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Bertha Dudde Botschaften

Autor: Bertha Dudde 1.4.1891 - 18.9.1965
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Buch 33

B.D. NR. 2420 - B.D. NR. 2576
22.7.1942-6.12.1942
2422 2440 2441 2459 2474  2479b 2494 2495 2513 2552
2575

 

Buch 33 2422

Erlösende Tätigkeit bedingt Gott-gleichen Willen.

25. Juli 1942. B.D. NR. 2422.

Jede geistige Tätigkeit bedingt einen Gott-gleichen Willen, d.h., sowie sich ein Wesen, sei es auf Erden oder auch im Jenseits, geistig betätigt, ist sein Wille Gott zugewandt, also es ist nicht mehr Gott widersetzlich, sondern es unterstellt sich Seinem Willen, während ein Wesen, das sich Ihm noch nicht unterordnet, entweder keinen Drang hat nach geistiger Betätigung oder ihm die Kraft dazu mangelt, weil es noch abseits Dessen steht, mit Dem es sich zusammenschließen soll. Im Gott-gleichen Willen zu stehen heißt, zu tun, was Gott will, in voller Übereinstimmung mit Gott zu wirken und zu schaffen. Und immer bezweckt dieses Wirken das Erlösen des noch gebundenen Geistigen. Und diese Tätigkeit kann sowohl auf Erden als auch im Jenseits ausgeführt werden und wird immer das Wichtigste sein und bleiben, solange das Geistige noch nicht restlos erlöst ist, also in Zeit und Ewigkeit wird dies die Tätigkeit dessen sein, was sich im freien Zustand befindet, daß es auch dem gebundenen Geistigen zur Freiwerdung verhilft. Geistig tätig zu sein heißt, Licht zu bringen den Wesen, die noch im Dunkeln wandeln, es heißt, die Wahrheit zu verbreiten, auf daß sie sich nun dem Licht zuwenden, auf daß sie liebetätig werden. Es ist dies die größte Liebetätigkeit, dem unerlösten Geistigen den Weg zu weisen zum Licht. Gottes übergroße Liebe kennt kein anderes Ziel, als das Geistige in die Freiheit zu leiten, und alle Wesen, die Seinen Willen erfüllen wollen, die sich Ihm anschließen, werden gleichfalls kein anderes Ziel haben und folglich auch keinen anderen Willen, als dem unerlösten Geistigen zu helfen. Auf Erden bezeugt der Mensch seinen Willen zur erlösenden Tätigkeit, indem er in Liebe weitergibt, was ihm geboten wurde und ihm zu einer gewissen geistigen Freiheit verholfen hat - indem er also Licht und Wahrheit verbreiten hilft. Im Jenseits gilt die Tätigkeit des Geistigen gleichfalls dem Verbreiten der Wahrheit, nur daß diese Tätigkeit ein gedankliches Unterweisen ist, also eine reingeistige Tätigkeit darunter zu verstehen ist. Diese Gedanken-Übertragung muß also dem Willen Gottes entsprechen, weil das Wesen im Jenseits nichts anderes als den Willen Gottes ausführen kann, wenn es selbst mit Gott verbunden ist. Die Wesen im Jenseits, die Gott-fern sind, also Ihm noch gänzlich widersetzlich sind, beeinflussen zwar auch die Gedanken der Menschen, doch niemals in geistiger Beziehung, sondern sie bestimmen sie zu irdischem, d.h. materiellem Denken und lenken ihre Gedanken niemals Gott zu, sondern von Ihm ab. Also kann diese Gedankenbeeinflussung keine geistige Tätigkeit genannt werden, wenngleich das falsche Denken auch von Wesen ausgeht, die nicht mehr der Erde angehören. Doch deren Willen geht nicht mit dem Willen Gottes gleich, und ihre Kraft ist nur gering, so daß sie nur Einfluß haben auf jene Menschen, die gleichfalls dem Willen Gottes widerstreben. Amen. B.D. NR. 2422.

 

Buch 33 2440

Begriff für Zeit und Raum als freies oder unfreies Wesen.

7. August 1942. B.D. NR. 2440.

Nur Auszüge.

