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Bertha Dudde Botschaften

Autor: Bertha Dudde 1.4.1891 - 18.9.1965
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Buch 17-18

B.D. NR. 0801 - B.D. NR. 0984
9.3.1939-28.6.1939
0801 0807 0814 0815 0816  0817 0819 0820 0858 0864
0876 0877 0910 0912 0914  0916 0917 0921 0925 0926
0928 0930 0962 0981

 

Buch 17-18 0801

Geistiges Chaos. Weltenbrand. Messias. Vorläufer des Herrn.

9. März 1939. B.D. NR. 0801.

Unverändert wird sich an der Welt erfüllen, wie geschrieben steht, daß kein Stein auf dem anderen bleibet, denn in diesen Tagen erlebt die Welt einen vollständigen Zusammenbruch alles dessen, was durch Jahrtausende erhalten blieb. Und es werden sich allem Althergebrachten Widerstände entgegensetzen, es wird ein unvergleichliches Chaos bedeuten, sowohl in geistiger wie in irdischer Hinsicht. Es werden die Menschen nicht mehr zu unterscheiden vermögen, wieweit ihre Ansichten richtig oder irrig sind. Sie werden sich treiben lassen ins Uferlose, und das Ende wird sein geistige Wüstenei. Die verschiedenartigsten Gerüchte werden auftauchen die Wiederkunft des Messias betreffend, und ein ungeheurer Weltenbrand treibt die Menschheit in äußerste Not und Verzweiflung. Doch es kann dieser Not sehr wohl gesteuert werden durch ungezweifelten Glauben an Jesus Christus, den göttlichen Erlöser. Wer Ihn zum Führer durch das Erdenleben gewählt hat, dessen Weg geht an aller Bitternis vorbei, und im Schutz Seiner Liebe wird das Erdental mit allen Schrecknissen ihn nur schattenhaft berühren, doch die Not wird unsagbar groß sein für alle, die den göttlichen Heiland nicht im Herzen tragen, und das Erdenleid wird ihm untragbar erscheinen, er wird sich quälen mit allen Wirrnissen leiblicher und geistiger Art. Und in dieses Chaos hinein wird ein Licht leuchten, das alle, die in diesem Licht stehen, mit Trost und Hoffnung erfüllt. Es wird in diesen Tagen ein Träger der geistigen Wahrheit unter euch erstehen. Er wird verkünden das Wort, und die Menschen werden mit großer Hoffnung erfüllt, er wird ein gewaltiger Redner sein vor dem Herrn, und er wird Dessen Wiederkunft ankündigen und mit allem Eifer, durchdrungen von der Liebe zu den Menschen, predigen das Wort, das der Herr Selbst auf Erden gelehrt hat. Und er wird sein ein Vorläufer des Herrn. Doch seine Stunde wird kommen, und man wird ihn zu hindern versuchen, seine Mission zu erfüllen. Die Welt wird Anteil nehmen an seinem Los auf Erden, sie wird zum Teil erkennen seine Bestimmung und sein Wirken im Willen Gottes - doch zum größten Teil werden seine Vernichtung fordern, die in dunkelster Geistesnacht dahingehen. Und zu dieser Zeit wird die Erde erdröhnen, und Gott der Herr wird mit eherner Stimme die Menschen warnen und mahnen, umzukehren und auf ihr Seelenheil bedacht zu sein, und das Leid auf Erden wird Ausmaße annehmen, und daran sollt ihr Menschen erkennen, wie nahe die Stunde des Gerichtes ist. Ihr sollt in euch gehen und des Herrn gedenken, Der euch diese Zeit verkündet hat in Wort und Schrift. Amen. B.D. NR. 0801.

 

Buch 17-18 0807

Fernwirkung der Gedanken.

12. März 1939. B.D. NR. 0807.

In der Fernwirkung der Gedanken erkennt der Mensch am ehesten eine übersinnliche Kraft, denn er muß dann alles Zutun des Menschen ausgeschaltet sehen und zugeben, daß etwas am Werk ist, das er sonst verneinen möchte. Wenn nun aber offensichtlich etwas zutage tritt, was den sonstigen Ablehnungswillen gründlich erschüttert - wenn ein Mensch gedanklich beeinflußt wird, etwas auszuführen, was seinem eigenen Willen gar nicht entspricht, so ist dadurch der Beweis gegeben, daß sich eine andere Kraft des Willens des Menschen bedient, um sich zum Ausdruck zu bringen. Es wird auch dies zwar gern abgestritten, und man versucht, die Erklärung so zu geben, daß die Willensschwachheit des Menschen ein krankhafter Zustand sei, der benützt werde von dem willensstarken Partner. Selbst diese Erklärung scheidet aber nicht aus, daß eben doch der eine Mensch gedanklich auf den anderen einwirken kann, sondern ist eher noch eine Bestätigung dessen - denn beide, der Schwache wie auch der willensstarke Mensch, stehen als völlig gesonderte Einzelwesen, rein äußerlich gesehen, in der Schöpfung, was jedoch nicht ausschließt, daß eine Kraft sie bestimmen kann, irgendwie tätig zu sein, und daß diese Kraft, so sie in großem Umfang angefordert wird, auch vermittelt werden kann. Es ist jeder Gedanke geistige Kraft, er kann daher erbeten, empfangen und weitergegeben werden - und es könnte dies auf Erden von Mensch zu Mensch noch weit mehr genützt werden, wenn den Menschen die Liebe innewohnen und durch einen gewissen geistigen Reifezustand ein Mißbrauch dieser Kraft ausgeschaltet würde. Wo aber in geistiger Reife diese Kraft genützt wird, kann das Gedankenleben eines Mitmenschen stark beeinflußt werden schon auf Erden. Dies erkennend, muß der Gedankenübertragung große Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn es ist diese ein Beweis des Wirkens einer Kraft, die man, menschlich oder irdisch gesehen, ableugnen möchte. Amen. B.D. NR. 0807.

 

Buch 17-18 0814

Gedankliches Beeinflussen des Geistigen in der Materie.

17. März 1939. B.D. NR. 0814.

Beachtet die Schöpfung in ihrer Gestaltung, sehet ihre Vielseitigkeit, die in der abwechslungsreichen Formbildung zum Ausdruck kommt, und dann versuchet, alle Bilder, die sich dem Auge bieten, geistig belebt euch vorzustellen - betrachtet alles, was ihr seht, nicht als tote Materie, sondern sehet durch diese hindurch nur immer die geistige Wesenheit - und ihr werdet bald so innig verwachsen mit allem euch vor das Auge Tretende, ihr werdet in allem Leben spüren und darauf bedacht sein, dieses Leben zu pflegen, und somit dazu beitragen, daß das Geistige in jeglicher Materie sich vermehrt durch sinngemäßes Vereinigen wesensverwandter Schöpfungen. D.h., es wird eine Umgestaltung der Außenform jeder zuwege bringen, der nichts als Zufälligkeit ansieht, sondern in allem den Willen und die Allmacht Gottes erkennt. Dies setzt aber wieder voraus einen festen Glauben an die Entwicklung der geistigen Wesen in jeglicher Form. Wie nun der Mensch vermöge seines Gestaltungswillen es selbst in der Hand hat, die unglaublichsten Schöpfungen auf der Erde entstehen zu lassen, so muß es für ihn doch auch möglich sein, jegliches Schöpfungswerk mit seiner geistigen Aufgabe in Verbindung zu bringen und den darin verborgenen Geistwesen gleichfalls durch gedankliche Übertragung geistige Kraft zu vermitteln, und es muß diese Kraft sich wieder so äußern, daß alle Außenform in ständiger Tätigkeit bleibt und so in kürzester Zeit ihre Erdenaufgabe erfüllt und sich dann wieder in neuer Gestaltung auch neuer Tätigkeit hingibt. Amen. B.D. NR. 0814.

 

Buch 17-18 0815

Erklärung zu Buch 17 Nr. 0814. Wirkungen des Streites für die Seele.

18. März 1939. B.D. NR. 0815.

Es fordern die Menschen Gerechtigkeit und haben selbst nicht den rechten Maßstab für ihr eigenes Tun und Handeln, und wenn ein jeder Mensch willig wäre, dem Gerechtigkeitsgefühl Rechnung zu tragen, so wäre bald aller Streit und Hader aus der Welt geschafft, oft aber hält sich der Mensch eher berechtigt, für sich alle Rücksichtnahme zu fordern, dem Mitmenschen diese aber abzusprechen, und so fordert letzteres den Unwillen des Mitmenschen heraus, und es wird der Friede erheblich gestört. Und das hat wieder zur Folge, daß sich die Menschen befeinden, daß sie die Liebe in sich verringern und eine Mauer zwischen sich aufbauen, und es wird ein solcher Zustand nimmer zur Förderung der Seele beitragen, vielmehr wird diese in eine Art Stillstand gezwungen, sie verliert sich in Gedanken, die völlig unnütze und wertlos sind, und bringt somit die Seele um kostbare Zeit der Arbeit, die ihrer Förderung dienlich wäre. Wenn ihr Menschen euch so die Auswirkung eines Streites vor Augen haltet, so wird es euer ernstes Streben sein müssen, allen solchen Feindseligkeiten aus dem Wege zu gehen und lieber ein Unrecht auf euch zu nehmen, als der Seele weit größeren Schaden zuzufügen, indem ihr bemüht seid, einen Streit auszutragen. Ihr verwendet eure Willenskraft auf gänzlich unwichtige Fragen und deren Lösung und bedenket nicht, daß ihr auch von einem für euch günstigen Ausgang eines Streites nicht den geringsten Vorteil für die Seele zieht, und das sollte euch stets davor zurückhalten, Debatten zu führen über nutzlose Dinge, tragen sie euch doch nur schädliche Wirkungen für die Seele ein. Alles Regeln solcher Fragen Gott überlassen ist weit vernünftiger und führt zu weit größerem Erfolg.
Und nun horche auf die Stimme des Herzens und nimm eine nähere Erklärung auf über die dir unverständliche Mitteilung, die das gedankliche Beeinflussen des gebannten Geistigen in der Schöpfung betrifft. Wie es dir ersichtlich und verständlich ist, dient die Schöpfung, d.h. alles, was dir sichtbar ist, doch lediglich dem Zweck, dem Geistigen Aufenthalt zu gewähren, und es ist also ein jedes Ding geistig belebt. Dies gilt für alles, was dir sichtbar ist. So nun der Geistträger dem menschlichen Gestaltungswillen ausgesetzt ist - also alle Materie, die sozusagen als Material dem Menschen wieder dient, um in seiner Hand umgeformt zu werden - hat nun seinerseits der Mensch die Möglichkeit, auch auf die geistige Kraft, die der Materie innewohnt, einzuwirken – und er kann sozusagen diese geistige Kraft so beeinflussen, daß sie rascher ihren Entwicklungsgang beenden und ebendiese Form verlassen kann. Es muß also das Bestreben des Menschen sein, in aller Materie das gebannte Geistige zu erkennen, diesem Geistigen beizustehen und möglichst dafür Sorge zu tragen, daß eine dauernde Veränderung und Verwertung der Materie alles Geistige in sich frei werden läßt - daß gleichsam der Mensch dazu beiträgt, die Lebensdauer der Materie in unveränderter Form zu verkürzen - es muß ihm klarwerden, daß ja nichts im Weltall seine Form auf lange Zeit behält und daß ein dauernder Wechsel der Außenform der geistigen Wesenheit zum Aufstieg verhilft. Wer in diesem Sinn alles betrachtet und seinerseits hilfsbereit ist, indem er in allen Schöpfungswerken Hüllen geistiger Substanz erblickt und also selbst tätig ist, um diese Hülle dauernd umzuformen, und dies in vollem Bewußtsein, den geistigen Wesenheiten beizustehen, dessen Aufgabe wird dadurch erst richtig erfüllt, ist er doch nicht nur für sich und sein geistiges Wohl tätig, sondern gleichzeitig für die hilflosen, sich selbst noch nicht bewußt befreien könnenden Wesenheiten, deren Weg dann erheblich verkürzt wird. Denn so der Mensch glaubt, daß alle Schöpfung Geistträger ist und bleibt, so wird er auch darüber klar sein, daß er, als gleichfalls Geistträger, eine Verbindung finden muß mit der geistigen Wesenheit, indem er die Außenform einer öfteren Veränderung unterzieht und alles, was unter den Händen des Menschen entsteht, gleichsam von Gottes Willen zugelassen ist immer zur Bildung einer neuen Außenform, die wieder die geistige Substanz in sich aufzunehmen berechtigt ist. Nur der Wille des Menschen wird hierzu benötigt. Und nur der Glaube, daß alle Schöpfung geistig belebt ist, sowie alles Liebesbestreben, das dem Freiwerden der geistigen Substanz gilt, ist für diese Wesen ein Hilfsfaktor, der nicht hoch genug bewertet werden kann. Und jedes Werk, das ihr in diesem Bewußtsein in Angriff nehmt, wird auch den Segen Gottes in sich tragen; denn es sind alle Seine geistigen Mitarbeiter, die für die Erlösung der Wesen tätig sind, sowohl auf Erden wie auch im Jenseits. Amen. B.D. NR. 0815.

