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Bertha Dudde Botschaften

Autor: Bertha Dudde 1.4.1891 - 18.9.1965
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Buch 14-16

B.D. NR. 637 - B.D. NR. 800
24.10.1938-8.3.1939
0637 0638 0641 0645 0661  0667 0668 0669 0678 0685
0726 0754 0764 0786 0787  0788

 

Buch 14-16 0637

Freuden der Welt. Aufnahmegefäß des göttlichen Geistes.

24. Oktober 1938. B.D. NR. 0637.

Lasset euch nicht betören von den Reizen der Welt. Denn ihr geratet in große Gefahr, und euer Seelenheil soll euch höherstehen als alles in der Welt. Wollet ihr dem Herrn dienen, so müsset ihr alles aufgeben, was euch mit dieser Erde verbindet, ihr müsset euch in bewußte Abwehr stellen den Lockungen der Welt gegenüber. Der Kampf wider diese stärkt den Geist in euch, und ihr werdet gleichsam als Bezwinger der Materie frei von der Gewalt des Bösen. Es birgt alles, was ihr seht und fühlt, unreifes Geistiges in sich, dem ihr widerstehen müßt, denn die Erde mit allem Glanz und allen Äußerlichkeiten ist euch gegeben als Stein des Anstoßes - als Versuchung - auf daß ihr euch daran erproben sollt und aus freiem Willen dieser Versuchung widerstehen lernt. Hat sich aller Glanz der Welt eures Herzens erst einmal bemächtigt, dann ist der Kampf unsagbar schwer, und dann heißt es Gewalt anwenden, um das Himmelreich zu erwerben. Nur im steten Kampf gegen die Versuchung ist es möglich, der Seele Not zu heben und sie zu erlösen aus dunkler Nacht. Sie schmachtet allzusehr in den Banden der sie umgebenden Materie, und ihr Verlangen ist die Befreiung von derselben. Darum muß der Mensch alles meiden, was ihre Hülle verdicken könnte - er muß versuchen, ihr Erleichterung zu bringen, indem er willig alles aufgibt, was ihn mit der irdischen Welt verbindet, und seine Gedanken der geistigen Welt zuwenden. Dadurch wird es licht und hell um die Seele, und ihr Zustand wird freier und freier. Sie sucht die Verbindung mit dem in ihr schlummernden göttlichen Geist, der sich mit der Seele einen kann, je freier sie von der Materie wird. So ist allemal zur Erweckung des Geistes in sich Vorbedingung Widerstand gegen alles weltliche Verlangen. Denn niemals kann der Seele Zustand sich bessern, wenn der Körper irdischem Verlangen nachgibt, und kann daher die Seele auch nimmermehr Aufnahmegefäß göttlichen Geistes werden. Es locket die Welt wohl gar sehr und ist daher unausgesetzt Gefahr für die Seele, doch da dem Menschen Hilfskräfte jeglicher Art zur Verfügung stehen während des Erdenlebens, hat er es doch in der Gewalt, ihr zu widerstehen. Der göttliche Schöpfer läßt kein Wesen schutzlos und ohnmächtig durch das Erdenleben gehen - jeden Schutz und jede Hilfe kann er sich verschaffen durch Gebet, und wer sich dieses Mittels bedient, kann jeder irdischen Versuchung Herr werden, denn er wird durch das Gebet aller Gnade des Herrn teilhaftig und braucht nimmermehr zu fürchten, schutzlos aller Versuchung der Welt ausgeliefert zu sein. Er vermehrt sein geistiges Gut im selben Maß, als er sich des Gebetes bedient, er hat somit selbst die Möglichkeit und die Macht, sich bildlich von der Erde zu trennen und sich geistig dafür vollauf zu sättigen und weit Schöneres für die Seele einzutauschen, als die Erde je an weltlicher Erfüllung dem Körper bieten kann. Und somit gibt der Mensch nichts auf, wenn er die Freuden der Welt meidet, sondern gewinnt unsagbar viel, denn die Freuden der Welt sind nicht von Bestand - sie sind unecht und vergänglich - doch die geistigen Freuden wiegen alles Irdische auf und bleiben bestehen bis in alle Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 0637.

 

Buch 14-16 0638

Geisteszustand. Gedanken an Gott Hilfe zur Selbstveredlung.

24. Oktober 1938. B.D. NR. 0638.

Es achten die Menschen nicht auf ihren Geisteszustand, wenn sie sich inmitten der täglichen Sorgen befinden. Sie gehen ihrer irdischen Arbeit nach und sind nicht im geringsten darauf bedacht, sich mit der ewigen Gottheit zu verbinden. Das Verhältnis des Kindes zum Vater können sie daher nicht herstellen, und so bleiben sie getrennt vom Vater im Himmel, solange sie sich allzusehr in irdischer Tätigkeit bewegen. Die einfachste Lösung wäre zu allen Zeiten das Sich-selbst-Empfehlen der göttlichen Gnade. Sie würden dann in so großem Maß schöpfen, und auch ihre irdische Tätigkeit würde gesegnet sein vom Herrn. Sofern der Gedanke an Gott den Lebensweg begleitet, ist das Erdenkind in einer unnennbar glücklichen Lage, denn mit diesem Gedanken gehen ihm auch die geistigen Kräfte zu, die das Erdenkind zu geistigem Schaffen anregen und vor Rückfall in völlig irdische Interessen schützen. Die eigentliche Arbeit an der Seele beginnt der Mensch, so er sich nur mit dem göttlichen Wesen in Gedanken abgibt - so er in seinem Inneren die Frage stellt, was der Zweck des Erdenlebens ist und in welchem Verhältnis er selbst zum göttlichen Schöpfer stehe. Dann hat er sich willig in die Macht guter Geisteskräfte gegeben, die diese Macht nun nützen und ihrerseits alles anwenden, um den Gedanken stets die gleiche Richtung zu erhalten - daß sie sich unablässig befassen mit der Unendlichkeit und ihrem Schöpfer. Wer einmal seinen Geist in solche Bahnen lenkt, wird auch sein eigenes Wesen gleichzeitig wandeln, denn der Gedanke an Gott - dem immer ein Abwenden vom Irdischen vorangeht, wird erklärlicherweise eine Selbstveredlung zur Folge haben, was auch wieder eine Einwirkung höherer Geistwesen auf den Sinn des Menschen ist. Doch die Kraft wird dem Menschen dann erst in aller Fülle zugehen, wenn sein Herz Liebe geworden ist - wenn es aus dem Gottbewußtsein heraus nicht anders kann, als Liebe zu geben - dann legt der Mensch immer mehr seine üblen Angewohnheiten ab, er vergeistigt sich immer mehr, und desto größer wird der Einfluß seiner geistigen Freunde auf seine Seele sein. Es ist dann das Streben des Menschen ein leichtes, so er sich dieser ihm wohlgesinnten Geisteskraft willig überläßt. Was ihm zuerst unsägliche Mühe bereitet, ist ihm nun eine leichte Arbeit geworden, welcher er freudig nachkommt. Zu wissen, welche Aufgabe Gott dem Menschen zugedacht hat, und dieser Aufgabe mit ganzem Herzen nachkommen zu können ist allein schon ein solcher Beweis göttlicher Gnade, daß die Dankbarkeit für diese den Menschen zu eifrigstem Streben antreiben wird. Denn ohne Wissen durch das Erdenleben gehen gestaltet dieses Erdenleben zu schwerer, die Seele nicht befriedigender Tätigkeit. Solange die Verbindung mit dem Vater nicht gefunden ist, sind die Erdentage nutzlos gelebt für die Ewigkeit. Erst wenn die Liebe im Menschen tätig ist, bewußt oder unbewußt, beginnt der Mensch wahrhaft zu leben auf Erden. Der Geisteszustand wird sodann ein heller sein, er wird erkennend alles um sich betrachten,er wird den feinen Regungen des Herzens nachgeben und den inneren Frieden suchen und finden im Gedanken an seinen Schöpfer. Des Lebens einzigsten Zweck hat er erkannt und sucht nun mit Eifer ihn zu erfüllen. Er betrachtet alles nur noch vom Gesichtspunkt dieser Erkenntnis aus und läßt sich willig leiten von oben - der von Gott dem Menschen entgegengesandten Hilfskraft - und sein Weg muß ihn nun sicher führen, der ewigen Heimat und seinem göttlichen Vater entgegen. Amen . B.D. NR. 0638.

 

Buch 14-16 0641

Voraussage. Vernichtung des Wortes Gottes und Schriften. Gebet.