Es ist im Zeitraum der Ewigkeit ohne Bedeutung, in welcher Entwicklungsphase, d.h., in welcher Erlösungsperiode das Geistige den Erdengang zurücklegt, denn die Zeit vorher und auch nachher ist so unendlich lang, daß die Zeit der Gebundenheit in der Form nur wie ein Augenblick bewertet werden kann. Dennoch ist es für das Geistige selbst nicht gleichgültig, denn je eher es von der drückenden Außenform befreit wird, desto eher werden ihm die Herrlichkeiten des geistigen Reiches erschlossen; also während es zuvor zu den negativen Kräften gehörte, ist es nun zur positiven Kraft geworden, weshalb die Zeit der Freiwerdung nicht ernst genug erstrebt werden kann. Undenklich lange Zeit hat es Gott entgegengewirkt, aber Ewigkeiten hindurch ist es nun tätig für Gott und mit Gott. Doch solange das Geistige gebunden ist, fühlt es sich als unfreies Wesen und leidet, und zudem hat es in dieser Zeit einen anderen Begriff von Zeit und Raum als nachher in der Ewigkeit als freies Wesen. Und so erscheint ihm diese Zeit der Unfreiheit unerträglich lang, und dieses Zeitempfinden ist gleichfalls göttliche Zulassung, um in dem Geistigen das Verlangen nach der Freiheit zu verstärken. Wann also das Wesenhafte sich auf Erden verkörpert, ist belanglos, immer wird es diese Zeit als äußerst lange andauernd spüren und darunter leiden; nachher aber als Lichtwesen erscheint sie ihr als flüchtiger Augenblick. Als unvollkommenes Wesen im Jenseits aber leidet es noch unter der gleichen Zeitschätzung - oft sogar erscheint ihm die Leidenszeit nie-endend, sowie das Wesen zur völligen Untätigkeit verdammt ist. Denn desto größer ist seine Qual, weil die Aussicht auf Änderung seines Zustandes dem Wesenhaften die Qualen verringern würde.

Ihm ist alles zu jeder Zeit gegenwärtig, also es kennt das vollendete Geistige keine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sondern es ist dies alles nur ein Begriff.

Es kann das Wesen alles erleben zu gleicher Zeit, was den Menschen auf Erden unverständlich ist. Doch wird es die Leidenszeit zuvor nicht mehr als Leidenszeit betrachten können, sondern nur als Läuterungsgang, der unerläßlich war und daher unabwendbar, den es aber nicht mehr als qualvoll empfindet, weil Leid und Qualen für das Lichtwesen ausscheiden. In dem Zustand der Freiheit ist das Wesen so überaus glücklich, daß es die Prüfungszeit auf Erden nur als notwendige Zwischenstation betrachtet, die ihm dieses unsagbar große Glück eingetragen hat. Amen. B.D. NR. 2440.

 

Buch 33 2441

Von Gott vorgeschriebener Lebensweg. Freier Wille. Tat und Auswirkung.

8. August 1942. B.D. NR. 2441.

Das kleinste Geschehen im Erdenleben hat seinen Zweck, wenngleich dies dem Menschen nicht ersichtlich ist. Es gibt keine Zufälle, sondern nur Fügungen Gottes, denn bis ins kleinste ist der Lebensgang jedem Menschen vorgezeichnet, dies aber immer dem Willen der Menschen entsprechend, den Gott von Ewigkeit voraussah. Es ist dies von so ungeheurer Wichtigkeit, daß die Menschen darum wissen sollen, jedoch gibt gerade diese Lehre oft Anlaß zu irrigem Denken - daß der Mensch nun glaubt, jeglicher Verantwortung für alles Geschehen enthoben zu sein, weil es ja so kommen müsse, wie es Gott gewollt hat seit Ewigkeit. Die Gnade der Verkörperung trägt dem Menschen auch den freien Willen ein, und nun kann er handeln und denken eben jenem Willen gemäß. Er lebt nun also das Leben, wie er es will; es müssen ihm aber auch Möglichkeiten gegeben werden, diesen seinen Willen zu erproben, d.h., sich für gut oder böse zu entscheiden. Es ist also lediglich der Wille zur geistigen Umgestaltung seiner Seele völlig frei, während der Wille des Menschen in irdischer Beziehung noch gewissermaßen gebunden ist - daß er zwar auch irdische Geschehen bestimmen kann kraft seines Willens, aber immer nur dessen Ausführung selbst anregen kann, niemals aber die Auswirkung von ihm allein abhängt. Die Auswirkung jeder Willensäußerung der Menschen lenkt Gott, und zwar nach weisestem Plan immer wieder so, daß die seelische Gestaltung gefördert werden kann, wenn wieder der Wille des Menschen dazu neigt. Also es kann jegliches Vorhaben eines Menschen durch Gottes Willen gehindert werden, oder aber er muß erst die Zustimmung Gottes haben, ehe es ausgeführt werden kann. Diese Zustimmung wird Gott aber auch geben, wenn eine Handlung nicht dem göttlichen Willen entspricht, um die Freiheit des Willens nicht zu beschneiden, doch ob der Erfolg so ist, wie ihn der Ausführende erhofft, das hat der Mensch nicht in der Hand. Es kommt alles, wie Gott es will; und was auch dem Menschen als Lebensweg beschieden ist, es ist Gottes Wille, der dem Menschen die Ausreifungsmöglichkeiten so bietet, daß er für seine Seele Vorteil daraus ziehen kann. Andererseits aber muß sich der Mensch verantworten für seinen Willen, so er etwas Schlechtes zur Ausführung bringen will, auch wenn die Auswirkung durch Gottes Fürsorge verhindert wird. Entsprechend dem Willen des Menschen, um den Gott schon seit Ewigkeit weiß, treten alle Ereignisse an ihn heran, wie Gott es bestimmt hat. Er nahm gleichsam den Ihm erkenntlichen Willen der Menschen als Richtschnur für das Erdenleben dieser und läßt nun gewissermaßen diesem Willen freien Lauf, jedoch schützend die Menschen, die Ihm ergeben sind, vor allen schweren Auswirkungen dessen, was der böse Wille der Menschen veranlaßt. Amen. B.D. NR. 2441.