 

Buch 17-18 0816

Umwandlung der Außenform. Wandlung des Geistigen.

19. März 1939. B.D. NR. 0816.

Wie sich auf Erden eine stete Umwandlung aller Form vollzieht, wie nichts dauernd in der gleichen Gestaltung verharrt, so muß auch alles in der Form sich bergende Geistige eine gleiche Umwandlung erfahren, die zwar nicht sichtbar dem menschlichen Auge vor sich geht, jedoch in der geistigen Welt deutlich erkennbar ist. Es nehmen die geistigen Wesen sehr bald wahr, wenn eine derartige geistige Umwandlung zur Höhe vor sich geht, und nützen jede Möglichkeit, diese Höherentwicklung zu fördern, indem sie sich des geistig-zur-Höhe-strebenden Wesens liebevoll annehmen. Es ist wiederum nur zu erklärlich, daß alle Geistträger auf Erden, d.h. alle Materie und alle Lebewesen, immer dann einen geistigen Fortschritt zu verzeichnen haben, wenn sie sich gedanklich von höherer Geisteskraft beeinflussen lassen, denn es wirket dann eine vereinte, also verstärkte geistige Kraft und hat als solche entsprechend größeren Erfolg zu verzeichnen. Wo immer ein Geistträger günstig beeinflußt wird, muß er nach oben streben, und alles nach oben Strebende schließt sich gleichsam wieder zusammen und trägt zur Vermehrung der Geisteskraft bei. Eine sogestaltig vergrößerte Substanz muß verständlicherweise auch eine äußerlich ihr angepaßte Form haben, weshalb also jede Umgestaltung des Geistes auch die Umgestaltung der Außenform bedingt. Und so ist gewissermaßen in allen Schöpfungswerken deutlich erkennbar, in welchem Umfang die geistige Substanz ihnen innewohnt, denn es wird auch die Außenform entsprechend größer und vollkommener sein, je entwickelter ihre Seele, d.h. alles Geistige in ihr, ist. Es ist nun auch dem Menschen verständlich, weshalb der Körper, d.h. der Fleischleib des Menschen, in vielem Ähnlichkeiten aufzuweisen hat mit den schon ziemlich entwickelten Tierkörpern, denn die Seele ist bei den letzteren schon so weit geformt, daß sie nur noch der Vereinigung mit ihr fehlenden Substanzen bedarf, um vollauf den Ansprüchen genügen zu können, die zur Verkörperung als Mensch von ihr gefordert werden, weshalb auch die Außenform des Menschen gewissermaßen alles vereinigt, was jeder bisher durchwanderten Form entnommen worden ist. Das zu begreifen ist dem Menschen auf Erden nicht gegeben, denn es sind unzählige Wesenheiten oder Seelenpartikelchen, die sich zu einem Ganzen geformt haben während des Aufenthaltes auf Erden - der Mensch aber besitzt nicht die Fähigkeit, verstandesmäßig alle Stationen seines Werdens durchdenken zu können, und auch nicht das Fassungsvermögen für die Vielseitigkeit und Gestaltungsfähigkeit einer menschlichen Seele. Er wird sich wohl überzeugen lassen bei gutem Willen, daß die Seele durch endlose Umformung zur menschlichen Gestaltung gelangt ist, nimmermehr aber dieses geistige Wunder in seiner ganzen Größe und Erhabenheit fassen können, solange er auf der Erde weilt. Amen. B.D. NR. 0816.

 

Buch 17-18 0817

Tätiger Wille. Willensfreiheit.

19. März 1939. B.D. NR. 0817.

Jeder ins Geistige gerichtete Gedanke erfordert den vollen Willen des Menschen und ist also somit der tätig gewordene Wille des Menschen, ganz gleich, ob sich die Tätigkeit gedanklich äußert oder in der Ausübung von Werken der Liebe, die gleichfalls erst das Denken des Menschen voraussetzen. Immer muß aus freiem Willen der Mensch sich allem Geistigen zuwenden vermöge seiner ihm zu Gebote stehenden Willenskraft. In jeder Handlung, die nun ausgeführt wird, äußert sich diese Willenskraft, und so jede Handlung von der Liebe bestimmt ist, wird die Willenskraft immer stärker werden, insbesondere wenn dies bewußt und gläubig erbeten wird. Es muß dann auch jeder Widerstand überwunden werden, es muß der Mensch auch sich selbst überwinden, denn er wird stark im Geist, je mehr sein Wille in ihm tätig wird. Es lenkt der Mensch den Blick nach oben, er findet Anschluß an die geistige Welt, diese vermittelt ihm geistige Kraft, die wiederum seinen Willen stärkt und ihn tätig werden läßt, und so trägt der Mensch selbst dazu bei, sich der göttlichen Ordnung einzufügen, so er nur überhaupt den Willen hat, eine solche anzuerkennen. Daß er sich befaßt mit geistigen Dingen, ist immer ein Zugeständnis seiner Zugehörigkeit zu Gott, er verlangt zurück zu dem, das sein Ausgang ist von Ewigkeit - er will. Und sein Wille ist die Grundbedingung, um sein Ziel zu erreichen. Wenn im Menschen der Wille sogestaltig tätig geworden ist, dann gibt es kein Hindernis mehr, denn Hilfskräfte hat ihm Gott zur Genüge zur Seite gestellt, die ein williges Erdenkind nun ausnützen wird, um den Kampf auf Erden erfolgreich zu bestehen. Denn es hat die Probe bestanden, es hat die Willensfreiheit in der rechten Weise genützt, indem es sich bewußt dem Vater im Himmel zuwandte. Amen. B.D. NR. 0817.

 

Buch 17-18 0819

Vollendung des Geistigen. Reifezustand. Protektion.

20. März 1939. B.D. NR. 0819.

Alles Geistige muß sich vollenden. Es muß sozusagen zur höchsten Entfaltung gebracht werden und sich bis zu einem Reifegrad heranbilden, in dem es würdig ist, sich mit der ewigen Gottheit zu vereinigen. Um das zu verstehen, muß der Mensch schon eine bestimmte geistige Stufe erreicht haben - er muß in geistige Wahrheiten eingedrungen sein und muß den Werdegang des Menschen, seine Aufgabe und sein Ziel schon so weit begreifen gelernt haben, daß er nun zu ahnen beginnt, wozu Gott Seine Geschöpfe von Ewigkeit her bestimmt hat. Er wird nun mit vollem Eifer und aus eigenem Antrieb dem Geistigen in sich die Reife geben wollen; er wird unausgesetzt an sich arbeiten, um seinen Geist in jenen Vollkommenheitszustand zu versetzen. Aber er wird nun auch mit verstärkten Widerständen zu kämpfen haben, weil gerade das Bestehen eines solchen Kampfes der Seele außerordentlich förderlich ist. Der Sieg über Anfechtungen aller Art, das Sich-Behaupten in allen Versuchungen und nicht zuletzt das Sich-Ergeben in alle Prüfungen ist ein Steigen von Stufe zu Stufe, um zur Vollkommenheit zu gelangen. Und es hat die Seele diesen Kampf ganz allein auszufechten, es kann niemals ein anderes geistiges Wesen dieser die Aufgabe abnehmen oder für sie erfüllen, sondern nur immer mit Beistand behilflich sein, so dieser Beistand bewußt erbeten wird. Also kann keine Seele durch Protektion einen Reifegrad erreichen, der ihr nicht zukommt; sie muß vielmehr vollauf tätig sein und die ihr gestellte Aufgabe restlos erfüllen, soll ihr dann auch der Lohn werden, der solchem Streben gesetzt ist - die ewige Seligkeit in der Vereinigung mit dem göttlichen Vater. So ist die geistige Wesenheit im Menschen, die Seele, wohl mit der größten Verantwortung belastet worden, sie hat aber auch den größten Lohn zu gewärtigen - sie muß ganze Arbeit leisten, um dafür unaussprechlich Herrliches zu empfangen, und sie ist ohne Zweifel im Erdenleben großen Gefahren ausgesetzt, doch die Gnadenzuwendungen helfen diese Gefahren verringern und überwinden, so daß die Seele die ihr gestellte Aufgabe sehr wohl erfüllen kann, so es ihr ernster Wille ist und sie sich die unvergleichliche Seligkeit vorzustellen vermag - doch anders ist ihr keine Möglichkeit geboten, in das ewige Reich des Friedens einzugehen, und es ist von Ewigkeit her des Vaters Beschluß, daß Er Seine Geschöpfe zu Gott-ähnlichen Wesen bilden will, die mit Ihm und in Seinem Willen dereinst das Weltall regieren sollen und fort und fort die höchste Seligkeit genießen. Amen. B.D. NR. 0819.

 

Buch 17-18 0820

Gefahr des Lauwerdens. Rückschritt. Äußerstes Ringen der Seele.