27. Oktober 1938. B.D. NR. 0641.

Himmel und Erde werden vergehen, aber Mein Wort wird bestehenbleiben bis in alle Ewigkeit. Und wer an dieses Wort glaubet, der wird gleichfalls nicht sterben in Ewigkeit, denn alles, was von Mir ist, ist ewiges Leben. Und dennoch werdet ihr ringen und kämpfen müssen um dieses Mein Wort. Ihr werdet einer Zeit entgegengehen, die in sich trägt die höchste Verantwortung, ihr werdet beweisen müssen, daß ihr Geschöpfe der Gottheit seid und nicht Kinder des Bösen. Und so ihr diesen Beweis erbringet, werdet ihr gesegnet sein für alle Zeiten. Die Meinen werden im Kampfe stehen und sich wider den Feind gar sehr wehren müssen, denn alle irdische Gewalt wird sich dem entgegensetzen, was von der ewigen Gottheit ausgegangen ist, und auch keine Mittel scheuen, die der restlosen Vernichtung gelten. Doch in finsterster Nacht wird euch, die ihr an Meinem Wort hanget, das Licht leuchten, und ihr werdet den Weg gehen können ohne Sorge, euch zu verirren. Und so vernimm: Wo die Welt sich angelegen sein läßt, Mir entgegenzuarbeiten, dort bereite Ich den Gegenstoß vor, und dieser wird die irdischeMacht in ihrer Festigkeit wankend machen, denn sie erschauet plötzlich des Herrn rächende Hand am Himmel. Und diese wird sich erst zeigen, nachdem der völligen Ausrottung Meiner Lehre ihre Bestimmungen und Gesetze gelten - wenn also offensichtlich zu erkennen ist, daß die Lehre Christi nicht mehr den Menschen geboten werden darf. Dann erst greife Ich ein, um gleichzeitig Meine für Mich tätigen Streiter zu schützen vor ärgster Gefahr. So sehet dieser Zeit mit Ruhe und Vertrauen entgegen; wenn die Not am größten ist, werde Ich mit Meiner Hilfe euch zur Seite stehen, und Ich werde es wohl zu hindern wissen, daß das Heer Meiner Streiter aufgelöst oder vernichtet werde. Mir ist alles untertan, im Himmel und auf Erden. O welche Torheit, sich Mir zu widersetzen! Und so sie nicht an Meine Macht glauben, so muß diese ihnen sichtbar bewiesen werden. In wahrhaft weisem Sinn sollt ihr eure Macht auf Erden nützen, zur Ehre Gottes und zu eurem Seelenheil, nicht aber auf rein irdischen Begehren und Vorteilen euch ein Reich aufzubauen versuchen, das nur ein Reich Babels genannt werden kann, wenn ihr eure eigene Macht zu hoch einschätzet und glaubet, verantwortungslos dem göttlichen Schöpfer gegenüber eure Verfügungen treffen zu können, die sich gegen den Willen des Herrn richten. Noch ist es den Menschen freigestellt, und ein jeder wirft im Herzen allein die Frage auf, die für die Ewigkeit bestimmend ist. Nicht lange aber, dann werden euch Richtlinien gegeben werden, auf denen sich euer Denken bewegen soll. Das Bemühen der Welt und ihrer Vertreter wird sein, jegliches Wissen um die Lehre Christi zu unterbinden. Was noch besteht an Dokumenten und Schriften, wird aufs strengste eingefordert werden, und es werden die Menschen in arge innere Not kommen, die Mein Wort nicht aufgeben. Und ihrer will Ich dann gedenken in der Not. Wer Mich behalten will in seinem Herzen, der ist nimmer verlassen, und irdische Gewalten können ihm nichts anhaben, denn Meine Macht reichet über jene hinaus. Das Beginnen der Welt, das der völligen Vernichtung der Gotteslehre gilt, wird sowohl in ihren Auswirkungen als auch in ihren Niederlagen erkennbar sein, denn Ich werde jenes zulassen anfangs, um das Augenmerk aller darauf zu richten. Erst wenn das Bemühen unverkennbar ist, wenn jeglicher Zweifel an der Ernsthaftigkeit solcher Vorhaben geschwunden ist und wenn die Not der Meinen am größten ist, werde Ich Mich zu erkennen geben und dann Meine Richterhand ausstrecken über die Verleugner Meines Wortes, und wenn jene Stunde gekommen ist, werdet ihr, die ihr Mir treu seid, erkennen, daß ihr sichtbar geführt werdet von der Vaterhand. Was die Welt euch auch auferlegt, ihr müsset nur immer zu Mir aufblicken und im festen Vertrauen auf eure Errettung aus der Not Meinen Geist suchen. Der euch mit Kraft zum Widerstand ausrüsten wird und euch nimmer dem Verderben entgegengehen läßt. Auf daß euch nicht Gefahr drohe an eurer Seele, wirke Ich unter euch unaufhörlich zum Zeichen Meiner Gegenwart. Amen

Lasse die Worte des himmlischen Vaters ausklingen in einem Gebet, das ihr stets in allen Nöten zu Ihm emporsenden sollt:

Nimm mich auf in Deinen Frieden
    liebster Himmelsvater Du.
Gib mir Kraft zum Kampf hienieden
    meinen Willen stärke Du.
Gib mir immer Deine Gnade
    weise mich den rechten Weg.
Lass' mich stets und ohne Zögern
    dienen Dir zu Deiner Ehr'.
Und wenn ich in Not gerate
    meinen Glauben Du vermehr'.
Bleibe Du mit Deiner Liebe
    bei mir schwachem Erdenkind.
Hilf mir, daß durchs Weltgetriebe
    ich zu meinem Heiland find.
Schütze und behüte mich
    allezeit und ewiglich.

Amen. B.D. NR. 0641.

 

Buch 14-16 0645

Irdische und geistige Tätigkeit. Glaube. Liebe.

29. und 30. Oktober 1938. B.D. NR. 0645

Es hat ein jedes Wesen, das mit der Erde in Berührung kommt, eine sichtbare irdische Bestimmung und gleichzeitig eine dem geistigen Sinn entsprechende Tätigkeit auszuführen, was dann erst verständlich ist, wenn das ganze Erdenleben recht bedacht wird. In bestimmten Zeitabständen trennt sich das Wesen von seiner jeweiligen Form - es hat seine Aufgabe in ihr erfüllt, war irdisch tätig, indem es das Schöpfungswerk Gottes belebte, und hat auch in dieser Form die ihm von Gott zugewiesene geistige Reifezeit genützet, so daß wieder eine neue Form das Wesen zu weiterer Entwicklung aufnehmen kann. Es sind nun aber immer größere Widerstände, die das geistige Wesen zu bestehen hat, je reifer und umfangreicher die äußere Form sich gestaltet. Jedes Wesen in der göttlichen Schöpfung kann nur durch Widerstand zum Reifezustand gelangen, denn durch das Überwinden dieses Widerstandes strebt es nach oben, und dies allein wird bewertet vom ewigen Schöpfer. Es kann gleichsam ohne Widerstand nicht die Kraft erproben, kann also auch nicht den Beweis erbringen der inneren Stärke und Kraft. Geht nun das Wesen seiner Vollendung entgegen, die ihm dann erst die Verkörperung als Mensch ermöglicht, so wird sich auch entsprechend der Drang nach irdischer Tätigkeit vergrößern, und es werden daher die Seelen gleichfort das Bestreben haben, einer großen Aufgabe gewürdigt zu werden, um durch diese ihren eigenen Fortschritt vergrößern zu können. Die Seele erkennt vor ihrer Verkörperung als Mensch sehr wohl die Lage, in der sie sich befindet, und hat kein anderes Ziel, als die Zeit ihres Wandelns auf Erden bald hinter sich zu haben, und möchte daher in jeglicher Form nur immer tätig sein, um sich möglichst bald den schmerzvollsten, sie maßlos bedrückenden Erdenzustand verbessern zu können.Und doch werden unzählige Gelegenheiten versäumt, die der Seele Leid lindern könnten. Es wird ohne Widerstand oft der Kampf um die letzte Förderung aufgegeben, es wird nicht für das Wohl ihrer selbst gearbeitet auf Erden, sondern in Schwäche des Glaubens die Seele von ihrer eigentlichen Tätigkeit zurückgehalten. (30.10.1938) Es ist dies ein Vorgang, der allen erklärlich wird, so ihr nur bedenket, daß in keiner Weise eine Vorwärtsentwicklung erfolgen kann, wenn sich das Wesen in der Materie in immer gleichem Zustand befindet - daß dieser Zustand aber keine Änderung erfährt,so nicht die göttliche Kraft wirken kann - diese aber nur dann sich äußert, wenn die Vorbedingungen erfüllt worden sind, die wiederum bestehen in: zuerst festem Glauben an eine göttliche Macht und aus diesem Glauben heraus dem Befolgen der von der göttlichen Macht gestellten Forderung. Das Geistwesen vor der Verkörperung als Mensch wird allen diesen Anforderungen Gottes gerecht, weil es den Willen Gottes ausführen muß, also seine Tätigkeit erfüllt, die ihm in jeder Form zugedacht ist. Doch als Mensch ist es ganz anders ausgestattet, mit der Gabe der Vernunft, des Verstandes und mit freiem Willen. Es kann somit der Mensch alles prüfen und annehmen oder verwerfen. Und da ihm ein Funke göttlicher Erkenntnis ins Herz gelegt ist, kann er nun selbst denken und sich in den Zustand inneren Glaubens versetzen, und dann erst beginnt der Aufstieg. Doch ohne Glauben wandelt der Mensch auch seinen Erdenweg in unverändertem geistigen Zustand und erfüllt die ihm gestellte Aufgabe auf Erden nicht. Es vergeht nun die Zeit ungenützt, die das Wesen zuvor erstrebt hat, wissend, daß nur diese Verkörperung als Mensch ihm Befreiung von der Materie bringen kann. Alle Anforderungen, die das irdische Leben an den Menschen stellt, werden nach Kräften erfüllt, und die einzig wichtigste, die Höherentwicklung der Seele, wird außer acht gelassen. Und doch muß das Wesen diesen Erdenweg gehen ohne Wissen um den eigentlichen Zweck - es muß selbst dieses Wissen sich allein aneignen, da es dazu auch die Fähigkeit bekommen hat. Es muß sich aus eigenem Antrieb finden zur höchsten Gottheit und danach Verlangen tragen, da nur so die völlige Rückkehr in das Vaterhaus stattfinden kann. Ein genötigtes Wesen würde nie gottähnlich sich gestalten können und auch in keiner dauernden Verbindung mit dem himmlischen Vater bleiben, denn es hätte sich noch nicht völlig gelöst von seinen Begierden. Es muß diese vollgläubig und aus freiem Willen besiegen und sich so den Weg zur Höhe bahnen. Und nun ist es auch verständlich, warum das geistige Leben des einzelnen ganz unabhängig ist von der irdischen Tätigkeit. Der Geist ist frei und ungebunden und nimmt dort seinen Aufenthalt, wo es ihm behagt. Nur wird oft in gerade dieser Tätigkeit und ihren sich für das Erdenleben auswirkenden Folgen der Verstand und das Denken in der Weise angeregt, daß eine Erklärung gesucht und gefunden wird, in welchem Zusammenhang die geistige Tätigkeit mit der irdischen steht. Es wird ebendann der Glaube einsetzen, und damit beginnt die Erlösung der Seele von der Materie. Denn der rechte Glaube zeitigt die Liebe zu Gott und zum Nächsten, und die Liebe wiederum ist die einzigste Möglichkeit, sich selbst zu erlösen. Die Liebe wirkt sich wohltätig aus in jeder Beziehung - sie setzt den Menschen in den Zustand des Erkennens - sie veredelt ihn und zieht alles Geistige im Menschen empor zur Höhe. Die Liebe bewirkt die endgültige Vereinigung mit dem himmlischen Vater, Der doch die Liebe Selbst ist. Amen. B.D. NR. 0645.