 

Buch 33 2459

Kurze Richtschnur für das Leben.

28. August 1942. B.D. NR. 2459.

Euer Leben soll sein ein Wirken in Liebe, und was ihr auch beginnet, immer soll die Liebe die Triebkraft sein, und immer sollt ihr in innerlicher Verbindung stehen mit Gott. Und ihr seid mit Gott verbunden, so ihr in der Liebe tätig seid. Und dazu habt ihr stets und ständig Gelegenheit, immer werdet ihr hilfsbedürftigen Mitmenschen eure Hilfe zuwenden können, sei es körperlich oder geistig. Jedes gute Wort, jede hilfsbereite Tat ist ein Liebeswerk, so es aus dem Herzen kommt, d.h. freiwillig, im Drang zu helfen, getan wird. Und Gott ersieht den Willen eures Herzens, Er weiß um eure Gesinnung und bewertet danach auch eure Liebestat. Und somit erfüllet ihr das größte Gebot, Gott über alles zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. Denn sowie ihr den Mitmenschen Gutes tut, sowie ihr wie Brüder zueinandersteht und einander dienet, beweiset ihr auch Gott eure Liebe zu Ihm, denn ihr liebt in eurem Nächsten auch Den, Der ihn erschaffen hat; ihr liebet den Vater, aus Dem ihr alle als Seine Geschöpfe hervorgegangen seid. Und ihr nähert euch immer mehr eurem Ausgang von Ewigkeit, ihr kommt Gott nahe, von Dem ihr euch dereinst getrennt habt. Ihr kehret durch die Liebe wieder zu Dem zurück, Der in Sich die Liebe ist, und also erfüllet ihr nun auch eure Erdenaufgabe, indem ihr euch so formt, wie es Gottes Wille ist, indem ihr euer Herz durch Liebeswirken gestaltet zur würdigen Aufnahme des göttlichen Liebegeistes. Um das zu fassen, müsset ihr wissen, daß eure Seele sich einen soll mit dem Geist in euch, der, als göttlicher Geistesfunke in euch gelegt, seiner Erweckung harrt durch Liebeswirken. Erst wenn dieser Geistesfunke in euch zum Erwachen gebracht worden ist, kann er wirksam werden, d.h., er kann euch von innen heraus belehren, und so ihr in der Liebe verbleibet, zieht ihr den göttlichen Geist zu euch heran, der sich mit dem Geistesfunken in euch verbindet. Und so kann eure Seele in aller Fülle die ewige Gottheit, den göttlichen Geist, in sich bergen, so ihr euch bemühet, sie dem Willen Gottes gemäß zu formen - indem ihr also arbeitet an eurer Seele, d.h. ankämpfet gegen schlechte Gedanken und Begierden und einen gerechten, reinen, liebetätigen Lebenswandel anstrebt. Das ist alles, was Gott von euch verlangt während eures Erdenlebens. Und damit ihr das auch vermöget, stellt Er euch ungemessen Seine Gnade zur Verfügung, Seine Hilfe, Seine Kraft - die ihr aber im Gebet anfordern müsset, die ihr erbitten müsset, auf daß sie euch zugehen kann, denn nur durch das bewußte Begehren derselben strömt sie euch zu, weil ihr dadurch Gott euren Willen bekundet, daß ihr zu Ihm verlangt. Dann erfaßt euch Seine Liebe, und Er lässet euch nimmermehr fallen. Er belehret euch durch Seinen Geist in euch und führet euch ein in die Wahrheit. Amen. B.D. NR. 2459.

