursache, wissen aber nicht, daß sowohl die Ursache als auch der Zweck jeder Gesetzmäßigkeit nur geistig zu suchen und zu finden ist, daß die geistige Entwicklung alles Natürliche in seiner Gesetzmäßigkeit bedingt. Und auch das geistige Leben wickelt sich in einer gewissen Gesetzmäßigkeit ab, d.h., es gilt nur ein Wille im geistigen Reich, und diesem Willen entsprechend vollzieht sich das geistige Wirken im gesamten Universum, im irdischen und im geistigen Reich. Und da dieser Wille mit unübertrefflicher Weisheit gepaart ist, muß er auch beständig sein, d.h., er kann nicht ständig wechseln, weil das nicht mit der unübertrefflichen Weisheit Gottes im Einklang stehen würde. Und darum ist auch im geistigen Reich die ständige Höherentwicklung einer gewissen Gesetzmäßigkeit unterworfen, und daß dies rein geistig zu verstehen ist, daß sich alles in einer Gott-gewollten Ordnung vollzieht und das geistige Reich somit der Inbegriff der Vollkommenheit ist, sowie das Geistige sich dieser Ordnung unterstellt, also sich den Willen Gottes zu eigen gemacht hat. Es ist die irdische Schöpfung eine Form gewordene Idee Gottes, die das unvollkommene Geistige in die göttliche Ordnung einführen soll; es muß den Gang durch die sämtlichen Schöpfungswerke gehen, sich also gezwungenermaßen in die göttliche Ordnung einfügen, weil es die Gesetzmäßigkeit der Natur nicht umstoßen kann, wie auch der Mensch als solcher dies nicht zuwege bringt, selbst wenn er Zerstörungswerke vollbringt, die ein Verstoß sind gegen die göttliche Ordnung, gegen den Willen Gottes. Aber er ist nicht imstande, Naturgesetze umzustoßen oder aufzuheben. Im geistigen Reich kann das Geistige gleichfalls durch seine Widersetzlichkeit sich selbst aus der göttlichen Ordnung ausschließen, also auch Gott abseits stehend im eigenen Willen verharren. Es wird aber dann niemals vollkommen sein, also dem geistigen Reich angehören können, das Seligkeit und vollste Harmonie bedeutet, weil göttlicher Wille und die göttliche Ordnung dieses geistige Reich regieret, sondern es wird sich selbst absondern und doch wieder durch den göttlichen Willen gezwungen werden, in einer gewissen Gesetzmäßigkeit einen weiteren Entwicklungsweg zurückzulegen, bis es sich letzten Endes doch in die göttliche Ordnung freiwillig einfügt. Die Naturschöpfungen auf Erden geben den besten Beweis dafür, daß alles vergehen muß, was sich wider das göttliche Naturgesetz auflehnt. Die Gesetze der Natur sind unerbittlich, und wo sie nicht beachtet werden, sind zumeist Tod und Auflösung die Folge. Und das darum, daß auch der Mensch sich bewußt wird, daß nichts willkürlich ist, sondern daß ein Wille über allem steht, der sich in jedem Schöpfungswerk, d.h. in seiner Gesetzmäßigkeit, äußert und der respektiert werden muß. Und daß diese Gesetzmäßigkeit in der tiefsten Weisheit und Liebe Gottes begründet ist, weil sie gewissermaßen die Vorbedingung ist zur Vollkommenheit. Amen. B.D. NR. 2733.

 

Buch 34/35/36 2734

Sichtbares Erscheinen des Herrn. Wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen.

12. Mai 1943. B.D. NR. 2734.

Gott gibt Sich zu erkennen, so Seiner geachtet wird; Er weilet mitten unter den Seinen, wohl unsichtbar, doch zur Stärkung des Glaubens offenbart Er Sich in mancherlei Weise. Er spricht mit den Menschen durch Seinen Geist gedanklich oder auch hörbar, also weilet Er im Wort unter den Menschen, die Ihn lieben und Seine Gebote halten. Aber auch sichtbar wird Er einigen wenigen erscheinen, deren Liebe zu Ihm tief und opferbereit ist. Doch erkennen werden Ihn auch nur wenige, denn Er wird in schlichter Gestalt unter ihnen sein, und nur die Liebe des Herzens wird Ihn erkennen, weil sie sich stark zu Ihm hingezogen fühlt und daran die Nähe des Herrn erkennt. Es wird Ruhe und Frieden und Eintracht sein unter den Menschen, wo der Herr sichtbar in Erscheinung tritt, und jeder wird dem anderen in Liebe entgegenkommen, und als Gleichgesinnter wird Er plötzlich mitten unter ihnen sein und Liebe ausstrahlen und die Menschen beglücken. Sein Auge wird voller Milde und Güte auf den Seinen ruhen, und Sein Wort wird tröstend und kraftspendend sein, und eine Ruhe wird den Menschen erfassen, und jedes Herz wird voll Liebe Ihm zugewandt sein, jedes Ohr Seine Worte aufnehmen. Und plötzlich wird Er ihren Augen entschwinden, und daran werden sie erkennen, wer unter ihnen geweilt hat. Und Sein Erscheinen wird den Glauben der Menschen stärken, alle Zweifel werden schwinden, und voller Bekennermut werden sie sich nun einsetzen für Ihn und Seinen Namen; es wird sie nichts erschrecken, was auch gegen sie unternommen wird, denn sie fühlen sich begleitet von Ihm, den sie erschauen dürften auf allen Wegen. Es wird der Herr kommen zu den Seinen, so sie in großer Not sind, sichtbar und unsichtbar, immer aber fühlbar im Herzen derer, die Ihn lieben. Er wird Sich zeigen allen, die versammelt sind in Seinem Namen, oder auch einzelnen, die besonders stark sind im Glauben und in der Liebe stehen. Und so wird auch ein einzelner Ihn zu schauen vermögen, während die anderen Ihn nicht erblicken können. Unsichtbar aber ist Er immer zugegen, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind. Und also kann ein jeder auch aus dieser Verheißung Jesu starken Glauben schöpfen, so er sich diese Seine Worte stets vor Augen hält: Wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Sein Wort ist Wahrheit, und wo der Herr weilet, dort braucht der Mensch nichts mehr zu fürchten von der Welt. Gott wird Sich offenbaren allerorten; wo eine kleine Gemeinde gottesfürchtiger und tief gläubiger Menschen ist, dort wird Er Sich auch zu erkennen geben in kommender Zeit, um sie zu stärken für den Kampf, der um des Glaubens willen entbrennen wird. Und darum steigt Er lange zuvor schon im Wort zu den Menschen zur Erde hernieder und beweiset dadurch, daß Er mitten unter ihnen weilt, daß Er zu einem jeden kommt, der Ihn hören will, daß Er unmittelbar und mittelbar Sein Wort ihnen zuleitet, auf daß sie Kenntnis nehmen sollen von Seiner immer fürsorglichen Liebe um die Seinen, die Er erwählet hat zu Seinen Streitern. Und so es nötig ist, wird Er Sich auch sichtbar in Erscheinung bringen, so Sein Wort in ihren Herzen die Liebe zu Ihm entflammt hat und sie durch die Liebe fähig geworden sind, Sein Bild in sich aufzunehmen, Ihn zu erschauen mit leiblichem oder mit geistigem Auge. Und es wird sich das Bild tief in das Herz graben, und immer wird der Mensch Ihn sehen können, wenn Sein Glaube eine Stärkung benötigt. Und immer wieder wird er Trost und Kraft schöpfen können, denn die Liebe des Herrn ist unentwegt bei dem, der Ihn liebt aus ganzem Herzen. Amen. B.D. NR. 2734.