 

Buch 14-16 0661

Wirken der Naturgewalten in Gottes Willen. Katastrophe.

10. November 1938. B.D. NR. 0661

Für den Lebensweg des Menschen gelten immer die Gesetze, die Gott von Anbeginn der Welt als nötig zur geistigen Entwicklung den Wesen gegeben hat. Es wirken oft Kräfte dagegen, diesen aber ist eine unsichtbare Gewalt überlegen, sie werden immer die Auswirkungen ihres Zuwiderhandelns als nachteilig für sich selbst verspüren und entweder sich umkehren, zu Gott-gewollter Tätigkeit, oder im Verharren ihrer Bösartigkeit immer stärker die Macht Gottes zu fühlen bekommen. So ist auch das Wirken der Naturgewalten immer und ewig dem Willen Gottes unterstellt, denn wäre dies der Gegenmacht preisgegeben, so würde bald alles ein einziges Zerstörungswerk sein, da sich die Gegenkräfte immer nur zerstörend betätigen, Gottes Weisheit und Wille aber der Erhaltung alles Geschaffenen gilt. Wo sich nun die Naturgewalten doch zerstörend äußern, ist auch immer der Wille Gottes tätig, niemals aber diese Zerstörung eine Zulassung der bösen Kräfte. Es sind dann wohlweislich Gründe vorhanden, die Gott so eingreifen lassen, die aber immer nur einer gewissen Förderung geistiger Wesen oder Entwicklung menschlicher Lebewesen dienen. Auch die Zerstörungen haben ihr Gutes in vielfältigem Sinne. Es werden Naturgeister frei aus unsäglich lang gebundener Form - es dürfen andere Naturgeister ausgiebig tätig sein und dadurch ihrer Bestimmung nachkommen - und es werden schlafende Geistwesen aus ihrer Ruhe aufgerüttelt, die allemal einem solchen nur schädlich ist. Daß sich solche Zerstörungen für die Menschheit oft leidensvoll auswirken, ist ebenfalls eine Zulassung von Gott, ein Hinweis auf Sein Vorhandensein den völlig Ungläubigen und ein Probestein für die Gläubigen, deren Kraft und Glaube daran erstarken soll. Denn nur solche außergewöhnliche Erscheinungen, die allemal solche Naturkatastrophen bleiben, sind imstande, den Menschen in einen Zustand des Nachdenkens zu versetzen. Wenn alle Macht der Menschen nicht ausreichend ist, Einhalt zu gebieten, und arm und reich, hoch und niedrig ganz gleich solchen Gott-gewollten Katastrophen ausgesetzt sind, so bleibt doch in dem einen oder dem anderen die Frage offen, wozu ein solches Strafgericht die Menschen betrifft und wieweit eine göttliche Macht erkennbar ist. Und solche Fragen können zu einer völligen Umwandlung des bisherigen Denkens führen und den Menschen auf den Weg des Erkennens leiten. Jeder Naturkatastrophe gehen kleinere Ereignisse voraus, die dem Menschen solches Denken erleichtern, und jeder innere Zustand zuvor ist gleichsam eine Vorbereitung auf das danach folgende Erleben. Einmal nur so recht erkennen, daß alle weltliche Macht nicht die kleinste Veränderung schaffen kann bei solchen elementaren Wirkungen der Natur - daß alle diesen ausgeliefert sind, die im Bereich einer Naturkatastrophe sich befinden - und es müßte der Mensch seine Gedanken nach oben wenden und versuchen, geistige Aufklärung zu erlangen - doch die Menschheit ist in ihrem Dünkel schon zu weit vorgeschritten - sie setzt allenfalls noch für solches augenscheinliches Wirken der ewigen Gottheit das Wort: Wirken der Naturkräfte - und sucht damit alles abzutun, was ihrer geistigen Einstellung nicht behagen will. Sie hält sich für wissend und, was ihr nicht verständlich ist, eben nur für ein in sich selbst begründetes Äußern der Natur - in den seltensten Fällen aber als ein sichtbares Eingreifen eines göttlichen Wesens. Die ihnen zusagendste Erklärung aller Naturerscheinungen ist das Sich-Fortentwickeln unter dem Einfluß der Sonnenstrahlen, die wieder ein noch unerforschter Kraftquell sind im Weltall und alles Leben auf der Erde zuwege bringen, demnach aber auch die Menschen nichts anderes sind als durch solche Naturkräfte erweckte Lebewesen, die ihren Anfang und ihr Ende haben auf dieser Erde. Daß allem im ganzen Weltall ein Wesen vorsteht, Das nach weisheitsvollem Plan durch Seinen Willen und Seine Allmacht ein jedes der Geschöpfe, von der kleinsten Kreatur an bis zur Krone der Schöpfung, dem Menschen - auf diese Erde gestellt hat zu bestimmtem Zweck - das will solchen unwissenden Menschen nicht einleuchten. Sie erkennen kein solches Wesen an, und daher sehen sie auch niemals in dem Walten der Naturelemente den sich äußernden Willen Gottes. Die Fernstehenden, nicht davon Betroffenen achten gar nicht sonderlich auf solche Katastrophen; sie führen immer nur ähnliche Fälle an, und damit sind solche Ereignisse schnell abgetan. Und Gott muß zu immer offensichtlicheren Mitteln greifen - Er muß solche Katastrophen immer schneller aufeinanderfolgen lassen und die Menschen in Mitleidenschaft ziehen, sollen diese Erscheinungen von Eindruck sein. Es ist bedauerlich, wie wenig das Leid der Mitmenschen wahres Mitgefühl auslöst - und wie gewohnheitsmäßig ein Hinweis von oben aufgenommen wird. Und so werden die Zeichen immer gewaltigere Ausmaße annehmen müssen, sollen sie die Menschen aus der Ruhe aufrütteln. Erst wenn das eigene Leben in Gefahr ist, legen sie einer Sache Bedeutung bei, und daher wird noch viel Leid und Angst das Los der Menschen sein müssen - und es werden Dinge in Erscheinung treten müssen, die den Menschen aufmerken lassen auf einen Willen, dem nicht widerstanden werden kann. Doch selbst ganz außergewöhnliche Naturerscheinungen werden mit der größten Selbstverständlichkeit erklärt und hingenommen werden, denn die Weltweisen sind sofort bereit, eine ganz natürliche Erklärung für alles den Menschen Unverständliche zu geben, niemals jedoch wird eine solche Erklärung sich auf das Wirken und Walten und den Willen Gottes beziehen. Über dieses dünken sie sich erhaben und sind daher in einer völlig irrigen Ansicht, die auch den von ihnen belehrt werdenden Menschen nicht von Nutzen sein kann. So mancher wird noch seine Anschauung ändern und daher auch noch so manches Opfer bringen müssen, bis ihm volles Erkennen wird, und um dies zu beschleunigen, greift der Herr jetzt öfter denn je ein und rüttelt und schüttelt die Welt, auf daß alle, die auf ihr leben, aufmerken sollen und der göttlichen Stimme achten, die ihnen Kunde bringt vom Willen Gottes, von Seiner Allmacht und Weisheit, und wer in diesem Sinne eine jede Naturerscheinung und das stürmische Walten der Elemente betrachtet, wird solche schon als die Stimme Gottes erkennen und sich bemühen, stets das Rechte zu tun vor Gott. Amen. B.D. NR. 0661.