21. März 1939. B.D. NR. 0820.

Es ist ein weiter Weg bis zur Vollendung. Hat die Seele sich behauptet im Widerstand gegen die ihren Untergang anstrebende Macht und ihren Ausgang aus Gott erkannt, so bleibt sie wohl in dauernder Obhut ihrer geistigen Freunde, die ihr hilfsbereit zur Seite stehen, doch ihr Streben nach Vollkommenheit muß die Triebkraft in ihr selbst finden, es muß ihr Wille gleichsam ununterbrochen tätig bleiben, um zur Vollkommenheit zu gelangen. Jedes Abweichen von der rechten Bahn, jede Trägheit und Nachlässigkeit muß durch doppelte Hingabe und Arbeit an sich selbst wettgemacht werden und kann nicht durch fremde Kraft oder Hilfe ersetzt werden. Mit dem eigenen Willen erreicht die Seele alles, ohne ihren Willen nichts. Darum darf auch kein Stillstand eintreten in dem Verlangen, die Höhe zu erreichen, denn ein Stillstand ist gleichbedeutend dem Rückgang. Es wird ein Mensch, dessen Seele nicht mehr für ihr ewiges Heil tätig ist, sich mit Sicherheit wieder der Welt zuwenden, um eben irgendeine Betätigung zu haben, und die Verbindung mit der Materie wiederherstellen, anstatt sich von ihr zu trennen, was seine eigentliche Aufgabe ist. Und so ist die Gefahr eines Rückganges stets weit größer als die des Stillstandes, denn letzterer währet nur eine kurze Zeit, und es geht dann der Mensch wieder erneut seiner geistigen Arbeit nach, oder er entfernt sich davon, was zu verhüten jeder ängstlich bemüht sein sollte. Denn die Gelegenheit eines Rückschrittes machen sich die ihn stets umlauernden schlechten Kräfte sofort zunutze und wirken ihrerseits mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln auf eine solche Seele ein. Und der Kampf beginnt von neuem und fordert vollste Widerstandskraft und Einsatzbereitschaft. Jede Seele soll darum nur immer Sorge tragen, daß sie nicht ermüde in ihrem Streben nach oben, sie soll durch ständiges Gebet sich täglich der göttlichen Gnade versichern und in jeder Not und in der Gefahr des Lauwerdens sich an den Vater im Himmel vertrauensvoll um Hilfe wenden. Dieses schon setzt den Willen des Erdenkindes voraus, und sobald der Wille tätig wird eben durch das Gebet, bleibt die Seele in ständiger Arbeit an sich selbst, und die Gefahr eines Rückschrittes ist behoben. Undenklich lange Zeiten hat ihr Kampf schon gewährt, und werden auch im Erdenleben große Anforderungen an die Seele gestellt, so soll doch gerade jetzt die Seele ringen unermüdlich, um die letzte Probe zu bestehen und ihren Zwangszustand verlassen zu können und als freies lichtes Wesen alle Herrlichkeiten Gottes zu erschauen und in der Vereinigung mit der höchsten Wesenheit ein ewiges Glück zu finden. Und sie soll sich daher bewußt lossagen von dem, was sie noch mit der Welt und der Materie verbindet, wenngleich ihr Körper noch auf Erden weilt - doch die Seele kann vorauseilen in die Gefilde höchster Seligkeit, wenn sie nur gleichfort ihren Willen tätig werden läßt und jedes Nachlassen des geistigen Strebens verhindert oder dagegen ankämpft. Amen. B.D. NR. 0820.

 

Buch 17-18 0858

Hörbare innere Stimme.

12. April 1939. B.D. NR. 0858.

Versuche, die innere Stimme hörbar zu vernehmen, Mein Kind, und gib dich oft der inneren Betrachtung hin, daß du alles gewissermaßen geistig durchlebst, was dir zur Aufgabe gesetzt ist. Es ist ein Vernehmen Meiner Stimme dieser Art weit anschaulicher und bringt dich schneller vorwärts auf dem Wege der Selbstbefreiung aus irdischen Fesseln. Siehe, in jener Nacht, die Meinem Tode voranging, unterwies Ich Meine Jünger in gleicher Weise und gab ihnen vollste Erkenntnis durch die vernehmbare innere Stimme. Mein Leiden und Sterben am Kreuz aber beraubte sie aller Sicherheit, und es trat erneut der Zweifel in ihre Herzen. Und so ward gleichsam wieder eine Schranke gebildet zur direkten Verbindung mit Mir. Wenn Ich nun gleicherart mit dir zu sprechen begehre und es nur an deinem Willen liegt, Mich zu vernehmen, so muß es dein innerstes Bestreben sein, dich in den Zustand zu versetzen, der dich Meine Stimme hörbar vernehmen läßt. Denn es ist dann gleichsam ein beträchtlicher Weg zur Höhe überwunden, es ist dies ein Fortschritt, der unnennbaren Vorteil bringt der Seele, daß sie mit Mir in ungehinderten Verkehr treten kann jederzeit.
Die geistige Verbindung in erschöpfendster Weise auszunützen muß ständig erstes Verlangen sein, und es muß auch jede Gelegenheit genützt werden, um auf Erden solcherart wirken zu können, wie es deine Bestimmung ist. Des Lebens Inhalt ist nur dann restlos befriedigend, wenn all und jede Möglichkeit genützt wird, die das Reifen der Seele zustande bringt. Und es gehört dazu die außerordentlich willige Entgegennahme des geoffenbarten göttlichen Willens und die Inanspruchnahme der dem Erdenkind überreich gebotenen göttlichen Gnade. Und eine solche Gnade ist es, wenn Sich der Herr hörbar äußert Seinem Kind gegenüber. Es hat in geistiger Hinsicht dieses dann die Möglichkeit, zu empfangen noch und noch - es wird das Aufnehmen des göttlichen Wortes nicht mehr abhängig zu machen brauchen von äußeren Umständen, die oft dem Erdenkind die Verbindung erschwerten, sondern es wird jederzeit diese Verbindung herstellen können und immer des göttlichen Wortes gewiß sein dürfen. Und so ergeht an dich die Mahnung, alle Hemmungen zu überwinden und dich rückhaltlos dem Vater im Himmel anzuvertrauen, auf daß Er dich unterweisen kann in beseligender Art, auf daß du in noch innigere Fühlungnahme zu Ihm trittst und Sein Wort vernehmen kannst unmittelbar. Es ist ein solches Glück auf Erden allein schon erstrebenswert, ungeachtet des geistigen Vorteils, der unvorstellbar ist. Amen. B.D. NR. 0858.

 

Buch 17-18 0864

Schöpfungswerk. Feste Materie. Atmosphäre. Pflanzen.

15. April 1939. B.D. NR. 0864.

In dem sichtbaren Schöpfungswerk Gottes geht alle Kraft gleichsam in die Materie über und wirket dort zur Belebung alles dessen, was vom Schöpfer zur Höherentwicklung bestimmt ist. Es hat sonach die Schöpfung eben nur diesen Zweck, daß sich die in ihr bergenden Wesen vervollkommnen. Je vielseitiger nun die Schöpfung durch Gottes Liebe und Allmacht gestaltet wurde, desto größer ist auch die Zahl der in ihr verkörperten Wesen, und es wird nun auch die Erklärung zu finden sein für die zahllosen Variationen göttlicher Schöpfungswunder. Es wird nun begreiflich sein, daß in so verschiedenartigen Gebilden der göttlichen Schöpfung auch das Wesen jede Möglichkeit hat, sich nach allen Richtungen hin zu entwickeln, daß eine gewisse Anpassungsfähigkeit ihm eigen sein muß, vermöge derer es eine jede Aufgabe in jeglicher Verkörperung erfüllen kann. So sind die Schöpfungsgebilde gleichsam vom göttlichen Schöpfer dazu bestimmt, die mannigfaltigsten Anforderungen zu stellen an die der Höherentwicklung zustrebenden Wesen. Es ist in jedem Wesen der Drang, die derzeitige Form alsbald zu verlassen, und es geht daher mit vermehrtem Tätigkeitstrieb einer jeden ihr gestellten Aufgabe nach. Der Aufenthalt in jeder Form ist zeitlich begrenzt, jedoch von sehr verschiedener Zeitdauer. In der festen Materie sind die Wesen oft unglaublich lange gebannt und haben bis zu ihrer Befreiung oft den qualvollsten Zustand zu ertragen, so daß sie ihre Freiwerdung mit Sehnsucht erwarten und sich dann meist in ungebundenem Zustand in der Atmosphäre aufhalten so lange, bis in ihnen der Drang stärker wird, den Weg durch die Pflanzen- und Tierwelt zu gehen, der ihnen ein Freiwerden von aller Materie gewährleistet. Das Verlangen, in Erdennähe zu kommen, äußert sich durch Witterungsniederschläge aller Art, und es treten so die in der Atmosphäre sich bisher aufhaltenden Wesen in die direkte Verbindung zum Erdboden und dringen durch diesen in Gräser, Pflanzen und Blumen ein, und es beginnt sonach nun der Lauf durch die Pflanzenwelt, der wiederum endlose Zeiten dauert, jedoch durch zahllose Umgestaltungen den Aufenthalt in jeder Form verkürzt und also das Wesen, das sich dadurch auch um ein beträchtliches in sich selbst vermehrt hat, in immer größere Form übergeht, um nach einer gewissen Reife im Tierleben den gleichen Höherentwicklungsgang durchzumachen. Es ist dies von so schwerwiegender Bedeutung, und es läßt das Wissen darum erst die göttliche Weisheit so recht erkennen - es vermag der Mensch, nun er sein Vorleben dieser Betrachtung unterzieht, erst die Verantwortung ermessen, die er im Erdenleben trägt, daß dieser endlos lange Weg seiner Vorgestaltung nicht völlig nutzlos gegangen wurde, was aber doch der Fall wäre, so der Mensch nicht die letzte Aufgabe gleichfalls erfüllt, die ihm nun im Erdenleben gesetzt ist. Zu wissen, daß die ganze Zeit zuvor umsonst durchlebt wäre von den geistigen Wesenheiten, die sich dann zu einem Ganzen, seiner Seele, vereinigt haben - müßte den Menschen mit einem Verantwortungsgefühl erfüllen, daß er alles Wollen und alle Kraft aufbietet, um seine Aufgabe auf Erden gleichfalls restlos zu lösen und seiner Seele endgültige Befreiung zu bringen aus der Materie. Amen. B.D. NR. 0864.

 

Buch 17-18 0876

Leistungsfähigkeit der Seele. Entsagung. Vorstadie. Lichte Sphären.