 

Buch 34/35/36 2736

Gedankenübertragung vom Lichtreich zur Erde.

13. Mai 1943. B.D. NR. 2736.

Durch die Gedankenübertragung vom Lichtreich zur Erde kann dem Menschen ein außergewöhnliches Wissen vermittelt werden in einer Weise, die durchaus nicht übernatürlich anmutet. Und es nehmen die Menschen auch keinen Anstoß daran, weil sie das Gedankengut als eigen gewonnen ansehen. Und doch sind die Wesen aus dem geistigen Reich tätig, ansonsten der Mensch völlig ohne Gedanken wäre - ungerechnet die rein irdischen Gedanken, die lediglich Funktionen der körperlichen Organe sind. Der Mensch weiß nicht, was der Gedanke ist; er sieht sich selbst als Schöpfer jeden Gedankens an und ist doch nur eine Aufnahmestation für die Ausstrahlung der Wesen im jenseitigen Reich. Der Gedanke ist sonach der immerwährende Kraftstrom, der nun allerdings von guter oder auch schlechter Wirkung sein kann, je nach dem Willen des Menschen als der Quelle dieses Kraftstroms. Sowie auf Erden die Menschen gegenseitig ihre Gedanken austauschen, so suchen auch die jenseitigen Wesen sich zu äußern, und sie können dies nur gedanklich, da die Gedankentätigkeit ihr eigentliches Leben ist. Der eigentliche Gedanke von Mensch zu Mensch wird auch erst im Herzen geboren, bevor der Mensch ihn ausspricht. Und in das Herz muß er erst von jenen Kräften gelegt werden, es spricht also zuvor gewissermaßen das jenseitige Wesen mit dem Menschen, jedoch nicht hörbar, sondern nur gedanklich, und je nach dem Willen des Menschen verwertet dieser die Gedanken. Entsprechend dem Reifegrad der Gebenden ist auch der Inhalt der Gedanken, die dem Menschen übermittelt werden. Die Lichtwesen übertragen tiefgeistiges Wissen auf den Menschen, und sie klären ihn auf in allen Fragen und Zweifeln, die Gott und die Ewigkeit betreffen; sie geben ihm Aufklärung über ihre eigentliche Aufgabe auf Erden. Sie teilen nur reinste, lichtvollste Wahrheit aus, weil sie in unmittelbarem Verband stehen mit Gott. Wesen aber, die diesen Grad noch nicht erreicht haben, die selbst noch unwissend sind, weil sie unvollkommen sind, suchen ihre Gedanken gleichfalls auf die Menschen zu übertragen, weil allen der Mitteilungstrieb innewohnt. Diese Gedanken aber entsprechen nicht der Wahrheit, da sie die Wahrheit selbst nicht kennen und durch Gott-gegnerische Einwirkung im irrigen Denken stehen. Und folglich suchen sie, auch die Gedanken des Menschen in eine Richtung zu drängen, die mehr dem Willen des Gegners von Gott entspricht; sie lenken sie auf irdische Dinge, weil ihnen dieses Wissen näherliegt. Also werden auch die irdischen Gedanken im gewissen Sinne von den jenseitigen Wesen beeinflußt; sie werden von den Denkorganen sofort aufgenommen und verarbeitet, während die geistigen Gedanken im Herzen geboren werden, weil dann Lichtgeist zu Lichtgeist spricht - weil der Geist im Menschen, der göttliche Funke, die Äußerung der Lichtwesen entgegennimmt und sie nun vom Herzen aus dem Gehirn zuleitet, wo der Wille des Menschen sie in sein Gedankengut einreiht. Immer ist es ein Austausch der Gedanken vom Jenseits zur Erde, welche Wesen aber sich äußern, das bestimmt der Mensch selbst durch seinen Willen. Im Verlangen nach der Welt ist er dem Einfluß jener Wesen zugänglich, die noch irdisch gesinnt sind und die daher wenig geistiges Wissen haben, und so sie sich darüber äußern, nur irrige Gedanken dem Menschen zuleiten. Dagegen wird der Wahrheit-verlangende Mensch, dessen Streben dem geistigen Wissen gilt, nur von Wahrheitsträgern bedacht werden. Es werden diese ihre Kraft in Form von Gedanken auf den Menschen übertragen, und es muß der Mensch wissend werden, so er solcher Gedanken achtet. Denn sie sind nicht von ihm selbst ausgegangen. Der Gedanke ist Geistesgut, also etwas Unvergängliches, was nicht mit dem Tode des Menschen aufhört, sondern im geistigen Reich weiterbesteht, nur entsprechend dem Willen und Lebenswandel des Menschen Wahrheit oder Irrtum bergend. Und beides suchen die Wesen des Jenseits zur Erde zu übertragen, indem sie das Denken des Menschen zu beeinflussen suchen. Amen. B.D. NR. 2736.

 

Buch 34/35/36 2742

Religiöse Organisationen. Vergänglichkeit.