 

Buch 14-16 0667

Nacht des Schreckens.

14. November 1938. B.D. NR. 0667.

In der Nacht des Schreckens werdet ihr sehen am Himmel den Gekreuzigten, Der in einer Wolke sichtbar kommen wird, denn Sein Leid und Sterben soll den Menschen wieder vor Augen gestellt werden, die an Ihn glauben, und soll ihnen Kraft geben zum Wirken für Ihn. Wenn ihr das Zeichen am Himmel erblicket, so denket nicht, daß alles Leid vorüber ist, sondern wisset, daß das Ringen um die Seelen mit erneuter Kraft einsetzet und ihr Seine Streiter sein sollt auf Erden - wisset, daß der Herr Selbst unter euch ist, um dort Kraft zu geben, wo sie benötigt wird, und nicht eine Fehlbitte soll getan werden, die dem Seelenheil der Menschen gilt. Was euch jedoch sehr beirren wird, das sind die erneuten Widerstände von außen, die euch mehr denn je zurückhalten sollen von eurer Arbeit für den Herrn. Ihr werdet euch fragen, warum der Herr solches zuläßt, doch ihr werdet bald erkennen, daß sich auch diese Widerstände segensreich auswirken bei denen, die ihr schon gewonnen habt, daß sie beginnen, mit immer größerem Eifer dem Wort Gottes nachzukommen, und ihnen die Widerstände von außen nur Antrieb sind. Denn das wahre Heil werden sie erkennen im Wort Gottes, wo es ihnen auch geboten wird, und keiner wird unter ihnen sein, der nicht auch die Kraft dessen spürt, so er es nur mit dem Herzen aufnimmt. Wer in der Schreckensnacht zum Heiland gefunden hat, läßt Ihn nimmer von sich, und mag es auch stürmen um diese Erdenkinder. In ihnen ist der Friede und die feste Zuversicht, daß alles Leid auf Erden dereinst abgelöst wird von himmlischer Glückseligkeit. Doch der Welt Bestreben wird sein, den Befolgern der wahren Lehre Gottes das Los auf Erden noch unerträglicher zu machen, doch in gleichem Maß geht diesen auch die Kraft zu, alles zu ertragen, was ihnen an Lasten auferlegt wird. Denn der Himmel segnet, die Ihm vertrauen. Ein weiser Hausvater wird alle seine Gebäude gut instand halten, auf daß er nichts von seinem Gut verliere. Der himmlische Vater wird noch viel mehr alle Seine Bausteine vor Beschädigung hüten. Was Sein ist, läßt Er nicht verlorengehen, sondern befestigt Sein Bauwerk nur immer mehr, daß es den Anstürmen von außen standhalten kann. Lasset daher eure Sorge, die dieser Zeit der Prüfungen gilt. Wer gewillt ist, Gott zu dienen und Seinen Willen zu erfüllen, wird jede Gefahr siegreich überstehen und nur immer zur größeren Ehre Gottes wirken. Amen. B.D. NR. 0667.

 

Buch 14-16 0668

Strafgericht Gottes.

14. November 1938. B.D. NR. 0668.

Das Strafgericht Gottes muß über die Menschen kommen, denn der Herr hat es verkündet in Wort und Schrift, und Sein Wort erfüllet sich in aller Wahrheit. Denn der Herr ersah den Willen der Menschheit sich so gestalten, wie er zur Zeit die Welt beherrscht. Und Er wies immer wieder auf das Strafgericht hin, um die Menschen zur Umkehr zu bewegen und so das Gericht abwenden zu können, denn es liegt nur allein am Willen der Menschheit, diesem zu entgehen, so aber die Menschen allen Warnungen und Mahnungen kein Gehör schenken, sind sie selbst schuld an dem Elend, das die Erde heimsuchen wird. Es ist ein unaufhörliches Kommen und Gehen, ein Leben und Sterben auf der Erde, und eine jede Generation hat Kunde empfangen von oben und den Willen des Herrn vernommen . Doch der Glaube ist immer schwächer geworden - alles, was der Herr zwecks Belehrung den Menschen sandte, wurde ungläubig abgelehnt, und immer seichter wurde das Denken der Menschen. Desgleichen ist alle sogenannte Frömmigkeit nur mehr Formalität geworden, und das ist es, was die ewige Gottheit nun nötigt einzugreifen - auf daß die Menschheit zurückgeführt werde zum wahren Glauben, und so wird geschehen, wie es der Herr gesagt hat. Es werden die Kräfte des Himmels mit den Guten der Erde sich vereinen; ohne alle sichtbare Veranlassung wird in der Natur eine Veränderung eintreten, die alle Gemüter beunruhigen und dann vor Entsetzen erstarren lassen wird. Gegen Ende des Tages sehet ihr der Wolken drohende Formen und wisset keine Erklärung dafür. Eure Sinne vernehmen ein starkes Brausen um euch und über euch - ihr suchet zu flüchten und euch zu retten und wisset doch nicht, wohin, denn rings um euch ist Nacht. Und so seid ihr nun rettungslos den Gewalten preisgegeben und habet nur einen Schutz - das Gebet zum Schöpfer - zum himmlischen Vater. Er allein ist euer Hort und Schutz, Er allein kann euch Rettung bringen und das Strafgericht euch fernhalten. Und Er wird einem jeden nahe sein, der Ihn ruft in seiner Not. Und darum flüchtet nicht, wo ihr auch seid. Das Strafgericht ereilt euch überall, und die Hilfe Gottes ist ebenfalls für euch bereit überall - es kann nicht einer dem Unheil entgehen aus eigener Kraft, denn der Arm Gottes erreicht alle, und ebensoweit reicht auch Seine Liebe und Erbarmung, wo diese begehrt wird. Jedem Unheil wird Einhalt geboten, so das Erdenkind erkannt hat und sich dem Vater zuwendet. Wo aber die Herzen verstockt und verhärtet sind, dort wird die Erde zu bersten drohen, und gar mancher wird dem Strafgericht Gottes zum Opfer fallen, weil er der letzten Mahnung des Herrn kein Gehör schenkt und so für ihn keine Rettung ist. Ein volles Jahr zuvor wird die Erde mit Drangsalen aller Art heimgesucht werden, auf daß der Sinn der Menschen sich wendet - von der Welt ab und dem wahren Ziel entgegen, auf daß er gläubig werde und Gott suche. Und das Leid wird groß sein, doch unerläßlich - denn der Herr ist langmütig und barmherzig, Er möchte das große Leid des Strafgerichtes abwenden, was nur geschehen kann, so die Menschheit sich dem Glauben zuwendet. Und darum setzet auch eine so ungeheure geistige Arbeit ein, gilt es doch der Rettung von unzähligen Seelen aus der Nacht zum ewigen Licht. Wer zum Herrn gefunden, wird dem Strafgericht nicht mit Bangen entgegenzusehen brauchen, er wird Trost finden in der Verheißung des Herrn, Der die Seinen kennt und sie schützen wird vor jeder Gefahr des Leibes und der Seele. Und alle Not wird an ihnen vorübergehen, so sie nur gläubig aufschauen zum Herrn und Heiland. Wer sich der kommenden Zeit bewußt ist und sich bemüht, den Willen Gottes zu erfüllen, wer immer den Herrn um festen Glauben bittet und Ihm und Seiner Gnade sich empfiehlt, den wird die Zeit des Gerichtes nicht überraschen. Wer immer nur nach oben schaut, den kann das Gericht nicht erschrecken, sondern es erfüllet sich nur das Wort des Herrn, wie vorausgesagt, und es gibt der Herr nur sichtbar Seine Macht und Seinen Willen kund zum Schrecken derer, die Ihn nicht hören wollen. Doch Seine wahren Kinder schrecket diese Stimme nicht - Ihnen ist Er nahe in aller Liebe und Gnade und behütet sie, daß sie nicht Schaden nehmen und wankend werden in der großen Not, die über die Erde kommen wird. Darum betet ständig, daß ihr in Seiner Liebe bleibet, und ihr werdet verschont bleiben von allem Unheil. Amen. B.D. NR. 0668.