21. April. 1939. B.D. NR. 0876

In einer unbeschreiblich langen Vorzeit wurden der Seele Aufgaben gestellt, die restlose Erfüllung forderten, und nur so wurde der Gang der Höherentwicklung zurückgelegt. Wenn nun die Seele in ihrer ganzen Beschaffenheit durch immerwährende Umwandlung ihrer Umhüllung die höchste Leistungsfähigkeit erreicht hat, so muß ihr nun im Erdenleben auch eine Aufgabe von ebenfalls größtem Umfang oder Verantwortung gestellt sein, der sie eben nur dann nachkommen kann, wenn sie bestrebt ist, alle ihr zu Gebote stehenden Fähigkeiten auszunützen und sich voller Eifer dieser Arbeit hingibt. Es wird für sie von namenlosem Vorteil sein, wenn sie jede Gelegenheit nützet und alles Schwere überwindet, denn dies allein fördert ihren Reifezustand, daß sie willig auf sich nimmt, was ihr zu ihrer eigenen Vervollkommnung auferlegt ist. So wird es z.B. einer bestimmten Zeit bedürfen, bis sich die Seele frei gemacht hat von jeglicher irdischen Begier, und sie kann dies nur vollbringen, wenn sie sich in der Entsagung übt, wenn sie stets nur darauf bedacht ist, daß ein Nachgeben dem Körperverlangen immer zum Schaden für die Seele ist - wenn sie gleicherweise bedenkt, wie sehr die Seele darben muß, wenn der Körper bedacht wird und sie also jede Widerstandskraft aufbieten muß, um der Seele zu helfen. Es trägt der Mensch die Verantwortung für seine Seele, weil er andererseits auch die Fähigkeit hat, alles zu unterlassen oder zu tun, was der Seele dienlich ist - und es wiederum nur vom Willen des Menschen abhängt, diese Fähigkeiten recht zu nützen und, so der Körper anderes verlangt, als es zum Besten der Seele ist, diesem eben den rechten Widerstand entgegenzusetzen. Denn nur so kann die Erdenaufgabe restlos erfüllt werden. Und diesen Kampf muß der Mensch täglich und stündlich ausfechten, und er soll nicht müde werden, denn es gilt ja den höchsten Einsatz - es geht um die Ewigkeit - Euch Menschen ist dieser Begriff unverständlich, denn ihr fasset das Wort nicht in seiner tiefsten Bedeutung. Ihr sollt aber wissen, daß ihr unendlich mehr empfanget, als ihr hingebt - daß ihr aber andererseits in dem Zustand, wie ihr jetzt auf Erden seid, nicht empfangen könnt - daß ihr nicht die Herrlichkeiten zu ertragen imstande wäret, so ihr euch nicht zuvor so gestaltet habt, daß ihr dieser teilhaftig werden könnt. So, wie sich die Seele zuvor bilden mußte, um nun den menschlichen Körper zu beleben - wie ihre jetzige Beschaffenheit völlig unterschiedlich ist von den Vorstadien, wo der Gang durch unzählige Einzelwesen erst in undenklich langer Zeit die Einigung zustande brachte, um sich nun im Menschen zu verkörpern - ebenso muß nun im Erdendasein die Seele den Zustand zu erreichen suchen, daß sie den dunklen Aufenthalt in der Materie verlassen und sich in lichte Regionen erheben kann, um ebendie Lichtfülle, die der Inbegriff ist der Seligkeit, ertragen zu können. Um zu empfangen höchste Wonnen und zu genießen unbegrenzte Seligkeit, muß dem Verlangen des Körpers auf Erden der größte Widerstand gelten. Es nützet dann die Seele ihre Fähigkeiten in der rechten Weise, indem sie nur immer strebt nach dem Leben in der Ewigkeit und das irdische Leben nur als Bildungsstation betrachtet. Amen. B.D. NR. 0876.

 

Buch 17-18 0877

Gotteskindschaft. Endziel des Lebens. Lichtzustand.

21. April 1939. B.D. NR. 0877.

Vergesset nicht, daß ihr berufen seid, Kinder Gottes zu werden, und daß ihr auch in die gleichen Rechte eines Kindes eintreten sollt, so ihr euch würdig erweiset, Gotteskinder zu heißen. Und es ist daher nötig, daß ihr erkennet, worin euer Wirken dereinst im Jenseits besteht. Es ist nötig, um euch verständlich zu machen, mit welchem Eifer ihr eure Höherentwicklung anstreben sollt und wie ihr jede Gelegenheit nutzen sollt, die euch die Kindschaft Gottes eintragen kann. Ein Kind Gottes zu sein heißt, völlig sich unter den Willen des himmlischen Vaters zu beugen, Ihm in aller Liebe und Demut ergeben zu sein und die endgültige Vereinigung mit dem Vater als erstes Ziel sich stellen, auf daß der Vater im Himmel gleichfalls Seine ganze Liebe dem Erdenkind zuwendet, es in aller Weisheit unterrichtet und es Einblick nehmen läßt in Seine Schöpfung, und das zum Zweck immer weiterer Vervollkommnung, die unerläßlich ist, um mit vollstem Recht ein Kind Gottes genannt zu werden. Es hat der Herr alle Seine Erdenkinder bestimmt zur Kindschaft Gottes, doch nur sehr wenige erfassen den wahren Sinn dieses Wortes und wissen nicht, wie unsagbar bedeutungsvoll es ist für den Menschen, das kindliche Verhältnis zum Vater so früh als möglich anzuknüpfen. Er wird durch eine innige Hingabe bald eine lebendige Darstellung sowohl der Erdenaufgabe als auch der Tätigkeit im Lichtzustand bekommen und den letzten Sinn und Zweck erkennen. Es wird der Mensch mit vollstem Wissen über sein Entstehen und seine Höherentwicklung sein Ziel mit zäher Widerstandskraft verfolgen - er wird es anstreben, ein Kind Gottes auf Erden zu werden, um im Jenseits seine eigentliche Aufgabe zu erkennen und diese gleichfalls mit aller Kraft zu erfüllen suchen. Denn in der Erfüllung der Erdenaufgabe liegt nicht der einzige und letzte Zweck des Lebens und der gesamten Verkörperung der menschlichen Seele. Dieser ist vielmehr zu suchen und zu finden in reingeistigem Streben. Und solches wieder soll bezwecken, daß der Mensch im Jenseits die gesamte Schöpfung übersehen kann und nun seinerseits zur Belebung dieser Schöpfung in mannigfacher Art beiträgt. So dem Erdenwesen diese Gewißheit geworden ist, daß eine ewige, unveränderliche Gottheit auch ihm eine Mission für später zugedacht hat und es dann auch noch unvermindert schaffen und streben kann, jedoch in geistiger Weise, gewinnt das irdische Leben völlig andere Gestaltung und wird auch viel nutzbringender angewendet werden für das Heil der Seele, denn es erkennt sein Endziel und wird fortan bestrebt sein, Gott als dem ewigen Vater zu dienen und sich der Kindschaft Gottes würdig zu erweisen. Amen. B.D. NR. 0877.

 

Buch 17-18 0910

Geistiges Schauen.

12. Mai 1939. B.D. NR. 0910.

Die der Welt frönen, können nicht erfassen geistigen Reichtum, doch die in Gott leben, denen wird gegeben im Übermaß. Und so ist gar leicht zu erkennen, wer in der Wahrheit steht und wer dem Irrtum unterliegt, und also wird niemals ein Blinder im Geiste sich vermessen dürfen, ein Urteil zu fällen, denn er sieht mit den Augen der Welt, und diese dringen nicht ein in geistiges Gebiet. Umgekehrt aber wird ein geistig reger Mensch Einblick nehmen dürfen, und alle Hindernisse werden von seinem geistigen Auge schwinden und was er erschaut, ist nicht mit bloßem Auge sichtbar und dennoch klar und deutlich dem Auge des Geistes wahrnehmbar. Diesen Zustand zu erreichen ist außerordentlich beglückend für den Erdenmenschen und wird ihm auch nicht verwehrt sein, nur bedarf es des stärksten Willens des Menschen, sich die Gabe, geistig zu schauen, zu eigen zu machen. In jeder Materie ist Geistiges verborgen, und es muß sonach dieses Geistige unweigerlich in Funktion treten. Und diese Tätigkeit ist es, die sichtbar dem geistig Schauenden in Erscheinung tritt. Es ist wie ein ständiges Verwenden geistiger Kraft, es ist ein in aller Regelmäßigkeit stattfindender Austausch zuströmender und ausgehender Kraft und also ein ständiges Pulsieren der von Gott durch alle Schöpfungswerke geleiteten Urkraft, wozu ein jedes Wesen wie eben jedes Schöpfungswerk durch sich selbst beiträgt. Was der Mensch geistig zu schauen vermag, steht in keinerlei Zusammenhang mit irdischen Fähigkeiten solcher Wesen, sondern ist eine völlig isolierte Tätigkeit, und nur der wirklich geistig vorgeschrittene Mensch kann sich willkürlich und zu jeder Zeit in den Zustand versetzen, wo ihm das geistige Schauen möglich ist, und es setzt dies immer auch den Willen voraus, irgendwelchen Nutzen zu ziehen aus solcher Gnade, und daher wird vom göttlichen Schöpfer erst dann solches zugelassen, wenn keine Gefahr eines zwangsläufigen Glaubens mehr vorliegt, wenn also, was auch das Erdenkind zu sehen bekommt, dieses keinen schädigenden Einfluß auf die Seele des Betreffenden ausübt. Und daher sind nur solche Erdenkinder zugelassen, die schon eine gewisse geistige Reife verzeichnen können - d.h., es muß der Schauende mit wachem Sinn wiedergeben können, was er sieht, und es auch vollauf selbst fassen können, welche Bestimmung aller Tätigkeit zugrunde liegt, auf daß er, rein irdisch gesehen, durch diese immerwährende Tätigkeit selbst aufs äußerste angespornt wird, um wiederum dem Geistigen in sich alle Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten. Wer geistig zu schauen vermag, der wird auch bald die Materie überwunden haben und nur noch der Mitmenschen wegen auf Erden belassen bleiben, denn ihm selbst wird dieser Zustand schon ein Weilen in höheren Sphären sein, und es wird die Materie gleichsam zurückgelassen, denn sie gehört nicht in jene Welt - doch dem Erdenmenschen bringt ein bewußtes Schauen in das geistige Reich unsagbaren Nutzen und soll daher angestrebt werden mit vollem Willen, gilt es doch, den geistigen Reichtum zu vermehren und sich unvergängliche Schätze zu sammeln für die Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 0910.

 

Buch 17-18 0912

Beherrschung der Kreatur. Starker Wille.