16. Mai 1943. B.D. NR. 2742.

Der gänzliche Zerfall der religiösen Organisationen wird nicht lange mehr auf sich warten lassen. Es stehen die Menschen schon zu weit abseits des geistigen Strebens, als daß ihnen die religiösen Einrichtungen noch viel bedeuten könnten, und so durch irdische Maßnahmen letztere aufgelöst werden sollen, sträuben sie sich nicht dagegen, sondern sie unterstützen jene Maßnahmen noch durch stillschweigendes Dulden. Nur die Menschen werden sich auflehnen, die, wenn auch gläubig zu nennen, noch nicht innerlich genug sind, um zu erkennen, daß nicht von menschlichen Einrichtungen die geistige Höherentwicklung abhängig ist. Denn diese hängen noch zu sehr an Äußerlichkeiten, an traditionellen Handlungen, die für sie der Inbegriff religiösen Empfindens ist. Sie sind noch nicht tief genug eingedrungen in geistiges Wissen, ansonsten sie unberührt blieben von jenen Maßnahmen, die wohl die äußere Schale zerstören können, niemals aber den inneren Kern. Denn dieser kann weit eher zur Reife kommen ohne die Schale, die ohnehin nur Menschenwerk ist und die geistige Höherentwicklung nicht sehr begünstigt. Es haben die vielen Organisationen keine großen geistigen Erfolge zeitigen können, denn die Menschheit ist immer entgeistigter geworden, trotz dieser menschlichen Einrichtungen, also wird auch das Ausschalten dieser keinen Rückgang in der geistigen Entwicklung bedeuten. Dagegen wird es sich klären, wieweit der einzelne es sich nun angelegen sein läßt, geistig zu streben, denn dieses erst hat rechten Wert vor Gott. Den Menschen soll der Glaube an einen liebevollen, weisen und allmächtigen Schöpfer nahegebracht werden und Dessen Willensäußerung, die göttlichen Gebote, sollen ihnen verkündet werden. Und es sind dazu wahrlich keine Organisationen nötig, wie sie menschlicherseits entstanden sind. Es können diese Lehren immer und überall den Menschen verkündet werden, sowie ein Mensch wissend ist und sein Wissen in Liebe dem Mitmenschen weitergeben will. Sind aber die Menschen solchen Lehren gänzlich unzugänglich, dann verklingen sie an den Ohren, wie umgekehrt der willige Mensch empfänglich ist und sich stets bemühen wird, die Lehren zu befolgen. Die Menschheit der Jetztzeit aber wendet sich von allem Geistigen ab, nicht zuletzt deshalb, weil ihnen diese weltlich-kirchlichen Organisationen nicht zusagen, weil sie in diesen nur das Menschenwerk sehen und der Kern ihnen verschlossen bleibt, der diese Einrichtungen rechtfertigen würde. Es wird zuviel Wert gelegt auf das Äußere, und folglich sucht man, das zu zerstören, was dem Menschen mißfällt. Den irdischen Maßnahmen wird alles zum Opfer fallen, auch die Bestrebungen, die Wahrheit zu verbreiten, werden unterbunden werden, was ein Zeichen ist für die entgeistigte Menschheit, die nichts mehr gelten lassen will, was außerhalb des Irdischen liegt. Und doch läßt Gott alle diese menschlichen Übergriffe zu, sind sie doch andererseits dazu geeignet, die Menschen zum Nachdenken zu veranlassen. Und es wird dies erfolgreich sein bei denen, die noch zu lau und äußerlich waren und nun gezwungen sind zu einer Stellungnahme. Noch sind die Mitläufer ohne eigene Meinung, dann aber müssen sie für sich selbst eintreten, sie müssen außerhalb der Organisation stehend ihr Verhältnis zu Gott klären, sie müssen selbst die Verbindung suchen mit Gott, und ihr Lebenswandel muß dem Willen Gottes entsprechen, der einem jeden Menschen hinreichend bekannt ist und den sie nur zu erfüllen brauchen, um sich auch Gott verbunden zu fühlen und Seiner Kirche anzugehören, die nicht weltlich, sondern geistig zu verstehen ist. Große Umänderungen werden die Menschen zu erwarten haben, denn die Zeit der Entscheidung rückt immer näher, und alles muß sich zuvor noch erfüllen, was Gott verkündet hat in Wort und Schrift - es wird kein Stein auf dem anderen bleiben, es wird nichts bestehenbleiben, was ist, weil Menschen es entstehen ließen und Menschenwerk vergänglich ist. Amen. B.D. NR. 2742.

 

Buch 34/35/36 2744

Unerforschte Naturkräfte. Elementares Wirken dieser.

17. Mai 1943. B.D. NR. 2744.

Wohl können sich die Menschen die Kräfte der Natur nutzbar machen; sie können sie auswerten und sich ihren Plänen dienstbar machen; sie können wieder Dinge entstehen lassen mit Hilfe dieser Naturkräfte, aber sie vermögen nicht, sie restlos zu ergründen. Es bleibt ihnen verborgen, in welchem Zusammenhang diese Kräfte miteinander stehen und was sie im Grunde des Grundes eigentlich sind. Und niemals werden sie darüber Aufschluß erlangen können, weil dieses Wissen ein Eindringen in geistiges Gebiet bedeutet, das rein forschungsmäßig nicht betreten werden kann. Denn der Urgrund jeder Naturkraft ist im Geistigen zu suchen und daher so lange nicht erklärbar, wie weder der geistige Weg beschritten wird, noch der Glaube an Geisteswirken überhaupt vorhanden ist. Eine wahrheitsgemäße Aufklärung berührt unweigerlich die geistige Sphäre, die Sphäre, die zumeist die Menschen nicht gelten lassen wollen. Und also werden sie nur soweit die Kräfte der Natur ergründen können, wie sie sich irdisch erklären und begründen lassen. Die Menschen können also wissenschaftlich nur zu solchen Ergebnissen gelangen, die sich beweisen lassen, d.h., sie können wohl die Auswirkung feststellen durch ihre Erfahrungen, niemals aber die Ursache. Sie kommen gewissermaßen nur dem näher, was irdisch sich äußert, und sie können dies bis in die Einzelheiten beobachten und also nun auch forschungsmäßig beweisen und darauf nun aufbauen und sich diese Kräfte entsprechend nutzbar machen. Woher sie aber kommen, was sie eigentlich sind und welchen Zweck sie haben, ist den Menschen noch ein ungelöstes Rätsel und wird es auch so lange bleiben, wie nicht der geistige Weg beschritten wird. Und darum werden sie auch die Naturelemente, so sie sich außergewöhnlich austoben, nicht zu erforschen vermögen, denn da sie um deren Ursprung nicht wissen, ist ihnen Zeit und Art ihres Ausbruchs unbekannt. Sie schließen wohl auf den Einfluß der Sonne und begründen damit die ihnen unerklärlichen Naturkräfte. Ihr Wissen ist Stückwerk und weiset gerade in diesem Gebiet große Lücken auf. Sie sind zwar insofern weit forschungsmäßig fortgeschritten, als daß sie die Auswirkung der Naturkräfte berechnen und zahlenmäßig feststellen können, doch sie werden niemals fähig sein, die Ursache zu ergründen, und daher immer wieder überrascht sein und nicht vorher angeben können, ob und wann diese Kräfte wirksam werden. Sie werden aber auch nicht die Naturelemente ausschalten können, sie werden sie weder hemmen noch zeitlich zu bestimmen vermögen, denn die Kräfte wirken sich elementar aus, unbestimmt in Stärke und Heftigkeit, wie auch die Zeit und Art nicht bestimmt werden kann, da die Naturkräfte zum Durchbruch kommen. Dagegen können Menschen, die erweckten Geistes sind, ohne jegliche wissenschaftliche Forschungen vorausschauend sowohl Zeit als auch Ort erkennen, jedoch nur dann, wenn eine Zeit und Ortsangabe für die Entwicklung der Menschen von Vorteil ist, was aber zumeist nicht der Fall ist, weshalb auch darüber Gott den Menschen das Wissen vorenthält, bis die Stunde gekommen ist, wo Er Selbst durch die Naturgewalten Sich zu erkennen gibt. Denn das Wissen um Zeit und Ort würde nur ein unvorstellbares Chaos unter den Menschen zur Folge haben, eine Angst und Panik, die kaum dazu beitragen würde, die Höherentwicklung der Seelen zu fördern. Nur gibt Gott annähernd den Menschen Kenntnis, um sie hinzuweisen auf das elementare Wüten der Kräfte und sie zur rechten Einstellung zu Ihm zu bewegen. Die Menschen, durch welche Gott das Wissen zur Erde leitet, sind aber schon so weit geistig reif, daß sie um den Ursprung aller Kräfte im geistigen Reich wissen, und daher können sie die Kundgaben im rechten Glauben entgegennehmen und auch im rechten Glauben verbreiten, was der Verstandesforscher jedoch nicht anerkennt, weil ihm als Forschendem der Ursprung unbekannt ist und er geistige Erklärungen nicht gelten läßt. Und dennoch werden die Kundgaben der Vorausschauenden der Wahrheit entsprechen, was sich beweisen wird durch das Eintreffen dessen, was geistig empfangen wurde, während die verstandesmäßig Forschenden überrascht sein werden, weil sie keinerlei Anhaltsgründe hatten, die auf einen Ausbruch der Naturgewalten schließen ließen. Denn dies bleibt ihnen verborgen, weil der göttliche Wille nur denen Aufklärung gibt, die geistige Verbindung suchen mit den Wesen, die über alles Aufklärung geben können, und weil die Erkenntnis dessen, was den Menschen sonst verborgen ist, nur im geistigen Reich gewonnen werden kann. Amen. B.D. NR. 2744.