 

Buch 33 2474

Lüge. Wahrheit. Bekämpfen des Irrtums.

15. September 1942. B.D. NR. 2474.

Es muß gegen den Irrtum angekämpft werden, denn er ist in die Welt gesetzt worden von dem, der die Wahrheit verdrängen will. Die Wahrheit aber ist Gott, und wer für Gott ist, der muß auch in der Wahrheit stehen und die Lüge verabscheuen. Lüge ist alles, was gegen die Wahrheit gerichtet ist; Lüge ist das Wirken dessen, der in weitester Gott-ferne steht und der auch die Menschen von Gott entfernen will. Die Lüge ist das Produkt der Finsternis, sie scheut das Licht, weil sie nicht bestehen kann, wo die Wahrheit, das hellste Licht aus den Himmeln, leuchtet. Und darum muß die Lüge bekämpft werden, denn die Lüge ist wissentlicher Irrtum, der nicht genug verabscheut werden kann. Wer in der Wahrheit wandelt, wird auch den Irrtum erkennen und wider ihn zu Felde ziehen, denn die Wahrheit duldet nicht, daß der Irrtum neben ihr einhergeht. Der Fürst der Lüge aber wendet alle Mittel an, um zu verhindern, daß die Wahrheit sich Bahn bricht. Er kleidet die Lüge in eine solche Form, daß sie schwerlich zu erkennen ist von denen, die nicht ausschließlich nach der Wahrheit trachten. Denn ihnen präsentiert sich die Lüge als Wahrheit. Und der Mensch erkennt sie nicht als das, was sie ist, weil er noch nicht im tiefen Wahrheitsverlangen steht. Und so bricht sich der Irrtum Bahn und er behauptet sich so lange, bis ein Wahrheitsfanatiker ihm den Kampf ansagt. Denn dieser erkennt den Irrtum als Wirken des Widersachers, und er verabscheut ihn. Und da er für Gott streitet, hat er auch die Unterstützung von seiten Gottes zu erwarten, da Gott will, daß die Wahrheit verbreitet wird in der Welt. Denn wo die Unwahrheit ist, dort ist Finsternis, und Finsternis ist Unwissenheit, und die Finsternis soll durch das Licht verdrängt werden; es soll das Wissen um die reine Wahrheit verbreitet werden. Alles, was vom Widersacher unter den Menschen an Irrtum ausgestreut wurde, soll der reinen Wahrheit weichen, und die Wahrheit soll zu Gott führen, Der in Sich die Wahrheit ist. Und jeder Mensch, der Gott dienet, soll sich einsetzen für die Wahrheit, er soll aufklärend wirken, er soll den Irrtum aufdecken und die Menschen unterweisen, wo allein die reine Wahrheit zu suchen und zu finden ist. Denn nur durch die Wahrheit kann der Mensch zum Erkennen kommen, nur durch die Wahrheit kommt er zum rechten Glauben, und nur durch die Wahrheit kann sich die Seele zur Höhe entwickeln. Wo aber die Lüge das Denken des Menschen beherrscht, dort wird auch der Mensch selbst irregeleitet, denn niemals weiset die Lüge zu Gott hin, sondern sie entfernt den Menschen immer mehr von Dem, zu Dem er zurückkehren soll. Und also hindert der Irrtum den Menschen an seiner Bestimmung, er kann niemals das Ziel erreichen, das ihm gesteckt ist auf Erden, denn er wird niemals das anstreben, was Zweck und Ziel des Erdenlebens ist, da ihm die Kenntnis darum mangelt. Wo die Lüge ist, dort hat der Widersacher die Oberhand, und die Seele ist gefährdet. Und darum bildet Gott Seine Streiter aus, auf daß sie gegen die Lüge zu Felde ziehen, auf daß sie für die Wahrheit eintreten und rücksichtslos den Irrtum brandmarken als Produkt des Widersachers. Denn nur so kann die Wahrheit verbreitet werden, indem die Lüge verdrängt wird durch die Wahrheit. Wer aber in der Wahrheit steht, der soll sich nicht fürchten, wider die Lüge aufzutreten, denn es ist seine Aufgabe, auch die Mitmenschen aus der Dunkelheit des Geistes in das helle Licht einzuführen. Und im Licht zu stehen bedeutet, zu wissen um die reine Wahrheit, weil nur allein die Wahrheit die Menschen Gott entgegenführen kann. Amen. B.D. NR. 2474.

 

Buch 33 2479b

Geistige Belehrungen. Reinste Wahrheit.