13. Mai 1939. B.D. NR. 0912.

Vermöge der ungeheuren Willenskraft, die sich ein geistig strebender Mensch auf Erden aneignen kann, ist es ihm möglich, alle Kreatur sich untertan zu machen, und es beruht dieser Vorgang allein in einer außergewöhnlichen Inanspruchnahme göttlicher Kraft. Nicht der Mensch als solcher bewirkt die Unterwerfung, sondern der dem göttlichen Willen unterstellte Wille des Menschen fordert außergewöhnliche Kraft aus Gott an und ist nun fähig, in solcher Weise auf alle Kreatur einzuwirken,daß sie seinem Willen gehorchen muß. Und es wird diese sich willig beugen, denn sie hat von sich aus keinen eigenen Willen, sondern steht ständig im Willen Gottes, so daß also nichts anderes von dem jeweiligen Wesen verlangt wird, als was von der ewigen Gottheit ihm zugedacht ist. Den Willen Gottes sich zum eigenen Willen zu machen, das ist wahrlich der Schlüssel zu aller Weisheit und zu jedem geistigen Erfolg - und so hat der Mensch nicht den geringsten Widerstand irgendwelcher Wesenheit zu fürchten, sobald er seinen Willen aufgibt, d.h. den göttlichen Willen zu seinem Willen gemacht hat, denn nun lenkt nicht mehr der Mensch selbst seinen Willen, sondern die göttliche Fürsorge hat gewissermaßen alles Denken und Handeln in ihre Hand genommen, und es lebt der Mensch gleichsam nunmehr so, wie es seine Bestimmung ist von Ewigkeit. Und es ward von Gott der Mensch gesetzet als Herrscher über alle Kreatur - und er hat diesen Rang sich streitig machen lassen von dem, der den Abfall der Menschen, von Gott herbeiführte. Es wurde der Wille schwach, doch er empörte sich gegen den göttlichen Willen und unterlag dadurch auch in vieler Hinsicht der Kreatur, die, als Träger des göttlichen Willens, ihrerseits den Menschen beherrscht und so dieser oft abhängig ist von der der Kreatur zugewiesenen Tätigkeit - d.h. sich diese mitunter für den Menschen feindlich auswirkt, solange er die geistige Reife nicht erreicht hat und somit den Willen nicht in der ihm möglichen Stärke besitzt. Es hat sonach der Mensch sein Leben auf Erden noch gar sehr auszunützen, wenn er bedenkt, daß es ihm zusteht, seinen Willen so zu formen, daß ihm völlige Beherrschung der Kreatur möglich ist. Und so er diese Willensstärke erreicht, ist auch sein Weg auf Erden um vieles leichter, denn es wird ihm dann alles untertan sein, und auch sein geistiger Einfluß auf die ihm untergeordneten Wesen wird ein äußerst heilsamer sein und den Wesen gleichfalls den Weg auf Erden erleichtern, da eben nur ein Wille alles beherrscht und keine verschiedenen Strömungen diese Wesen ungünstig beeinflussen. Und so wird eben wieder alles Streben des Menschen nur dem einen Ziel gelten müssen, den Willen der ewigen Gottheit zu erkennen und sich Ihm voll und ganz zu unterstellen, und aller Kampf auf Erden wird ein leichter, aber erfolgreicher sein. Amen. B.D. NR. 0912.

 

Buch 17-18 0914

Fesseln der Seele. Leidenszustand. Saulus - Paulus.

14. Mai 1939. B.D. NR. 0914.

Der Seele Begehr ist, allem Leid enthoben zu sein, denn sie ist in einem gefesselten Zustand so lange, wie sie noch an irdischen Gütern hängt. Sie hat also einerseits Verlangen nach letzteren und schafft sich so selbst den sie bedrückenden Zustand, andererseits aber sehnet sie sich nach endgültiger Befreiung und ist dankbar für jede Hilfe, die dem Lösen ihrer Fesseln gilt. Und so ist es jedesmal ihr eigener Wille, ob sie dem Verlangen nach irdischem Gut nachgibt oder Verzicht leistet auf dieses - und dementsprechend wird auch ihr Zustand mehr oder weniger frei sein. Hat sie aber erst einmal die Wahrnehmung gemacht, wieviel leichter und freier sie sich fühlt, so sie ihre Begierde bezähmt und freiwillig entsagt hat, so ist auch ihr Wille stärker, und sie erstrebt nun bewußt diesen freieren Zustand, denn es geht nun eine sichtliche Veränderung vor sich, und es stehen ihr nun auch die guten Geisteskräfte zur Verfügung. Diese suchen das Streben der Seele zu erhöhen, indem sie alle geistigen Vorteile der Seele vorstellen und immer nur darauf bedacht sind, das Verlangen nach irdischem Gut, nach der Materie, abzuschwächen und den Sinn für geistige Wahrheiten wachzuhalten, und so kann eine totale Umwandlung sich bemerkbar machen, es kann aus einem Saulus ein Paulus werden, und es kann eine bisher irdischen Genüssen frönende Seele allen diesen entsagen und nun nur noch der geistigen Aufgabe gerecht zu werden sich bemühen. Solche Umwandlung ist immer eine Folge von vorangegangener seelischer Erschütterung. Es kann irdisches Leid vorangegangen sein, es kann aber auch die plötzliche Erkenntnis Folge sein eines innigen Gebetes, das in Liebe für diese Seele von einem Mitmenschen zum Vater des Alls emporgesendet wurde, um der Seele beizustehen im Erdenkampf - im Kampf um das Leben in der Ewigkeit, denn ein solches Gebet ward völlig uneigennützig zum himmlischen Vater emporgesendet und hat sonach die Kraft schon in sich, da Liebe der Beweggrund war. Es muß sich nun die Liebe erlösend auswirken an dem Erdenkind, und solches spürt die Seele gar wohl - sie empfindet die Erleichterung, und nun wird es ihr selbst auch leichter, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, denn sie erkennt die Wohltat und wird nun auch von sich aus tätig. Es wird der Seele Streben nur noch dem geistigen Leben gelten, und aller Materie wird sie fortan den Kampf ansagen, und obgleich sie als Mensch noch viel zu oft mit dieser in Berührung kommt, wird sie nun leichten Herzens entsagen können und nur noch der Befreiung aus ihren Fesseln leben, in der Erkenntnis, daß dies größte Notwendigkeit ist und daß ihr Leben auf Erden nur diesem Streben gelten soll. Amen. B.D. NR. 0914.

 

Buch 17-18 0916

Mitteilung eines Wesens aus dem Jenseits.

15. Mai 1939. B.D. NR. 0916.

Die Mich ersehnen mit liebendem Herzen, sollen Erfüllung ihres Sehnens finden und überaus glücklich sein. Die Welt kann ihnen solches Glück nicht bieten, wohl aber der Liebegeist von Ewigkeit, von Dem alles ausgegangen ist, was besteht. Und so dieses wieder zurückfindet zum Vater, wird die Wiedervereinigung einen Seligkeitszustand bedeuten, den ihr nimmer fasset auf Erden. Und diese Gewißheit soll dir Ansporn sein, nach Meiner Liebe und der Vereinigung mit Mir zu streben mit allen Sinnen, und es wird dir dies geistigen Vorteil eintragen und deiner geistigen Arbeit förderlich sein.
Nun lasse deinen Geist schweifen in unbekanntes Gebiet. Es ist ein überaus reger geistiger Austausch angebahnt vom Jenseits zur Erde und die ihn pflegen, sind alle innig mit Mir verbunden. Sie begehren geistige Nahrung und stehen fortgesetzt in Verbindung mit den Lehrkräften des Jenseits, um unterwiesen zu werden in Liebe und Weisheit. Und ebenso sind die unwissenden Wesen im Jenseits daran beteiligt, soweit ihr eigener Wille sie dazu antreibt, von dem euch Gebotenen Kenntnis zu nehmen. Der Leidensweg mancher Seele im Jenseits kann dadurch erheblich abgekürzt werden, so sie alles Aufgenommene recht verwertet. Und es ist daher auch erklärlich, daß du umgeben bist von unzähligen Wesen, denen deine Arbeit unnennbaren Segen eingetragen hat durch die immerwährenden Belehrungen, die ihnen gleichfalls zustatten kommen. Es verlangt nun sich ein Wesen dir mitzuteilen, das in unmittelbarer Verbindung steht mit dir und deine geistige Arbeit mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Und es ist dies Meine Zulassung, daß sich kundgibt, wer in Liebe dir zugetan ist, und daher gib dich ohne Zweifel seinen Worten hin:
Der Abend war für mich von Segen, der mich teilnehmen ließ an deiner Arbeit. Ich habe keinen Menschen auf Erden, der mir so nahesteht wie du, denn ich bin einsam von der Erde gegangen und ließ niemanden zurück, der meiner in Liebe gedenkt. Und in der Not meiner Seele ist mir Hilfe geworden, denn ich empfand die Kraft deines Gebetes und war gleichsam gestärkt durch dieses. Ich habe das All durcheilt, um dir nahe sein zu können und finde in jeder Verbindung, die dein Wille mit der geistigen Welt herstellt, so unsagbar viel Hilfe und Kraft, daß ich dem himmlischen Vater von ganzem Herzen danke für die Gnade, die Er mir zukommen ließ durch dich. Je nach Würdigkeit bedenket Er die Erdenmenschen und ebenso auch uns, doch es ist dein Gebet uns sichtliche Stärkung, und mein Leid ist geschwächt, je mehr ich mein Wissen bereichern darf an der dir gebotenen göttlichen Lehre. Und ich will nun mit allem Eifer verwerten, was ich durch dich empfangen habe, und ich will hinweisen und dir zuführen immer neue Seelen und ihnen das Evangelium predigen nach Gottes Willen. Ich lebe nur noch für diese geistige Aufgabe und sehe in jeder Kundgabe, die dir zugeht, ein so unendliches Gnadengeschenk des Herrn und Heiland, daß ich nun erst fasse in seiner ganzen Bedeutung das Außerordentliche dieses Beweises göttlicher Vaterliebe. Ich möchte dir beistehen in der erdenklichsten Weise, doch meine Kraft reicht noch nicht aus, und so ist es heut nur ein besonderer Gnadenakt, daß ich mich dir kundgeben darf und dir meinen Dank abstatten für dein liebevolles Gedenken und Bitten um meiner Seele Heil. Und nun sollen dir noch einige Worte Aufklärung geben: Der Mensch, der seinen Erdenzweck verfehlt, ist bedauernswert, so er leer und bloß im Jenseits ankommt, doch solange ihm so huldvoll die Gnade Gottes geboten wird, ist seiner Seele Rettung zu bringen, und ich lasse daher keine Gelegenheit ungenützt vorübergehen und bleibe in deiner Nähe, dich bittend, meiner weiter im Gebet zu gedenken und mir die Liebe zuzuwenden, die du mir auf Erden gabst und derer ich wenig geachtet habe; im Leben fand ich nicht die rechte Verbindung mit dir, doch jetzt suche ich jede Gelegenheit, wo ich dem geistigen Austausch zur Erde beiwohnen kann, der ewigen Gottheit dankend, Die mir diese Gnade liebevoll gewährt. Wer sich dem Herrn zum Dienst anbietet, kann wahrlich segensreich wirken auf Erden wie auch im Jenseits. Amen. B.D. NR. 0916.

 

Buch 17-18 0917

Geistiger Austausch. Erklärungen der jenseitigen Freunde.