 

Buch 34/35/36 2745

Gottes Hilfe. Gnade. Nutzen aus freiem Willen.

18. Mai 1943. B.D. NR. 2745.

Der weltlich gesinnte Mensch macht von der Gnade Gottes keinen Gebrauch. Sie steht ihm wohl im gleichen Maße zur Verfügung, doch er nützet sie nicht, er hat kein Verlangen danach und fordert sie daher auch nicht an. In der Gnade Gottes zu stehen heißt, alle Mittel zur Höherentwicklung der Seele zugewendet zu bekommen, also immer und überall Hilfe zu finden, die das Ausreifen der Seele ermöglicht. Der weltlich gesinnte Mensch aber strebt nicht nach dem Reifezustand der Seele, folglich nimmt er auch von den Hilfsmitteln keine Notiz, er benötigt sie nicht, er läßt die Gnade Gottes unbeachtet und ist ohne die göttliche Hilfe zu schwach, um sein Ziel auf Erden zu erreichen. Er wird ständig an allen Gelegenheiten vorübergehen, die seiner Seele förderlich wären. Denn ob auch der Mensch keinerlei Gebrauch macht von der Gnade Gottes, läßt Gott ihn dennoch nicht darben, also Er zieht Sich nicht gänzlich von ihm zurück, indem Er ihn unbedacht läßt, also ihn nun von der Gnadenzuwendung ausschließt, sondern das ganze Leben hindurch bringt Er Sich dem Menschen immer wieder nahe, Er zeigt ihm immer wieder den rechten Weg, Er führt ihm Seine Diener zu, Er trägt ihm gewissermaßen die Gnade immer wieder an, weil Er den Menschen für Sich gewinnen will. Doch der freie Wille des Menschen muß tätig werden, die Gnade anzunehmen, wenn er geistigen Erfolg haben will. Er muß die Hilfe Gottes bewußt in Anspruch nehmen. Zumeist aber sind die weltlich gesinnten Menschen ohne allen Glauben, und folglich nehmen sie nicht etwas in Anspruch, was im Glauben allein begründet ist. Sie bitten nicht um Hilfe, weil sie selbst sich nicht in Not wähnen und weil sie auch keine Macht anerkennen, Die ihnen helfen könnte, wenn sie Hilfe benötigen. Ihre geistige Not empfinden sie nicht, ihnen genügt vollauf das Erdenleben, und sie nützen jegliche Lebenskraft, sich ein irdisches Wohlleben zu schaffen. Ihre geistige Entwicklung aber liegt ihrem Denken so fern, daß sie dafür nicht die geringste Kraft aufbringen und auch ihren Mangel an Kraft nicht empfinden, folglich auch keine Hilfe daher erbitten und folglich auch die Hilfe nicht erfassen, so sie ihnen dargeboten wird in Form von Aufklärung wissender Menschen. Denn jeder Versuch eines geistig strebenden Menschen, den weltlichen Mitmenschen auf den gleichen Weg des Strebens zu bringen, ist schon eine Gnade; es ist eine Hilfe, die Gott den letzteren entgegensendet durch einen Menschen, wenn Er Selbst Sich nicht offensichtlich äußert, um die Glaubensfreiheit des Menschen nicht zu gefährden. Lehnt der Mensch aber ab, so hat er die Gnade Gottes nicht angenommen, er hat sie verschmäht und bleibt geistig daher auf der gleichen niederen Stufe stehen, weil ihm in seinem entgeisteten Zustand tatkräftige Hilfe geboten werden muß und ohne solche er nimmermehr seine Weltliebe überwinden kann, die aber ein Hindernis ist für geistiges Streben. Der Mensch als solcher ist zu schwach, um alle seine Fehler und Begierden zu überwinden; er kann dies aber mit Hilfe Gottes, mit der Gnade, die ihm von Seiner Liebe immer wieder dargeboten wird und die er nur zu nützen braucht, um geistig zu reifen, solange er noch auf Erden weilt. Amen. B.D. NR. 2745.

 

Buch 34/35/36 2746

Gotteskindschaft. Ihre Tätigkeit im Jenseits.