 

Buch 14-16 0669

Fürbitte für arme Seelen.

15. November 1938. B.D. NR. 0669.

Gedenket der armen Seelen immer und an allen Orten. Sie bedürfen eurer Hilfe und stehen so noch mit der Erde in Verbindung, bis sie sich durchgerungen haben zum Licht. Alle Mittel, die ihr anwendet, um eure Seelen auszureifen, sind ihnen versagt, und sie sind nur immer bedacht, daß ihre Leiden gemildert werden, und so harren sie der Hilfe, die ihr Menschen ihnen so leicht geben könnt durch euer Gebet. Alle Sorge um eure Seele wird dereinst vielfach unterstützt werden, wenn ihr nur des öfteren der Verstorbenen gedenkt, die, einmal im Lichtzustand, euch eure Mühe reichlich vergelten. Lasset daher niemals außer acht, daß eure Sorge auf Erden außer der irdischen Tätigkeit dem Betätigen in wahrer Nächstenliebe gilt und diese sich auch erstrecket auf die von der Erde Abgeschiedenen. Lasset sie nicht darben, wo schon ein Gedanke in Liebe, ein Gebet in liebendem Gedenken ihnen große Erleichterung verschafft. Denn es fließt unzähligen Wesen die Kraft zu, wenn sich ein liebendes Herz dem Vater im Himmel um Gnade-flehend zuwendet. Desgleichen sollt ihr auch bedenken, wie ungeheuer wichtig es ist, wenn die Liebe den Verstorbenen nachfolget. Was hier auf Erden den Menschen nützet zum leiblichen Wohl, kann nimmermehr Erleichterung bringen im Jenseits, dort ist nur Liebe die einzige Kraft und Stärkung, und ohne solche ist die Seele allen Leidenszuständen preisgegeben. Wem von Gott ein langes Leben gegeben ist, der soll diese Gnade schätzen und auswerten für die Ewigkeit und auch des öfteren derer gedenken, die zeitig abgerufen wurden ins Jenseits. Das Leben gibt den Menschen oft Gelegenheit, für den Seelenzustand Sorge zu tragen, wo im Jenseits nur der Wille der Wesen frei ist. So dieser sich nach oben wendet, ist der Seele schon sehr geholfen, denn dann geht ihr auch von oben geistige Hilfe zu, doch oft fehlt der Seele auch die Willenskraft, und dann ist ihr Zustand bedauernswert. Und dort müsset ihr Menschen Hilfe geben, ihr müßt euch vorzustellen versuchen, daß ihr hilflosen Wesen beistehen könnt, aber an ihrem Elend unachtsam vorübergeht - daß ihr nur ganz geringe Mühe anzuwenden braucht und ihnen damit schon den Leidenszustand erträglicher machen könnt. Ihr müßt nimmer glauben, daß euer Gebet nur wenig Einfluß haben könnte auf die Lage solcher Seelen. Wo wirklich Liebe die Veranlassung eines Gebetes ist für die Verstorbenen, dort wirket sich die Liebe auch außerordentlich leidstillend und Hilfe spendend an den Seelen derer aus. Es vermag sich kein Mensch auf Erden das Leid der unvollkommenen Seelen im Jenseits vorzustellen, und die tiefe Einsicht kann ihnen auch nicht gewährt werden aus weisem Ermessen des Schöpfers, doch ihr Menschen könnt selbst euch die schrecklichste Lage denken und werdet doch nimmer das rechte Maß treffen können. Darum gebet den Verstorbenen eure Liebe, und lasset ihnen eure Hilfe zukommen, die ihr ihnen geben könnt, wenn es euer Wille ist. Alles Leid zu mildern, im Himmel und auf Erden, ist nur die Liebe fähig, und diese pfleget und werdet nimmer müde,denn nur die Liebe kann Erlösung bringen im Himmel und auf Erden. Amen. B.D. NR. 0669.

 

Buch 14-16 0678

Strafgericht Segen für die Glaubensschwachen. Ungewohnte Erscheinungen. Starker Glaube Schutz. Sicheres Gebäude. Richterhand.

22. November 1938. B.D. NR. 0678.

Das große Gericht wird sich für einen großen Teil der Menschheit noch unsagbar segensreich auswirken, denn wer bis dahin schwach im Glauben war, doch sich nicht ganz von Gott abwandte, wird die strenge, aber gerechte Hand des Vaters spüren und sich noch von dem Rande des Verderbens entfernen und der Gnade Gottes sich empfehlen. Die sich noch in letzter Stunde zu Ihm bekehren, sind von nun an die eifrigsten Befolger des Wortes und Willens Gottes. Sie werden nachzuholen versuchen, was sie versäumten, und nicht eher ruhen, bis die Höhe erreicht ist und die Seele sich von der Materie trennen kann, und so ist nur eine ganz kurze Zeit vonnöten, solche Seelen zur Umkehr zu bringen, doch die kurze Zeit wird sich so entsetzlich auswirken für die Erdenkinder, denn es gehen so ungewohnte Erscheinungen an den Sinnen der Menschen vorüber, daß sie unsagbar zu leiden haben und sie in diesen angstvollen Zeiten eben nur dort die Hilfe suchen und finden können, von wo allein ihnen auch Hilfe kommen wird. Sieben Jahre zuvor ringet schon der Widersacher um diese Seelen, die zu schwach sind, um Widerstand zu leisten, teils aus Trägheit und teils aus selbstverschuldeter Unkenntnis. Doch am Ende der Jahre wird die Not so ins unermeßliche gestiegen sein - und dennoch wird der Mensch um sein Leben bangen und es mit allen Kräften zu erhalten suchen, denn es fürchtet eben den Tod noch, wessen Seele nicht reif ist für die Ewigkeit. Doch wer dem leiblichen Tode mit Ruhe entgegensehen kann, dem werden die Naturgewalten auch nichts anhaben können, denn ihr Glaube wird sie schützen vor dem Ärgsten, er wird ihren Sinn in der Not voll Innigkeit zum himmlischen Vater lenken, und der Herr wird ihnen Kraft geben, auf daß sie ihr Los leicht ertragen können. Wer aber ein sicheres Gebäude zu bewohnen glaubt und sich darauf verläßt, der wird die Richterhand auch dort zu spüren bekommen, wenn sein Denken nicht gerecht und sein Leben nicht Gott-gefällig ist. Denn es werden keine Grenzen gezogen sein, die Allmacht Gottes läßt kein Wesen aus, auf daß es sich entscheide, wem seine Liebe gilt - der irdischen Welt oder der Heimat seiner Seele. Und weil dies kommen wird, so bearbeitet den Boden gut im Weinberg des Herrn, nützet die Zeit und predigt Gottes Wort - und ihr werdet selbst reifen in der Liebe um die Geschöpfe des Herrn - und ihr werdet auch klarstens erkennen, wo euch der Herr die Liebestätigkeit anweiset, auf daß ihr wirken könnt zu Seiner Ehre. Amen. B.D. NR. 0678.

 

Buch 14-16 0685

Wolf im Schafspelz. Vorläufer des Herrn vor Wiederkunft.