16. Mai 1939. B.D. NR. 0917.

Es fordert dich das Heer jenseitiger Wesen auf, in ein vertrautes Verhältnis zu ihm zu treten und dich durch keinerlei Kundgaben beirren zu lassen, denn du wirst geschützet vor jedem Irrtum, solange du die Wahrheit begehrst. Siehe, in dem Kreis der dich umgebenden Freunde ist ein emsiges Bemühen, dir beizustehen, und es geht eine jede Kundgabe gewissermaßen durch die Kontrolle deines Führers und Beschützers. Du hast also daher nicht zu fürchten, daß sich willkürlich jemand äußern kann, und ebensowenig können dich andere Geisteskräfte bestimmen zu einer Niederschrift, die nicht im Willen des Herrn liegt, denn es sind dies gesegnete Stunden, die du der geistigen Arbeit widmest, und in dieser Zeit behüten dich die geistigen Freunde von allem dieser Arbeit Unzuträglichen. Der persönliche Verkehr mit der Geisterwelt zum Zwecke irdischen Gedankenaustausches ist nur dann zugelassen, wenn es gilt, dem Erdenkind eine Darstellung zu geben von der geistigen Tätigkeit der Wesen im Jenseits, und daher wird jenen Wesen eine Äußerung gestattet, um das Erdenkind anzuregen zu emsiger Geistestätigkeit. So hat jenes Wesen, das sich dir gestern kundgab, auf Erden mit dir in Verbindung gestanden und war dir nicht wohlgesinnt, hat aber nun die Kraft und Gnade des Gebetes erkannt und sucht daher ständig deine Nähe, verfolgt deine Arbeit und schöpft daraus unentwegt Kraft. Sein Gedankengang bewegte sich bis zu dieser Zeit in völlig entgegengesetzter Richtung, und so bedurfte es gerade bei ihm eines offensichtlichen Beweises geistigen Wirkens, nun aber ist sein Streben ein eifriges, die geistigen Fäden anzuknüpfen, um fortzuschreiten im Wissen und gleichzeitig dieses Wissen zu vermitteln den Unwissenden und irrenden Geistwesen im Jenseits. Und es ist daher verständlich, wie gern er sich selbst dir kundgeben wollte, denn sein Streben ist ernst und gilt nur der reinen Wahrheit. Und so vertraue stets der Führung deiner geistigen Freunde, und lasse dich nicht beirren von Worten, die dir nicht gleich verständlich erscheinen. Es ist alles wohlgeprüft und dir gegeben in weiser Absicht - dein Denken anzuregen, deinen Glauben zu erproben und deinen Zusammenschluß mit dem Vater immer wieder zu vertiefen. So vernimm heut eine Botschaft der Liebe von uns: Der dir das Leben gab, lenkt deine Schritte und ist um dich besorgt, daß du nicht fehlgehst, und Seiner Führung kannst du dich vollgläubig überlassen. Das rechte Vertrauen zu Ihm findest du erst, wenn du Ihn als Gott der Liebe erkannt hast, und so dir nun das Wort von oben zugeht, kannst du dich in Seiner Liebe geborgen fühlen und dein Leben voll und ganz dem göttlichen Herrn und Heiland überlassen, denn Er segnet, die Er mit Seiner Liebe erfaßt hat, und ist ihnen ständiger Schutz und Schirm. Das Leiden Christi am Kreuz war das Zeugnis Seiner großen Liebe, und Er nimmt auch nun wieder auf Sich, um sie zu erretten aus größter Not, und alles aus Liebe zu Seinen Kindern, und um sie zu schützen vor dem unsäglichen Elend in der Ewigkeit. Die Macht des Höchsten ist groß, doch größer noch ist die Liebe, und ihre Allgewalt wird sich durchsetzen und die Menschheit erlösen von aller Sünde. Amen. B.D. NR. 0917.

 

Buch 17-18 0921

Wiedergabe prophetischer Worte. Aufgabe. Tönende Stimme.

18. Mai 1939. B.D. NR. 0921.

Lasset eure Herzen sprechen, und ihr werdet die Stimme Gottes in euch vernehmen, und aller Zweifel wird behoben sein. Dir aber steht noch eine Aufgabe bevor, die zu lösen dein ständiges Streben sein soll. Es geht um die letzten Sendungen oder Wiedergabe der prophetischen Worte, die der Herr den Seinen auf Erden gab, und es bedarf dazu vollster Hingabe an den göttlichen Heiland, denn es ist dies eine Aufgabe, die du nur dann restlos lösen kannst, wenn dir die Gabe innewohnt, die Stimme des Herrn hörbar zu vernehmen, und du zugleich in das geistige Reich vermöge des geistigen Sehens Einblick nehmen kannst. Und so vermitteln wir dir heut eine Kundgabe, die wohlgeeignet ist, dir zur Erklärung zu dienen, wie es dir gelingen kann, jenen Zustand zu erreichen. Der Inbegriff der göttlichen Gebote ist, die Liebe zu üben, und dies soll mit aller Kraft erstrebt werden. Es sind euch so viele Gelegenheiten geboten, und ihr könnt dauernd Liebe geben, denn es verlangt euer Geisteszustand eben eine rege Betätigung, solange ihr noch auf Erden weilt. Ihr müsset euch aber auch befleißigen, das göttliche Wort aufzunehmen, das alle Kraft euch vermittelt. Es war das Wort von Anbeginn der geäußerte Wille Gottes. Es zu empfangen bedeutet direkte Zuwendung aller Gnaden und göttlicher Kraft, denn der Herr hat Sein Wort damit belegt und so dem Erdenkind damit die Himmelsleiter gegeben, die ein müheloses Erklimmen zur Höhe gewährleistet. So ihr nun das Wort Gottes in euch traget, werdet ihr tätig sein in der Liebe, euch üben in Demut und Sanftmut, kindlich bittend dem Vater im Himmel euer Anliegen vortragen, friedliebend und barmherzig sein und alles tun, was Gott durch Sein Wort als Seinen Willen euch kündet. Der Weg zur Heimat kann leicht und mühelos erklommen werden, wenn ihr den Anforderungen des Gotteswortes gerecht werdet, doch er kann auch unsagbar schwer und dornenvoll sein, so ihr die Stärkung dieses Wortes nicht zu benötigen glaubt. Ihr müsset dann durch Leid und Sorge gehen, auf daß ihr klein werdet und dann euch doch in aller Not zum Vater im Himmel flüchtet. Und euer ganzer Lebensweg soll nur ein Dienen sein. Dem Vater aller Schöpfung dienen heißt sich Seinem Willen voll und ganz unterwerfen, alles von euch abtun, was nicht im Einklang steht zu Seinen Geboten, d.h. immer nur tun, was der Vater verlangt - und so werdet ihr auch dienen eurem Nächsten und ihm alle Liebe antun müssen, wollet ihr wahrhaft eins werden mit der ewigen Gottheit, denn nur in der tiefsten Erniedrigung liegt die Erhöhung - nur wer dienet, wird dereinst herrschen können, und es muß aller Überheblichkeit der Kampf angesagt und in größter Demut die Gnade Gottes erfleht werden. Die Stimme des Herzens ertönet in euch zart und leise, doch ihr vernehmet sie nicht, bevor ihr nicht alles Unreine aus euch entfernt habt. Wo der Herr weilen und Sich vernehmlich kundtun will, dort muß Licht und hellste Klarheit sein, es darf der tönenden göttlichen Stimme kein Widerstand entgegengesetzt sein, und es wird vernehmlich klingen im Herzen derer, die dieser Stimme lauschend sich überlassen - es wird tönen wie ein feines Glöcklein und wird dem Erdenkind Beweis sein inniger Vaterliebe. Je eifriger du bemüht bist, die Reife deiner Seele zu erreichen, desto eher wirst du der dir gestellten Aufgabe nachkommen können, und so sei dir in aller Liebe die Mahnung gegeben, dich eifrigstem Streben hinzugeben, auf daß du deine Bestimmung auf Erden voll und ganz erfüllst und dem Herrn des Himmels und der Erde dienest in Zeit und Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 0921.

 

Buch 17-18 0925

Schwächezustand des Geistes. Verminderung der Empfangsfähigkeit.

21. Mai 1939. B.D. NR. 0925.

Des Geistes Schwächezustand muß überwunden werden, denn es gilt eine zu große Aufgabe zu erfüllen, als daß der Unlust Rechnung getragen werden darf. Und es wird immer nur der ernste Wille benötigt, um einen solchen Unlust-Zustand zu beheben, denn freudig soll der Mensch das Wort Gottes empfangen - jener Geist aber, der schwach ist, kann auch nicht freudig bejahen, was ihm geboten wird. Es hat einen solchen Einfluß auf die lehrenden Geistwesen, wenn das Erdenkind nicht vollwach den Lehren Beachtung schenkt, sie können sich nicht leicht bemerkbar machen und die Kraft nicht überleiten, wenn der Empfangende nicht aufnahmefähig ist. Es wäre daher auch nicht möglich, tief geistiges Gut dir zu übermitteln, wenn der Geist schwach ist und nicht aufmerksam folgen kann. Je williger das Erdenkind sich dieser Arbeit hingibt, desto leichter wird ihm das Aufnehmen fallen, und wenn auch scheinbare Vorteile den Menschen bewegen könnten, die Verbindung vom Jenseits zur Erde auf kurze Zeit zu unterbrechen, liegt doch darin eine grobe Vernachlässigung des göttlichen Gebotes oder vielmehr des durch Gott kundgegebenen Willens, denn dieser bestimmte dich zum Empfangen des Wortes und es lag dir völlig frei, dieses Amt zu übernehmen oder nicht. Deine einmalige Zusage aber muß auch aufrechterhalten bleiben und darf nicht beliebig zurückgezogen resp. ungültig gemacht werden, denn die dich belehren, erwarten täglich sehnlich den Augenblick, wo du deine Gedanken nach oben wendest und zum Empfang dich vorbereitest. Und es ist daher so unsagbar segensreich, wenn du die Verbindung zum Herrn recht oft des Tages herstellen kannst, wenn niemals mehr der Zustand der Entfremdung Anlaß ist, daß die Aufnahme vernachlässigt wird, denn nur ein empfangswilliges und freudig erwartendes Erdenkind ist restlos imstande, ein solches Werk zur Vollendung zu bringen, denn es soll die Wahrheit mit hungrigem Herzen begehrt werden, um erkannt zu werden als solche und auch weitergegeben werden kann. Denn Gottes Weisheit ist tief und nur dann zu begreifen, wenn das Erdenkind im vollsten Einverständnis steht mit seinem jenseitigen Lehrmeister. Und dann wird ein solches Erdenkind eher auf irdische Freuden und Genüsse verzichten, als die Verbindung mit der jenseitigen Welt hinzugeben und die große Gnade schätzen, verbunden zu sein mit seinem Heiland und Erlöser und Dessen Ruf zu vernehmen, der da erzeiget Seine große Liebe. Amen. B.D. NR. 0925.

 

Buch 17-18 0926

Gedankliche Beeinflussung durch mitverantwortliche Geistwesen. Aufklärung durch hochstehende Wesen.