19. Mai 1943. B.D. NR. 2746.

Vorwärts streben soll der Mensch und nicht auf seiner Entwicklungsstufe verharren. Das kurze Erdenleben ist ihm gegeben worden zur Vollendung; es soll seine Seele ausreifen, um ihrer letzten äußeren Fessel ledig zu werden. Der Mensch, der sich dessen nicht bewußt ist, der sich dem Wissen darum verschließt, so es ihm geboten wird, nützet seine Erdenlebenskraft nicht zu dem eigentlichen Zweck, und er lebt daher das Erdenleben vergeblich. Obzwar er Gelegenheit hat, auch im Jenseits auszureifen, wird er die versäumte Erdenzeit niemals mehr nachholen können, denn der geistige Erfolg eines recht genützten Erdenlebens ist ein ganz anderer, als den er im Jenseits durch einen mühevollen Aufstieg erreichen kann. Ein dem Willen Gottes entsprechender Erdenlebenswandel trägt der Seele die Gotteskindschaft ein, sie kann auf Erden zur höchsten Vollkommenheit gelangen, sie kann sich zum Lichtwesen gestalten, das alle Herrlichkeiten des ewigen Lebens genießen darf. Ein Kind Gottes zu werden ist nur den Wesen möglich, die das Erdenleben zurückgelegt haben in treuester Erfüllung der Gebote Gottes, in Ausübung uneigennützigster Nächstenliebe und gerechtem Wandel vor Gott aus Liebe zu Ihm. Es ist die Gotteskindschaft die Anwartschaft auf alle Kindesrechte, und es hat das Kind Gottes das rechte Verhältnis wiederhergestellt, wie es im Uranfang bestanden hat. Es wird das Wesen schaffen und gestalten können aus eigener Kraft, es wird vollkommen sein, wie der Vater im Himmel vollkommen ist. Niemals wird diesen Grad der Vollkommenheit ein Wesen erreichen, das auf Erden nicht dem göttlichen Willen entsprechend gelebt und sich also zur Höhe entwickelt hat. Es kann wohl seinen mangelhaften Zustand im Jenseits beheben, es kann auch dann noch an sich arbeiten und Licht und Kraftempfänger werden, also auch einen hohen Seligkeitsgrad erreichen, aber seine Tätigkeit im Jenseits ist eine ganz andere, als die der rechten Gotteskinder ist. Diese empfangen unmittelbar die Kraft von Gott, und ihre Lichtfülle ist unvorstellbar. Ihr Wille ist gleich der vollbrachten Tat, weil sie mit der ihnen zuströmenden Kraft aus Gott alles vermögen, was sie wollen, und also schaffen und gestalten können gleich Gott. Sie sind selbst ein Teil Gottes, aus Seiner Kraft hervorgegangen und zur Urkraft wieder zurückgekehrt und durch die Verschmelzung mit der Urkraft zum überaus mächtigen Engelwesen geworden, weil der Wille und der Gedanke ihm verblieben ist und es sonach ein freies, seiner selbst bewußtes Lichtwesen ist, das nun überaus schöpferisch tätig ist. Jeder Gedanke wird zur Tat, weil er mit dem Willen Gottes konform geht und die Kraft zur Ausführung ihm ständig zu Verfügung steht. Das Schaffen und Gestalten ist die beglückendste Tätigkeit, denn ihm liegt gleichfalls die tiefe Liebe zugrunde, die Liebe zu dem Unerlösten, dem das lichtvolle Geistige, die Kinder Gottes, wieder neue Möglichkeiten gibt zur Erlösung, indem sie ständig neue Schöpfungen entstehen lassen als Hülle für das noch unerlöste Geistige, auf daß es sich zur Höhe entwickeln kann. Es sind die Kinder Gottes von tiefster Weisheit durchdrungen, Zweck und Ziel jeden Schöpfungswerkes ist ihnen bekannt, und sie wissen auch um den Reifegrad eines jeden Wesens, das in der Schöpfung auf Erden sich verkörpern darf, und also auch um die zweckmäßigsten Mittel zum Ausreifen. Und ein jedes Mittel können sie selbst in Anwendung bringen, sie können es wollen und auch vollenden, sie können jeden Gedanken zum Werk werden lassen, sie sind völlig unbehindert in ihrem Schaffen, immer von der Kraft Gottes erfüllt, und ihr Wille ist gleich dem Willen Gottes. Und in vollster Harmonie stehen sie auch zueinander, weil überall im Lichtreich die Liebe ist, die da ist die Kraft aus Gott. Die Liebe Gottes durchstrahlt alle Wesen und treibt sie zu immer regerer Tätigkeit, sie drängt die Lichtwesen zueinander, zur Vereinigung, und da alle von Gott-gleichem Willen beseelt sind, neue Schöpfungen erstehen zu lassen, um das Unvollkommene zu erlösen, strömet ununterbrochen die göttliche Kraft ins Weltall. Sie erzeugt andauernd neue Schöpfungen, die als Gedanke Gottes von den Lichtwesen aufgenommen und ausgeführt werden und die darum wieder die unübertreffliche Weisheit Gottes und Seine übergroße Liebe bezeugen, weil die Schöpfer und Gestalter derer in engstem Verband stehen mit Gott, die stets und ständig Dessen Willen erfüllten auf Erden wie im Jenseits. Amen. B.D. NR. 2746.

 

Buch 34/35/36 2754

Umgestaltung der Erde. Neue Erde. Zeitgesetz.

25. und 26. Mai 1943. B.D. NR. 2754.