26. November 1938. B.D. NR. 0685.

Das leichteste Spiel hat der Widersacher, wenn er als Wolf im Schafspelz verkleidet einhergeht und mit Blicken und Worten die Menschen betöret. Er wird sich eine jede Gelegenheit zunutze machen, wo er Schaden anrichten kann unter der Menschheit. Wer in die Klauen des Wolfes fällt, wird erbarmungslos zerrissen, so er die Macht gewonnen hat über die Seele. Lasset euch daher sagen: Ihr werdet den erkennen, der über die Erde geht mit dem feurigen Schwert seines Mundes. Nicht einer wird zweifeln an seinem Wort, denn es wird göttlich sein und Ausfluß der tiefsten Liebe Gottes. Doch suchet diesen nicht in Glanz und Pracht, sein Name ist gering - unbekannt - er nennt sich wohl Johannes, doch hat sein Leib auf Erden nicht jene Gestalt, die geistig ihn zieret. Er wandelt mitten unter euch und lehret in Worten und Taten und wird sein ein Vorläufer des Herrn vor Dessen Wiederkunft auf Erden. Desgleichen wird sein Wort zeugen von der Liebe Gottes, wo immer er weilet, und in den Herzen der Menschheit tiefes Sehnen erwecken nach Wahrheit und Licht. Glaubet den Stimmen der Jetztzeit nicht, die euch irreführen wollen, die euch den Sinn trüben wollen für das Gute und Edle - lasset ihnen ihr Teil und bleibet allein nur bei dem, was euch der Herr von oben sendet. Denn des Widersachers Hang wendet sich der Welt zu, nicht aber von dieser ab, der ewigen Gottheit entgegen. Wer jenen Worten lauschen wird, der höret des Herrn Worte unmittelbar, und sein Geist wird verkünden das wahre Heil, und wer ihn höret, ist von seiner Rede durchdrungen. Er kommt im Glanz der Wahrheit, nichts wird ihm anhaften, was weltlich ist. Das Land aber, das ihn birgt, ist gesegnet durch seine Gegenwart. So er aber kommen wird, dann ist auch die Stunde des Gerichtes nicht mehr fern - er wird alle Leiden tragen mit Geduld und nur immer die Stimme des Herrn vernehmen. Dieser Worte gedenket, wenn man ihn ergreifen wird, um sein Los auf Erden zu besiegeln. Nimmer aber werdet ihr Menschen den Gottesstreiter hindern können, auszuführen, was er der Menschheit wegen auf sich genommen hat. Nimmer wird eure Macht so weit reichen, daß ihr wider den Herrn ziehet ungestraft. Doch sein Auge wird milde auf euch ruhn, die ihr ihm Leid antun wollt. Denn seine Liebe und Geduld erstreckt sich auf alle die, deren Herzen wider ihn sind. Und er wird ihrer viele gewinnen, denn die Kraft seiner Worte und seiner Liebe ist unsagbar groß. Und das Weltgeschehen wird Einbuße erleiden. Es werden sich scheiden die Seelen, die in ihm ihren Retter erkennen aus tiefer Not, und die, deren Anteil allein die Welt ist. Und ihr Ende wird der Tod sein des Leibes und der Seele . Und so sei dir Licht gegeben, auf daß du erkennst das Wirken derer, die nach unten verlangen, die alles Licht von oben scheuen und danach trachten, es zu verlöschen, auf daß in der Finsternis der Widersacher sich der Seelen bemächtige. Licht wird euch werden, die ihr nach Licht verlanget, euch läßt der Herr nicht in der Finsternis schmachten, und Er wird euch bewahren vor den reißenden Wölfen, die in ihrer Verkleidung sich unter Seine Herde einschleichen und Verwirrung anzurichten trachten. Leset Sein Wort und erkennet die ersten Anzeichen der Verwirrung. Und wer Ohren hat zu hören, der höre: Nicht die Welt wird euch den Frieden bringen, sondern allein nur Der, Dessen Reich nicht von dieser Welt ist. Und Sein Frieden wird sein ein ewiger Frieden, den nichts in der Welt mehr zerstören kann und der sich dennoch auch über die Erde erstrecken wird - über jene Menschen, die das Wort Gottes vernehmen aus dem Munde eines reinen Jüngers Jesu - der in seiner Liebe den Menschen beistehen will und ihnen verkündet von der ewigen Liebe Gottes. Dieser wird den Frieden bringen den Menschen, die guten Willens sind. Amen. B.D. NR. 0685.

 

Buch 14-16 0726

Schicksal nicht Hindernis des Erkennens. Freier Wille.

29. Dezember 1938. B.D. NR. 0726.

Siehe, Mein Kind, in engstem Zusammenhang mit Meiner Schöpfung stehen die unzähligen, weit verzweigten und doch immer wieder ineinander greifenden Geschehnisse, die ihr Zufälle nennt. Ein Lenker aller Dinge und aller Ereignisse nur kann es bewerkstelligen, daß die Schöpfung und alles Wirken im Weltall seinen geordneten Gang geht, und in diesem Zusammenhang wird es euch klarwerden, daß ihr eurem euch für dieses Leben von Mir bestimmten Schicksal nicht entgehen könnt, und das ist es, was euch dann glauben läßt, daß ihr nur immer ausführen müßt, was euch seit Ewigkeiten bestimmt ist. Einesteils müsset ihr das wohl, doch seid ihr nimmermehr gezwungen, durch weltliche Geschehen einen bestimmten Glauben - oder eine bestimmte geistige Einstellung anzunehmen. Dieses wird euch selbst ganz und gar überlassen bleiben, und jedes weltliche Geschehen, ob es euch angenehm oder unangenehm dünkt, gibt euch wahrlich der Möglichkeiten übergenug, zur rechten Erkenntnis zu gelangen. Es wird nicht eines von den Erdenkindern sagen können, daß sein ihm auferlegtes Leben es an der wahren Erkenntnis gehindert hätte, denn Ich füge alle Weltgeschehnisse, obzwar sich die Menschen solche durch ihren Willen selbst machen, immer so, daß sie dem Erdenkind die größtmöglichste Gelegenheit geben, sein Innenleben zu fördern. So kann es geschehen, daß inmitten größter und schmerzensreichster Ereignisse das wahre Verhältnis des Erdenkindes zum Vater weit eher hergestellt wird als in sorglosem Dasein - daß jedoch auch in diesem ein Kind zum Vater finden kann, wenn der Ereignisse der Umwelt geachtet wird und das Herz nicht verhärtet ist und sein Ich zu weit in den Vordergrund gestellt wird. Ich gebe wahrlich allen Meinen Geschöpfen das für sie Beste in die Hand, denn Meine ständige Sorge gilt nur der endgültigen Rückkehr Meiner Geschöpfe, und es ist Meine Liebe und Weisheit daher auch darauf bedacht, den Menschen den Weg gehen zu lassen, der ihm die größte Möglichkeit bietet, Mir nahezukommen. Und daher erleben die Menschen täglich und stündlich diese Meine Fürsorge mit jedem Schritt, den sie in dem von Mir vorgezeichneten Erdenweg wandeln. Wie sie nun die Möglichkeiten nützen, ist ihnen völlig freigestellt. Dort ist dann der freie Wille tätig. Ließe Ich den Menschen den freien Willen auch rein irdisch genommen, dann würden sie sich selbst jeder Möglichkeit des Ausreifens der Seele berauben, denn sie könnten sich dann ihr Leben auf Erden so gestalten, wie es einem jeden zusagt, ungehindert von höherer Macht. Ihr Streben würde mehr und mehr nur der Welt gelten, die Materie vermehrt und alles Geistige vermindert werden. Und Meiner Schöpfung Werk würde am Ende völlig zerstört werden, wo Meine Weisheit ausgeschaltet ist und dafür der freie Wille des Menschen, dessen Weisheit unzulänglich ist, das Ganze beherrschen möchte. Und so müsset ihr darin wieder nur Meine Liebe zu euch Menschen erkennen, daß Ich nur, um euch einst das Höchste geben zu können, euer irdisches Leben lenke nach Meinem Willen - daß ihr jedoch die geistige Freiheit des Willens unbegrenzt nützen dürfet, sowohl nach oben als auch nach unten. Mitunter habt ihr auch euer Erdenschicksal selbst in der Hand und könnet es euch nach Belieben gestalten, doch werden auch dann die Verhältnisse und Ereignisse immer so an euch herantreten, daß ihr die gleiche Möglichkeit eurer inneren Gestaltung habt - ob ihr euch das Schicksal selbst so oder so gewählt habt - daß ihr also scheinbar wohl durch eigenen Willen euch andere Lebensverhältnisse schaffen könnt, ihr aber doch den gleichen Gang durch Leid und Sorge gehen müßt, wenn euch dieser von Mir zugedacht ist zwecks geistigen Fortschrittes. Leget ihr allem, was an euch herantritt, immer diese Erkenntnis zugrunde, so werdet ihr bald euch in vollem Vertrauen Mir überlassen und das rechte Verhältnis des Kindes zum Vater herstellen, das erste Bedingung ist, um die Erdenaufgabe im geistigen Sinn recht zu erfüllen. Und daher wird alles geistige Erleben niemals abhängig sein von der irdischen Lebenslage, sondern eine jede wird zur Genüge Gelegenheit bieten, daß sich das Erdenkind Meinem Willen unterstellen und so für seine Seele den größten Nutzen ziehen kann. Und somit ist der Einwand hinfällig, daß die irdische Tätigkeit oder Aufgabe nicht ein Vertiefen in geistiges Wissen zuläßt, denn erstere gewährleiste Ich einem jeden, doch letzteres ist allein dem freien Willen des Menschen überlassen. Amen. B.D. NR. 0726.

 

Buch 14-16 0754

3 Jahre Glaubensprobe. Christentum. Lippengebet.

24. Januar 1939. B.D. NR. 0754.

Nur ein Auszug

Drei volle Jahre werden vergehen, bis die gesamte Christenheit die Glaubensprobe bestanden hat, um nun in sich selbst entweder gefestigt zu sein oder den Glauben an Jesus Christus als Erlöser der Welt gänzlich verworfen zu haben. Und in diesen drei Jahren wird sich eine Ausscheidung deutlich bemerkbar machen, denn die Welt mit ihren Anhängern wird versuchen, die völlige Lostrennung vom Glauben durchzusetzen, während die anderen sich immer fester zusammenschließen und sich inniger denn je ihrem Heiland und Erlöser hingeben. 0754.