22. Mai 1939.B.D. NR. 0926.

In sichtbarer Erdennähe sind jene Geistwesen tätig, deren Aufgabe es ist, den Menschen Kenntnis zu geben von der ständigen Umformung alles dessen, was die Erdoberfläche belebt. Diese Aufgabe ist nur in Form von Gedankenübertragung möglich, und so wird sich ihr Wirken zumeist darauf erstrecken, den Menschen die verschiedenen Schöpfungsgebilde recht anschaulich vor Augen zu führen, auf daß sie durch diese nachdenklich zu werden beginnen und Fragen stellen, deren Beantwortung ebendie Tätigkeit jener Geistwesen ist und den Menschen also in Form von Gedanken von den Geistwesen übermittelt wird. Es ist nun leicht erklärlich, daß nicht alle so übermittelten Gedanken auch als Antwort aufgenommen werden, ja man wird sie oft als unglaubwürdig verwerfen und als eigenes Gedankengut nicht ernst bewerten. Und so nun alle Bemühungen der jenseitigen Geistwesen vergeblich sind, ist das Erdenkind einer ständigen Behelligung ausgesetzt, und zwar von jenen Wesen, deren gedankliche Beeinflussung sie ablehnen. Es lassen sich diese Wesen nicht beliebig abtun, da sie mit den Erdenmenschen in einer gewissen Verbindung resp. geistigen Zusammengehörigkeit stehen und also auch gewissermaßen mitverantwortlich sind für den geistigen Reifezustand dieser. Und es geschieht daher nicht selten, daß alle geistigen Zuwendungen den Menschen bedrücken, d.h., daß er gezwungen ist, sich mit solchen Gedanken abzugeben, die ihn belasten. Er wird versuchen, sie zu verscheuchen, doch immer wieder tauchen sie auf, entweder das menschliche Herz in Unwillen zu versetzen oder auch tief nachdenklich zu stimmen, um letzten Endes doch die Wahrheit solcher Gedanken zu erkennen und von nun an ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die geistigen Freunde können das Lehramt ausüben und taten es auch bisher eifrig, wurden jedoch selten bewußt angehört, und das ist es, was den Menschen nur so schwer vorwärtskommen läßt. Die sich aber willig hingeben den hilfsbereiten Kräften, deren Reifezustand ist viel eher gewährleistet. Nur in außergewöhnlichen Fällen werden die Erdenkinder von ganz hochstehenden geistigen Wesen unterrichtet, dies aber wieder zum Zweck einer allgemeinen Aufklärung der gesamten Menschheit, um dieser in großer Not beizustehen, und dann geschieht die Gedankenübertragung in so seltsamer Weise, daß der Mensch aufmerken müßte und sich solche außergewöhnliche Zuwendung zunutze machen sollte, je größer die Not auf Erden ist und sichtbar zutage tritt. Und ob auch der Mensch sich weigert, geistiges Gut, das so geboten wird, anzunehmen - es wird sich die Weisheit aus den Himmeln durchsetzen zum Segen derer, die nicht widerstehen, und als ständige Mahnung denen, die ihres geistigen Zustandes wenig oder gar nicht gedenken. Sie werden einst erkennen müssen, daß sie sich in Abwehr stellten zu allem guten geistigen Einfluß und daher in arge Not geraten sind, und es wird ihr Kampf im Jenseitsein ein weit schwererer sein, um zur Wahrheit zu gelangen, denn da sie im Erdenleben den geistigen Beistand ablehnten, müssen sie nun darben und nun ihrerseits alle Anstrengungen machen, um das zu erreichen, was sie auf Erden mühelos erreichen konnten. Denn es ist das Ringen im Jenseits weit schwerer wie auf Erden. Amen. B.D. NR. 0926.

 

Buch 17-18 0928

Glaubenskampf. Methode. Kritik. Gottes Schutz.

25. Mai 1939. B.D. NR. 0928.

Der Kampf um die Seelen ist ein so schwerer und verantwortungsreicher, daß alle Kraft angewendet werden muß, sollen die irrenden Seelen nicht verlorengehen für ewig. Und so hat der Herr es wohlweislich angeordnet, daß aller Beistand ihnen gewährt werde, wo sie ringen um die Erkenntnis, und alle Gnadenzuwendungen dort sich äußern sollen, wo nur der geringste Wille der Wahrheit zustrebt. Dies zur Grunderkenntnis, woraus euch Menschen dann ersichtlich sein muß, daß nur immer die unendliche Liebe Gottes am Werk ist, die Menschheit zu erlösen, und darum auch so außergewöhnlich wirkt. In der nächsten Zeit wird ein jeder zu ringen haben, daß er sich selbst getreu bleibt. Er wird den Glaubenskampf erst mit sich selbst auszufechten haben und wird sich dazu große Kraft von Gott erbitten müssen, daß er standhält, wenn alles um ihn zu wanken droht. Desgleichen wird eine allgemeine offensichtliche Kampfmethode angewandt werden, die jede geistig Richtung anfeindet und verfolgt, die nicht durch die oberste Kritik gegangen ist. Der letzte Versuch wird sein, ohne Rücksicht auf Konfession den Menschen bestimmen zu wollen, der alten Lehre zu entsagen und sich einer neuen Richtung anzuschließen, die jedoch im Widerspruch steht zur Lehre Christi und sonach Verderben-bringend für die Menschheit sich auswirken muß. Der allgemeine geistige Rückgang wird Veranlassung sein, daß kein großer Widerstand sich diesem Bestreben entgegensetzen wird, und es wird die Not immer größer sein, da die Seele sich immer weiter entfernt von der alleinigen Wahrheit und sonach auch von der ewigen Gottheit. Denn der Menschheit Ziel ist die völlige Loslösung, nicht aber die Vereinigung mit Ihr. Um so entsetzlicher werden die Folgen dieser Bestrebung sein, denn es wird die Kluft immer größer, die den Menschen von der Wahrheit und dem rechten Erkennen trennt. Dessen ungeachtet maßen sich aber die Träger der Gewalt zu, einzugreifen in göttliches Wirken - und werden aber auch die Folgen ihrer Handlungsweise zu tragen haben, indem ein jeglicher Eingriff aufs strengste an ihnen geahndet wird, denn es läßt der Herr nicht wider Seinen Willen handeln, und Er schützet, wenn es not tut, auf wunderbare Weise, was der Menschheit zu geben Er für notwendig hielt. Und wer nun willig Ihm dienet und tätig ist zur Belehrung irrender Seelen, der wird gleichfalls behütet sein auf allen Seinen Wegen und göttlichen Schutzes allzeit gewiß sein dürfen. Denn die Welt vermag nicht, den göttlichen Willen zunichte zu machen, wenngleich unentwegt ihr Streben dem geistigen Untergang gilt. Wo sich der Wille Gottes ihrem Beginnen entgegenstellt, dort wird machtlos sein auch der größte Machthaber, dagegen überaus stark und widerstandsfähig der Mensch, der Gott zu dienen bereit ist und sich dem göttlichen Willen unterstellt. Der Mensch kann wohl irren und sich der größten Sünde schuldig machen, indem er sich bewegen läßt, wider die göttliche Weisheit zu handeln, doch die Welt wird ihm solches wahrlich nicht lohnen, daß er für ewig Vorteil daran hätte - den göttlichen Weisungen aber Folge leisten wird tausendfachen Segen nach sich ziehen, denn alle Seelen, denen der rechte Weg nach oben gewiesen wird, werden es ihren Rettern danken bis in alle Ewigkeit, und ihr Dank wird wahrlich ein Lohn sein, der allen irdischen Lohn ums Tausendfache übersteigt. Amen. B.D. NR. 0928.

 

Buch 17-18 0930

Mysterium der Dreieinigkeit. Gott-Vater. Gott Sohn.

26. Mai 1939. B.D. NR. 0930.

Siehe, Mein Kind, Ich sehe in dein Herz und kenne deinen Willen, Mir zu dienen, Ich vermisse jedoch deiner Seele Glauben an die Allgewalt der göttlichen Liebe, und so wirst du stets zögern, wenn sich Hindernisse dir in den Weg stellen, wo uneingeschränkter Glaube dir diese Hindernisse beseitigen kann, denn der Meine Liebe begehrt, wird doch von Mir nimmer verlassen sein, und so er nun Meine Hilfe benötigt, wird sie ihm werden immer und an allen Orten. Und so dich dein Herz zu Mir drängt, werde Ich dir nahe sein und alles von dir fernhalten, was die Verbindung mit Meinem Kinde stören könnte. Denn Ich brauche Mir vertrauende Seelen. Ich habe dir noch viel zu sagen und bin daher immer für dich bereit, so dein Herz nach Mir verlangt.

Und so löse deine Gedanken von der Welt und vernimm die Stimme von oben: Das Mysterium der göttlichen Dreieinigkeit ist für den Menschen noch immer die Klippe gewesen, daran er gescheitert ist. Und deshalb geht dir heut wiederum eine Belehrung zu, die, ohne Zweifel offenzulassen, in aller Anschaulichkeit zur Lösung beitragen und dem denkenden Menschen leicht faßlich das Problem enthüllen soll. Und also ward der Geist aus Gott lebendig, und es leuchtete das Licht hell und klar. Denn die Göttlichkeit erbarmet Sich der Menschheit und sucht ihr Aufklärung zu geben in jeder ungelösten Frage. Der Mensch vermag das eine nicht zu fassen, daß Sich in einer Wesenheit die Göttlichkeit in aller Fülle zu bergen vermag, daß aber der reine Geist untrennbar ist und das allerunwürdigste Wesen in engster Verbindung steht mit Ihm, daß also auch unter der ewigen Gottheit nur dieser untrennbare Geist zu verstehen ist und alles aus Ihm Hervorgegangene Geist aus Gott ist - nur das Zugehörigkeitsgefühl zu Diesem nicht mehr recht erkennt und somit sich selbst trennt oder entfernt, jedoch dessenungeachtet immer nur göttliches Erzeugnis ist, also immer und ewig als Ursubstanz Geistiges aus Gott ist. Wer sonach sich entfernt von der Gottheit, erkennet sich selbst nicht mehr, bleibt aber dennoch, was er ist - wer aber die Verbindung sucht mit Ihr, dessen Geistiges spürt die Zugehörigkeit und ist also bewußt das gleiche. Und nun werdet ihr fassen können, daß sich das Mysterium der Dreieinigkeit Gottes, wie folgt, erklären läßt: Es hat die Liebe Gottes Sich den Menschen zu erkennen gegeben als Vater - also als Ausgang der Menschheit. Es hat die Liebe die Trennung der Menschheit von ihrem Erzeuger überbrückt und Sich also verkörpert in einem Menschen, Dessen Geist Seine Zugehörigkeit zu Gott erkannte und Der also gleichsam eins war mit dem göttlichen Vatergeist. Und es war sonach der Mensch nur rein äußerlich ein Wesen für sich, der Geist jedoch war Gottes. Das Urverhältnis war hergestellt, der Geist erkannte sich, und sonach war Gott in aller Fülle in Dem, was Ihm zum Aufenthalt auf Erden ward, um der Menschheit sichtlich zu sein. Die mit dem menschlichen Körper geeinigte Gottheit war gleichsam deshalb sichtbar geworden, um die Menschen den Abstand erkennen zu lassen, den sie selbst sich geschaffen hatten. Es war die göttliche Liebe also tätig geworden und legte die göttliche Weisheit nun gleichfalls in des Gott-menschen Herz. Denn es war ja Dessen Geist eins mit Gott und mußte sich sonach auch in aller Weisheit befinden und aller göttlichen Kraft bedienen können - es mußte sich die Weisheit Gottes äußern durch Menschenmund, und also war alles Wirken Jesu auf Erden das Wirken Gottes durch den Menschensohn, nicht aber, daß dadurch eine zweite Wesenheit Sich äußerte. Und der Begriff Gott Vater - Gott Sohn ist nicht anders zu erklären, als daß der Vatergeist von Ewigkeit Sich durch Menschenmund offenbarte, daß also Gott Sohn das gleiche ist wie Gott Vater, nur dem Menschen begreiflich geworden durch Jesus Christus, Der die Trennung vom Vatergeist überwunden hatte eben durch die Erkenntnis der Zusammengehörigkeit mit der ewigen Liebe. Niemand kommt zum Vater denn durch Mich. Ist dies wohl einfacher zu erklären, als daß ein jeder, der mit dem Vater sich vereinen will, gleichfalls erkennen muß, daß der göttliche Geist in ihm untrennbar mit dem Vatergeist verbunden ist und daß ein jeder diesen Weg finden muß und daher nachfolgen in allem dem göttlichen Erlöser, Der Sein Leben vorgelebt hat jenen, die gleich Ihm zum Vater verlangen. Nicht in anderer Weise ist dies möglich als nur allein durch die Nachfolge Jesu, Der als Menschensohn das Beispiel gab, daß nur allein der Geist aus Gott seine Zugehörigkeit zu Ihm erkennen muß und daß es dann keine Schranken mehr gibt, die ihn vom Vater trennen. Amen. B.D. NR. 0930.