In welcher Weise die Umgestaltung der Erde vor sich gehen wird, das können die Menschen der Jetztzeit nicht begreifen. Und darum erscheint es ihnen auch als Unmöglichkeit, daß Menschen dieser Erde die neue Erde beleben sollen, selbst wenn ihnen die Entrückung der Gläubigen verständlich ist. Die Menschen dieser Erde lassen nur das gelten, was die Naturgesetze zur Grundlage hat. Bei der Umgestaltung der Erdoberfläche aber ist der göttliche Wille in einer Weise tätig, die für den Menschen unfaßbar wäre, so er sie erleben, d.h. den Vorgang betrachten könnte. Es ist gewissermaßen eine Wandlung, die nicht an Zeit und Raum gebunden ist, denn der Wille, die Kraft und Macht Gottes, ist außergesetzlich wirksam. Es ist wohl eine fortschreitende Entwicklung, die sich aber in einer Zeit vollzieht, die für die Menschen eine Geschwindigkeit bedeuten würde, die ihnen unfaßlich wäre. Denn Raum und Zeit bestehen nur für das noch unvollkommene Wesenhafte und im besonderen für das höchstentwickelte, jedoch unvollkommene Wesen, für den Menschen. So aber der Mensch selbst nicht mehr ist - wenn die Entrückten als einzige lebende Menschen von der Erde genommen sind - ist auch das Zeitgesetz hinfällig, also kann Gott Seinen Willen sofort zur Tat werden lassen, so dies Seiner Weisheit entspricht. Er kann also Seine Gedanken als Schöpfung in die Welt stellen, Er kann das Ihm widersetzliche Geistige in die Schöpfung bannen, die seiner Weiterentwicklung dienlich ist, und Er kann diese Schöpfungen entstehen lassen im Moment, weil Sein Wille allein dazu genügt. Gott Selbst ist der Gesetzgeber in Seiner unendlichen Schöpfung, und Seine Gesetze sind in Seiner unübertrefflichen Weisheit begründet. Immer aber ist der Zweck der Gesetzmäßigkeit das Ausreifen des Geistigen, weshalb dieses sich in die göttlichen Gesetze fügen muß, sowie es reifen soll. Hat jedoch eine Erlösungsperiode ihren Abschluß gefunden mit dem letzten Gericht, mit der endgültigen Scheidung des Gott zustrebenden und Gott widersetzlichen Geistigen, so wird das letztere erneut gebunden in der Form, während das erstere die Form verlassen kann und nur durch die Weisheit und den Willen Gottes noch eine Zeit die Außenform behält zur Gründung eines neuen Menschengeschlechtes. Das erneute Binden in der Form aber bedarf keiner Zeitspanne, weil es nicht vor den Augen der Menschen vor sich geht, die wohl die Zerstörung der alten Erde erleben, nicht aber die Umgestaltung dieser. Ihnen ist aber der Zeitbegriff genommen, so daß sie völlig darüber im Unklaren sind, wie lange Zeit vergangen ist, bis sie der neuen Erde wieder zugeführt wurden. Die Erinnerung an die alte Erde ist ihnen nicht genommen, und darum erkennen sie die Macht und Kraft Gottes und Seine Liebe und preisen und loben Ihn und sind Ihm in tiefer Dankbarkeit ergeben. Die Wunder der neuen Schöpfung erfassen sie durch ihren tiefen Glauben, d.h., sie wissen, daß bei Gott kein Ding unmöglich ist, und nehmen daher alles auf mit kindlicher Selbstverständlichkeit, weil sie durch die Liebe auch im rechten Verhältnis eines Kindes zum Vater stehen und Sein Walten und Wirken anerkennen. Ihr Glaube ist so tief, daß sie für alles Wunderbare die Erklärung haben in der Allmacht, Weisheit und Liebe Gottes, und also erscheint ihnen nichts unmöglich; sie zweifeln nicht, sie grübeln und überlegen nicht, wie das Umgestaltungswerk vor sich gegangen ist und welche Zeit Gott dafür benötigt hat, sondern sie betrachten alles als den Form gewordenen Willen Gottes, weil sie wissend geworden sind durch ihren Glauben und ihre Liebe und sie auch die neue Schöpfung betrachten als das, was sie ist - als Hülle des Geistigen, das noch unentwickelt ist und zur Reife gelangen soll. Und wer darum weiß, dem ist nichts mehr wunderbar, denn er findet in dem Zweck der Schöpfung die Erklärung für jeglichen Vorgang. Amen. B.D. NR. 2754.

 

Buch 34/35/36 2755

Neue Erlösungsepoche. Paradiesischer Zustand. Erneuter Kampf.

27. Mai 1943. B.D. NR. 2755.

Eine Zeit der größten Wirrnisse wird nun abgelöst von einer Zeit des tiefsten Friedens, denn alles, was da lebt im freien Willen, ist für Gott, also Gott-zugewandten Willens und benötigt daher weder Leid noch Trübsal als Erziehungsmittel. Es steht in der Liebe und ist also Gott nahe - und die Gottnähe bedeutet Frieden und Eintracht und einen Glückseligkeitszustand schon auf Erden. Und dies ist der Anfang einer neuen Erlösungsperiode, in welcher der Gegner Gottes noch keinen Einfluß hat auf die Menschen, weil er gebunden ist auf lange Zeit. Es ist ein paradiesischer Zustand, weil die Menschen im Erkennen stehen, weil ihnen der Glaube und die Liebe das Wissen eingetragen hat und sie im Erkennen der Wahrheit glücklich sind. Jeder Vorgang auf Erden ist ihnen verständlich, der Irrtum ist verbannt, sie hören die Stimme Gottes in sich, die sie weiterhin belehrt, und ihre Liebe zu Gott steigert sich und kommt in uneigennütziger Nächstenliebe zum Ausdruck. Und dieser harmonische Zustand währet lange Zeit. Die Schöpfungen auf der Erde sind aber wieder Träger des Geistigen, das zur Höhe sich entwickeln soll, und also müssen sie diesem auch Gelegenheit geben zum Dienen. Und sie werden daher sich gleich den Schöpfungen der alten Erde auflösen und in sich verändern, um das Geistige darin freizugeben, daß es sich wieder neu verformen kann. Folglich müssen auch die Menschen der neuen Erde gewisse Tätigkeiten verrichten, um diese fortdauernde Entwicklung des Geistigen zu fördern. Das Geistige aber ist noch sehr unreif und bedrängt in einem gewissen Reifezustand die Menschen, d.h., es sucht den Sinn der Menschen sich zuzulenken, und so diese sich davon beeinflussen l assen, entfernen sie sich von Gott. Es sind dies erst die kommenden Geschlechter, deren Seelen noch unreife Substanzen in sich bergen und die darum wieder mehr ringen müssen, um zur geistigen Reife zu gelangen. Die Gotterkenntnis ist entsprechend getrübt, sie sind zwar nicht gänzlich Gott-fern, aber sie vermögen Seine Stimme nicht mehr klar zu vernehmen, weil ihre Sinne sich schon spalten, weil sie nicht mehr ungeteilt auf Gott gerichtet sind, sondern auch von den irdischen Dingen abgelenkt werden, und dies eine Verfinsterung des Geistes zur Folge hat. Und dann hat der Gegner Gottes wieder Einfluß auf die Seelen der Menschen, und es beginnt der Kampf um das Geistige von neuem, eine neue Erlösungsepoche setzt ein, ein erneutes Ringen der lichtvollen Welt gegen die drohende Finsternis und entsprechend auch ein schwereres Erdenleben für die Menschen, die in Gefahr sind, sich an die Materie zu verlieren. Gott spricht zwar ständig zu den Menschen und gibt ihnen Seinen Willen kund, doch je mehr sie die Materie anstreben, desto weniger vernehmen sie die göttliche Stimme, und also entfernen sie sich von Ihm. Die göttliche Liebe aber ziehet sie immer wieder zu Sich, und immer wieder kommt Er ihnen näher, um ihnen die restlose Erlösung aus der Form zu ermöglichen, die zwar nicht ohne Kampf erreicht wird, weswegen Gott Seinem Gegner erneut die Macht zubilligt über die Seelen der Menschen, denen Er aber im gleichen Maß Seine Kraft zur Verfügung stellt, jenem zu widerstehen. Es ist dies eine Erlösungsperiode von kürzerer Zeitdauer, weil das Geistige seinen erneuten Erdengang unter besonders schweren Bedingungen zurücklegen muß, es also seine Widersetzlichkeit weit schwerer büßen muß als auf der alten Erde und es sich schneller entschließt, diesen Widerstand aufzugeben. Folglich legt es eine jede folgende Entwicklungsphase bedeutend schneller zurück und kann sich entsprechend zeitiger wieder als Mensch verkörpern. Doch auch dieses Leben als Mensch bringt ihm erst dann die endgültige Erlösung, wenn er das Aufgeben des Widerstandes bezeugt durch ein fortgesetztes Liebeswirken, wozu er auch wieder reichlich Gelegenheit hat. Denn solange die Erde der Aufenthaltsort und die Schulungsstation des Geistigen ist, wird diesem Geistigen auch die Möglichkeit gegeben, sie als vollendetes Lichtwesen zu verlassen. Doch ihm selbst liegt es ob, wie lange es dazu braucht, weil das Geistige als Mensch mit dem freien Willen ausgestattet ist und dieser nun von ihm genutzt werden kann in rechter oder auch verkehrter Weise. Denn die neue Erde wird die gleichen Anforderungen an die Menschen stellen - sich durch die Liebe zu Gott und zum Nächsten zu erlösen. Amen. B.D. NR. 2755.