 

Buch 14-16 0764

Abendmahl.

29. Januar 1939. B.D. NR. 0764.

Das Geleitwort deines Lebens soll sein: In allen Dingen dem Herrn zu dienen, will immer ich bemühet sein, und Sein Segen wird dich begleiten auf allen deinen Wegen. Vernimm, was dir der Vater zugedacht hat: Das allerheiligste Sakrament des Altars ist ein von Gott eingesetztes, doch muß der Sinn auch weise verstanden werden. Nun umgibt dich eine Schutzwand geistiger Freunde, die alles Falsche und Irrige von dir fernhalten, gilt es doch durch dich, den Menschen Klarheit zu geben in einer Frage, die sehr oft zur Streitfrage geworden ist. In das rechte Denken der Menschen hat sich mit der Zeit eine ganz falsche Ansicht eingeschlichen, die wiederum Anlaß gab zu Konflikten und getrennten Meinungen. Ohne die Zustimmung des göttlichen Herrn und Heilandes zuvor erbeten zu haben, ist eine Verfügung erlassen worden, die im Widerspruch steht zur göttlichen Lehre. Die lebendige Darstellung des heiligen Abendmahles ist allemal die Aufnahme des Wortes Gottes mit dem Herzen. Wer Mein Fleisch ißt - d.h. wer Mein Wort in sich aufnimmt mit hungrigem Herzen - und Mein Blut trinkt - d.h., mit Meinem Wort die Wahrheit aufnimmt und gänzlich in der Wahrheit nach Meinem Wort lebt - der nimmt Mich auf. In diesem Sinn sind Meine Worte zu verstehen: Das ist Mein Fleisch - das ist Mein Blut. So, wie der Mensch zum leiblichen Wohle des Brotes benötigt, so ist das reine Wort Gottes nötig zur Erhaltung des ewigen Lebens. Und wie der Wein Kraft gibt dem Schwachen, so soll die Wahrheit aus Gott die Seele stärken, so sie diese in sich aufnimmt. Und wenn von einer Verwandlung des Brotes und des Weines, in Mein Fleisch und Blut gesprochen wird, so ist dies rechtlich zu verstehen, daß Mein Wort gleichsam Mich Selbst dem Menschen nahebringt, so es befolget - d.h. gegessen und getrunken wird, und daß sonach der Mensch mit Meinem Wort Mich Selbst in sich aufnimmt, denn Mein Wort lehret Liebe, und die Liebe bin Ich Selbst. Wer Mich liebt, nimmt Mich ganz und gar in seinem Herzen auf und wird sonach an Meinem Tisch gesättigt werden mit Meinem Brot und Meinem Wein - mit dem Wort der Wahrheit und des Lebens. Es ist der Sinn wohl richtig verstanden worden, doch wollte man zeremoniell den Eindruck Meiner Worte vertiefen und legte nun aber der Zeremonie die größere Bedeutung bei, so daß, wer diese nicht erfüllt, alles Segens verlustig erklärt wurde. Und so war zunächst das Äußere erhalten, doch der tiefe Sinn ging verloren, das Abendmahl ward immer mehr zur Form, es fand das Wort, die göttliche Wahrheit, nicht mehr Eingang in den Herzen, dagegen wurde die Form gewahrt bis heutigen Tages, und es glaubt der Mensch, vollauf seiner Pflicht genügt zu haben, so er gläubig zum Altar des Herrn geht. Wie aber kann Ich in einem Menschen Wohnung nehmen, der nicht zuvor zur Liebe sich gewandelt hat, der nicht Mein Wort befolgt und Meine Gebote hält. Wer danach trachtet, Mich leiblich und geistig aufzunehmen und im Herzen zu tragen, muß Mein Brot essen und Meinen Wein trinken - er muß das Brot des Lebens, das vom Himmel kommt, begehren als Speise, und er muß trinken den Wein, die lebendige Wahrheit, die zufließt dem danach Dürstenden. Dann erst ißt er Mein Fleisch und trinkt Mein Blut und wird leben in Ewigkeit, denn er ist dann in Mir, und Ich bin in ihm. So nur und nicht anders ist das Abendmahl zu verstehen, das Ich eingesetzt habe mit jenen Worten, das ihr Menschen euch aber nach eigenem Gutdünken ausgelegt habt und ihr den tiefen Sinn Meiner Worte nicht erkanntet. Je eifriger ihr nur die Form zu erfüllen trachtet und je mehr ihr nur rein äußerlich Mein Brot und Meinen Wein empfanget, desto weniger werde Ich Selbst zugegen sein, und ihr werdet sonach nicht Mich Selbst empfangen, sondern nur in eurer Vorstellung Mir nahe sein, denn Ich bin nur dort, wo tiefste Liebe zu Mir sich äußert, durch Erfüllung Meiner Gebote und Leben nach Meinem Wort - denn der isset Mein Fleisch und trinkt Mein Blut: Wer Meinen Willen erfüllt und Mir dienet - wer sich zu Mir bekennet vor aller Welt, der wird wahrlich Mein Jünger sein, mit dem Ich das Abendmahl nehmen will und den Ich sättigen will, dem Ich geben will sein Anteil - er wird gespeiset werden von Mir und empfangen das Brot des Himmels bis in alle Ewigkeit. Amen. B.D. NR. 0764.

 

Buch 14-16 0786

Weg der Seele vor dem Erdendasein. Wiederverkörperungslehre.

24. Februar 1939. B.D. NR. 0786.

In undenklich langen Zeiten ist die menschliche Seele ihren Weg zuvor gegangen durch Tausende Verkörperungen jeglicher Art. Es hat diese Zeit eine gewisse Reife zustande gebracht, die nun im letzten Stadium als Mensch noch zu höherer Vollkommenheit führen soll. Das Wissen darum sollte genügen, um die äußerste Kraft anzuwenden, den Vollkommenheitszustand zu erreichen, doch gerade dieses Wissen wird von den meisten Menschen gänzlich verworfen. Es besteht leider oft die irrige Ansicht, daß sich eine Seele nicht erst gestalten muß zu dem, was sie ist, sondern dem Lebewesen innewohnt in immer gleicher Art und daß man von einer Seele nur bei einem Menschen sprechen kann, wenn man ein nach dem Tode fortbestehendes Etwas überhaupt gelten lassen will. Dem Tier wird jegliche Seele oder geistige Substanz abgesprochen - und ebendies führt zu völlig falschen Ansichten, indem die überaus zwingende Notwendigkeit aller Lebewesen außer dem Menschen gar nicht erkannt wird. Es ist daher von größter Bedeutung, sich die abwechslungsreiche, unbeschreiblich oft erfolgte Umgestaltung der äußeren Hülle vor Augen zu halten, um sich dann erst der ganzen Verantwortung als Mensch im Erdenleben bewußt zu werden. Wäre jeglichem Wesen nur eine einmalige Verkörperung zugedacht, dann müßten die Bedingungen dieser Verkörperung so außerordentlich schwere sein, sollten sie zu dem zur ewigen Seligkeit erforderlichen Reifezustand führen, denn der Abstand eines solchen Geistwesens von der ewigen Gottheit ist zu unermeßlich groß, als daß er in so kurzer Zeit wesentlich verringert werden könnte. Es hat darum der Schöpfer allen Wesen diesen einen Muß-Zustand zugedacht, in welchem nach göttlichem Willen jedes Geschöpf ohne eigene Verantwortung einer Höherentwicklung zustrebt. Dieses Vorstadium der menschlichen Seele in aller Vielgestaltigkeit zu durchleben ist von so ungeheurer Bedeutung, daß sich erst daraus die ganze Verantwortung ergibt, die der Mensch seiner Seele gegenüber trägt, denn es hat diese Seele gerungen in unglaublichster Weise und allen Widerständen getrotzt - sie hat so unendliche Aufgaben erfüllen und sich in allem dem Willen Gottes unterstellen müssen, sie ist einen Weg gegangen, der nicht leicht war - der aber der einzige Weg war, um die Seele so zu bilden, daß sie die letzte große Kraftprobe im Menschen bestehen kann, wenn der Wille zu bestehen in ihr mächtig wird. Jedes menschliche Wesen ist daher als solches eine Welt in sich - es ist ein Schöpfungswerk, das alles auf Erden Bestehende und dem menschlichen Auge Sichtbare in allerfeinster Verkleinerung in sich birgt - es ist die menschliche Seele durch alle diese Schöpfungswunder hindurchgegangen und hat nun in ihrer letzten Verkörperung einen ungeheuren Kampf zu bestehen, soll nicht das Jahrtausende währende Ringen bis zum Stadium des Menschen vergeblich gewesen sein. Dieser Verantwortung soll sich der Mensch vollauf bewußt bleiben und Gott um Kraft bitten, um die letzte Aufgabe auf Erden zu erfüllen und somit der Seele Erlösung zu bringen aus unendlich lang währender Not. Amen. B.D. NR. 0786.