 

Buch 17-18 0962

Gedankliche Tätigkeit. Herz. Gehirn.

13. Juni 1939. B.D. NR. 0962.

Vereinigt euch im Glauben und achtet Meiner Worte, denn der Geist in euch wird vernehmlich Meinen Willen zum Ausdruck bringen. Und unwiderruflich wird euer Leben zum Ziel führen, so ihr diesen Meinen Willen erfüllet. Der Gedanke ist geistige Kraft, er pflanzt sich fort und ist somit der beste Beweis, daß er nichts Totes ist, daß er lebt und belebt und in immerwährender Verbindung steht mit der gedanklichen Tätigkeit des Menschen. Eine reguläre Speisung durch geistige Kraft ist eigentlich die gedankliche Tätigkeit des Menschen. Es ist der Mensch befähigt, diesen Kraftstrom aufzunehmen und gewissermaßen umzuleiten in das Herz, das als Aufnahmestation aller geistigen Kraft unausgesetzt die ihm zugehende Nahrung verwertet und also verwertet dann zurückgibt in das Gehirn-Zentrum und von da den Mechanismus des Menschen gleichsam in Bewegung setzt. Es ist dies ein Vorgang, der dem Menschen noch völlig unverständlich ist, da er bisher die irrige Auffassung vertritt, daß nur allein das Gehirn seine organische Tätigkeit ausübt und also der übrige Körper vorerst nichts damit zu schaffen hat, bis der Wille sich in Tätigkeit setzt und die gedankliche Tätigkeit nun auch der Körper zur Ausführung bringt - daß aber das Herz die Empfangsstation ist und dort erst eine Ausscheidung stattfindet, wieweit der Mensch die geistige Kraft, also gedankliche Übertragungen, aufzunehmen gewillt ist - und dies dann in der Weise geschieht, daß sich der Körper und mit diesem ebendas Gehirn als Organ herbeiläßt, das empfangene Geistige zu behalten als geistiges Gut, oder es schemenmäßig aufgenommen und sofort wieder verworfen wird. Und deshalb geschieht es so oft, daß sich Widerstände bemerkbar machen, wenn eine besonders einsichtsvolle und empfangsbereite Seele das mit dem Herzen Aufgenommene auch dem Gehirn vermitteln will. Es weigert sich letzteres, restlos anzunehmen, sendet es zurück in das Menschenherz, wird dort mit Bedrückung wieder empfangen, immer wieder zur Höhe gesendet, bis im Gehirn der Widerstand erlahmt und dies nun so handelt, wie es handeln muß, da es nun bestimmt wird von der Kraft des Geistes - die desto stärker wirkt, je schwächer der Widerstand des Gehirns sich ihr entgegensetzt. Und die gedankliche Tätigkeit ist nur in dieser Art restlos zu erklären - und es gibt dies die Lösung der Frage, warum die gleichen Weisheiten, in gleicher Art den Menschen zur Kenntnis gebracht, ganz verschiedenartig aufgenommen, d.h. geglaubt werden. Daß dies lediglich am Willen des Menschen liegt, wieweit er das vom Herzen Empfangene aufnimmt und als Geistesgut verwertet - ob er also gewissermaßen Widerstand bietet durch die bloße Tätigkeit der Organe, indem diese die geistige Kraft nur so weit verwerten, wie sie zur unbedingten Tätigkeit benötigt wird, also zu rein irdischem Denken. Um geistige Probleme jedoch zu lösen, ist ein Zusammenarbeiten des Herzens mit den Denkorganen unerläßlich, weil alles Geistige erst den Weg zum Herzen des Menschen nimmt, ehe es weitergeleitet wird, und nun im vollen Umfang auch angenommen werden muß von den Organen, denen die Denktätigkeit obliegt. Und wiederum wird ein Herz, das in der Liebe lebt, unsäglich reich bedacht werden mit geistiger Kraft und somit auch also der Mensch, in dem die Liebe wohnet, sein geistiges Wissen vermehren, und er wird sich in vollster Erkenntnis befinden. Amen. B.D. NR. 0962.

 

Buch 17-18 0981

Kundgabe eines jenseitigen Freundes.

25. Juni 1939. B.D. NR. 0981.

Wenn der Tag sich neiget, pfleget der Mensch der Ruhe, und es schweifen seine Gedanken viel eher in das Reich des Geistigen, und dieser Zeit harren die jenseitigen Freunde, um ihren Lieben auf Erden dann Beistand zu gewähren, um die Gedanken anzuregen und zu lenken auf geistiges Gebiet. Und es beginnt eine rege Tätigkeit und emsiges geistiges Wirken. Es hat eine jede Seele auf Erden ihre Betreuer und geistige Stütze, und diese lassen keine Gelegenheit ungenützt, um an diesen Seelen ihre Aufgabe zu erfüllen. Es treibt sie die Liebe unausgesetzt zu geistigem Wirken. Das Verlangen, ihren Reifezustand zu fördern, um ihnen großes Leid im Jenseits zu ersparen, läßt sie unentwegt tätig sein, und es spürt der Mensch nun den geistigen Einfluß dieser Wesen an dem öfteren Verweilen der Gedanken bei lieben Verstorbenen oder Fragen, die das Leben nach dem Tode betreffen. Je intensiver der Mensch sich solchen Gedanken hingibt, desto mehr und leichter vermögen die geistigen Freunde auf ihn einzuwirken, es sind solche Stunden innerlicher Einkehr unsagbar segensreich, denn es stellt der Mensch dann die Verbindung her mit dem Jenseits, wenn auch unbewußt. Den jenseitigen Wesen aber ist es gleichfalls ein Bedürfnis, sich den Menschen kundzugeben. Sie haben noch immer das Verlangen, sich zu äußern, können dies jedoch nicht mehr in der Art wie im Erdenleben, doch es ist darum das Drängen, sich mitzuteilen ihren Lieben, nicht verlorengegangen. Und wo nun ein williger Gedanke an einen Verstorbenen diesen in die Erdennähe des Menschen zieht, ist das jenseitige Wesen beglückt, und es findet nun eben eine gedankliche Verbindung zwischen ihm und dem Menschen statt, die so lange ununterbrochen bleibt, wie der Wille des Menschen des jenseitigen Freundes gedenkt. Ist nun das Wesen im Jenseits vollkommen, so reicht seine Kraft verständlicherweise auch aus, um großen Einfluß auf den Erdenmenschen auszuüben und also gedanklich auf diesen einwirken zu können. Doch weniger vollkommene Wesen im Jenseits haben ihrerseits wohl das Verlangen, sich irgendwie zu äußern, es reicht jedoch ihre Kraft nicht aus, eine Verbindung so herzustellen und sich den Erdenwesen so mitzuteilen, wie es ihr Verlangen ist. Und es kann dies nur unter Mithilfe vollkommener Geistwesen geschehen unter der Voraussetzung, daß diese eine solche Vermittlung von Vorteil halten für den Erdenmenschen. Doch die Liebe der Wesen zueinander läßt sie auch einander Beistand leisten, auf daß einer jeden Seele Verlangen gestillt wird. Und so sind in deiner Nähe ständig sich-äußern-wollende Wesen, und sie warten auf die Vergünstigung einer Kundgabe, weil sie sich zum Teil selbst davon Segen versprechen. Sie lassen keine Gelegenheit ungenützt und bleiben auch immer um dich, weil es für sie unendlich trostreich ist, den sichtbaren Beweis der Verbindung vom Jenseits zur Erde durch deine geistige Arbeit gefunden zu haben. Und so will sich dir durch die liebevolle Zulassung von seiten deines Beschützers ein Freund kundtun und dir die Erklärung selbst geben, auf daß du ihn erkennst: Dies sei mein Gruß, den ich dir entbiete .... Ne verum an dostitium .... Gott sei mit dir und stärke dich zu der Aufgabe, die du erfüllen sollst. Ledig-Sein auf Erden hat mich in gewisse Armut kommen lassen, denn es folgt mir kein liebes Gebet. Ich empfinde daher es als besondere Wohltat, wenn deine Gedanken bei mir weilen, der ich nichts getan habe, mir diese zu verdienen. Dies empfand ich noch auf Erden und war daher in großer Not, als sich die Tore der Erde schlossen. Jetzt gedenke ich in Reue der ungenützten Erdenzeit, ich sehe deine Arbeit, dein Streben und deine Liebe und möchte gleicherweise tätig sein können noch auf Erden. Die Erdenlast ist von mir genommen, doch eine Last trage ich gleichfort mit mir, daß ich nicht rechtzeitig erfaßt habe das Wunder göttlicher Liebe - daß ich forschte, grübelte und zweifelte, wo ich die Liebe Gottes spüren mußte - daß ich mich nicht bewährt habe und das Gnadengeschenk annahm mit dankerfülltem Herzen. Es war mir eine Frist gegeben, doch ich ließ diese vergehen. O suche mich oft mit deinen Gedanken, und rufe mich in deine Nähe, auf daß ich dienen lerne der ewigen Gottheit und meine Aufgabe nun recht erfülle. Und so vermag ich dir nur zu danken und dir wiederum zuzurufen: Verita table just vitum. B.D. NR. 0981.

 

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