20. September 1942. B.D. NR. 2479b.

Nur ein Auszug:

Alles im geistigen Reich strebt nur die Verbreitung der Wahrheit an, denn das geistige Reich ist ein Reich des Lichtes. Die Erde aber und auch die noch erdverbundenen Sphären im Jenseits sind Stätten der Dunkelheit, in die das Licht getragen werden muß, d.h., es muß die Wahrheit verbreitet werden, weil Irrtum und Lüge, also unbewußte und bewußte Unwahrheit, die Oberhand hat.

 

Buch 33 2494

Materie und Geist.

4. Oktober 1942. B.D. NR. 2494.

Was ist die Welt und ihre Materie - diese Frage beschäftigt viele Menschen, und doch sind sie nicht fähig, sie zu lösen kraft ihres Verstandesdenkens. Alles Sichtbare ist Materie, d.h. Stoff, der sich verdichtet hat zur Form. Er ist gewissermaßen erst durch das Verdichten zum sichtbaren Stoff geworden, denn zuvor war er unsichtbar, d.h. geistige Substanz.Geistige Substanz ist aus Gott hervorgegangene Kraft, die Seinem Willen entsprechend zu dem wird, was sie ist, sowie Gott ihr eine bestimmte Form zugedacht hat. Diese Form ist wieder der Zusammenschluß unzähliger Substanzen, also ein Gebilde, das sich auflösen kann, um jede einzelne Substanz wieder freizulassen, wenn es Gottes Wille ist. Es ist also jegliche Form zerstörbar, es ist die Materie etwas, was keinen Ewigkeitsbestand hat, denn sie ist nur die Hülle von geistigen Substanzen, die sich höher entwickeln sollen und daher nicht ewig in diesen Hüllen bleiben. Die Materie selbst ist zwar auch geistige Substanz, d.h. durch den göttlichen Willen verdichtete geistige Kraft, die aber durch immerwährendes Auflösen und Zerstieben und wieder Neuformen gleichfalls dazu wird, daß sie sich nach endlos langer Zeit selbst in einer solchen Form bergen kann. Also ist alles Sichtbare geistige Kraft, die noch im Anfangsstadium der Entwicklung steht, während das schon reifere Geistige für das menschliche Auge unsichtbar ist, sich aber einer sichtbaren Form bedient, um darin Aufenthalt zu nehmen. In jeder Form lebt somit etwas Geistiges, ein Wesen, das sich seiner selbst unbewußt ist, das aber nach Zusammenschluß mit gleichen Wesen verlangt, um die Kraftfülle zu vermehren durch diesen Zusammenschluß. Denn es strebt ein jedes Wesen nach Vollendung. Sowie sich die Materie auflöst, also eine Form in sich zerfällt, strebt das frei gewordene Wesenhafte gleichem Wesenhaften zu, und es vereinigt sich, um eine neue Form zu beleben. Dieser Vorgang liegt dem immerwährenden Werden und Vergehen in der Natur zugrunde, also er ist die Veranlassung zu ständigem Leben und Sterben in der Natur. Die geistigen Substanzen durchwandeln die gesamte Schöpfung, teils vereinzelt, teils in Unzahl zusammengeschlossen. Und entsprechend sind auch die sie umgebenden Formen in ihrer Größe und Art. Alles, was dieses Geistige in sich birgt, ist Materie. Die Materie selbst aber besteht aus solchen geistigen Substanzen, die im Anfang der Entwicklung stehen und daher auch dem menschlichen Auge sichtbar sein können, denn nur das schon reifere Geistige ist unsichtbar. So muß also alles, was sichtbar ist, als unvollkommen, d.h. gottfernes Geistiges, betrachtet werden, das seinen Gang der Entwicklung beginnt. Das in ihm sich bergende Geistige hat schon diesen Weg zurückgelegt und strebt schon Gott entgegen, weshalb ein Zerstören, d.h. ein Vergehen oder Auflösen der Form, also die Vergänglichkeit der Materie, dem Willen Gottes entspricht, weil dadurch diesem Geistigen die Fortentwicklung ermöglicht wird. Amen. B.D. NR. 2494.

 

Buch 33 2495

Materie und Geist. Sichtbare und unsichtbare Schöpfungen.