 

Buch 14-16 0787

(Fortsetzung zu Nr. 786) Weg der Seele vor dem Erdendasein. Wiederverkörperungslehre.

25. Februar 1939. B.D. NR. 0787.

Vergegenwärtigt euch die Größe und Allmacht Gottes, und ihr werdet dann erst fassen können die unermeßliche Liebe, die euch Erdenkinder umfängt, daß jedes noch so kleinste Lebewesen in immerwährender Obhut des himmlischen Vaters steht und nimmermehr zuschanden werden kann, denn die Liebe Gottes hat unzählige Mittel und Wege, um auch das allerunwürdigste - sich dem Willen Gottes bewußt widersetzende Wesen doch noch auf den Weg der Erkenntnis zu leiten, wenn auch oft nach unsagbar langer Zeit. Es werden immer wieder neue Hüllen dem Wesen zugewiesen, und immer wieder ist der Werdegang dieser durch so viele Widerstände eine neue Gelegenheit zum Ausreifen. Eine möglichst hohe geistige Reife im Erdenleben zu erzielen ist jedoch für die Seele äußerst gewinnbringend, denn der Kampf im Erdenleben ist wohl an sich schwer und fordert viel Überwindung, Ausdauer und Arbeit, doch es sind wiederum gerade im Erdenleben dem Wesen überreich Vergünstigungen geboten, die ein Ausreifen schon in verhältnismäßig kurzer Zeit ermöglichen. Wo sich aber der Wille des Menschen in krasse Abwehr stellt zu den ihm gebotenen Erleichterungen, dort ist ein Vervollkommnen in Frage gestellt, ja oft sogar eher ein Rückschritt zu verzeichnen. Nun ist die Liebe des Vaters im Himmel immer und immer darauf bedacht, das Wesen seiner letzten Bestimmung zuzuführen, und zwar wird nun auch im Jenseits der Seele Gelegenheit geboten, an ihrer Vollendung zu arbeiten und sich in den Zustand zu erheben, der ein Loslösen von aller Materie zur Folge hat. Es ist dies ein weit schwereres Beginnen in einer Welt, wo alles Greifbare nur in der Einbildung des Wesens besteht, wo die Seele gleichsam noch in allen Begierden und weltlichen Gelüsten verstrickt ist, wo sie allen Anfeindungen solcher Art ausgesetzt ist und sich nicht durch eigene Kraft daraus befreien kann, wo alle Begierden, die im Erdenleben zur Erfüllung des irdischen Verlangens beitrugen, nun zur Qual werden, da sie nicht mehr erfüllt werden können und so lange der Seele diesen qualvollen Zustand bereiten, bis sie sich bewußt davon abwendet und Verlangen nach reingeistigem Genuß verspürt. Einem solchen Verlangen wird sofort entsprochen werden durch die in der Liebe tätigen vollkommeneren Geistwesen, die alles daransetzen, eine unglückliche Seele von ihrem Zustand zu befreien. Die Hilfe wird der Seele sofort gewährt, nur ihr Wille muß allein tätig geworden sein und sich abwenden von dem, was sie noch mit der Erde und dem weltlichen Verlangen verbindet. Wo und wie dieses Umformen der Wesen vor sich geht, ist den Menschen noch immer Anlaß gewesen zu Streitfragen, die Wiederverkörperung auf Erden betreffend. So genüge es euch, zu wissen, daß wohl unendliche Zeiten vergehen und unzählige Hüllen in verschiedenartigster Gestaltung eure Seele umschlossen haben - daß alle diese Lebewesen durch Gottes Willen Aufenthalt nahmen in, auf und über der Erde, immer jedoch im engsten Zusammenhang stehend mit der eben zum Zweck des Ausreifens bestehenden Erde - daß das letzte Stadium als Mensch gleichfalls nur auf der Erde durchlebt werden kann - daß aber mit dem Verlassen des irdischen Leibes die Seele in ein nunmehr von der Erde völlig unabhängiges Reich übergeht, ganz gleich, welchen Reifezustand die Seele auf der Erde erlangt hat. Es sind für deren Weiterentwicklung die undenklichsten Gelegenheiten auch außerhalb dieser Erde, und hat die Seele einmal ihre körperliche irdische Hülle verlassen und ihr der Jahrtausende währende Aufenthalt auf der Erde nicht die letzte Reife gebracht, so setzt im Jenseits ein so unsagbar schweres Ringen ein, das das im Erdenleben weit übertrifft, und es wäre eine Rückverkörperung auf die Erde etwa das gleiche, als ob der Vater einem unmündigen Kind gegenüber, das ihm den Gehorsam verweigert, immer und immer wieder Nachsicht walten läßt, anstatt es in eine strenge Schule zu geben, die es das Falsche seines Handelns erkennen läßt. (Unterbrechung) B.D. NR. 0787.

 

Buch 14-16 0788

(Fortsetzung zu Nr. 786 und 787) Weg der Seele vor dem Erdendasein. Wiederverkörperungslehre.

25. Februar 1939. B.D. NR. 0788.

Wie weit sich des himmlischen Vaters Sorge um Seine Kinder auf Erden erstreckt, ist daraus ersichtlich, daß eine jede Verkörperung zuvor schon die möglichste geistige Entwicklung gewährleistet, die in dieser Form erreicht werden kann, so daß die Seele des Menschen bei ihrem Eintritt in den Fleischleib sich in einem bestimmten Reifegrad befindet und nun die letzte Verkörperung vollauf genügt zur Gewinnung der Gotteskindschaft, wenn es sich der Mensch angelegen sein läßt, das Erdenleben nach Kräften auszunützen zum geistigen Fortschritt. Ist diese Gnadenzeit durch eigenen Willen oder Widerstand nutzlos oder wenig erfolgreich für die Seele verstrichen, so ist dies um so bedauerlicher, als daß nun das Wesen ebendie Folgen seines Widerstands selbst zu tragen hat, d.h. sich gleichzeitig alles unreife und unvollendete Geistige auch als Leid und Strafe auswirkt. Es wird im gleichen Maß die Seele leiden, als sie ihre Schwächen und Fehler erkennt und sich von diesen nicht mehr, wie auf Erden, selbst befreien kann. Die Gnadenzeit der eigenen Erlösung ist vorüber, und so das Erlösungs- und Liebeswerk der vollkommenen Wesen nicht einsetzen würde, um der Seele beizustehen und sie zur Höhe zu bringen, wäre die Seele nun rettungslos verloren. Es ist nun aber eine falsche Annahme, ein nutzlos verbrachtes Erdenleben beliebig wieder auf sich nehmen zu können, um die versäumte Selbsterlösung nachzuholen. Wenn solches vom Herrn der Schöpfung vorgesehen wäre ohne Ausnahme, so bedurfte es wahrlich nicht des Erlösungswerkes des göttlichen Heilands, denn es stände dann jedem Wesen ohne weiteres frei, das einmal verfehlte oder schlecht genützte Erdenleben beliebig zu wiederholen, und es wäre so der übergroße Segen des Erlösungswerkes erheblich verringert, wohingegen aber gerade für die kurze Dauer des Erdenlebens durch das Erlösungswerk dem Menschen Gnaden ohne Maßen erworben wurden, um eben ein restloses Freiwerden von der Materie in dieser Zeit zu ermöglichen, obzwar es einem jeden Menschen überlassen bleibt, diesen Gnadenweg zu wählen, resp. sich nutzbar zu machen oder die Leidenszeit im Jenseits mit allen Qualen auf sich zu nehmen. Die unendliche Liebe Gottes läßt kein Wesen dem ewigen Untergang verfallen, und der Läuterungsmöglichkeiten sind endlos viele, doch die Erdenzeit zu nützen wird euch nur einmal gestattet sein, bis auf die wenigen Fälle, wo der Herr eine besondere Aufgabe oder Absicht damit verknüpft - die aber niemals zu verallgemeinern sind. Es ist die Lehre von der Wiederverkörperung allemal zum Schaden für die Menschen, denn sie werden in einer gewissen Lauheit des Geistes immer darin ihren Trost oder ihre Begründung suchen, daß sie alles ihnen Mangelnde einmal nachholen können, und wird eine solche Lehre niemals segensreich sein, denn nur rastloses Arbeiten an sich selbst vermag ihnen den Erfolg einzubringen, daß sie befriedigt auf ihr Leben dereinst zurückblicken können - während die Wiederverkörperungslehre immer ein Hintertürchen offenläßt, deren sich die Schwachen, Nachlässigen und Lauen bedienen. Keine Minute eures Lebens sollt ihr euer Ziel vergessen, immer nur die Wiedervereinigung mit Gott anstreben und die Erdenzeit bis aufs äußerste auszunützen versuchen, nur dann macht ihr euch würdig der sorgsamen liebevollen Fürsorge, die Gott der Herr euch angedeihen ließ während des unendlich langen Weges, den ihr bis zu eurem Erdendasein gegangen seid. Amen. B.D. NR. 0788.

 

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