 

Buch 34/35/36 2756

Des Geistes Kraft.

28. Mai 1943. B.D. NR. 2756.

So lasset euch belehren, und sträubet euch nicht gegen die Übermittlungen von oben. Bedenket, daß ihr unwissend seid und daß euch das rechte Wissen, die Wahrheit, nur von oben zugeleitet werden kann, daß ihr es direkt oder indirekt in Empfang nehmen müsset, wollet ihr geistig reifen. Solange ihr aber nur euren Verstand tätig werden lasset und des Geistes Kraft nicht in Anspruch nehmet, werdet ihr schwerlich in der Wahrheit stehen, weil die Wahrheit Mein Anteil ist und bleiben wird, die nur durch Meinen Geist zur Erde geleitet werden kann. Es kann die Wahrheit nur von Mir ausgehen, weil sie in Mir ihren Ursprung hat. Sie kann aber auch nur dorthin ausstrahlen, wo sich die Herzen Mir öffnen, wo also bewußt diese Ausstrahlung - das Wirken Meines Geistes - begehrt wird. Es muß im Menschen der Wille rege geworden sein, in Verbindung mit Mir zu stehen, dann ist durch diesen Willen auch schon die Verbindung mit Mir hergestellt insofern, als daß Meine Kraft in Form von rechten Gedanken auf den Menschen überströmt und er Mir nun immer eifriger entgegendrängt. Und diese Gedanken sind schon Übermittlungen aus dem geistigen Reich, diese Gedanken sind förderlich für die Seele, und durch diese Gedanken wird euch Mein Wille offenbar, und ihr werdet dann das erfüllen, was Ich gedanklich von euch fordere, weil ihr erkennet, daß dies Mein Wille ist. Suchet die Verbindung mit Mir durch Gebet zu vertiefen, wenn euch die Welt daran hindern will, und horchet, was Ich euch gedanklich zu tun heiße. Und es wird immer das Gebot der Liebe in euch ertönen, immer werdet ihr Meine Stimme vernehmen, die euch zum Liebeswirken anregt, und so ihr dieser Stimme folget, verbindet ihr euch immer inniger mit Mir, und ihr vernehmet auch immer klarer Meine Stimme, eure Gedanken sind klar und geordnet, euer Wissen nimmt zu, ihr steht in der Wahrheit und reifet an eurer Seele. Denn Mein Geist, Meine Kraft, wird in euch wirksam, und nur Meines Geistes Kraft bringt dies zuwege, daß ihr fortschreitet auf dem Wege der Entwicklung, nur Meines Geistes Kraft vermittelt euch die Wahrheit und drängt euch zum Liebeswirken. Amen. B.D. NR. 2756.

 

Buch 34/35/36 2757

Wille Gottes und Zulassung Gottes.

28. Mai 1943. B.D. NR. 2757.

Gegen den göttlichen Willen kämpft der Wille des Menschen vergeblich an. Es ist dieser wohl frei, d.h., er kann wollen, jedoch nicht immer das ausführen, was er will. Und folglich wird er niemals kraft seines Willens etwas vollbringen können, so der Wille Gottes dagegengerichtet ist. Denn Seinem Willen muß sich alles fügen, Sein Wille regieret Himmel und Erde, und Sein Wille wird niemals von menschlichem Willen übertrumpft werden können. Doch zumeist setzet Gott Seinen Willen nicht dem menschlichen Willen entgegen, und Er hindert den Menschen auch nicht, seinen eigenen Willen zur Ausführung zu bringen, dann kann er seinen Willen zur Geltung kommen lassen, für den er sich dann aber auch verantworten muß. Was Gott Selbst will, das ist überaus weise und daher auch immer gut.Was der Mensch will, kann von Gott wohl zugelassen werden, braucht aber deshalb nicht immer gut zu sein. Und darum muß ein Unterschied gemacht werden zwischen dem Willen Gottes und der Zulassung Gottes, denn was Gott zuläßt, hat immer den Willen des Menschen zum Anlaß und entbehrt sehr oft der Weisheit und auch der Liebe. Also es gibt Gott gewissermaßen Seine Zustimmung zu einem mangelhaften Vorhaben; zu einem Vorhaben, dessen Leitmotiv weder in der Liebe noch in der Weisheit zu suchen ist und das deshalb dem göttlichen Willen widersprechen muß. Gott duldet es, aber Er heißt es nimmermehr gut. Würde Er aber Seinen eigenen Willen dagegensetzen, dann könnte der freie Wille des Menschen niemals zur Geltung kommen, also auch nicht anerkannt werden; andererseits aber könnte der Mensch niemals zur Verantwortung gezogen werden, weil er dann niemals etwas ausführen könnte, was schlecht ist, und er das Gute in einem gewissen Zwang verrichten müßte, da er von Gott aus gehindert würde zum Gegenteil. Und darum kann auf der Erde das größte Chaos sein, der göttliche Wille wird nicht dagegen vorgehen, solange der menschliche Wille selbst dieses Chaos schafft, denn Gott bezweckt durch Sein Dulden, daß der Mensch selbst zum Erkennen kommt und er seinen Willen wandelt, daß er sich dem göttlichen Willen unterstellt und von selbst zur göttlichen Ordnung zurückkehrt, d.h. im Gott-gleichen Willen steht und danach handelt. Nur wenn des Menschen Wille immer verkehrter wird, wenn er sich von der göttlichen Ordnung immer weiter entfernt, dann setzet Gott Seinen Willen dagegen. Dann ist des Menschen Wille machtlos und kann nicht gegen den Willen Gottes aufkommen - dann kann er nicht ausführen, was er will, und dennoch muß er sich für den verkehrten Willen verantworten, weil dieser frei ist. Die Kraft zur Ausführung geht ihm immer von der Seite zu, der sich sein Wille zuwendet. Gott unterstützet ihn, so sein Wille gut ist, der Gegner Gottes aber gibt ihm seine Macht und Kraft, so sich des Menschen Wille bereit erklärt, für ihn zu wirken, indem er willig ist, Dinge zu vollbringen, die dem göttlichen Willen und der göttlichen Ordnung zuwiderlaufen. Gott lässet Seinen Willen jedoch dann zur Tat werden, so der menschliche Wille gänzlich versagt und dies eine Gefahr bedeutet für die gesamte Menschheit. Dann tritt der Wille Gottes sichtbar in Aktion, und des Menschen Wille vermag nicht, sich dem göttlichen Willen zu widersetzen, denn dieser allein regieret im Himmel und auf Erden. Amen. B.D. NR. 2757.