4. Oktober 1942. B.D. NR. 2495.

Geist und Materie sind gegensätzlich insofern, als das Geistige sich zusammenschließt, während die Materie sich auflöst. Das Geistige entflieht der Form, die Materie selbst aber verflüchtet sich, d.h., ihre Substanzen zerstieben und verteilen sich im geistigen Reich; es ist also die Materie den Weg alles Irdischen gegangen, denn sie ist ohne Bestand, sie vergeht, sowie das Geistige in ihr sie nicht mehr benötigt. Der göttliche Schöpferwille jedoch läßt aus diesen geistigen Substanzen immer wieder neue Schöpfungswerke erstehen, also die materielle Welt, d.h., die dem Menschen sichtbare Schöpfung wird nie aufhören zu bestehen, weil in dieser das Geistige seinen Entwicklungsgang zurücklegen muß. Es gibt aber auch unsichtbare Schöpfungen, also solche, in denen das Geistige keine feste Umhüllung benötigt, also nicht mehr in der Materie gebunden ist. Es sind diese Schöpfungen geistige Gebilde, die also auch nur geistig geschaut werden können und die darum auch nur von solchen Wesen bewohnt sind, die in einem solchen Reifegrad stehen, daß sie geistig zu schauen vermögen. Diese Schöpfungen sind unterschiedlich von denen der materiellen Welt. Sie würden von den Menschen auf Erden als nicht-seiend erklärt werden, weil sie diesen nicht greifbar oder sichtbar sind, sie stehen jedoch mit der sichtbaren Welt in engster Verbindung. Denn von diesen Welten aus wird die Erde, d.h. deren Bewohner, geistig beeinflußt, die Materie als solche zu überwinden und sich in einen Zustand zu versetzen, der ungeachtet der Materie zu erreichen ist. Was aus diesem geistigen Reich kommt, wird immer darauf hinweisen, sich von der Materie zu trennen, also den Zusammenschluß mit reifem Geistigen zu suchen und die Materie als wertlos, weil vergänglich, zu verachten. Denn das Anstreben der Materie macht den Menschen unfähig, in jenes geistige Reich zu schauen, und also auch unfähig, in einer unsichtbaren Welt zu weilen. Die materielle Welt ist eine Welt des Kampfes, die geistige Welt eine Welt des Friedens. Die Materie ist Stoff, aus geistigen Substanzen gebildet, die noch keinerlei Entwicklungsgang zu verzeichnen haben, jedoch nun diesen beginnen, also von Gott eine Aufgabe zugewiesen bekommen, dem zur Höhe strebenden Geistigen Umhüllung zu sein, solange diese benötigt wird. Doch im Grunde des Grundes ist die Materie von Gott einst ausgegangene Kraft, die der Wille Gottes zur Form werden ließ, um durch sie das gefallene Geistige zu erlösen. Amen. B.D. NR. 2495.

 

Buch 33 2513

Menschen der Vorzeit. Verantwortung.

16. Oktober 1942. B.D. NR. 2513.

In endlos langen Perioden hat sich die Erde so entwickelt, daß sie unzähligen Lebewesen Aufenthalt sein kann und sie also dadurch ihrer eigentlichen Aufgabe entspricht, Bildungsstation des Geistes zu sein. In dieser Zeit der Entwicklung waren die Lebewesen noch anders geartet, sie waren gleichsam der sich in der Entwicklung befindlichen Erde angepaßt, soweit überhaupt ein Lebewesen Lebensmöglichkeit hatte. Die Stadien der Entwicklung waren sehr zahlreich, und erst in einem gewissen Zustand konnte die Erde Lebewesen auf ihrer Oberfläche bergen. Je weiter sie aber in ihrer Entwicklung fortschritt, desto zahlreicher wurden jene, und so ging die Entwicklung aufwärts sowohl in der äußeren Form der Erde als auch bei den Lebewesen, die der Erde zum Zwecke der Höherentwicklung zugewiesen wurden. Es ist eine undenklich lange Zeit vonnöten gewesen, doch dieser Entwicklungsgang mußte sein, weil das Geistige in, auf und über der Erde sich erst bewähren mußte in der Gebundenheit, die ein jegliches Schöpfungswerk für das Geistige bedeutete. In dieser Zeit der Entwicklung hat das Geistige die Probe bestanden, es konnte sich langsam zum Lebewesen entwickeln. Es waren die Lebensbedingungen bedeutend schwerer, doch es behauptete sich und entwickelte sich langsam zu einer Art Mensch, der aber ganz unterschiedlich war von dem Menschen der Jetztzeit. Es war noch ein gerichtetes Wesen, d.h., es handelte nach seinem Instinkt, es wurde gewissermaßen noch geleitet, ohne daß ihm der freie Wille und der Verstand eigen war. Es war ein Wesen, das wohl der Außenform nach dem Menschen ähnlich war, sich aber sonst auf der Stufe der Tierwelt befand, das sich dem göttlichen Naturgesetz entsprechend bewegte und also alles instinktiv tat, ohne sich seines Handelns bewußt zu sein. Dieses Wesen brauchte sich noch nicht zu verantworten, es lebte sein Leben noch nach dem Mußgesetz, getrieben von den es beherrschenden Intelligenzen, die wieder dem göttlichen Willen entsprechend sich in jenen Wesen äußerten. Diese Lebewesen nun entsprachen noch der primitiven Gestaltung der Erdoberfläche, trugen aber gewissermaßen zur weiteren Entwicklung der Erde bei, indem sie sich vermehrten und durch ihre unbewußte Tätigkeit die Umgestaltung der Erdoberfläche beschleunigten, so daß diese immer geeigneter wurde, auch fortschrittlich entwickelte Lebewesen zu bergen, bis dann die ersten Menschen, ausgestattet mit freiem Willen und Verstand, diese Erde zum Aufenthalt zugewiesen bekamen, sie sich alles auf Erden zunutze machen konnten und, unterwiesen von Gott Selbst, ein bewußtes Leben führten oder führen sollten, was eigentlicher Sinn und Zweck ihrer Verkörperung auf Erden war. Nun aber mußte sich auch der Mensch als solcher verantworten vor Gott für sein Handeln und Denken. Er hatte einen bestimmten Reifegrad erreicht, wo er fähig war, ein Leben nach dem Willen Gottes zu leben, und entsprechend dieser Fähigkeit war er nun auch verantwortlich dafür, wie er sein Leben nützte, da es ihm völlig freistand, alle seine Gaben zu verwerten, ihm aber auch die Folgen seines Lebens in dieser Verkörperung auf Erden vorgestellt wurden und er nun also seinen freien Willen gebrauchen kann. Amen. B.D. NR. 2513.

 

Buch 33 2552

Tätigkeit der Wesen im Jenseits. Übertragen des Wissens.

15. November 1942. B.D. NR. 2552.

Das geistige Auge erkennt die Vorgänge im geistigen Reich, und es kann sonach auch die Tätigkeit der Wesen ersehen, also einen Überblick gewinnen über das Wirken jener Wesen, das sich sowohl auf die Erde wie auch auf die Schöpfungen außerhalb der Erde erstreckt. Doch nur selten hat der Mensch auf Erden die Fähigkeit, mit geistigen Augen schauen zu können, weil dazu ein hoher Reifegrad erforderlich ist. Und darum machen sich die Menschen zumeist einen ganz falschen Begriff vom Jenseits, von dem Reich, das außerhalb der Erde ist und die Seelen derer aufnimmt, die das Erdenleben beendet haben. Und weil ihr Wissen mangelhaft ist, machen sie sich eine falsche Vorstellung, denn der wissende Mensch ist sich darüber klar, daß das geistige Reich an seine Bewohner ebenfalls Anforderungen stellt, nur die Tätigkeit eine andere ist als auf Erden. Und sowie er geistig zu schauen vermöchte, würde er auch die Art der Tätigkeit ersehen und es verständlich den Mitmenschen wiedergeben können, worin das Wirken der jenseitigen Wesen besteht. Die göttliche Liebe will aber dennoch den Menschen davon Kunde geben, Sie will ihnen ein Wissen vermitteln, das beitragen soll zu eifriger Liebetätigkeit auf Erden. Denn es ist dieses jenseitige Wirken gleichfalls eine überaus rege Liebetätigkeit. Es birgt das geistige Reich mehr oder weniger Gott-verbundene und Gott-ferne Wesen, die ein lichtvolles oder lichtloses Leben führen in der Ewigkeit - es sind Wesen, die ständig Glückseligkeit genießen oder in qualvollster Dürftigkeit ein erbarmungswürdiges Leben führen. Und den letzteren Zustand sucht das lichtvolle Geistige zu wandeln, um die Wesen der Finsternis gleichfalls dem Glückszustand zuzuführen. Und dieses Vorhaben erfordert eine überaus rege Tätigkeit, ein ständiges Liebeswirken in unermüdlicher Geduld und Ausdauer. Eine Tätigkeit wie auf Erden scheidet dabei aus, denn das geistige Reich ist keine materielle Welt, es ist nur eine Welt der Gedanken und Wünsche, es ist eine geistige Welt, wo nichts Körperliches, Sichtbares oder Greifbares besteht, sondern alles nur in der Gedankenwelt des Wesens vorhanden ist und der Gedanke wiederum der Inbegriff der dem Wesen zuströmenden Liebeskraft aus Gott ist. Es ist ein reiches Wissen, das die Wesen besitzen, deren Lichtfülle den Zusammenschluß mit Gott bezeugt. Und dieses Wissen macht auch den Glückszustand des Wesens aus, denn durch das Wissen ist alles hell, licht und klar. Der Dunkelheitszustand also ist ein Zustand der Unwissenheit, der das Wesen unvorstellbar bedrückt, so daß dies das lichtvolle Wesen erbarmt und es dem Wesen der Finsternis beistehen möchte. Auf Erden lindert der liebetätige Mensch die Not des Mitmenschen mit irdischen Gaben, im Jenseits sind solche nicht mehr möglich, und also können nur geistige Gaben dem Wesen geboten werden, das in der Not ist, das leidet durch den Mangel an Wissen. Also kann nur eine gedankliche Übertragung stattfinden, und dies ist die Tätigkeit der Wesen im Jenseits, daß sie das Gedankengut der lichtlosen Wesen zu vermehren suchen und es in solche Bahnen lenken, daß dieses Gedankengut der Wahrheit entspricht. Und es kann dies nur durch immerwährendes Belehren geschehen, durch ein Übertragen dessen, was dem gebenden Wesen selbst Freude bereitet - durch ein Weiterleiten göttlicher Kraft auf die völlig kraftlosen Wesen, die nach Kraft verlangen. Amen. B.D. NR. 2552.