 

Buch 34/35/36 2775

Inkarnation. Triebhaftigkeit. Vorstadien.

15. Juni 1943. B.D. NR. 2775.

Die Inkarnation einer Seele kann dann stattfinden, wenn sich alle Substanzen in ihr gesammelt haben, die in den verschiedensten Schöpfungen den Erdenweg zurückgelegt und sich also zur Höhe entwickelt haben. Jedes Schöpfungswerk muß in seiner seelischen Substanz vertreten sein, um nun die Inkarnation eingehen zu können, d.h., der menschliche Leib wird nun die Hülle einer solchen Seele, die alle Schöpfungswerke in Miniatur in sich birgt. Der endlos lange Erdengang zuvor hat den Zusammenschluß aller dieser Substanzen zuwege gebracht, und nun harren diese ihrer letzten Verkörperung. Sie werden als Seele der menschlichen Außenform einverleibt, um das letzte Stadium ihrer Entwicklung durchzumachen. Es ist diese Inkarnation von verschieden langer Dauer, je nach dem Reifezustand der einzelnen Substanzen, die in ihren Vorstadien auch eine gewisse Freiheit hatten, obwohl sie sich im Mußzustand dem Willen Gottes gemäß betätigten. Jedoch in den letzten Stadien vor der Verkörperung als Mensch wurde dieser Mußzustand schon mehr und mehr gelockert, so daß bestimmte Triebe gedämpft oder auch verstärkt ausgelebt werden konnten und dies einen höheren oder tieferen Reifegrad zur Folge hatte, der nun wieder die Länge der letzten Verkörperung als Mensch bestimmt. Es streben aber alle Seelensubstanzen diese letzte Verkörperung auf Erden an, weil sie, sowie sie sich vereinigt haben zur menschlichen Seele, darum wissen, daß die menschliche Außenform ihre letzte materielle Hülle ist und sie nach dieser jeder irdischen Fessel ledig sein können. Und darum hält sich die Seele nun dort auf, wo ihr Gelegenheit geboten ist, sich zu inkarnieren. Verständlicherweise wird sie ihren Aufenthalt dort nehmen, wo sich die Wesensart der Menschen ihrem Reifezustand anpaßt, d.h., wo die gleichen Triebe und Eigenschaften bei den Menschen anzutreffen sind, die ihr eigenes Wesen kennzeichnen, was jedoch nicht ausschließt, daß eine Seele, die anders veranlagt ist, sich bei wesensfremden Menschen zu verkörpern sucht, um diese Verkörperung zu beschleunigen. Dann aber hat sie oft mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen während ihres Erdenlebens, weil ihrer Wesensart nicht Rechnung getragen wird und sie den Anforderungen, die an sie gestellt werden, nicht gerecht werden kann. Da die Seele aber vorher um ihren Erdenlebensweg weiß, wird sie nicht gehindert, so sie selbst ihre Wahl trifft, da ihr in jeder Verkörperung die Hilfsmittel zur Verfügung stehen, um ihre letzte Reife zu erlangen. Sie hat durch die verschiedensten Verformungen zuvor eine jede Anlage in sich, nur in verschiedener Stärke, und kann diese nun im Erdenleben verstärken oder verringern, je nach ihrem Willen. Also unfähig ist sie nicht, und die Kraft dazu wird ihr vermittelt ebenfalls ihrem Willen gemäß. Ist sie aber lau in ihrem Streben, dann bleibt sie im gleichen Reifezustand wie vor ihrer Verkörperung als Mensch, dann hat ihr die Inkarnation keine Höherentwicklung eingetragen. Sie wird zwar bei ihrem Ableben der körperlichen Hülle ledig, ist aber noch gefesselt an die materielle Welt durch ihre Begierden und Triebe, die sie im Erdenleben überwinden sollte. Sie hat demnach ihre Inkarnation auf der Erde nicht ausgenützt, und es trägt ihr dies einen unbeschreiblichen Reuezustand ein, so sie erkennt, daß sie sich das Anrecht auf die Gotteskindschaft verscherzt hat und es auch nicht mehr erlangen kann; wenngleich sie im Jenseits noch unendlich viele Möglichkeiten hat, zur Anschauung Gottes zu gelangen. Doch eine inkarnierte Seele muß sich dereinst verantworten vor Gott, wie sie die Möglichkeiten auf der Erde genützt und welche geistigen Erfolge sie beim Ableben zu verzeichnen hat, denn es ist die Verkörperung als Mensch eine Gnade, die nicht hoch genug gewertet werden kann; sie ist ein Geschenk, das auch entsprechend geschätzt werden soll, indem der Mensch alles tut, was zu seiner Höherentwicklung dienlich ist, denn er kommt nicht mehr zur Erde zurück, so er einmal diese verlassen hat. Amen. B.D. NR. 2775.

 

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