 

Buch 33 2575

Zeit und Raumgesetz in der Ewigkeit.

5. Dezember 1942. B.D. NR. 2575.

Der Leib vergeht und mit ihm auch das irdische Leid. Doch die Seele bleibt bestehen und führt ihr Leben im Jenseits weiter entsprechend dem Erdenleben. Es sind die Leiden auf Erden daher nicht so hoch zu bewerten, weil sie ein Ende nehmen, dagegen kann das Leid im Jenseits Ewigkeiten dauern, ehe die Seele zur Erkenntnis kommt. Sie kann aber auch völlig zeitlos sich in den Sphären des Lichtes bewegen, denn den Zeitbegriff hat die Seele nur im Stadium der Unvollkommenheit. Im Vollkommenheitszustand befindet sie sich außerhalb von Zeit und Raum. Der Zeitbegriff ist sonach der Gradmesser für die Reife der Seele, solange sie noch das Empfinden hat, von Zeit und Raum abhängig zu sein, hat sie ihr Ziel noch nicht erreicht, sie ist noch nicht in die Lichtsphären eingegangen, in denen jeder Zeit- und Raumbegriff schwindet. Für die Welt ist dies unbegreiflich, weil sie noch gänzlich dem Zeit- und Raumgesetz unterworfen ist; in der Ewigkeit aber scheidet letzteres aus, und es ist dies ein unvorstellbar seliger Zustand, überall weilen zu können und zu wissen um alles, was war, was ist und noch sein wird. Diese Freiheit des Geistes macht seinen Seligkeitszustand aus, denn es kann sich die Seele bewegen, wo und wann sie will, ohne jemals zeitlich oder räumlich beschränkt zu sein. Hingegen ist die unreife Seele noch gebunden an Zeit und Raum, je nach dem Grade ihrer Unvollkommenheit. Sie ist wohl körperlich nicht mehr gehindert und kann weilen, wo sie will, sie ist aber durch ihr irdisches Verlangen noch gefesselt an eine bestimmte Umgebung, also sie legt sich selbst diese Fessel an, weil sie den freien Zustand nicht kennt und ihn daher zu wenig anstrebt. Zeit und Raum bedeuten immer eine gewisse Begrenzung und können daher nicht der Vollkommenheit entsprechen. Sowie sich aber die Seele davon frei gemacht hat, erkennt sie die Seligkeit dessen und verlangt nimmermehr nach dem vorigen Zustand zurück. Denn Zeit und Raum überwunden zu haben bedeutet auch, ungehindert wirken zu können, wo und wie es die Seele verlangt. Sie ist nicht mehr gebunden an Zeit und Raum, sie hat sich von den Gesetzen frei gemacht, die Gott dem unvollkommenen Wesenhaften gab; sie ist folglich dem Gesetzgeber von Ewigkeit nahegekommen, sie hat sich mit Dem verbunden, Der Herr ist über Zeit und Raum, und folglich beherrscht sie gleichfalls das ganze Universum, d.h., sie kann weilen, wo sie will, und dies jederzeit, weil für sie das Gesetz von Zeit und Raum aufgehoben ist, sowie sie Gott nahegekommen ist. Denn dies ist der Zustand der Freiheit und der Vollkommenheit, daß das Wesen völlig ungebunden ist, daß es sich keinem anderen Gesetz mehr unterworfen fühlt als dem Gesetz der Liebe, das sie aber nicht mehr bedrückt, sondern das sie nur unendlich beglückend empfindet. Amen. B.D. NR. 2575

 

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